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Bänderriss im Knie

Bei einem Bänderriss im Knie kommt es zum teilweisen oder vollständigen Einriss eines oder mehrerer Bänder im Kniegelenk. Das Knie wird dadurch instabil, hält Belastungen nicht mehr stand und schmerzt. Es gibt unterschiedliche Arten von Bänderrissen im Knie: den Kreuzbandriss oder einen Seitenbandriss sowie eine Kombination aus beiden. Häufig ist eine Überdehnung der Bänder im Knie beim Sport Ursache derartiger Knieverletzungen. Bei vielen Bänderrissen im Knie ist keine Operation erforderlich. Physiotherapie spielt zur Stärkung der Muskulatur der Oberschenkel, auch nach einer Operation, eine wesentliche Rolle.

Wie ist das Knie aufgebaut?

Das Kniegelenk verbindet den Oberschenkel mit dem Unterschenkel. Es besteht u.a. aus Knochen, Knorpel und Bändern.

Im Inneren des Kniegelenks verlaufen

  • das vordere Kreuzband und
  • das hintere Kreuzband.

An den Seiten des Knies verlaufen

  • das innere Seitenband und
  • das äußere Seitenband.

Bänder sind starke Gewebestränge, die Knochen miteinander verbinden. Sie sorgen im Kniegelenk für Stabilität und Halt.

Weitere Informationen finden Sie unter Gelenke und Sehnen und Bänder.

Grafik Anatomie des menschlichen Knies
© bilderzwerg

Welche Formen eines Bänderrisses im Knie gibt es?

Fachleute unterscheiden nach Art, Ausmaß und Schweregrad verschiedene Formen von Bänderrissen im Knie. Je nach Schwere des Bänderrisses können Bänder teilweise oder vollständig eingerissen sein.

Folgende Bänderrisse im Knie sind möglich:

  • Kreuzbandriss: Das vordere Kreuzband im Knie ist bei einem Bänderriss im Knie am häufigsten betroffen. Deutlich seltener kommt es zum Riss des hinteren Kreuzbandes. Bei einem Kreuzbandriss sind häufig weitere Anteile des Kniegelenks verletzt, z.B. der Meniskus oder der Gelenksknorpel. Das betrifft ca. neun von zehn Kreuzbandverletzungen.
  • Seitenbandriss: Das innere Seitenband reißt häufiger als das äußere Seitenband.
  • Kombination: Möglich sind auch Kombinationen aus Kreuzbandrissen und Seitenbandrissen.

Frauen scheinen für einen Kreuzbandriss anfälliger zu sein als Männer. Den genauen Grund hierfür weiß man nicht: Eventuell weil Frauen häufig eine schwächere Oberschenkmuskulatur haben. Diskutiert werden auch hormonelle Faktoren. Bei Männern tritt ein Seitenbandriss doppelt so häufig auf wie bei Frauen.

Welche Ursachen hat ein Bänderriss im Knie?

Plötzliche Drehbewegungen, Stürze oder Schläge können zu einem Bänderriss im Knie führen. Häufig sind es Sportverletzungen, v.a. bei Ballsportarten wie z.B. Handball, Fußball, Volleyball oder Tennis. Oder aber beim Skifahren oder Snowboarden, z.B. bei einer Landung nach einem Sprung. Auch eine direkte Krafteinwirkung durch Schläge oder bei einem Aufprall, z.B. bei einem Autounfall, kann zu einem Bänderriss im Knie führen.

Welche Symptome können auftreten?

Die Symptome bei einem Bänderriss im Knie sind je nach Art und Schwere der Verletzung unterschiedlich stark ausgeprägt.

Zu den Symptomen eines Bänderrisses im Knie zählen u.a.:

  • Schmerzen im Knie,
  • Schwellung am Kniegelenk oder der Kniekehle,
  • eventuell Bluterguss am Knie,
  • wahrnehmbares „Knacken“ oder „Schnalzen“ beim Unfall,
  • eingeschränkte Beweglichkeit im Knie,
  • instabiles Knie, z.B. das Knie gibt nach.

Wie kann man einem Bänderriss im Knie vorbeugen?

