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Kleinkind wird geimpft © Africa Studio
Kleinkind wird geimpft © Africa Studio

Impfung gegen Meningokokken

Meningokokken sind Bakterien, die sich im Nasen-Rachen-Raum ansiedeln und Hirnhautentzündung (Meningokokken-Meningitis) sowie Blutvergiftung (Meningokokken-Sepsis) auslösen können. Übertragen werden Meningokokken über Tröpfcheninfektion. Die Inkubationszeit einer Meningokokken-Erkrankung beträgt ein bis zehn Tage, meist weniger als vier Tage. Die Erkrankung kann innerhalb weniger Stunden aus voller Gesundheit zum Tod führen.

Meningokokken-Epidemien werden aufgrund der Übertragung als Tröpfcheninfektion begünstigt, wenn viele Menschen auf engstem Raum zusammenkommen. Die Erkrankung tritt am häufigsten im ersten Lebensjahr und bei Jugendlichen auf.

Krankheitsverlauf und mögliche Folgen 

Meningokokken kommen weltweit vor und lassen sich in etwa 20 verschiedene (Sero-) Gruppen unterteilen. Die größte Bedeutung für das Auftreten von Erkrankungen haben die Gruppen A, B, C, W135 und Y. Meningokokken der Gruppe B kommen in Österreich am häufigsten vor. Derzeit werden in Österreich nur wenige Einzelfälle von Infektionen mit Gruppe A, Y und W135 beobachtet. Klassische Hochrisikogebiete für Meningokokken A oder W135 sind Afrika und der Nahe Osten: in Afrika sind die Sahel-Zone, aber auch die ostafrikanische Seen-Platte (z.B. Tansania) sowie Nordafrika betroffen. Auch im Nahen Osten und in Saudi-Arabien ist diese Erkrankung heimisch.

Von 2008 bis 2018 wurden in Österreich 624 Meningokokken-Erkrankungen gemeldet, darunter 71 Todesfälle. Die Sterberate bei Blutvergiftung (Sepsis) durch Meningokokken liegt bei etwa 30 Prozent. Auch eine bakterielle Gehirnhautentzündung (Meningitis) oder Sepsis und Meningitis gemeinsam können auftreten. Zu den Folgeschäden einer Meningokokken-Erkrankung zählen z.B. neurologische und Entwicklungsstörungen, Hörverlust, der Verlust von Körperteilen, großflächige Narbenbildung oder chronische Schmerzen..

Hinweis Meningokokken-Erkrankungen sind in Österreich meldepflichtig. Personen, bei denen der Verdacht einer Infektion besteht, müssen sofort in ein Krankenhaus eingewiesen und dort bis 24 Stunden nach Therapieeinleitung isoliert werden.

Ausführliche Informationen erhalten Sie unter Meningokokken-Meningitis sowie unter Bakterielle Meningitis.

Impfung gegen Meningokokken der Gruppe B 

Kinderimpfung

Die Impfung gegen Meningokokken B ist nicht im kostenfreien Impfprogramm enthalten. Aufgrund der epidemiologischen Situation ist zur Erreichung eines Schutzes gegen invasive Meningokokken B-Erkrankungen die Impfung für alle Kinder und Jugendliche möglichst früh ab dem vollendeten 2. Lebensmonat empfohlen. Nachhol-Impfungen sind bis zum vollendeten 18. Lebensjahr empfohlen.

Erwachsenenimpfung

Die Impfung ist bei Vorliegen bestimmter Risikofaktoren empfohlen, beispielsweise bei Personen mit bestimmten Immundefekten (wie z.B. bei fehlender Milz), Personen mit engem Kontakt zu Meningokokken-B-Erkrankten (z.B. Haushaltskontaktpersonen) und Laborpersonal mit Kontakt zu Meningokokken-Isolaten. Zudem wird die Impfung für Personal von Pädiatrien, Infektionsabteilungen und Intensivstationen aufgrund der Schwere der Erkrankung auch bei geringem Erkrankungsrisiko empfohlen. Eine ausführliche Auflistung der Indikationen kann dem aktuellen Impfplan entnommen werden.

Achtung! Bexsero® und Trumenba® sind nicht austauschbar! Eine begonnene Grundimmunisierung sollte mit demselben Impfstoff beendet werden.

Monovalente Impfung gegen Meningokokken der Gruppe C 

Kinderimpfung

Die Impfung gegen Meningokokken der Gruppe C ist nicht im kostenfreien Impfprogramm enthalten. Für Kleinkinder wird bevorzugt zwischen dem 13. bis 15. Lebensmonat einmalig eine Impfung empfohlen (Details zum Impfschema siehe aktueller Impfplan). 

Impfung gegen Meningokokken der Gruppe A, C, W135 und Y (MEC-4)

Kinderimpfungen

Die einmalige Impfung mit einem Vierfach-Meningokokken-Impfstoff ist für Schulkinder vom vollendeten 10. Lebensjahr bis zum vollendeten 13. Lebensjahr im kostenfreien Impfprogramm enthalten. Der Vierfachimpfstoff wird zur Grundimmunisierung im Kleinkindalter aufgrund der derzeitigen epidemiologischen Situation in Österreich nicht allgemein empfohlen, jedoch wenn Reisen in Risikogebiete geplant sind.
Wenn bereits eine Impfung gegen Meningokokken C im Schulkind-/Jugendalter erfolgt ist, kann gegebenenfalls zusätzlich eine Impfung mit MEC-4 erfolgen, wobei der für Auffrischungs-/Teilimpfungen übliche Mindestabstand von einem Monat eingehalten werden sollte.

Erwachsenenimpfung

Erwachsenen mit Indikation (Risikopersonen, Reiseimpfung) wird die konjugierte Vierfach-Impfung einmalig empfohlen. 

Quelle: Impfplan Österreich 2021

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