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Jugendlicher erhält Impfung © Africa Studio
Jugendlicher erhält Impfung © Africa Studio

Impfung gegen Humane Papillomaviren (HPV)

Humane Papillomaviren (HPV) sind weltweit verbreitet. Etwa 80 Prozent aller Frauen und Männer werden im Laufe ihres Lebens mit genitalen HPV infiziert. Es sind mehr als 200 HPV-Typen bekannt, von denen etwa 14 eine onkogene Wirkung haben, also an der Entstehung von Krebsvorstufen oder Krebs beteiligt sind.
HPV werden vorwiegend sexuell übertragen. Infiziert werden von HPV die Schleimhäute im Genital- und Analbereich sowie im Mund- und Rachenraum. In den meisten Fällen heilt die Infektion innerhalb ein bis zwei Jahren durch das Immunsystem spontan ab. 

Sogenannte „Hochrisiko-Typen“ von HPV können die Ursache für die Entwicklung bösartiger Tumore sein. Wenn eine Infektion mit diesen Hochrisiko-Typen nicht abheilt, sondern die Viren im Gewebe verbleiben, besteht die Gefahr der Entwicklung von Krebsvorstufen und Krebs (intraepithelialen Neoplasien und invasive Karzinome). Dazu zählen ein Großteil der Fälle von Gebärmutterhalskrebs ( Zervixkarzinom), sowie andere Tumore im Genital- und Analbereich und im Mund-Rachen-Raum. Die Impfung enthält jene Virustypen, die diese Erkrankungen am häufigsten verursachen.

Einige der HPV Virustypen können zu infektiösen Hautveränderungen im Genitalbereich (Genitalwarzen/Kondylome) führen. Mehr als ein Prozent der sexuell aktiven Personen leiden an Genitalwarzen, jede/jeder Zehnte erkrankt im Verlauf des Lebens.

Der größtmögliche individuelle Nutzen wird durch die HPV-Impfung vor Aufnahme von sexuellen Aktivitäten erzielt. Auch bereits sexuell aktive Personen können von der Impfung profitieren.

Ausführliche Informationen zum Thema HPV erhalten Sie unter Humanes Papilloma Virus

Kostenfreies Impfprogramm und Kinderimpfung

Die Impfung gegen Humane Papillomaviren mit dem 9-valenten Impfstoff (Schutz gegen neun verschiedene Virustypen) ist im kostenfreien Impfprogramm für Mädchen und Buben ab dem vollendeten 9. Lebensjahr bis zum vollendeten 12. Lebensjahr enthalten. Die Impfung erfolgt auch im Rahmen von Schulimpfungen (vorzugsweise in der 4. Schulklasse).

An den öffentlichen Impfstellen der Bundesländer gibt es für Kinder bis zum vollendeten 15. Lebensjahr Nachholimpfungen zum vergünstigten Selbstkostenpreis. Der Impfstoff wird vom vollendeten 9. Lebensjahr bis zum vollendeten 15. Lebensjahr in zwei Teilimpfungen im Mindestabstand von sechs bis zwölf Monaten gegeben. Nach dem vollendeten 15. Lebensjahr sind drei Impfungen nötig.

Erwachsenenimpfung

Die Impfung wird allen Mädchen und Buben bzw. Frauen und Männern bis zum vollendeten 30. Lebensjahr unbedingt empfohlen, danach optional. Der Nutzen einer später (ab dem vollendeten 30. Lebensjahr) begonnenen HPV-Impfung hinsichtlich der Vermeidung von Dysplasien der Cervix (Veränderte Zellen des Gebärmutterhalses) sinkt.

Hinweis Das nationale Impfprogramm ändert nichts an der generellen Empfehlung, die gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen mit Krebsabstrich (inklusive PAP oder HPV-Test) und eventuell notwendige Behandlungen ungeachtet der Impfung in den empfohlenen Abständen weiterhin durchzuführen, da die derzeitigen HPV-Impfstoffe vor den gefährlichsten, aber nicht vor allen Krebs verursachenden (onkogenen) HPV-Typen schützen und zum Zeitpunkt der Impfung auch schon eine Infektion vorliegen könnte.

Impfschema

In Österreich ist der 9-fach Impfstoff Gardasil9 empfohlen. Er enthält die Typen HPV 6, 11 (Genitalwarzen) und 16, 18, 31, 33, 45, 52, 58. 

Die Virenstämme 16 und 18 gelten als Hochrisiko-Typen und verursachen > 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs. Die weiteren im Impfstoff enthaltenen Stämme 31, 33, 45, 52, 58 sind die Ursache für weitere 20 Prozent der Gebärmutterhalskrebsfälle, womit der Impfstoff 90 Prozent der Typen abdeckt, welche diese Krebsart verursachen. HPV können außerdem zur Entstehung von Krebs im Mund- und Rachenraum sowie an Vulva, Vagina, Penis und Anus führen. Die HPV-Typen 6 und 11 zählen zu den Niedrigrisiko-Typen und können Genital- bzw. Feigwarzen auslösen. 

  • Vollendetes 9. Lebensjahr bis zum vollendeten 15. Lebensjahr: Insgesamt zwei Impfungen im Abstand von mindestens 6 Monaten (bis 12 Monaten, wegen besserer Immunogenität Wurde die zweite Impfung früher als fünf Monate nach der ersten Impfung verabreicht, so ist immer eine dritte Impfung notwendig (im Abstand von sechs Monaten).
  • Ab dem vollendeten 15. Lebensjahr und für immunsupprimierte Personen auch schon davor: Drei Impfungen: 2. Dosis 2 Monate nach der 1. Dosis, 3. Dosis 6 bis 12 Monate nach der 2. Dosis.

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