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Zecke © mirkograul
Zecke © mirkograul

Impfung gegen FSME

Die Frühsommermeningoenzephalitis (auch FSME) oder Zeckenkrankheit genannt) ist eine Viruserkrankung, die durch Zeckenstiche (vereinzelt auch durch den Konsum nicht-pasteurisierter Milch und Milchprodukten von Schafen und Ziegen, sehr selten von Kühen) übertragen wird. Nach einem Zeckenstich gelangen die Viren über das Blut in das zentrale Nervensystem und lösen dort eine Hirnhautentzündung (Meningitis) und/oder eine Entzündung der Hirnhäute und des Gehirns selbst (Meningoenzephalitis) aus.

Stadien der Erkrankung

In den meisten Fällen verläuft die Erkrankung in zwei Stadien: Zunächst treten grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auf. Daraus kann sich, in der zweiten Phase – meist nach einem symptomfreien Intervall von ca. sieben Tagen – eine Entzündung des Gehirns bzw. der Hirnhäute entwickeln, die zu schweren, teilweise bleibenden Schäden bzw. sogar bis zum Tod führen kann. Etwa ein Drittel der Patientinnen/Patienten zeigt nach durchgemachter FSME bleibende Folgeschäden.

Hinweis Eine FSME-Impfung schützt nicht vor der ebenfalls durch Zeckenstiche übertragenen bakteriellen Erkrankung Borreliose. Anders als bei der Frühsommermeningoenzephalitis (FSME) kann gegen Borreliose nicht geimpft werden. Sie ist jedoch mittels Antibiotika behandelbar.

In Österreich ist kein Bundesland FSME-frei, daher ist die Impfung für alle in Österreich lebenden Personen empfohlen. Dies gilt auch für Reisende in österreichische Endemiegebiete oder in Endemiegebiete im Ausland. Im Bedarfsfall kann ein Schnellimmunisierungsschema angewandt werden.

Kinderimpfung

Die FSME-Impfung ist nicht im kostenfreien Impfprogramm enthalten. Die Impfung ist ab dem vollendeten ersten Lebensjahr zugelassen. Wenn vor dem 1. Lebensjahr geimpft wird (frühestens ab dem vollendeten 6. Lebensmonat, abweichend von der Fachinformation), kann die Wirksamkeit der Impfung möglicherweise schwächer ausfallen als bei der Impfung ab dem 1. Lebensjahr. 

Bei Beginn der Grundimmunisierung vor dem vollendeten 1. Lebensjahr sollte – um eine eventuell unzureichende Immunantwort auszugleichen – drei Monate nach der 2. Dosis eine weitere Impfung erfolgen (3+1-Schema). Danach erfolgt, im für den jeweiligen Impfstoff vorgesehenen Intervall, die letzte Dosis der Grundimmunisierung.

Hinweis Der Kinderimpfstoff FSME-Immun Junior ist bis zum vollendeten 16. Lebensjahr, der Impfstoff Encepur für Kinder ist bis zum vollendeten 12. Lebensjahr zugelassen. Informationen über Impfaktionen bzw. Zuschüsse erhalten Sie bei dem für Sie zuständigen Krankenversicherungsträger.

Erwachsenenimpfung

Die Grundimmunisierung erfolgt normaler Weise  mittels drei Impfungen (Details zum Impfschema siehe unten). Die erste Auffrischung sollte drei Jahre nach der Grundimmunisierung erfolgen, danach Auffrischungsimpfungen alle fünf Jahre bis zum vollendeten 60. Lebensjahr, ab dem vollendeten 60. Lebensjahr alle drei Jahre.

Impfschema

  • Grundimmunisierung: FSME-Immun: 2. Dosis nach 1–3 Monaten, 3. Dosis 5–12 Monate nach 2. Dosis
    Encepur: 2. Dosis nach 1–3 Monaten, 3. Dosis 9–12 Monate nach 2. Dosis.

Hinweis Nach der 1. Dosis der Grundimmunisierung ist noch kein kompletter Impfschutz vorhanden!

  • Schnellimmunisierungsschema zur Grundimmunisierung: FSME-Immun: 2. Dosis nach 14 Tagen, 3. Dosis 5-12 Monaten nach der 2. Dosis; Encepur: 2. Dosis nach 7 Tagen, 3. Dosis 14 Tage nach der 2. Dosis (entspricht 21 Tage nach der 1. Impfung).
  • Auffrischungsimpfungen: Auffrischung drei Jahre nach Abschluss der Grundimmunisierung bzw. 12-18 Monate nach dem Encepur-Schnellimmunisierungsschema. Danach bis zum vollendeten 60. Lebensjahr alle fünf Jahre, ab dem vollendeten 60. Lebensjahr alle drei Jahre.
  • Bei Versäumnis einer Impfung bzw. längeren Impfabständen wird nach zwei oder mehr Teilimpfungen diese Impfung mittels einer einzigen Dosis nachgeholt, die Grundimmunisierung muss nicht neu begonnen werden.

Hinweis Booster- und Auffrischungsimpfungen sollten möglichst immer VOR der Saison verabreicht werden.

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