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Knöchelverstauchung

Eine Knöchelverstauchung ist eine Bandverletzung im Sprunggelenk, auch: Sprunggelenksverstauchung. Etwa wenn das Sprunggelenk zu stark in eine Richtung verdreht wird, durch z.B. Umknicken des Fußes. Dadurch können die Bänder des Sprunggelenks über den normalen Bewegungsumfang hinaus überdehnt werden. Eine Knöchelverstauchung kann schmerzhaft sein und die Mobilität der Betroffenen einschränken. Leichte Knöchelverstauchungen heilen meist von selbst. Nur selten ist bei einer Bandverletzung im Sprunggelenk eine Operation erforderlich.

Welche Formen einer Knöchelverstauchung gibt es?

Eine Knöchelverstauchung kann von einer leichten Überdehnung bis hin zu einem kompletten Bänderriss eines oder mehrerer Bänder reichen. Bänder verbinden im Sprunggelenk die Knochen. Sie sorgen für Stabilität im Fuß. Meist ist von der Verletzung das obere Sprunggelenk betroffen bzw. der Außenknöchel mit seinen Bändern. Fachleute sprechen dann von einem Supinationstrauma oder einer Inversionsverletzung.

Grafik: Gerissene Bänder am Sprunggelenk
© Henrie

Aber auch die Bänder des Innenknöchels und die elastischen Bänder zwischen Schienbein und Wadenbein können betroffen sein. Fachleute sprechen dann von einem Pronationstrauma.

Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Kinder und Jugendliche sind häufiger betroffen als Erwachsene.

Welche Ursachen hat eine Knöchelverstauchung?

Die häufigste Ursache einer Knöchelverstauchung ist das Umknicken des Fußes nach außen. Das kann bei alltäglichen Bewegungen geschehen, besonders häufig beim Sport. Eine Knöchelverstauchung zählt zu den häufigsten Sportverletzungen. Etwa bei Sportarten mit raschem Richtungswechsel wie z.B. Fitness, Fußball, Tennis sowie bei Hallensportarten wie z.B. Volleyball, Handball.

Welche Symptome können auftreten?

Abhängig vom Ausmaß der Verletzung – leichte Überdehnung bis Einriss mehrerer Bänder – können bei einer Knöchelverstauchung folgende Symptome auftreten:

  • leichte bis starke Schmerzen am Knöchel,
  • leichte bis starke Schwellung des Knöchels,
  • Bluterguss am Knöchel,
  • bei Bänderriss auch eingeschränkte Beweglichkeit.

Wie kann man einer Knöchelverstauchung vorbeugen?

Um Knöchelverstauchungen vorzubeugen, können stützende Bandagen hilfreich sein – besonders bei Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko. Keine nachgewiesene vorbeugende Wirkung gibt es für Kinesio-Tapes.

Zur Vorbeugung einer erneuten Knöchelverstauchung sind kräftige Muskeln sowie ein gutes Gleichgewicht und Koordinationsvermögen wichtig. Diese Fähigkeiten lassen sich zum Beispiel durch Training mit einem Balanceboard gezielt verbessern.

Was können Betroffene selbst tun?

Bei einer leichten Knöchelverstauchung können Betroffene selbst etwas zur Linderung beitragen. Fachleute empfehlen dazu folgende Maßnahmen:

  • Schonen: Der betroffene Fuß sollte für ein paar Tage geschont werden. Bewegungen vermeiden, die Schmerzen bereiten.
  • Kühlen: Die betroffene Stelle sollte gekühlt werden, z.B. mit einem Kühlbeutel. Das wirkt gegen die Schmerzen und Schwellungen. Fachleute empfehlen, den betroffenen Knöchel ein bis zwei Tage mehrmals täglich für 15 bis 20 Minuten zu kühlen. Das Kühlen kann auch z.B. mit einem Kaltwasserbad erfolgen. Achtung: Eis nicht direkt auf die Haut geben. Wickeln Sie es z.B. in Tücher.
  • Hochlagern: Das Hochlagern des betroffenen Beins wirkt gegen Schwellungen. Der Fuß sollte dabei über Herzhöhe liegen.
  • Druckbandage: Zum Stabilisieren des Sprunggelenks und Abklingen der Schwellung hilft z.B. eine elastische Bandage. Ob Klebe-Tapes bei einer Knöchelverstauchung eine Besserung bewirken, ist wissenschaftlich unklar.
  • Schmerzmittel: Bei Bedarf kann gegen die Schmerzen ein rezeptfreies schmerzlinderndes Medikament eingenommen werden. Geeignet sind etwa Präparate mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Paracetamol. Die Ärztin oder der Arzt bzw. die Apothekerin oder der Apotheker informieren zur Anwendung sowie möglichen Risiken.
  • Übungen: Wenn die Schmerzen und Schwellung besser geworden sind, sollte der Knöchel vorsichtig gedehnt werden, durch z.B. Fußstrecken und -beugen. Mobilisieren durch Fußkreisen.

Hinweis

Kann der Fuß gar nicht belastet werden und sind keine vier Schritte möglich, umgehend ärztlich abklären lassen. Klingen die Beschwerden nach einigen Tagen nicht ab oder verschlechtern sich, sollte in jedem Fall ärztlicher Rat eingeholt werden.

Wie erfolgt die Diagnose?

