Demenz: Was ist das?
Inhaltsverzeichnis
Was ist eine Demenz?
Demenz ist ein Syndrom, bei dem die geistigen Fähigkeiten eines Menschen nach und nach abnehmen. Typisch ist eine zunehmende Beeinträchtigung des Gedächtnisses und des Denkvermögens, sodass alltägliche Aufgaben immer schwerer bewältigt werden können.
Für einen selbstständigen Alltag benötigt ein Mensch verschiedene geistige Fähigkeiten. Dazu gehören Denken, sich orientieren, Entscheidungen treffen und sich erinnern. Wichtig sind auch Fähigkeiten, wie Gespräche führen zu können, vertraute Menschen zu erkennen und den Tag planen zu können. Alle diese sogenannten neurokognitiven Fähigkeiten sind möglich, weil unzählige Nervenzellen im Gehirn miteinander verbunden sind und untereinander ständig Informationen austauschen.
Werden bestimmte Bereiche des Gehirns geschädigt, kommt es zu unterschiedlichen Beeinträchtigungen. Betroffene haben dann Probleme mit dem Denken, Sprechen oder der Orientierung. Auch Verhalten, Stimmung und Persönlichkeitsmerkmale können sich verändern. Im Verlauf einer Demenz können neben den kognitiven Einschränkungen auch körperliche Beeinträchtigungen auftreten.
In Österreich leben derzeit etwa 170.000 Menschen mit einer Form von Demenz. Da die Bevölkerung immer älter wird, erwarten Fachleute, dass sich diese Zahl bis 2050 verdoppelt. Demenz ist im höheren Lebensalter die häufigste Ursache, pflegebedürftig zu werden.
Frauen erkranken wesentlich häufiger an Demenz als Männer: 75 von 100 Betroffenen sind weiblich. Neben der höheren Lebenserwartung sehen Fachleute den Grund dafür auch in biologischen Unterschieden – etwa in hormonellen Einflüssen oder bestimmten genetischen Faktoren.
Was passiert im Gehirn bei einer Demenz?
Bei einer Demenz kommt es zu Veränderungen im Gehirn, durch die Nervenzellen und ihre Verbindungen, die Synapsen, nach und nach geschädigt werden. Dadurch können Informationen schlechter verarbeitet werden – was sich auf Gedächtnis, Orientierung, Sprache und andere kognitive Fähigkeiten auswirken kann. Je nach Form der Erkrankung können bei der Entstehung unterschiedliche Vorgänge eine Rolle spielen. Häufig lagern sich bestimmte Eiweiße im Gehirn ab, wichtige Botenstoffe verändern sich, oder das Gehirn wird nicht mehr ausreichend durchblutet. Je nachdem welche Veränderungen im Gehirn auftreten, werden verschiedene Formen von Demenz unterschieden.
Welche Formen gibt es bei Demenz?
Fachleute unterscheiden grundsätzlich zwischen primärer und sekundärer Demenz. Bei einer primären Demenz finden krankhafte Prozesse vorrangig im Gehirn statt und es kommt dort zu einer Schädigung von Nervenzellen.
Primäre Demenzen unterscheiden sich je nach genauer Ursache in neurogenerative Demenzen, z.B. Alzheimer-Krankheit, und vaskuläre Demenz.
Bei einer sekundären Demenz führen andere Krankheitsprozesse im Körper zu einer Demenz.
Neurodegenerative Demenzen
Bei diesen Formen primärer Demenz zeigen sich im Gehirn der erkrankten Menschen typische Veränderungen. Je nach Demenzform sammeln sich krankhaft veränderte Eiweiße an verschiedenen Stellen im Gehirn an. Ob diese Ablagerungen die eigentliche Ursache der Erkrankung sind, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Zu den neurodegenerativen Demenzen zählen u.a.:
- Demenz bei Alzheimer-Krankheit: Hierbei handelt es sich um die häufigste Form der Demenz. Die genauen Ursachen für diese Erkrankung sind noch nicht vollständig geklärt. Im Gehirn der betroffenen Personen lagern sich typischerweise pathologisch veränderte Eiweiße ab: Beta-Amyloid und Tau-Protein. In den meisten Fällen entwickelt sich die Erkrankung langsam, aber stetig. Es kann Phasen geben, in denen sich die Beschwerden schneller oder langsamer verschlechtern. Die pathologischen Veränderungen im Gehirn beginne schon Jahrzehnte vor den ersten Symptomen. Weitere Informationen unter Alzheimer-Krankheit.