Eine kräftige Muskulatur der Beine, insbesondere der Oberschenkel, eine gute Koordination sowie ein gutes Gleichgewicht sind die wichtigsten Maßnahmen, um einem Bänderriss im Knie vorzubeugen. Bei Ballsportarten mit erhöhtem Verletzungsrisiko, z.B. Handball, Volleyball oder Fußball, empfehlen Fachleute vor einer Belastung etwa gutes Aufwärmen.

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einem Bänderriss im Knie

Bei Verdacht auf einen Bänderriss im Knie ist es wichtig, das Bein bis zur ärztlichen Versorgung hochzulagern. Zusätzlich sollte das betroffene Knie gekühlt werden. Zur Kühlung wird ein Kühlbeutel oder ein anderer kühler Gegenstand auf die Stelle gehalten. Eis nicht direkt auf die Haut legen.

Wie erfolgt die Diagnose?

Zuerst fragt die Ärztin oder der Arzt, wie die Verletzung passiert ist und welche Beschwerden und Schmerzen bestehen. Auch nach früheren Beschwerden wird gefragt. Dann werden das Bein und das Knie genau untersucht und unterschiedliche Funktionstests durchgeführt, u.a.:

  • Gibt es eine Schwellung oder Blutergüsse am Knie?
  • Wie stabil und beweglich ist das Knie?
  • Kann die oder der Betroffene gehen?
  • Gibt es eine deutliche Gangstörung?

Die körperliche Untersuchung hilft der Ärztin oder dem Arzt meist festzustellen, ob im Knie ein Bänderriss vorliegt. Zur genaueren Diagnose kann ein Röntgen, eine MRT oder ein Ultraschall folgen. Die Ärztin oder der Arzt klärt über die jeweilige Diagnosemethode auf.

Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es?

Ziel der Behandlung eines Bänderrisses im Knie ist die Wiederherstellung der Stabilität und Funktion des Knies. Nach der Erstversorgung eines Bänderrisses im Knie – siehe Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einem Bänderriss im Knie – kann die Ärztin oder der Arzt ergänzend entzündungshemmende Schmerzmittel z.B. mit dem Wirkstoff Ibuprofen verordnen. Das Ruhigstellen und Schonen des betroffenen Knies soll in der Regel eher kurz erfolgen. Eine Kompressionsbandage hilft gegen die Schwellung. Sie oder er kann in den ersten Tagen nach der Verletzung z.B. Krücken zur Entlastung des Knies empfehlen.

Die weitere Behandlung eines Bänderrisses im Knie erfolgt abhängig von Schweregrad, Lage und Art der Verletzung konservativ – also ohne Operation – oder durch eine Operation des Knies. Die Ärztin oder der Arzt bespricht gemeinsam mit der oder dem Betroffenen, ob eine Operation erforderlich ist und welchen Nutzen und welche Risiken damit verbunden sind. Dabei wird auch die individuelle Situation der oder des Betroffenen berücksichtigt. Etwa wie sportlich aktiv jemand ist und wie alt die Person ist.

Folgende Möglichkeiten der Behandlung stehen zur Verfügung:

Physiotherapie ohne Operation

Ein Bänderriss im Knie kann ohne Operation heilen. Durch eine Physiotherapie und selbstständiges Training wird die Stabilität und Beweglichkeit des Knies schonend wieder aufgebaut. So wird die Funktion des verletzten Bandes nach und nach ausgeglichen. Dabei werden vor allem die Muskeln des Oberschenkels gestärkt - das entlastet das Knie. Die Physiotherapie kann Folgeschäden wie z.B. am Meniskus, den Knorpeln sowie einer Arthrose entgegenwirken. Gegebenenfalls kann die Ärztin oder der Arzt etwa Schienen oder Orthesen verordnen. Je nach Verletzung kann die Ärztin oder der Arzt auch leichtes Ausdauertraining, z.B. am Fahrrad-Ergometer, also an einem Hometrainer, empfehlen.

Eine Behandlung ohne Operation eignet sich v.a. für weniger aktive oder ältere Menschen oder für Personen, die Sportarten mit geringerer Gelenksbelastung ausüben, wie z.B. Radfahren und Schwimmen.

Was können Betroffene selbst tun?

