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Kinderärztin untersucht Mädchen © goodluz
Kinderärztin untersucht Mädchen © goodluz

Impfung gegen Diphtherie

Diphtherie ist eine ernst zu nehmende Infektionserkrankung, die durch Bakterien (hauptsächlich Corynebacteria diphtheriae) ausgelöst wird. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis fünf Tage. Die Bakterien befallen die Schleimhäute von Mund, Rachen und Kehlkopf und produzieren dabei ein Gift, das Diphtherietoxin. Es wird über die Blutbahn im ganzen Körper verteilt und kann auch andere Organe schädigen. Vor allem an Herz und Nieren können schwere Schäden entstehen (z.B. Herzmuskelentzündung).

Bis zu jeder fünfte Fall endet tödlich. Zu Beginn oder gegen Ende der Infektion kann es zu einer schweren Verlaufsform kommen, die zu Atemnot, Herz-Kreislauf-Störungen, Lähmungen und Nierenschädigungen führen kann.

Die Krankheit wird durch eine Tröpfcheninfektion über die Atemluft – beispielsweise beim Niesen oder Husten – übertragen. Auch gegen Diphtherie erfolgreich geimpfte Personen können die Krankheit übertragen, erkranken jedoch selbst nicht. Um die Krankheit nachhaltig einzudämmen, ist es also besonders wichtig, dass möglichst viele Menschen geimpft sind. Durch die Schutzimpfung wurde die Diphtherie weitgehend zurückgedrängt. Dennoch kommt Diphtherie in vielen Ländern weltweit vor, weshalb die Impfung in Zeiten der Globalisierung nach wie vor dringend empfohlen wird. In Österreich wurde erstmals nach über 20 diphtheriefreien Jahren im Mai 2014 ein Fall von Wunddiphtherie diagnostiziert. Ein weiterer Fall von nach Österreich importierter Hautdiphtherie folgte im Dezember 2014. Zwei Fälle von kutaner Diphtherie wurden 2016 gemeldet.

Hinweis Diphtherie ist in Österreich meldepflichtig.

Kinderimpfung

Die Diphtherieimpfung ist im kostenfreien Kinderimpfprogramm enthalten. Im Rahmen der Sechsfach-Impfung wird gegen Diphtherie im 3., 5. und 12. (-14.) Lebensmonat geimpft (Grundimmunisierung). Im Schulkindalter wird die Kombinationsimpfung Diphtherie, Tetanus, Pertussis und Polio im 7. (-9.) Lebensjahr im Rahmen des kostenfreien Impfprogramms wiederholt. 

Erwachsenenimpfung

Nach der Grundimmunisierung im Säuglingsalter und der Auffrischungsimpfung im Schulalter sollen bis zum vollendeten 60. Lebensjahr Auffrischungsimpfungen gegen Diphtherie als Kombinationsimpfstoff mit Tetanus, Pertussis und Polio alle zehn Jahre, ab dem vollendeten 60. Lebensjahr alle fünf Jahre erfolgen. Ist die Grundimmunisierung im Säuglingsalter nicht erfolgt, so soll diese in jedem Lebensalter ehest möglich nachgeholt werden, dabei sind altersentsprechende Impfschemata und Impfstoffe anzuwenden.

Impfschema

  • Grundimmunisierung im Säuglingsalter: 2+1-Schema: 0/2 Monate/6–9 Monate nach 2. Impfung, entsprechend der Empfehlung im 3., 5. und 12. ( –14.) Lebenmonat.
  • Auffrischungsimpfung im Schulkindalter: 7. (–9.) Lebensjahr im Rahmen des kostenfreien Impfprogramms.
  • Auffrischung: Auffrischungsimpfungen gegen Diphtherie als Kombinationsimpfstoff mit Pertussis, Tetanus und Polio sollen alle zehn Jahre und ab dem vollendeten 60. Lebensjahr alle fünf Jahre erfolgen.
  • Nach abgeschlossener Grundimmunisierung kann bei Versäumnis einer Auffrischungsimpfung und einem Impfabstand bis zu 20 Jahren die Impfung mittels einer einzigen Dosis nachgeholt werden. Bei längerem Impfabstand (20 Jahre und mehr) wird eine Auffrischungsimpfung mit nachfolgender serologischer Impferfolgsprüfung empfohlen. 
Ausführliche Informationen zu Diphtherie erhalten Sie unter Diphtherie bei Kindern.

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