Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Impfpass © Astrid Gast
Impfpass © Astrid Gast

Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR)

Masern und Mumps sind sehr ansteckend Viruserkrankungen für Menschen und weltweit verbreitet. Bei beiden Infektionskrankheiten können sowohl bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen schwere Komplikationen und Folgeerkrankungen auftreten. Bei Röteln handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die oft ohne Symptome verläuft. Eine Rötelinfektion in der Schwangerschaft kann jedoch schwere Schädigungen des ungeborenen Kindes auslösen. Die Dreifach-Kombinationsimpfung Masern-Mumps-Röteln (MMR) schützt vor diesen Infektionskrankheiten. 

Masern: Krankheitsverlauf und mögliche Folgen 

Die Masern-Viren werden durch Tröpfcheninfektion oder durch direkten Kontakt mit infektiösen Nasen-/Rachensekret übertragen. 

Die Inkubationszeit beträgt durchschnittlich acht bis zehn Tage. Die Komplikationsrate liegt in Industrienationen bei 20 Prozent. Bei Kleinkindern und Erwachsenen besteht ein besonderes Risiko für einen schweren Verlauf. Schwere Komplikationen einer Maserninfektion sind MittelohrentzündungLungenentzündung, (Masernpneumonie), Krampfanfälle und Entzündung des Gehirns (Enzephalitis), die auch tödlich verlaufen können. Zudem verursachen Masern durch Schwächung des Immunsystems ein mehrere Jahre anhaltendes erhöhtes Risiko, an anderen Infektionskrankheiten zu sterben.

Kinder vor dem vollendeten 9. Lebensmonat können nicht geimpft werden (eine Impfung ab dem vollendeten 6. Lebensmonat ist nur in Ausnahmefällen möglich). Daher können diese Kleinkinder nur durch die konsequente Impfung der älteren Kinder und der nicht-immunen Erwachsenen geschützt werden.

Da der Mensch der einzige Wirt ist, könnten die Masern durch eine konsequent hohe Durchimpfungsrate der Bevölkerung ausgerottet werden. Weltweit sind die Masern noch immer die Haupttodesursache von Erkrankungen bei Kindern, die durch Impfung vermeidbare wären.

Weitere Informationen zu Übertragung, Symptome und Komplikationen finden Sie unter Masern und Masern & Impfen.

Ausführliche Informationen zu Masern erhalten Sie zudem auf der Website des Sozialministeriums sowie unter www.keinemasern.at

Mumps: Krankheitsverlauf und mögliche Folgen 

Mumps ist eine hochinfektiöse Viruserkrankung, die meist über Tröpfchen übertragen wird. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis vier Wochen (durchschnittlich ca. 18 Tage). Komplikationen nehmen mit dem Lebensalter zu. In fünf bis zehn Prozent der Infektionen treten ZNS -Symptome auf, davon zu 90 Prozent in Form einer Gehirnhautentzündung (Meningitis) mit Fieber, Kopfschmerz, Erbrechen und zehn Prozent in Form einer Entzündung des Gehirns (Enzephalitis). Bis zu vier Prozent der Patientinnen/Patienten entwickeln eine Entzündung der Nerven im Bereich des Ohres (Akustikusneuritis), die als Spätfolge zur Taubheit führen kann. Vor der Einführung des Mumpsimpfstoffes war Mumps eine der häufigsten Ursachen von Taubheit. Während und nach der Pubertät kommt es bei männlichen Patienten in zehn bis 30 Prozent zu einer Hodenentzündung mit zum Teil bleibender Unfruchtbarkeit (Infertilität). In fünf Prozent der Fälle tritt eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) auf.

Weitere Informationen finden Sie unter Mumps bei Kindern

Röteln: Krankheitsverlauf und mögliche Folgen 

Röteln sind eine hochansteckende Virusinfektionskrankheit, die durch Tröpfchen übertragen wird. Die Erkrankung verläuft bei Kindern in bis zu 50 Prozent und bei Jugendlichen sowie Erwachsenen in über 30 Prozent der Fälle asymptomatisch (ohne Krankheitszeichen). Bei klinischer Symptomatik treten nach einer Inkubationszeit von 14 bis 21 Tagen das charakteristische kleinfleckige Rötelnexanthem, Lymphknotenschwellungen (besonders im Nacken) sowie häufig Gelenksbeschwerden auf. In der Schwangerschaft (bis zur 17. Schwangerschaftswoche) können Röteln zu schweren Missbildungen des ungeborenen Kindes (Taubheit, grauer Star ( Katarakt), Herzfehlern und anderen Organdefekten) führen. Aus diesem Grund ist ein vollständiger Impfschutz besonders auch für Frauen, die schwanger werden möchten, wichtig. Durch die Rötelnimpfung beider Geschlechter als Masern-Mumps-Röteln-Impfung soll die Zirkulation des Röteln-Virus weiter zurückgedrängt werden, um das Fehlbildungsrisiko auch bei Kindern von Frauen, die nicht gegen Röteln geschützt sind, weiter zu reduzieren.

Die MMR-Impfung

Die Maser-Mumps-Röteln-Impfung ist ein Lebendimpfstoff. Nach zweimaliger Impfung besteht eine lang anhaltende Immunität. 

