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Pneumokokken © Ezume Images
Pneumokokken © Ezume Images

Impfung gegen Pneumokokken

Pneumokokken sind Bakterien, die den  Nasen-Rachen-Raum besiedeln und nicht immer zu Krankheitssymptomen führen. Übertragen werden Pneumokokken über Tröpfcheninfektion. Bei Säuglingen und Kleinkindern können Pneumokokken schwere invasive Erkrankungen verursachen. Im Falle einer invasiven Pneumokokken-Erkrankung kommt es zu Blutvergiftung, Gehirnhautentzündung (Meningitis), Lungenentzündung oder Mittelohrentzündung, die Erkrankung kann auch tödlich enden. 

Auch kommt es häufig zu bleibenden Folgeschäden wie Hörverlusten, Entwicklungsschwächen oder Konzentrationsschwächen. Bei den in Österreichisch zwischen 2001 und 2008 erkrankten Kindern, wurde eine Sterblichkeit von neun Prozent ermittelt, 28 Prozent der Überlebenden hatte auch sechs Monate nach der Erkrankung noch bleibende neurologische Schäden.

Bei älteren Menschen verursachen Pneumokokkeninfektionen schwerwiegende Atemwegserkrankungen. Daher wird die Impfung Erwachsenen ab dem vollendeten 50. Lebensjahr empfohlen, da das Risiko für schwere Pneumokokken-Erkrankungen ab diesem Alter deutlich ansteigt.

Die Impfung

  • Kinderimpfungen: Die Impfung gegen Pneumokokken ist für Kinder bis zum vollendeten 2. Lebensjahr im kostenfreien Impfprogramm enthalten und wird im 3., 5. und 12. (–14.) Lebensmonat verabreicht. Für Kinder mit gesundheitlichen Risiken steht die Pneumokokken-Impfung im kostenfreien Impfkonzept bis zum vollendeten 5. Lebensjahr zur Verfügung. Zur Verhütung schwerer invasiver  Pneumokokken-Erkrankungen sollte die Impfserie möglichst früh ab dem vollendeten 2. Lebensmonat begonnen werden. Die  Pneumokokken-Impfung für Säuglinge kann gleichzeitig mit der Sechsach-Impfung (an verschiedenen Injektionsstellen) verabreicht werden.
  • Erwachsenenimpfung: Nach der Grundimmunisierung im Säuglings-/Kleinkindalter mit dem konjugierten Impfstoff sind bei Personen ohne erhöhtes Risiko bis zum vollendeten 50. Lebensjahr keine weiteren Auffrischungsimpfungen notwendig. Eine Impfung wird Erwachsenen ab dem 50. Lebensjahr empfohlen, da das Risiko für schwere Pneumokokken-Erkrankungen ab diesem Alter wieder deutlich ansteigt.
     

Risikogruppen

Für Personen aller Altersgruppen mit erhöhtem Risiko ist die Impfung besonders dringend empfohlen. Als Personen mit erhöhtem Risiko gelten einerseits Personen mit einem erhöhten Risiko, eine Pneumokokken-Erkrankung zu entwickeln und andererseits Personen, die bei Erkrankung ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben. 

Darunter muss man Personen, die einer (oder mehreren) Hochrisikogruppe(n) angehören, hervorheben, bei denen besonders auf einen ausreichenden Impfschutz zu achten ist (diese Indikationen sind durch Fettdruck hervorgehoben):

  • Funktionelle oder anatomische Asplenie (Sichelzellanämie, andere schwere Hämoglobinopathien, angeborene oder erworbene Asplenie),
  • angeborene oder erworbene Immundefekte wie z.B. Hypogammaglobulinämie, Komplement- und Properdindefekte, HIV-Infektion,Cochlea-Implantat oderLiquorfistel (künstlicher Kanal zwischen Haut und Wirbelkanal),
  • vor Organtransplantation, nach Stammzelltransplantation, bei nephrotischem Syndrom, vor Beginn einer immunsuppressiven Therapie (insbesondere solchen mit Biologika),
  • chronische Krankheiten wie z.B. Krankheiten der blutbildenden Organe,
  • Krebs,
  • Herz-Kreislauf-Krankheiten (außer Hypertonie),
  • Krankheiten der Atmungsorgane (AsthmaEmphysemCOPD),
  • Diabetes mellitus oder andere Stoffwechselkrankheiten,
  • Leberzirrhose, chronische Niereninsuffizienz, nephrotisches Syndrom,
  • Frühgeborene und Kinder mit Gedeihstörungen (Gedeihstörung = Körpergewicht unter der 3. Perzentile),
  • Kinder mit neurologischen Krankheiten wie z.B. Zerebralparesen oder Anfallsleiden,
  • Personen nach Liquorverlust z.B. durch Trauma (Verletzung) oder Schädelchirurgie,
  • Zöliakie,
  • Personen, die beruflich gegenüber Metallrauch (Schweißen, Metalltrennen) exponiert sind.

Bei Personen aus einer Hochrisikogruppe sollte besonders auf einen ausreichenden Impfschutz geachtet werden.

Impfschema

Das Impfschema hinsichtlich Pneumokokken ist altersabhängig, abhängig von zuvor erfolgten Pneumokokkenimpfungen und davon, ob der Impfling einer Risikogruppe angehört. Insofern sollte mit der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt oder Spezialistinnen/Spezialisten individuell abgeklärt werden, welche Pneumokokkenimpfungen wann erfolgen sollten.

Die Impfung soll für Personen ab dem vollendeten 50. Lebensjahr ohne vorangegangene Pneumokokken-Impfung und ohne erhöhtes Risiko zuerst mit dem 13-fach konjugierten Impfstoff und nach einem Jahr mit dem 23-fach Polysaccharidimpfstoff durchgeführt werden. 

Ausführliche Informationen zur Pneumokokkenimpfung erhalten Sie im aktuellen Impfplan.

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