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Injektionsnadel © ursule
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Impfung gegen Meningokokken

Meningokokken sind Bakterien, die sich im Nasen-Rachen-Raum ansiedeln und Hirnhautentzündung (Meningokokken-Meningitis) und Blutvergiftung (Meningokokken-Sepsis) auslösen können. Übertragen werden Meningokokken über Tröpfcheninfektion. Die Inkubationszeit einer Meningokokkenerkrankung  beträgt ein bis zehn Tage, meist weniger als vier Tage. Die Erkrankung kann innerhalb weniger Stunden aus vollster Gesundheit zum Tod führen.

Meningokokken kommen weltweit vor, die größte Bedeutung für das Auftreten von invasiven Erkrankungen haben die Gruppen A, B, C, W135 und Y. In Österreich werden jährlich etwa 20 bis 100 Erkrankungsfälle (ca. 50  bis 74 Prozent durch Meningokokken der Gruppe B und zehn bis 30 Prozent durch Meningokokken der Gruppe C) registriert. Die Erkrankung tritt am häufigsten im ersten Lebensjahr und bei Jugendlichen auf.

Derzeit werden in Österreich nur wenige Einzelfälle von Infektionen mit Gruppe A, Y und W135 beobachtet. Klassische Hochrisikogebiete für Meningokokken A oder W135 sind Afrika und der Nahe Osten: in Afrika sind die Sahel-Zone, aber auch die ostafrikanische Seenplatte (z.B. Tansania) sowie Nordafrika betroffen. Auch im Nahen Osten und in Saudi-Arabien ist diese Erkrankung heimisch.

Meningokokkenepidemien werden aufgrund der Übertragung als Tröpfcheninfektion begünstigt, wenn viele Menschen auf engstem Raum zusammenkommen.

Die Sterberate bei Blutvergiftung (Sepsis) durch Meningokokken liegt bei etwa  30 Prozent. Auch eine bakterielle Gehirnhautentzündung (Meningitis) oder Sepsis und Meningitis gemeinsam können auftreten. Die Sterblichkeitsrate bei Meningokokken-Erkrankungen insgesamt lag in Österreich in den Jahren 2003–2017 zwischen fünf und 25 Prozent. In diesem Zeitraum sind 95 Personen (überwiegend Kinder und Jugendliche) an dieser Erkrankung verstorben. Bei den Überlebenden bleiben oft schwere Gesundheitsschäden, wie neurologische  und Entwicklungsstörungen, Hörverlust, der Verlust von Körperteilen, großflächige Narbenbildung oder chronische Schmerzen zurück. 

Ausführliche Informationen erhalten Sie unter Meningokokken-Meningitis sowie unter Bakterielle Meningitis.

Impfung gegen Meningokokken der Gruppe B 

  • Kinderimpfungen: Die Impfung gegen Meningokokken B ist nicht im kostenfreien Impfprogramm enthalten. Aufgrund der epidemiologischen Situation ist zur Erreichung eines Schutzes gegen invasive Meningokokken B-Erkrankungen die Impfung für alle Kinder und Jugendliche möglichst früh ab dem vollendeten 2. Lebensmonat empfohlen.

Hinweis Wird die Impfung gemeinsam mit anderen Kinderimpfungen verabreicht (sechsfach, Pneumokokken- und Masern-Mumps-Röteln-Impfung), so kann es häufig zu Fieber kommen. Darum können bei Gabe mit anderen Kinderimpfstoffen vorbeugende fiebersenkende Maßnahmen in Erwägung gezogen werden.


  • Erwachsenenimpfung: Die Impfung kann allen Erwachsenen empfohlen werden, die sich schützen wollen. Eine Indikation zur Impfung besteht bei erhöhtem Erkrankungsrisiko: bei Personen mit bestimmten Immundefekten (wie z.B. bei fehlender Milz), Personen mit engem Kontakt zu Meningokokken-B-Erkrankten (z.B. Haushaltskontaktpersonen) und Laborpersonal mit Kontakt zu Meningokokken-Isolaten.

Die Impfung wird für Personal von Pädiatrien, Infektionsabteilungen und Intensivstationen aufgrund der Schwere der Erkrankung auch bei geringem Erkrankungsrisiko empfohlen.  Ausführliche Informationen erhalten Sie im aktuellen Impfplan.

Hinweis Aus epidemiologischen Gründen erscheint es sinnvoll, die Impfung gegen Meningokokken B möglichst frühzeitig zu verabreichen. Dabei sind die altersabhängigen Impfschemata für Meningokokken B zu berücksichtigen. (näheres zu den Impfschemata siehe aktueller Impfplan).

Monovalente Impfung gegen Meningokokken der Gruppe C 

  • Kinderimpfung: Die Impfung gegen Meningokokken der Gruppe C ist nicht im kostenfreien Impfprogramm enthalten. Für Kleinkinder und Kinder wird ab dem vollendeten 1. Lebensjahr bis zum vollendeten 10. Lebensjahr aufgrund der epidemiologischen Situation eine einmalige Verabreichung eines Impfstoffes gegen Meningokokken der Gruppe C (MEC-C) empfohlen.

Impfung gegen Meningokokken der Gruppe A, C, W135 und Y (MEC-4)

  • Kinderimpfungen: Die einmalige Impfung mit einem Vierfach-Meningokokken-Impfstoff ist für Schulkinder vom vollendeten 10. Lebensjahr bis zum vollendeten 13. Lebensjahr im kostenfreien Impfprogramm enthalten. MEC-4 zur Grundimmunisierung im Kleinkindalter wird aufgrund der derzeitigen epidemiologischen Situation in Österreich nicht empfohlen. 

    - Bei nicht MEC-C vorgeimpften Kindern, die wie empfohlen eine tetravalente Impfung (MEC-4) zwischen vollendetem 10. und 13. Lebensjahr erhalten haben, kann fünf Jahre nach Erstimpfung mit MEC-4 eine Auffrischungsimpfung erwogen werden (in entsprechenden Risikosituationen – z. B. bei Massenveranstaltungen).

    - Bei Kindern, die im Kleinkindalter gegen MenC geimpft wurden, wird eine einmalige Impfung mit MEC-4 vom vollendeten 10. Lebensjahr bis zum vollendetem 19. Lebensjahr empfohlen.

    - Wenn bereits eine Impfung gegen Meningokokken C im Schulkind-/Adoleszentenalter erfolgt ist, kann gegebenenfalls zusätzlich eine Impfung mit MEC-4 erfolgen, wobei der für Auffrischungs-/Teilimpfungen übliche Mindestabstand von einem Monat eingehalten werden sollte.
  • Erwachsenenimpfung: Erwachsenen (Risikopersonen, Reiseimpfung) wird die konjugierte Vierfach-Impfung einmalig empfohlen. 

Ausführliche Informationen erhalten Sie im aktuellen Impfplan.

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