Zunächst informiert sich die Ärztin oder der Arzt über den Hergang der Verletzung und welche Beschwerden bestehen. Auch, ob die betroffene Person nach dem Vorfall gehen konnte. Sie oder er wird auch nach früheren Beschwerden oder Verletzungen des Sprunggelenks fragen. Dann werden der Fuß und das Bein untersucht:

  • Liegt eine Schwellung vor?
  • Gibt es einen sichtbaren Bluterguss?
  • Schmerzt das Sprunggelenk bei Druck?
  • Wie beweglich ist das Sprunggelenk?

Die körperliche Untersuchung gibt der Ärztin oder dem Arzt meist Aufschluss, ob eine Bandverletzung vorliegt und wie ausgeprägt diese ist. Zum Ausschluss anderer Verletzungen, z.B. Knöchelbruch, sind weitere Untersuchungen möglich, z.B. Röntgen, MRTCT oder Ultraschall.

Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es?

Die Behandlung hängt davon ab, wie stark die Bänder verletzt sind und ob noch andere Verletzungen vorliegen. Bei leichten Verletzungen wird die Ärztin oder der Arzt zunächst vorschlagen, die Beschwerden durch konservative Maßnahmen – also ohne Operation – zu lindern, z.B. durch Schonung und Schmerzbehandlung. Bei schwereren Bandverletzungen kann eine Operation erforderlich sein. Die Ärztin oder der Arzt informiert zu den Behandlungsmöglichkeiten, deren Nutzen sowie Risiken.

Schonung und Schmerzbehandlung

Die meisten Knöchelverstauchungen – auch mit Bänderriss – heilen ohne Operation. Die Ärztin oder der Arzt wird dazu Schonung und eine Sportpause anraten. Insbesondere auf Bewegungen sowie Sportarten, die das Sprunggelenk belasten, soll verzichtet werden. Kühlen und Hochlagern des Sprunggelenks vermindern Schwellungen und Schmerzen. Ergänzend kann die Ärztin oder der Arzt entzündungshemmende Schmerzmittel verschreiben.

Je nach Schweregrad der Bandverletzung kann sie oder er eine Ruhigstellung des Fußes mit teilweise abnehmbarer Schiene für bis zu mehrere Wochen empfehlen. Manchmal wird der Fuß für wenige Tage mit einem Gips ruhiggestellt.

Bei Ruhigstellen des Fußes durch Schiene oder Gips kann die Ärztin oder der Arzt eine Thromboseprophylaxe empfehlen.

Operation

Selten kann die Ärztin oder der Arzt bei schweren oder wiederholten Knöchelverstauchungen eine Operation vorschlagen. Bei einer Operation werden die betroffenen Bänder genäht oder z.B. mittels spezieller Schrauben fixiert. Manchmal werden die gerissenen Bänder durch andere Materialien wie z.B. Kunststoffbänder oder körpereigenes anderes Gewebe wie eine Sehne ersetzt. Nach einer Operation wird der Fuß für wenige Tage mit einem Gips ruhiggestellt. Es folgt Schonung des Fußes für bis zu fünf Wochen mit einer abnehmbaren Schiene.

Weitere Therapien

Wissenschaftlich unklar ist die Wirkung weiterer verfügbarer Therapien bei Knöchelverstauchung. Dazu zählen Ultraschall-, Low-Level-Laser- und Sauerstofftherapie sowie eine Injektion von körpereigenem Plasma.

Heilungsdauer bei einer Knöchelverstauchung

Leichte Knöchelverstauchungen bessern sich meist innerhalb weniger Tage bis drei Wochen. Bei schweren Bandverletzungen mit einem Riss oder mehreren Rissen dauert es im Schnitt drei bis acht Wochen, bis eine uneingeschränkte Belastung des Sprunggelenks in Beruf, Alltag und Freizeit möglich ist.

Wie erfolgt die Nachsorge?

Die Ärztin oder der Arzt beobachtet in Verlaufskontrollen den Fortschritt der Heilung. Gegebenenfalls ist dazu ein MRT erforderlich. Die Ärztin oder der Arzt kann ergänzend eine Physiotherapie empfehlen.

Physiotherapie

Eine Physiotherapie unterstützt dabei, die Stabilität und Beweglichkeit im Sprunggelenk wiederherzustellen, und senkt das Risiko einer erneuten Knöchelverstauchung. Hilfreich sind v.a. Gleichgewichts- sowie Koordinationsübungen und Muskelkräftigung. Die Betroffenen werden in der Physiotherapie angeleitet, die Übungen auch zu Hause korrekt durchzuführen.

Welche Komplikationen können auftreten?

Nach einer Knöchelverstauchung kann das Sprunggelenk langfristig instabil sein. Das bedeutet, dass Betroffene für erneute Verstauchungen anfällig sind. Auch chronische Schmerzen im Bereich des Knöchels sind möglich. Bei wiederholten Knöchelverstauchungen ist das Risiko für eine Arthrose erhöht.

Im Rahmen einer Knöchelverletzung kann es auch zu einem Knochenbruch im Sprunggelenk kommen. Weitere Informationen finden Sie unter Knöchelbruch.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei einer akuten Verletzung im Sprunggelenk rufen Sie die Rettung unter der Telefonnummer 144.

Bei Schmerzen im Sprunggelenk können Sie sich an folgende Stellen wenden:

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

Letzte Aktualisierung: 13. Januar 2026

Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: Ao. Univ. Prof. Dr. Christian Gäbler, Facharzt für Unfallchirurgie, Zusatzfach Unfallchirurgie (Sporttraumatologie)

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