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Sepsis

Eine Sepsis entsteht, wenn das Immunsystem des Körpers nicht entsprechend auf eine Infektion reagiert. In der Folge kommt es zu schweren Schädigungen, zum Versagen von einem Organ oder mehreren Organen und zu einem Schock. Eine Sepsis ist akut lebensbedrohlich und kann tödlich enden, sofern sie nicht früh genug erkannt und sofort behandelt wird. Sie ist eine medizinische Notfallsituation.

Welche Ursachen hat eine Sepsis?

Zu einer Sepsis kommt es infolge einer Infektion. Erreger sind Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten. Im Idealfall kann das Immunsystem eine lokale Infektion ausreichend bekämpfen. Gelingt das nicht, breitet sich die Infektion im Körper aus. Das Immunsystem greift nicht nur die Krankheitserreger an, sondern schädigt auch körpereigene Strukturen wie Gewebe und Organe. Die Sepsis geht mit solchen Schädigungen bzw. Versagen von Organen einher, z.B. von Herz, Nieren, Leber, Lunge. Sie ist eine akut lebensbedrohliche Situation.

Eine Sepsis wird in der Umgangssprache auch als Blutvergiftung bezeichnet, wobei dieser Begriff in der Fachsprache nicht mehr verwendet wird.

Ausgangspunkte für eine Sepsis können sein:

Eine Sepsis kann bei bakterieller Sekundärinfektion auftreten, infolge einer Virusinfektion, z.B. einer Grippe. Hinsichtlich bestimmter Krankheitserreger liegen Impfstoffe vor. Weitere Informationen finden Sie unter Impfungen.

Es gibt auch Infektionen, die mit einer medizinischen Behandlung oder einem Aufenthalt in einer Gesundheitseinrichtung in Verbindung gebracht werden können. Weitere Informationen dazu und zu Sepsis finden Sie unter Gesundheitssystem-assoziierte Infektionen.

Welche Risikofaktoren gibt es?

Eine Sepsis kann sich aus vielen lokal begrenzten Infektionen entwickeln. Eine Infektion mit entsprechend schweren Folgen kann z.B. auftreten bei:

  • Patientinnen und Patienten, die im Krankenhaus aufgenommen werden, v.a. auf Intensivstationen,
  • Personen mit geschwächtem Immunsystem bzw. Immunsuppression, z.B. bei HIV/AIDS, Krebserkrankungen,
  • Personen mit weiteren chronischen Erkrankungen, z.B. der Nieren, der Leber,
  • älteren Personen,
  • Kindern unter einem Jahr,
  • u.v.m.

Welche Symptome können auf eine Sepsis hinweisen?

Folgende Anzeichen können auf eine Sepsis oder eine drohende Sepsis hinweisen:

  • Fieber oder Unterkühlung, Schüttelfrost, feuchtkalte Haut, Schwitzen,
  • allgemeines schweres Krankheitsgefühl, Schwäche, beeinträchtigter Allgemeinzustand bis hin zu Verwirrtheit,
  • Atemschwierigkeiten, Kurzatmigkeit, schnelle Atmung,
  • schwacher Puls, schneller Herzschlag, Herzrasen,
  • niedriger Blutdruck,
  • Schmerzen,
  • verminderte Urinausscheidung,
  • Hautveränderungen: z.B. punktförmigen Hautblutungen – sogenannte Petechien.

Es zeigen sich auch Symptome einer möglichen Grunderkrankung bzw. Grundinfektion sowie deren Verschlechterung. Weiters treten Symptome auf, die auf Schädigung von Organen zurückzuführen sind.

Bei einem sogenannten septischen Schock kommt es zu einer arteriellen Hypotonie – trotz Flüssigkeitszufuhr in Form von Infusionen. Eine arterielle Hypotonie ist eine starke Erniedrigung des Blutdrucks.