Kinderimpfung

Die Dreifach-Kombinationsimpfung gegen Maser–Mumps–Röteln (MMR) ist im kostenfreien Impfprogramm enthalten. Es handelt sich um eine Lebendimpfung. Es werden zwei  MMR-Impfungen ab dem vollendeten 9. Lebensmonat (unbedingt vor Eintritt in Gemeinschaftseinrichtungen) empfohlen.  

  • Bei Erstimpfung im 1. Lebensjahr (ab dem vollendeten 9. Lebensmonat) soll die 2. Impfung nach drei Monaten verabreicht werden.
  • Bei Erstimpfung nach dem 1. Lebensjahr erfolgt die 2. Impfung  frühestmöglich, mit einem Mindestabstand von vier Wochen.
  • Fehlende MMR-Impfungen können und sollen in jedem Lebensalter nachgeholt werden.
    Beim Fehlen von zwei schriftlich bestätigten Impfungen oder fehlender Immunität (Antikörpertestung gegen Masern, Mumps oder Röteln) auch nur gegen eine Impfkomponente soll die MMR-Impfung in jedem Lebensalter nachgeholt werden. Da es sich um einen Lebendimpfstoff handelt, ist ein Impfen bei bestehender Immunität oder nach vorhergehenden Impfungen unproblematisch, denn in diesem Fall werden die Impfviren durch die bereits bestehende Immunabwehr an ihrer Vermehrung gehindert, eine Überimpfung ist nicht möglich.

Hinweis Bei Masern-Ausbrüchen ist die MMR-Impfung ausnahmsweise (abweichend von der Fachinformation) ab dem vollendeten 6. Lebensmonat nach Masernkontakt möglich, bei Erstimpfung im Alter von sechs bis acht Monaten sollen zwei weitere Impfungen gegen Masern–Mumps–Röteln (2. Impfung im Alter von elf bis 14 Monaten, 3. Impfung im Alter von 15–23 Monaten) erfolgen. Details siehe aktueller Impfplan Österreich, Kapitel Masern, Mumps, Röteln. Bei Eintritt in Gemeinschaftseinrichtungen (Kinderkrippe, Kindergarten, Schule, Hort etc.) bzw. mit dem vollendeten 12. Lebensjahr soll der MMR-Impfstatus (Impfpass) kontrolliert werden, erforderlichenfalls sollten die Impfungen nachgeholt werden.

Erwachsenenimpfung

Die MMR-Impfung ist derzeit in Österreich an allen öffentlichen Impfstellen für alle Altersgruppen kostenfrei erhältlich. Empfohlen werden zwei Impfungen im Abstand von mindestens vier Wochen.

Eine langanhaltende Immunität kann nach zweimaliger Lebendimpfung gegen Masern-Mumps-Röteln oder nach gesichert durchgemachter Erkrankung (dies kann mittels Antikörperbestimmungen aus dem Blut festgestellt werden), angenommen werden. Bei fehlender Immunität auch nur gegen eine Impfkomponente (also Masern oder Mumps oder Röteln) oder fehlenden Aufzeichnungen über erfolgte Impfungen (im Impfpass), kann die  MMR-Impfung in jedem Lebensalter nachgeholt werden. Da es sich um einen Lebendimpfstoff handelt, ist ein „Überimpfen“ nicht möglich: auch ein Impfen bei bestehender Immunität oder nach vorhergehenden Impfungen ist unproblematisch, denn in diesem Fall werden die Impfviren durch die bereits bestehende Immunabwehr an ihrer Vermehrung gehindert.

Auch Jugendliche und Erwachsene, die als Kinder nur einmal gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft worden sind, sollen eine weitere MMR-Impfung erhalten. Ebenso Personen, die mit einem inaktivierten Masern-Impfstoff geimpft wurden (Masern adsorbiert oder Quintovirelon).

Hinweis Wie die Masern- und Mumpsausbrüche der letzten Jahre zeigen auch die Rötelfälle, dass besonders in der Altersgruppe der 15-40-Jährigen die Schutzraten gegen MMR zu niedrig sind und dementsprechend nachgeimpft werden sollte.

Anlässlich einer Auslandsreise sollte der MMR-Status geprüft werden (Impfungen/Immunität vorhanden?) und gegebenenfalls die Impfung nachgeholt werden. 

Besonders wichtig ist die Impfung auch bei Frauen im gebärfähigen Alter – vor einer geplanten Schwangerschaft soll der Immunstatus überprüft werden, da Masern in der Schwangerschaft zu Komplikationen für Mutter und Kind sowie Röteln in der Schwangerschaft zu kindlichen Missbildungen führen können („prepare for pregnancy“!). 

Achtung! Da es sich um einen Lebendimpfstoff handelt, ist die Impfung gegen Masern–Mumps–Röteln in der Schwangerschaft nicht empfohlen.


Hinweis Die MMR-Impfung stellt kein Hindernis für stillende Mütter dar.


Quelle: Impfplan Österreich 2021

Downloads & Broschüren

Tools & Quizzes

Seite drucken RSS-Feed anzeigen Seite teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen