Impfungen gegen Pocken (Variola)

Die Pocken (Variola; auch Blattern genannt) sind eine hochansteckende, lebensbedrohliche Infektionskrankheit, die mit hohem Fieber und einem typischen Hautausschlag einhergeht. Dank flächendeckender Pockenimpfung gelten Pocken, seit dem Jahr 1980 offiziell als ausgerottet. Eine Ansteckung ist heute nicht mehr möglich. Daher besteht weder eine Impfpflicht noch eine Impfempfehlung für die Pockenimpfung.

Das Pockenvirus zählte in der Vergangenheit zu einem der gefährlichsten Erreger. Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr startete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahr 1966 eine Pocken-Ausrottungskampagne. Kern des Programmes war eine weltweite Pockenimpfpflicht, die Wirkung zeigte: Im Jahr 1980 erklärte die WHO die Bevölkerung offiziell als pockenfrei. Lediglich in zwei WHO-Referenzlaboratorien sind noch Pockenstämme vorhanden.

Pockeninfektionen durch Impfen ausgerottet

Das Pocken ausgerottet sind, ist ein Erfolg der Impfung. Impfungen gehören zu den wirksamsten vorbeugenden Maßnahmen der Medizin. Sie schützen vor schweren Infektionskrankheiten, die sogar tödlich verlaufen können. Ziel der WHO ist es, weitere schwere Infektionskrankheiten regional und in weiterer Folge auch weltweit auszurotten. Das ist jedoch nur dann erreichbar, wenn möglichst viele Menschen gegen bestimmte Krankheitserreger geimpft sind.

Wie werden Pocken übertragen?

Pocken werden durch das Variola-Virus (Erreger: Orthopoxvirus variola) ausgelöst. Sie gelten als hochansteckend und werden als Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen. Eine Ansteckung erfolgt ausschließlich von Mensch zu Mensch.

Schützt die Pockenimpfung auch gegen Affenpocken?

1980 erklärte die WHO die Pocken für ausgerottet. Seitdem wird die Pockenimpfung nicht mehr verabreicht. Fachleute gehen davon aus, dass Personen, die in der Vergangenheit gegen Pocken geimpft wurden, aufgrund einer sogenannten Kreuzimmunität auch einen Schutz gegen Affenpocken aufweisen. Die Pockenimpfung soll zumindest vor schweren Verläufen einer Infektion mit Affenpocken schützen.

Gibt es eine Impfung gegen Affenpocken in Österreich?

Der in der EU gegen Pocken zugelassene Impfstoff Imvanex hat am 22.7.2022 auch für die Impfung gegen Affenpocken eine Zulassung erhalten. Imvanex ist derzeit nicht in Österreich verfügbar. Stattdessen steht seit Mitte Juli eine begrenzte Anzahl des vergleichbaren Impfstoffes Jynneos mit einer FDA-Zulassung gegen Affenpocken in Österreich zur Verfügung. Die FDA ist die amerikanische Arzneimittelbehörde. Diese ist für die Zulassung, Kontrolle und Überwachung von Lebensmitteln, Medikamenten und Medizinprodukten in den USA verantwortlich.

Eine Impfung der breiten Bevölkerung gegen das Affenpockenvirus wird nicht empfohlen und ist derzeit nicht vorgesehen. Aufgrund der geringen Wahrscheinlichkeit einer Infektion und unter Berücksichtigung der eingeschränkten Verfügbarkeit des Impfstoffes wird eine Affenpocken-Impfung aktuell nur bestimmten Personengruppen empfohlen bzw. angeboten, in erster Linie: 

  • Personen, die in spezialisierten Laboren mit Affenpockenviren arbeiten
  • und zur postexpositionellen Prophylaxe nach engem körperlichen Kontakt mit einer an Affenpocken infizierten Person.

Weitere Informationen zur Impfempfehlung finden Sie auf der Website des Gesundheitsministeriums

Weitere Informationen zu den Affenpocken finden Sie auch auf der Webseite des Sozialministeriums: Humane Affenpocken (Gesundheitsministerium)

Hinweis

Das Pockenvirus ist nicht zu verwechseln mit den Windpocken, die in der Alltagssprache oft als Schafblattern oder Feuchtblattern bezeichnet werden!

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

Letzte Aktualisierung: 29. Juli 2022

Erstellt durch: Redaktion

Expertenprüfung durch: Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz

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