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MMR Impfstoff © jarun011

Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR)

Masern sind alles andere als eine harmlose Kinderkrankheit. Sie sind hoch ansteckend und können sowohl für Säuglinge, Kinder als auch für Jugendliche und Erwachsene schwerwiegende Folgen haben. Mumps ist eine weltweit verbreitete Viruserkrankung, die bei ungeimpften Bevölkerungen vorwiegend das Kindes- und Jugendalter betrifft. Durch die in Österreich herrschende Impfsituation sind auch zunehmend Erwachsene betroffen. Bei Röteln handelt es sich um eine Virusinfektionskrankheit, die in der Regel leicht verläuft und mit einem Ausschlag einhergeht, die jedoch in der Schwangerschaft schwere Schädigungen des ungeborenen Kindes auslösen kann.

Masern

Masern sind eine der ansteckendsten Viruserkrankungen für Menschen. Die Masernviren werden direkt oder durch Tröpfcheninfektion übertragen. Die Inkubationnszeit beträgt meist zwischen acht und zehn Tagen (höchstens 21 Tage). Gewöhnlich treten Schnupfen, Husten, hohes Fieber und ein Hautausschlag auf. Etwa vier Tage vor bis vier Tage nach dem Auftreten des Hautausschlags, der typischerweise im Gesicht und hinter den Ohren beginnt, ist die Erkrankung sehr ansteckend. Schwere Komplikationen einer Maserninfektion sind Lungenentzündung (Masernpneumonie) und Entzündung des Gehirns (Enzephalitis), die auch tödlich verlaufen können. Die Häufigkeit einer Masern-Enzephalitis beträgt etwa 1 - 2 pro 1.000 gemeldete Maserninfektionen, davon verläuft etwa ¼ tödlich, 1/3 der Überlebenden hat bleibende schwere Folgeschäden. Dazu kommt als seltene Spätfolge noch die tödlich endende subakut sklerosierende Panenzephalitis (SSPE). Das höchste Risiko für diese SSPE haben Kinder, die im ersten Lebensjahr an Masern erkranken (Risiko 1:600). Bei Kindern bis zum 5. Lebensjahr liegt die Häufigkeit bei etwa 1:1.700 bis 1:3.300. 

Hinweis Zudem verursachen Masern durch Schwächung des Immunsystems ein mehrere Jahre anhaltendes erhöhtes Risiko, an anderen Infektionskrankheiten zu sterben. Die Impfung hingegen schützt das Immunsystem: in Industrienationen mit hoher Masern-Durchimpfungsrate wurde gezeigt, dass speziell durch die Masernimpfung die Sterblichkeit an anderen Infektionskrankheiten deutlich gesenkt werden konnte.

Weltweit sind die Masern noch immer die Haupttodesursache von durch Impfung vermeidbaren Erkrankungen bei Kindern. Durch weltweite Impfprogramme konnte nach Schätzungen der WHO von 2000 bis 2015 der Tod von mehr als 20,3 Millionen Menschen verhindert und die Sterblichkeit an Masern um 79 % gesenkt werden. 2015 kam es zu 134,200 Todesfällen durch Masern, das enspricht367 Todesfällen pro Tag bzw. 15 pro Stunde.

Hinweis Masern sind in Österreich meldepflichtig!

Da der Mensch der einzige Wirt ist, können die Masern durch eine konsequent hohe Durchimpfungsrate der Bevölkerung ausgerottet werden. Die WHO hat sich daher zum Ziel gesetzt, die Masern auszurotten. Dafür ist wegen der hohen Kontagiösität eine 95 % Durchimpfungsrate der Bevölkerung mit zwei Teilimpfungen notwendig! Da Kinder vor dem vollendeten 9. Lebensmonat nicht geimpft werden können, sind diese nur durch die konsequente Impfung der älteren Kinder und der nicht-immunen Erwachsenen zu schützen.

Ausführliche Informationen zu Masern erhalten Sie auf der Website des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen sowie unter www.keinemasern.at.

Hier erhalten Sie die Informationen zur Masernimpfung in Gebärdensprache.

Mumps

Mumps ist eine hochinfektiöse Viruserkrankung, die meist über Tröpfchen übertragen wird. Die Inkubationszeit beträgt ca. 18 Tage (mit einer Varianz von zwei bis vier Wochen). Komplikationen nehmen mit dem Lebensalter zu. In fünf bis zehn Prozent der Infektionen treten ZNS Symptome auf, davon zu 90 Prozent in Form einer Gehirnhautentzündung ( Meningitis ) mit Fieber, Kopfschmerz, Erbrechen und zehn Prozent einer Entzündung des Gehirns ( Enzephalitis.). Bis zu vier Prozent der Patientinnen/Patienten entwickeln eine Entzündung der Nerven im Bereich des Ohres (Akustikusneuritis), die als Spätfolge zur Taubheit führen kann. Vor der Einführung des Mumpsimpfstoffes war Mumps eine der häufigsten Ursachen von Taubheit. Während und nach der Pubertät kommt es bei männlichen Patienten in 10 – 30 Prozent zu einer Hodenentzündung mit zum Teil bleibender Infertilität. In fünf Prozent der Fälle tritt eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) auf.

