Impfung gegen Pneumokokken

Pneumokokken sind Bakterien, die den Nasen-Rachen-Raum besiedeln, aber nicht immer zu Krankheitssymptomen führen. Pneumokokken sind weltweit verbreitet und stellen auf Grund der Schwere und Häufigkeit der Erkrankung auch in Österreich eine bedeutsame Infektionskrankheit dar.

Übertragen werden Pneumokokken über Tröpfcheninfektion (z.B. durch Husten, Niesen oder Sprechen). Infektionsquellen sind erkrankte Personen, aber auch gesunde Keimträger. Bei Seniorinnen und Senioren erfolgt eine Ansteckung vor allem durch direkten Kontakt mit Kindern und durch Kontakt mit Personen mit Kindern.

Krankheitsverlauf und mögliche Folgen

Pneumokokken können eine Vielzahl von Krankheiten verursachen.

Gelangen die Erreger in sonst keimfreie Bereiche des Körpers, wie die Blutbahn oder die Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit, spricht man von einer invasiven Pneumokokken-Infektion. Diese kann zu schweren Erkrankungen, wie einer Gehirnhautentzündung (Meningitis) oder einer Blutvergiftung (Sepsis) führen. Pneumokokken können auch eine Lungenentzündung, eine Mittelohrentzündung oder Erkrankungen der Nebenhöhlen, der Herzinnenhaut, eine Bauchfellentzündung (Peritonitis) oder Gelenkentzündung (Arthritis) verursachen.

Ein Großteil der schwer verlaufenden Pneumokokken-Erkrankungen betrifft Kinder unter fünf Jahren sowie Seniorinnen und Senioren. Trotz Therapie mit Antibiotika und Intensivmedizin ist die Sterblichkeit bei einer schweren Pneumokokken-Erkrankung hoch.

Die Pneumokokken-Impfung

Es gibt mehr als 95 verschiedene Pneumokokken-Stämme (Serotypen). Die meisten Erkrankungen werden jedoch nur durch wenige Stämme verursacht und gegen diese schützt die Impfung. Eine Impfung kann das Risiko einer Pneumokokken-Erkrankung um bis zu 90 Prozent verringern.

Hinweis

Die Ärztin oder der Arzt klärt Sie über die Impfung, den passenden Impfstoff sowie das dazugehörige Impfschema auf. Weitere Informationen finden Sie unter Wie schützen Impfungen | Gesundheitsportal.

Kostenfreies Impfprogramm und Kinderimpfung

Die Impfung gegen Pneumokokken ist für Kinder bis zum vollendeten 2. Lebensjahr im kostenfreien Impfprogramm enthalten. Es sollten insgesamt drei Impfungen (sogenanntes 2+1 Schema) verabreicht werden: im 3., 5. und 12. –14. Lebensmonat. Um schwere Erkrankungen bei den besonders gefährdeten Kleinkindern zu vermeiden, sollte der Impfbeginn im 3. Lebensmonat unbedingt eingehalten werden. Auch Kinder mit gesundheitlichen Risiken (siehe aktueller Impfplan) werden nach dem 2+1 Schema geimpft. Diese Kinder erhalten die kostenfreie Impfung bis zum vollendeten 5. Lebensjahr. Informationen zum Impfstoff finden Sie im aktuellen Impfplan.

Erwachsenenimpfung

Bei Erwachsenen ist die Pneumokokken-Impfung für drei Gruppen empfohlen:

  • Gesunde Erwachsene ab dem vollendeten 60. Lebensjahr: Das Risiko für schwere Pneumokokken-Erkrankungen steigt ab diesem Alter deutlich an. Nach der empfohlenen sequentiellen Impfung sind keine weiteren Pneumokokkenimpfungen vorgesehen. Gesunden Erwachsenen vor dem vollendeten 60. Lebensjahr wird die Impfung nicht empfohlen.
  • Personen mit erhöhtem Risiko ab dem 51. Lebensjahr: Umstände wie Rauchen, Alkoholabusus, Hypertonie, Atherosklerose, subchronische Bronchitis etc. stellen ein erhöhtes Risiko für schwere Pneumokokken-Erkrankungen dar. Nach dem 60. Lebensjahr wird eine Auffrischungsimpfung empfohlen.
  • Personen mit hohem Risiko und entsprechender Indikation (siehe aktueller Impfplan): Die Impfung ist dringend empfohlen. Sie sollte alle sechs Jahre wiederholt werden.

Hinweis

Empfohlen ist eine sequentielle (zweiteilige) Impfung, um eine möglichst breite Schutzwirkung zu erzielen. Hierzu werden in einem entsprechenden Abstand zwei verschiedene Impfstoffe verabreicht. Ob weitere Auffrischungen erforderlich sind, entscheidet die Ärztin oder der Arzt im Einzelfall auf Basis der persönlichen Gesundheitssituation.

Ausführliche Informationen zur Pneumokokkenimpfung erhalten Sie im aktuellen Impfplan.

Quelle: Impfplan Österreich 2022

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

Letzte Aktualisierung: 13. April 2022

Abgenommen durch: Redaktion Gesundheitsportal

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