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Bub mit Fieberthermometer und Teddy © Joanna Zielinska
Bub mit Fieberthermometer und Teddy © Joanna Zielinska

Masern & Impfen

Masern gehören zu den ansteckendsten Krankheiten und kommen weltweit vor. Eine hohe Durchimpfungsrate könnte die Masern ausrotten. In Europa kommt es aufgrund der geringen Impfdichte jedoch immer wieder zu Masernausbrüchen. Umso wichtiger ist der Impfschutz.

In den letzten Jahren wurde in Österreich eine Zunahme des Maserngeschehens beobachtet. So wurden im Jahr 2019 151 Masernfallmeldungen registriert (Stand 15.1.2020), dabei waren alle Bundesländer betroffen.

Impfstatus kontrollieren

Aufgrund der aktuellen Entwicklung ist es dringend empfohlen, den eigenen Impfstatus zu kontrollieren: ausreichender Schutz besteht nach zwei schriftlich bestätigten Impfungen gegen Masern-Mumps-Röteln. Oder, wenn wenn mittels Antikörperbestimmung nachgewiesen ist, dass ein ausreichender Schutz im Blut vorhanden ist. Fehlende Impfungen können und sollen in jedem Lebensalter nachgeholt werden. Der Impfstoff ist für alle in Österreich lebenden Kinder und Erwachsenen an öffentlichen Impfstellen sowie im Rahmen des Kinderimpfprogramms kostenfrei erhältlich.

Auch seitens des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) wird aufgrund vermehrter Masernausbrüche europaweit die Empfehlung ausgesprochen, dass alle EU/EWR-Bürgerinnen und Bürger, die in Länder oder Regionen mit bekannten Ausbrüchen reisen, vorab ihre Immunität überprüfen und sich ggf. impfen lassen sollen. Die Impfung ist die einzig wirksame vorbeugende Maßnahme gegen Ansteckung bei Kontakt mit Masernerkrankten. Informationen über die aktuelle Lage in Österreich und Europa finden Sie auf der Website des Sozialministeriums

Schutzimpfung gegen Masern

In Österreich sind Impfungen gegen Masern/Mumps/Röteln allgemein empfohlen. Es ist jederzeit – auch im Erwachsenenalter – möglich, diese Impfung nachzuholen. Ausführliche Informationen zum Impfschema für Kinder und Erwachsene finden Sie unter Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR)

Der wirksame und gut verträgliche Impfstoff ist für alle in Österreich lebenden Menschen an öffentlichen Impfstellen kostenfrei erhältlich. Beratungs- und Impfstellen in Ihrer Nähe finden Sie unter Beratungs- und Impfstellen der Bundesländer.

Bei der Verabreichung von Arzneimitteln können Nebenwirkungen auftreten – so auch beim Impfen. Diese sind jedoch in der Regel vorübergehend und leicht. Die Gebrauchsinformationen der Impfstoffe beinhalten ausführliche Auflistungen der möglichen Nebenwirkungen.

Hinweis Wer nicht gegen Masern geimpft ist, kann nach Kontakt mit einer an Masern erkrankten Person von der Gesundheitsbehörde bis zu 21 Tage vom Besuch öffentlicher Einrichtungen ausgeschlossen werden (zum Beispiel Arbeitsplatz, Kindergarten, Schule, Hort).

Impflücken in Österreich

Die Anzahl der geimpften Personen in Österreich reicht nach wie vor nicht aus, um Masern in Österreich auszurotten. Um die Masern auszurotten, sind Durchimpfungsraten von 95 Prozent mit zwei Dosen nötig. Die Durchimpfungsraten für das Jahr 2018 ergaben, dass dieses Ziel noch immer nicht erreicht wurde. Details können Sie im Kurzbericht Masern (Evaluierung der Masern-Durchimpfungsraten mit einem dynamischen, agentenbasierten Simulationsmodell) 2019 herausgegeben vom Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz nachlesen.

Die schlimmsten Komplikationen bei Masern drohen Kindern, die bereits im ersten Lebensjahr bzw. während der Geburt angesteckt werden. Deshalb ist es besonders wichtig, dass in der engeren Umgebung von Säuglingen/Kleinkindern alle Personen geimpft sind, sofern sie die Infektion nicht bereits durchgemacht haben. 

