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Kind mit Windpocken © loflo
Kind mit Windpocken © loflo

Impfung gegen Windpocken (Feuchtblattern, Varizellen)

Windpocken (Feuchtblattern, Varizellen) sind eine hochansteckende Infektionskrankheit, bei der sich juckende (wasserklare) Bläschen auf der Haut und auf den Schleimhäuten bilden. Zusätzlich zum Hautausschlag kann Fieber auftreten. Auslöser der Windpocken ist das Varizellen-Zoster-Virus, das durch Tröpfchen- und Schmierinfektion übertragen wird. Das Varizellen-Zoster Virus kann auch außerhalb des Körpers überleben, dies abhängig von den Umgebungsbedingungen bis zu einigen Stunden. Jeder Körperkontakt mit einer erkrankten Person sowie der gemeinsame Aufenthalt in einem Raum für fünf Minuten oder länger gilt als ansteckungsgefährlich. Die Ansteckungsgefahr beginnt zwei Tage vor Ausbruch des Hautausschlags. 

Varizellen-Zoster-Virus

Schwere Krankheitsverläufe mit Entzündungen von Gehirn und Hirnhäuten (Meningoenzephalitis), Lungenentzündung (Pneumonien), Entzündung der Leber (Hepatitis) und bakterielle Infektionen sind möglich. Das Risiko, Varizellen-Komplikationen zu entwickeln, ist bei Erwachsenen im Vergleich zu Kindern erhöht, besonders schwer können sie bei Personen mit beeinträchtigten Immunsystem und Schwangeren verlaufen. Eine Varizellen-Erstinfektion in der ersten Schwangerschaftshälfte kann in ein bis zwei Prozent der Fälle zum Auftreten eines sogenannten „fetalen Varizellensyndroms“ führen, das mit Tod des ungeborenen Kindes im Mutterleib (intrauterinem Fruchttod), Missbildungen des ungeborenen Kindes, Hautschäden, neurologischen Schäden, Veränderungen der Augen und einer erhöhten Sterblichkeit in den ersten Lebensmonaten einhergehen kann. Bei einer Erstinfektion der Mutter um den Geburtstermin können beim Neugeborenen lebensbedrohliche Windpocken auftreten, die unbehandelt bei einem von fünf Neugeborenen tödlich enden. Windpocken sind also keine harmlose Infektionskrankheit.

Nach durchgemachten Windpocken verbleiben die Varizella-Zoster-Viren lebenslänglich im Körper bestehen. Werden diese wieder aktiviert (z.B. durch Schwächung des Immunsystems), so kommt es zur Gürtelrose (Herpes Zoster).

Ausführliche Informationen zu Windpocken erhalten Sie unter Virale Infektionskrankheiten.

Kinderimpfung

Die Impfung gegen Windpocken ist nicht im kostenfreien Impfprogramm enthalten. Empfohlen wird eine zweimalige Impfung ab dem vollendeten 1. Lebensjahr (Mindestabstand von vier Wochen). Die zweite Impfung sollte spätestens vor dem Eintritt in Gemeinschaftseinrichtungen (z.B. Kindergarten) erfolgen. Besonders wird die Impfung auch allen 9- bis 17-Jährigen, die bis zu diesem Alter nicht geimpft wurden und keine Feuchtblattern durchgemacht haben, empfohlen.

Erwachsenenimpfung

Die Impfung wird allen empfänglichen Erwachsenen empfohlen. „Empfänglich“ bedeutet, dass Windpocken nicht durchgemacht wurden bzw. die Person nicht gegen Windpocken zweimalig geimpft wurde bzw. keine schützenden Antikörper gegen Windpocken im Blut nachweisbar sind.  

Ganz besonders wichtig ist die Impfung für bestimmte Personengruppen, unter anderem z.B. für seronegative Frauen im gebärfähigen Alter (Risiko für Fehlbildungen bei Erstinfektion in der Schwangerschaft), Betreuungspersonen von Kindern, Personal im Gesundheitswesen, Kinder mit eingeschränkter Funktion des Immunsystems oder Krebserkrankungen sowie Reisende.

Impfschema

Die Lebendimpfung wird zweimalig verabreicht im Abstand von vorzugsweise sechs Wochen, Mindestabstand von vier Wochen abhängig vom verwendeten Impfstoff. (Kann auch als Kombinationsimpfstoff Masern-Mumps-Röteln-Varizellen gegeben werden, dann jedoch bevorzugt die 2. Impfung.) Einen Monat nach Impfung soll eine Schwangerschaft vermieden werden.

Ausführliche Informationen erhalten Sie im aktuellen Impfplan.

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