Um lebensbedrohliche Situationen mit schweren Organschäden zu vermeiden, ist eine rasche Diagnose und Therapie entscheidend. Symptome sind jedoch für medizinische Laien vor allem zu Beginn oft nicht oder schwer einzuordnen. Bei bestimmten Symptomen, z.B. rascher Verschlechterung des Allgemeinzustandes, Atemnot, beschleunigter Atmung, Herzrasen, Blutdruckabfall etc., muss sofort ärztliche Hilfe gerufen werden: Notruf 144 wählen!

Wie wird die Diagnose einer Sepsis gestellt?

Die Ärztin oder der Arzt erhebt die Krankengeschichte je nach gesundheitlichem Zustand und Ansprechbarkeit der Patientin oder des Patienten. Sie oder er führt Untersuchungen durch oder ordnet diese an, z.B.:

  • gründliche körperliche Untersuchung: Blutdruck, Pulsfrequenz, Messung des Sauerstoffanteils im Blut – Pulsoxymetrie, Atemfrequenz, AuskultationPalpation, Untersuchung der Haut, Messung der Temperatur etc.
  • Blutabnahme zur Bestimmung von verschiedenen Laborwerten, z.B. CRP, PCTIL6, Leukozytenzahl, Thrombozytenzahl, Laktat, Blutkulturen sowie Untersuchungen von Abstrichen aus verschiedenen Stellen – wie Wunden, Harn, Sputum.
  • Untersuchungen zur Abklärung der Ursache sowie zur Beurteilung der Organfunktionen, z.B. EKG, CT.

Wesentlich für die Diagnose sind die Symptome sowie deren Ausprägung bzw. Schwere. Auch Verletzungen sowie bereits bekannte Erkrankungen, vorangegangene Operationen u.v.m. werden miteinbezogen.

Wie erfolgt die Behandlung einer Sepsis?

Eine Sepsis ist ein medizinischer Notfall. Sie muss sofort behandelt werden. Die Behandlung erfolgt im Krankenhaus, teils intensivmedizinisch. Ziel der Behandlung ist es, Körperfunktionen aufrechtzuerhalten und zu stabilisieren. Außerdem wird die Infektion bekämpft und der Erreger beseitigt, sodass die ursprüngliche Infektion vollständig abheilen kann.

Die Ärztin oder der Arzt passt die Behandlung der individuellen Situation an. Die Behandlung beginnt teils schon, während noch Maßnahmen der Diagnose gesetzt werden, z.B. durch Stabilisierung des Kreislaufes, intensivmedizinischer Versorgung und Antibiotika.

Zur Behandlung zählen unter anderem:

  • Überwachung der Vitalfunktionen,
  • zielgerichtete Infusionstherapie,
  • Volumenersatz – zusätzliche Flüssigkeitsverabreichung durch Infusionen, Elektrolytlösungen,
  • Medikamente bzw. Substanzen, die den Blutdruck stützen bzw. heben. Diese werden Vasopressoren genannt,
  • Medikamente, die die Herzleistung verbessern – sogenannte Inotropika,
  • Sicherung der Atemwege und der Sauerstoffzufuhr, ev. durch Intubation und Beatmung.
  • weitere Maßnahmen je nach Schwere und eventueller Schädigungen von Organen, z.B. der Ersatz der Nierenfunktion durch eine Blutwäsche – eine Dialyse,
  • zusätzliche Therapie, z.B. Erythrozytenkonzentrate. Diese werden in Form von Bluttransfusionen verabreicht. Erythrozyten sind rote Blutkörperchen. Auch Steroide, Thromboseprophylaxe, parenterale Ernährung u.v.m. können eingesetzt werden.

Ist bekannt, um welchen Krankheitserreger es sich handelt, werden – je nach dem – Antibiotika, Antimykotika bzw. weitere Medikamente eingesetzt. Eventuell ist eine chirurgische Sanierung des Entzündungsherdes, eine sogenannte Drainage, notwendig.

Um die Behandlung im Laufe des Krankenhausaufenthaltes zu überwachen und anzupassen, werden weitere Untersuchungen vorgenommen.