- Demenz mit Lewy‑Körperchen: Auch bei dieser Form der Demenz kommt es zu Ablagerungen bestimmter Eiweißstoffe im Gehirn, sogenannter Lewy-Körperchen. Betroffene haben im späteren Verlauf häufig Beschwerden, wie sie auch bei Morbus Parkinson auftreten, z.B. Zittern, Muskelsteifheit oder eine verlangsamte Bewegung. Typisch sind zudem lebhafte Halluzinationen zu Beginn der Erkrankung.
- Parkinson Demenz: Diese Form kann im Verlauf der Parkinson Erkrankung auftreten. Die Betroffenen bekommen dann neben den typischen Symptomen der Parkinson Erkrankung auch kognitive Defizite.
- Frontotemporale Demenz (FTD): Diese Form betrifft v.a. jüngere Menschen. Betroffene haben meist schon zwischen 45 und 65 Jahren erste Beschwerden. Typisch sind Veränderungen im Verhalten und in der Persönlichkeit der betroffenen Person. Auch gibt es Varianten, die vorrangig die Sprache und das Sprechen betreffen.
Vaskuläre Demenz
Diese Form primärer Demenz ist nach der Alzheimer-Krankheit die zweithäufigste Demenzform. Sie entsteht, wenn bestimmte Bereiche des Gehirns nicht mehr ausreichend durchblutet werden. Häufig tritt diese Form der Demenz bei Menschen auf, die einen oder mehrere kleine, oft unbemerkte, Schlaganfälle erlitten haben. Auch kann eine ausgeprägte Arteriosklerose von Hirngefäßen eine Ursache sein. Weitere Informationen unter vaskuläre Demenz.
Demenz-Mischformen: Bei Menschen ab etwa 80 Jahren können mehrere gleichzeitig auftretende Veränderungen zu einer Demenz beitragen. Häufig finden sich sowohl typische Veränderungen der Alzheimer‑Krankheit als auch Durchblutungsstörungen im Gehirn. In solchen Fällen sprechen Fachleute von einer Mischdemenz.
Sekundäre Demenz
Eine Demenz kann auch entstehen, wenn das Gehirn über längere Zeit durch eine Erkrankung oder andere Belastungen geschädigt wird. Dazu gehören beispielsweise Schilddrüsenerkrankungen, starker Alkoholkonsum, Infektionen und Entzündungen oder wiederholte Kopfverletzungen, wie sie beispielsweise im Profisport vorkommen können. Auch durch Mangelernährung, Vitamin B 12-Mangel oder bestimmte Medikamente kann das Gehirn geschädigt werden. Wird die Ursache behandelt, können sich die Beschwerden wieder bessern.
Welche Ursachen kann eine Demenz haben?
Die genauen Ursachen für Demenz sind bei den meisten Betroffenen nicht eindeutig klärbar. Es ist davon auszugehen, dass bei der Entstehung einer Demenz mehrere Faktoren zusammenwirken. Einige lassen sich beeinflussen, andere nicht.
Nicht beeinflussbare Risikofaktoren
- Alter: Mit zunehmendem Lebensalter steigt das Risiko, an Demenz zu erkranken, deutlich an. Vor dem 60. Lebensjahr tritt eine Demenz selten auf, ab dem 80. Lebensjahr dagegen deutlich häufiger.
- Familiäre Belastung: Einige Demenzformen haben eine erbliche Komponente. Beispielsweise haben Menschen, deren Eltern oder Geschwister an der Alzheimer‑Krankheit erkrankt sind, ein erhöhtes Risiko, selbst zu erkranken. Besonders hoch ist das Risiko, wenn die Erkrankung bei dem Familienmitglied bereits unter 70 Jahren auftrat.
Beeinflussbare Risikofaktoren
- Kardiovaskuläre Risikofaktoren: Menschen mit Erkrankungen die das Herz-Kreislaufsystem betreffen haben ein erhöhtes Risiko später an einer Demenz zu erkranken. Das Risiko steigt mit schwere Der Erkrankungen und auch bei unzureichender Behandlung. Dazu zählen u.a.:
- Bluthochdruck
- Vorhofflimmern
- Erhöhte Blutfette
- Starkes Übergewicht
- Diabetes Mellitus
- Schlaganfälle: Etwa 10 von 100 der Betroffenen entwickeln eine Demenz nach dem ersten Schlaganfall.
- Depression
- Suchterkrankungen
- Lebensstil: Fachleute gehen davon aus, dass Menschen, die sich wenig bewegen, kaum soziale Kontakte pflegen oder selten geistig gefordert sind, ein höheres Risiko haben, im Alter eine Demenz zu entwickeln. Auch durch eine ungesunde Ernährung, Rauchen sowie einen übermäßigen Alkoholkonsum kann das Erkrankungsrisiko erhöht werden.
- Hör- und /oder Sehbeeinträchtigung: Durch eine unbehandelte Hör‑ oder Sehbeeinträchtigung kann die geistige Leistungsfähigkeit zusätzlich belastet werden. Hörgeräte oder Sehhilfen können helfen, die geistige Gesundheit zu unterstützen.