Ergänzend empfehlen Fachleute zur Linderung bei einem Bänderriss folgende Maßnahmen:

  • Hochlagern und Schonen: Das betroffene Knie sollte immer wieder über Herzhöhe gelagert werden, z.B. auf einem Kissen auf der Tischkante. Das Knie sollte zudem für ein paar Tage geschont werden. Bewegungen vermeiden, die Schmerzen bereiten.
  • Kühlen: Das betroffene Knie sollte gekühlt werden, z.B. mit einem Kühlbeutel. Das wirkt gegen  Schmerzen und eine mögliche Schwellung. Dazu das betroffene Knie bis zu zwei Tage alle ein bis zwei Stunden für ca. 15 Minuten kühlen. Eis darf nicht direkt auf die Haut gelegt werden - wickeln Sie es z.B. in Tücher.

Operation

Bei einer Operation wird das gerissene Kreuzband im Knie ersetzt. Ein Teilriss des Kreuzbandes im Knie kann manchmal genäht werden. Bei einem vollständigen Riss des Kreuzbandes wird meist mittels Arthroskopie ein Ersatzband im Knie eingesetzt. Dafür wird entweder eine körpereigene Sehne, z.B. aus der Oberschenkelrückseite oder von der Kniescheibe verwendet. Möglich ist auch die Verwendung körperfremder Sehnen oder eines künstlichen Ersatzes. Die Seitenbänder des Kniegelenkes heilen meist ohne Operation – eine Naht ist nur bei ausgeprägter Instabilität erforderlich. Nach der Operation wird das Knie steril verbunden und mit einer Schiene versorgt. Krücken entlasten das Bein nach der Operation. In der unmittelbaren Zeit nach der Operation wird die Ärztin oder der Arzt die Einnahme schmerzlindernder Medikamenten sowie eine Thromboseprophylaxe anraten.

Eine Operation kann auch notwendig sein, wenn im Knie weitere Verletzungen z.B. am Meniskus oder eine Kombination aus Kreuz- und Seitenbandriss vorliegen. Fachleute empfehlen eine Operation zudem bei stark instabilem Knie. Auch Betroffenen, die Sportarten mit hoher Belastung für das Knie bzw. in hoher Intensität betreiben, z.B. Fußball, Handball. Eine Operation kann auch erforderlich sein, wenn das Knie trotz konservativer Behandlung instabil bleibt.

Physiotherapie nach Operation

Nach einer Operation folgt eine Physiotherapie. Diese unterstützt dabei, die Stabilität und Funktion des Kniegelenks zu verbessern bzw. wiederherzustellen. Hilfreich sind dazu Übungen zur Steigerung der Muskelkraft und der Beweglichkeit des Knies. Die Physiotherapeutin oder der Physiotherapeut leitet die Betroffene oder den Betroffenen dabei an, um die Übungen auch selbstständig zu Hause korrekt durchführen zu können.

Heilungsdauer bei einem Bänderriss im Knie

Die Heilungsdauer nach einem Bänderriss im Knie hängt u.a. von der Art und Schwere der Verletzung ab und ob eine Operation durchgeführt wurde. Nach einer Operation dauert die Heilungsphase in der Regel länger, u.a. folgt eine längere Heil- und Trainingsaufbauphase. Insgesamt kann es sechs bis zwölf Monate dauern, bis das Knie wieder normal belastet werden kann.

Ohne Operation dauert die Heilungsdauer abhängig u.a. vom Schweregrad – Teilriss, vollständiger Riss, Kombination mehrerer Risse – von wenigen Wochen bis zu neun Monate.

Hinweis

Die Ärztin oder der Arzt informiert im individuellen Fall, wann mit der sportlichen Aktivität wieder begonnen werden kann.

Welche Komplikationen können auftreten?

Nach einer Behandlung ohne Operation kann das Knie chronisch instabil sein. Langfristig ist nach einem Bänderriss im Knie das Risiko für eine Arthrose erhöht, v.a. nach einem Kreuzbandriss und einer gleichzeitigen Meniskusverletzung. Nach einer Operation kann sich u.a. das Transplantat, also der Ersatz, lockern. Übermäßig viel Narbengewebe kann die Beweglichkeit des Knies einschränken.

Wohin kann ich mich wenden

Bei einem Verdacht auf einen Bänderriss im Knie können Sie sich für die Diagnose und Behandlung an folgende Stellen wenden:

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

Letzte Aktualisierung: 13. Januar 2026

Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: Ao. Univ. Prof. Dr. Christian Gäbler, Facharzt für Unfallchirurgie, Zusatzfach Unfallchirurgie (Sporttraumatologie)

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