Nachsorge und Folgen einer Sepsis

Eine Sepsis kann physische, kognitive und psychische Probleme nach sich ziehen. Daher kann eine weitere Behandlung notwendig sein, z.B. aufgrund der Schädigung von Organen. Die Ärztin oder der Arzt informiert darüber. Informationen finden sich zudem in den Entlassungsunterlagen. Gegebenenfalls erfolgen ergo-, physio- und psychotherapeutische Maßnahmen. Infolge einer Sepsis kann eine Rehabilitation erforderlich sein. Eine Unterstützung und Versorgung im Alltag kann in unterschiedlichem Ausmaß erfolgen, ev. ist eine Palliativversorgung notwendig.

Hier finden Sie

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Verdacht auf eine Sepsis muss rasch gehandelt werden. Symptome und Gesundheitszustand können sich rasch verschlechtern. Die ärztliche Begutachtung ist ehestmöglich notwendig – je nach Gesundheitszustand über:

  • die Hausärztin oder den Hausarzt oder
  • den Ärztenotdienst über 141.
  • Bei starker Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens ist der Transport in ein Krankenhaus erforderlich: Notruf 144 oder 112!

Bei bestimmten Symptomen, z.B. rascher Verschlechterung des Allgemeinzustandes, Atemnot, beschleunigter Atmung, Herzrasen, Blutdruckabfall etc., muss sofort ärztliche Hilfe gerufen werden: Notruf 144 wählen!

Ärztinnen und Ärtzte in Ihrer Nähe finden Sie über die Arztsuche sowie die Suche nach Primärversorgungeinheiten.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.

  • AMBOSS (2026): Sepsis. Online abgerufen im Februar 2026 unter www.amboss.com (Registrierung erforderlich)
  • Antilla, V.-J. (2022): Sepsis. Online abgerufen im Februar 2026 unter www.ebm-guidelines.com (Registrierung erforderlich)
  • Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: Sepsis – ein medizinischer Notfall. Online abgerufen im Februar 2026 unter www.infektionsschutz.de
  • BMSGPK (2024): Konsensuspapier zur Prävention, Diagnostik, Behandlung und Nachbetreuung von Sepsis. Online abgerufen im Februar 2026 unter www.sozialministerium.gv.at
  • Deutsche Sepsis-Gesellschaft e.V. et al (2025): S3-Leitlinie: Sepsis - Prävention, Diagnose, Therapie und Nachsorge – Update 2025. AWMF-Registernummer: 079 – 001. Online abgerufen im Februar 2026 unter www.awmf.org
  • Guarino M, Perna B, Cesaro AE, Maritati M, Spampinato MD, Contini C, De Giorgio R. 2023 Update on Sepsis and Septic Shock in Adult Patients: Management in the Emergency Department. J Clin Med. 2023 Apr 28;12(9):3188. doi: 10.3390/jcm12093188. PMID: 37176628; PMCID: PMC10179263. Online abgerufen im Februar 2026 unter pmc.ncbi.nlm.nih.gov
  • Herold, G. et al (2025): Sepsis. Online abgerufen im Februar 2026 unter www.pschyrembel.de (Registrierung erforderlich)
  • Neviere, R. (2025): Sepsis syndromes in adults: Epidemiology, definitions, clinicalpresentation, diagnosis, and prognosis. Online abgerufen im Februar 2026 unter www.uptodate.com (Registrierung erforderlich)
  • Sepsis-Stiftung: Sepsis kennen und erkennen. Online abgerufen im Februar und März 2026 unter www.sepsiswissen.de
  • Sepsis-Stiftung: Sepsis vermeiden. Online abgerufen im Februar und März 2026 unter unter www.sepsiswissen.de
  • WHO (2024): Sepsis. Online abgerufen im Februar 2026 unter www.who.int

Letzte Aktualisierung: 13. April 2026

Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: Prim. Dr.med.univ. Bernhard Bacher, Arzt für Allgemeinmedizin, Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin

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