Das Personal in Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen, welches Kontakt zu Patientinnen/Patienten oder mit infektiösem Material hat, sollte nachweislich und ausreichend gegen Masern geschützt sein.

Nähere Informationen zur kostenlosen Masernimpfung erhalten Sie auf der Website des Sozialministeriums.

Hochansteckendes Masernvirus

Masern gehören zu den meldepflichtigen Krankheiten. Die Erreger (Masernviren) werden über die Luft durch Niesen oder Husten übertragen und sind hochansteckend – bereits vor dem Auftreten des charakteristischen Masernausschlags. Die Ansteckungsgefahr besteht üblicherweise vier Tage vor Auftreten des Hautausschlags und hält bis vier Tage nach Beginn des Ausschlags an.

Obwohl Masern vor allem vielerorts als „Kinderkrankheit“ bekannt sind, können auch nicht geimpfte Erwachsene sich infizieren – vorausgesetzt sie hatten als Kind keine Masern, denn die Erkrankung hinterlässt eine lebenslange Immunität.

Hinweis Bei Verdacht auf Masern oder Auftreten von allgemeinen Beschwerden wie Schnupfen, Fieber, geröteten Augen oder anderen grippeähnlichen Symptomen, die auf Masern hinweisen: Unbedingt die Ärztin/den Arzt oder das Krankenhaus bereits vor einem Aufsuchen telefonisch kontaktieren, um eine Übertragung in Warteräumen und Ambulanzen zu verhindern!

Welche Komplikationen können bei Masern auftreten?

Ungefähr acht bis zehn Tage (höchstens 21 Tage) nach der Ansteckung mit dem Masernvirus kommt es zum Ausbruch der Erkrankung. Zunächst zeigen sich allgemeine Beschwerden wie Fieber, Husten, Schnupfen, Halsentzündung oder Bindehautentzündung (katarrhalisches Stadium). Auch ein Ausschlag am Gaumen kann sich zeigen. Der charakteristische Masernausschlag (kräftige rote, grobflächige Flecken) beginnt ungefähr am dritten bis siebten Tag nach Auftreten der ersten Symptome hinter den Ohren. Der Ausschlag greift langsam auf den ganzen Körper über, bleibt ca. vier bis sieben Tage bestehen und heilt schuppig ab. Gegen die Erkrankung gibt eine keine ursächliche Behandlung. Es können lediglich die Symptome gelindert werden.

Sinkt das hohe Fieber nach einer Woche und steigt ein wenig später erneut an, können sich Komplikationen anbahnen. Eine/einer von vier Erkrankten muss im Krankenhaus behandelt werden. Die Komplikationsrate liegt bei etwa 20 Prozent. Diese Komplikationen reichen über Bronchitis und Lungenentzündung bis hin zu einer potenziell lebensgefährlichen Enzephalitis (Entzündung des Gehirns), die auch bleibende Hirnschädigungen nach sich ziehen kann. Das Risiko, an einer Enzephalitis infolge einer Maserninfektion zu erkranken, liegt bei etwa 1-2:1.000 und steigt mit dem Alter der infizierten Person. Einer von 1.000 Krankheitsfällen mit Masern endet tödlich. Unter fachgerechter Behandlung verlaufen viele Masernerkrankungen jedoch ohne Komplikationen.

Ungefähr sechs bis acht Jahre nach der Masernerkrankung kann in seltenen Fällen die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) als Spätkomplikation auftreten. Es zeigen sich dabei psychische und intellektuelle Veränderungen. Außerdem kommt es zu neurologischen Störungen. SSPE ist eine Erkrankung mit tödlicher Prognose. Vor allem Kinder, die im ersten Lebensjahr an Masern erkranken oder während der Geburt angesteckt wurden, sind besonders gefährdet, SSPE als Spätkomplikation der Masernerkrankung zu entwickeln.

Die Masernerkrankung schwächt zudem die Abwehrkräfte des Körpers stark. Das Risiko an einer anderen Infektionskrankheit zu sterben ist nach einer Masernerkrankung über mehrere Jahre erhöht.

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