Röteln

Röteln sind eine hochansteckende Virusinfektionskrankheit, die durch Tröpfchen übertragen wird. Bei klinischer Symptomatik treten nach einer Inkubationszeit von 14 bis 21 Tagen das charakteristische kleinfleckige Rötelnexanthem, Lymphknotenschwellungen (besonders im Nacken) sowie häufig Gelenksbeschwerden auf.. In der Schwangerschaft können Röteln zu schweren Missbildungen des ungeborenen Kindes (mit Taubheit, Trübung der Augenlinse – Katarakt - , Herzfehlern und anderen Organdefekten) führen. Früher wurden daher 13-jährige Mädchen gegen Röteln geimpft. Durch die Rötelnimpfung beider Geschlechter als Masern-Mumps-Röteln-Impfung soll die Zirkulation des Rötelnvirus weiter zurückgedrängt werden, um das Fehlbildungsrisiko auch bei Kindern von Frauen, die nicht gegen Röteln geschützt sind, weiter zu reduzieren.

Kinderimpfung

Derzeit stehen in Österreich nur 3-fach-Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung, die Wirkstoffe (Impfviren) gegen Masern, Mumps und Röteln enthalten. Die 3-fach Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) ist im kostenfreien Impfprogramm enthalten. Es handelt sich um eine Lebendimpfung, die ab dem vollendetem 9. Lebensmonat empfohlen wird. Die zweite Teilimpfung sollte ehestmöglich, frühestens jedoch vier Wochen nach der ersten Teilimpfung erfolgen. Fehlende MMR-Impfungen können  und sollen in jedem Lebensalter nachgeholt werden.

Hinweis Bei Masernausbrüchen ist die MMR-Impfung ausnahmsweise (abweichend von der Fachinformation) ab dem vollendeten 6. Lebensmonat möglich, bei Erstimpfung im Alter von 6-8 Monaten sollen zwei weitere Impfungen gegen Masern erfolgen. Details siehe Impfplan Österreich, Kapitel Masern, Mums, Röteln. Bei Schuleintritt bzw. mit dem vollendeten 12. Lebensjahr soll der MMR-Impfstatus (Impfpass) kontrolliert werden, erforderlichenfalls sollten die Impfungen nachgeholt werden.

Erwachsenenimpfung

Immunität kann angenommen werden nach zwei  Impfungen mit einem Lebendimpfstoff gegen Masern-Mumps-Röteln oder nach gesichert durchgemachter Erkrankung (dies kann mittels Antikörperbestimmungen aus dem Blut festgestellt werden). Bei fehlender Immunität auch nur gegen eine Impfkomponente (also Masern oder Mumps oder Röteln), oder fehlenden Aufzeichnungen über erfolgte Impfungen kann die  MMR-Impfung in jedem Lebensalter nachgeholt werden. Da es sich um einen Lebendimpfstoff handelt, ist auch ein Impfen bei bestehender Immunität oder nach vorhergehenden Impfungen unproblematisch, denn in diesem Fall werden die Impfviren durch die bereits bestehende Immunabwehr an ihrer Vermehrung gehindert, eine Überimpfung ist nicht möglich.

Auf Grund der starken Masernvirusaktivität in Europa und wegen dem Masern-Eliminationsziel der WHO ist die MMR-Impfung derzeit in Österreich über die Gesundheitsbehörden ohne Altersbeschränkung kostenfrei erhältlich. 

Auch Jugendliche und Erwachsene, die als Kinder nur ein Mal gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft worden sind, sollen eine weitere MMR-Impfung erhalten. Personen der Geburtsjahrgänge 1966-1976 haben oft die damals übliche Impfung mit inaktiviertem Masernimpfstoff als Einzel- oder Kombinationsimpfung (Masern adsorbiert oder Quintovirelon) erhalten. Diese Personen sollten zwei Dosen MMR-Impfstoff erhalten.

Pflichtimpfung für USA bei Studienaufenthalt. Anlässlich einer Reise sollte der MMR-Status geprüft werden (Impfungen/Immunität vorhanden?) und gegebenenfalls die Impfung nachgeholt werden. Besonders wichtig ist die Impfung bei Frauen im gebärfähigen Alter – vor einer geplanten Schwangerschaft soll der Immunstatus überprüft werden („get prepared for pregnancy“!).

Personen (Frauen) mit besonders hohem Infektionsrisiko (Röteln!) für sich und andere sollten immun sein, z.B. Lehrerinnen/Lehrer, Kindergartenpädagoginnen/Kindergartenpädagoge, Krankenpflegerinnen/Krankenpfleger sowie Schülerinnen/Schüler in diesen Berufen und das gesamte medizinische Personal (Frauen und Männer).

Impfschema

2 Dosen, die 2. Teilimpfung sollte ehestmöglich, frühestens jedoch vier Wochen nach der 1. Teilimpfung erfolgen (in Abhängigkeit vom verwendeten Impfstoff).

Hinweis Da es sich um einen Lebendimpfstoff handelt, ist die Rötelnimpfung in der Schwangerschaft kontraindiziert.

Ausführliche Informationen zu Masern, Mumps und Röteln erhalten Sie unter Virale Infektionskrankheiten.

 

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