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Ärztin hält Hand der Patientin © JPC-PROD

Demenz: Diagnose

In verschiedenen Untersuchungen wird abgeklärt, ob den Symptomen eine degenerative Demenz oder eine andere, behandelbare Erkrankung zugrunde liegt (Differentialdiagnostik). Dazu wird der neurologische, psychiatrische und internistische Zustand der Patientin/des Patienten untersucht. Für die genaue Diagnose einer Demenz werden psychologische Tests, Laboruntersuchungen und bildgebende Verfahren durchgeführt.

Das Arztgespräch

Die Ärztin/der Arzt erfasst zunächst die persönliche Befindlichkeit und die Krankengeschichte der Patientin/des Patienten (Anamnesegespräch). Dabei werden neben den körperlichen auch psychische und soziale Aspekte besprochen und mögliche Einflussfaktoren abgeklärt. Zusätzlich werden auch eine oder mehrere Personen aus dem nahen Verwandten- bzw. Bekanntenkreis befragt (Fremdanamnese). Dies ist wichtig, da die Betroffenen selbst manchmal die Symptome unzureichend darstellen oder „beschönigen“ und sich oft unterschiedliche Wahrnehmungen ergeben.

Vorbereitung auf das Arztgespräch

So können Patientinnen/Patienten und Angehörige sich auf das Arztgespräch vorbereiten:

  • Beobachtete Symptome und Veränderungen beschreiben – auch sozialer Natur, wie z.B. Rückzug, Rollenverschiebungen, Tätigkeiten werden abgegeben (siehe auch frühe Symptome).
  • Informationen zu eventuell bestehenden Erkrankungen bzw. Vorerkrankungen vorbereiten, Befunde mitnehmen.
  • Liste von Medikamenten, die aktuell eingenommen werden, mitnehmen.

Körperliche Untersuchung

Laboruntersuchungen und EKG beschreiben den Zustand des Herz-Kreislauf-Systems, der Gefäße und des Stoffwechsels und stellen eventuelle Risikofaktoren fest, die bei der Entstehung einer Demenz eine Rolle spielen. In Laboruntersuchungen werden als Standardparameter Blutbild, Elektrolyte, Blutzucker und TSH (Schilddrüsenhormone) untersucht. Sie liefern auch Hinweis, ob seltene, behandelbare Ursachen für Demenzerkrankungen vorliegen: Beim Verdacht auf nicht-degenerative Demenzursachen (z.B. eine entzündliche Gehirnerkrankung) können eine Untersuchung der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor) sowie Laboruntersuchungen von Vitamin B12 und Folsäure durchgeführt werden.

Neuropsychologische Untersuchungen

Zur genauen Diagnose zählen neuropsychologische Tests, in denen die Gedächtnisleistung, die sprachlichen Fähigkeiten, die räumliche und zeitliche Orientierung, die Aufmerksamkeit und die Fähigkeit, komplexere Aufgaben durchzuführen, untersucht werden. Auch eventuelle begleitende emotionale Störungen (z.B. Depression, Aggressivität) und Verhaltensstörungen werden diagnostiziert.

Weitere Untersuchungen

Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren, z.B. Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT), können bei Demenzverdacht den Zustand des Gehirns darstellen. Damit können u.a. degenerative und vaskuläre Veränderungen, Tumore oder Läsionen entdeckt werden. Bei einer unsicheren Differentialdiagnostik kann eine Messung bestimmter Gehirnfunktionen, z.B. des Stoffwechsel, durch nuklearmedizinische Verfahren, z.B. Single-Photon-Emissions-Computertomographie (SPECT) oder Positronenemissionstomographie (PET), durchgeführt werden.

Hinweis Die Untersuchungen liefern Hinweise, ob eine bestimmte Demenzerkrankung wahrscheinlich vorliegt. Mit endgültiger Sicherheit kann eine degenerative Demenz erst nach dem Tod durch eine pathologische Untersuchung des Gehirns festgestellt werden.

Erstdiagnostik und Aufklärung der Betroffenen

Eine frühe Diagnostik von Demenzerkrankungen dient auch dazu, die Erkrankten und deren Angehörige über die folgenden Punkte zu informieren und aufzuklären: 

  • Diagnose,
  • Verlauf der Erkrankung,
  • mögliche Symptome,
  • medikamentöse Therapien, 
  • psychologische bzw. psychiatrische Therapien,
  • Training zum Erhalt der Fähigkeiten sowie
  • soziale Betreuung und Pflege.

Dadurch kann der Krankheitsverlauf eventuell verlangsamt und die Lebensqualität erhalten werden. Durch Aufklärung können bestimmte problematische Reaktionen und Verhaltensweisen der Erkrankten von den Betreuungspersonen besser verstanden und Missverständnisse unter Umständen vermieden werden.

Diagnosekriterien

Zum erworbenen Defizit des Erinnerungsvermögens muss mindestens eine der folgenden Störungen dazukommen:

  • Störung der Sprache,
  • Beeinträchtigung der Motorik bzw. motorischer Abfolgen,
  • Unvermögen, Gegenstände, Gesichter und andere sensorische Informationen zu erkennen oder
  • Störungen beim Planen, Organisieren, abstrakten und logischen Denken.

Wohin kann ich mich wenden?

Die Abklärung des Verdachts einer Gedächtnisstörung ist in folgenden Einrichtungen möglich:

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten für die Untersuchungen zur Abklärung einer Gedächtnisstörung werden von der Sozialversicherung übernommen. Bei bestimmten Untersuchungen kann eine chefärztliche Bewilligung notwendig sein.

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