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Impfung gegen Meningokokken

Meningokokken sind Bakterien, die sich im Nasen-Rachenraum ansiedeln und Hirnhautentzündung (Meningokokken-Meningitis) und Blutvergiftung (Meningokokken-Sepsis) auslösen können. Übertragen werden Meningokokken über Tröpfcheninfektion. Die Inkubationszeit einer Meningokokkenerkrankung  beträgt 1 - 10 Tage, meist weniger als 4 Tage. Die Erkrankung kann innerhalb weniger Stunden aus vollster Gesundheit zum Tod führen . . .

Meningokokken kommen weltweit vor, die größte Bedeutung für das Auftreten von invasiven Erkrankungen haben die Gruppen A, B, C, W135 und Y. In Österreich werden jährlich etwa 37 bis 100 Erkrankungsfälle (ca. 50 % - 70 % durch Meningokokken der Gruppe B und 13 % - 30 % durch Meningokokken der Gruppe C) registriert. Die Erkrankung tritt am häufigsten im ersten Lebensjahr  und bei Jugendlichen auf.

Derzeit werden bei uns nur wenige Einzelfälle von Infektionen mit Gruppe Y und W135 beobachtet. Klassische Hochrisikogebiete für Meningokokken A oder W135 sind Afrika und der Nahe Osten: in Afrika sind die Sahel-Zone, aber auch die ostafrikanische Seen-Platte (z.B. Tansania) sowie Nordafrika betroffen. Auch im Nahen Osten und in Saudi-Arabien ist diese Erkrankung heimisch.

Meningokokkenepidemien werden aufgrund der Übertragung als Tröpfcheninfektion begünstigt, wenn viele Menschen auf engstem Raum zusammenkommen.

Die Sterberate bei Blutvergiftung (Sepsis) durch Meningokokken liegt bei etwa  30 %. Auch eine bakterielle Gehirnhautentzündung (Meningitis) oder Sepsis und Meningitis gemeinsam können auftreten. Die Sterblichkeitsrate bei Meningokokkenerkrankungen insgesamt lag in Österreich in den Jahren 2003 - 2015 zwischen 5 % und 15 %. In diesem Zeitraum sind 87 Personen (überwiegend Kinder und Jugendliche) an dieser Erkrankung verstorben. Bei den Überlebenden bleiben oft schwere Gesundheitsschäden zurück.

Ausführliche Informationen erhalten Sie unter Meningokokken-Meningitis.

Impfung gegen Meningokokken der Gruppe B 

  • Kinderimpfungen: Die Impfung gegen Meningokokken B ist nicht im kostenfreien Impfprogramm enthalten. Aufgrund der epidemiologischen Situation ist zur Erreichung eines Individualschutzes gegen invasive Meningokokken B-Erkrankungen die Impfung für alle Kinder und Jugendliche möglichst früh ab dem vollendeten 2. Lebensmonat empfohlen.
  • Wird die Impfung gemeinsam mit anderen Kinderimpfungen verabreicht (6-fach, Pneumokokken- und Masern-Mumps-Röteln-Impfung), so kann es häufig zu Fieber kommen. Darum können bei Gabe mit anderen Kinderimpfstoffen vorbeugende fiebersenkende Maßnahmen in Erwägung gezogen werden.
  • Erwachsenenimpfung: Die Impfung kann allen Erwachsenen empfohlen werden, die sich schützen wollen. Eine Indikation zur Impfung besteht bei erhöhtem Erkrankungsrisiko: bei Personen mit bestimmten Immundefekten (wie zB. bei fehlender Milz), Personen mit engem Kontakt zu Meningokokken B-Erkrankten (z.B. Haushaltskontaktpersonen), und Laborpersonal mit Kontakt zu Meningokokkenisolaten.

Die Impfung kann für Personal im Gesundheitswesen (insbesondere Pädiatrie, Infektionsabteilungen und Intensivstationen) erwogen werden. Ausführliche Informationen erhalten Sie im aktuellem Impfplan.

Hinweis Aus epidemiologischen Gründen erscheint es sinnvoll, die Impfung gegen Meningokokken B möglichst frühzeitig zu verabreichen. Dabei sind die altersabhängigen Impfschemata für Meningokokken B zu berücksichtigen.

Monovalente Impfung gegen Meningokokken der Gruppe C 

  • Kinderimpfung: Die Impfung gegen Meningokokken der Gruppe C ist nicht im kostenfreien Impfprogramm enthalten. Für Kleinkinder wird ab dem vollendeten 1. Lebensjahr eine einmalige Applikation eines konjugierten Impfstoffes gegen Meningokokken der Gruppe C (MEC-C) empfohlen.

Impfung gegen Menigokokken der Gruppe A,C, W135 und Y (MEC-4)

  • Kinderimpfungen: Die Impfung mit einem tetravalenten (4-fach), konjugierten Meningokokkenimpfstoff ist für Schulkinder vom vollendeten 10. Lebensjahr bis zum vollendeten 13. Lebensjahr im kostenfreien Impfprogramm enthalten. MEC-4 zur Grundimmunisierung im Kleinkindalter wird aufgrund der derzeitigen epide-miologischen Situation in Österreich nicht empfohlen.

    - Bei nicht MEC-C vorgeimpften Kindern, die wie empfohlen eine tetravalente Impfung (MEC-4) zwischen vollendetem 10. und 13. Lebensjahr erhalten haben, kann fünf Jahre nach Erstimpfung mit MEC-4 eine Auffrischungsimpfung erwogen werden (in entsprechenden Risikosituationen – z.B. bei Massenveranstaltungen).

    - Bei Kindern, die im Kleinkindalter gegen MenC geimpft wurden, wird eine einmalige Impfung mit MEC-4 im Adoleszentenalter empfohlen.

    - Wenn bereits eine Impfung gegen Meningokokken C im Schulkind-/Adoleszentenalter erfolgt ist, kann ggf. zusätzlich eine Impfung mit MEC-4 erfolgen, wobei der für Auffrischungs-/Teilimpfungen übliche Mindestabstand von 1 Monat eingehalten werden sollte.

  • Erwachsenenimpfung: Erwachsenen (Risikopersonen, Reiseimpfung) wird die konjugierte 4-fach-Impfung einmalig empfohlen.

Ausführliche Informationen erhalten Sie im aktuellem Impfplan.

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