Weitere mögliche Risikofaktoren
Einige weitere Faktoren stehen ebenfalls mit einem erhöhten Demenzrisiko in Verbindung. Dazu zählen u.a.:
- Schwere oder wiederholte Kopfverletzungen
- Luftverschmutzung: Fachleute vermuten, dass durch eine langfristige Belastung mit Umweltgiften das Risiko für eine Demenz erhöht werden kann.
- Geringe schulische oder berufliche Bildung
Kann man einer Demenz vorbeugen?
Dementielle Erkrankungen beginnen meist nicht erst in hohem Lebensalter, sondern schon in früheren Phasen des Lebens. Zahlreiche Studien konnten zeigen, dass sich das Risiko für Demenz verringert, wenn gesunde Lebensgewohnheiten bestehen oder begonnen werden. Dazu gehören z.B. ein Rauchstopp, regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung. Auch geistige Aktivität sowie gute soziale Kontakte helfen, die geistige Gesundheit zu stärken. Regelmäßiger Austausch mit anderen Menschen tut dem Denken und der seelischen Balance gut. Zudem wird empfohlen, Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes und hohe Blutfette behandeln zu lassen. Solche Maßnahmen stärken nicht nur die allgemeine Gesundheit, sondern tragen auch dazu bei, die geistige Leistungsfähigkeit im Alter möglichst lange zu erhalten.
Weitere Informationen finden Sie unter: Wie kann ich mein Demenzrisiko senken? (Österreichische Alzheimer Gesellschaft).
Welche Symptome verursacht eine Demenz?
Die Symptome einer Demenz können sich bei jedem Menschen etwas anders zeigen. Auch die Form bzw. zugrundeliegende Ursache einer Demenz hat einen großen Einfluss auf die Symptome. Grundsätzlich sind bei einer Demenz höhere Hirnleistungen wie das Gedächtnis, das Denkvermögen, die Orientierungsfähigkeit, Auffassung, Rechen- und Lernfähigkeit oder auch Bereiche der Sprache beeinträchtigt. Auch kommt es im Verlauf zu einer Beeinträchtigung des Urteilsvermögens sowie teils auch zu Veränderungen des Sozialverhaltens und der Emotionen. Die Symptome sind meist unterschiedlich stark ausgeprägt und verändern sich im Verlauf der Erkrankung. Bei den sekundären Demenzformen können die Symptome verschiedenste Ursachen haben, z.B. Erkrankungen der Schilddrüse, Leber oder Nieren. Auch Flüssigkeitsmangel, ein Vitamin-B12-Mangel oder die Nebenwirkungen bestimmter Medikamente kommen als Symptome einer Demenz verursachen. Werden diese Auslöser behandelt, bessern sich die Symptome meist wieder.
Wichtig ist, dass nur dann von einer Demenz gesprochen wird, wenn die Symptome so ausgeprägt sind, dass durch diese der Alltag der Betroffenen deutlich beeinträchtigt ist.
Beispiele und genauere Beschreibung einiger typischen Symptome einer Demenz:
- Gedächtnisprobleme: Zunehmende Defizite im Kurzzeitgedächtnis. Am Beginn der Erkrankung werden neue Informationen schwerer erlernt oder schnell vergessen. Später können auch ältere Erinnerungen schwerer oder nicht mehr abgerufen werden. Dies führt dazu, dass es für Betroffene immer schwieriger wird, Informationen zeitlich einzuordnen, Situationen zu verstehen und Entscheidungen zu treffen. Menschen mit Demenz können im Krankheitsverlauf Zusammenhänge oft schwerer herstellen und sich an Ereignisse oder Gespräche nicht mehr erinnern, die erst vor Kurzem waren.
- Orientierungsprobleme: Menschen mit Demenz finden sich zeitlich, örtlich und situativ immer schwerer zurecht. Sie können beispielsweise zeitliche Informationen wie das aktuelle Datum oder die Uhrzeit nicht nennen. Auch wird das zeitliche Einordnen von Ereignissen schwieriger und längst vergangene Erinnerungen werden als gerade erlebte wahrgenommen. Die örtliche Orientierung kann sich zu Beginn eher in unbekannter Umgebung zeigen – im Krankheitsverlauf auch im vertrauten Umfeld. Situative Defizite zeigen sich z.B., dass sich Menschen mit Demenz zu warm oder kalt anziehen.
- Sprachstörungen: Zu Beginn der Erkrankung kommt es häufig zu Wortfindungsstörungen und Begriffe fallen nicht prompt ein. Im Gespräch wird der Faden verloren. Es werden Sätze abgebrochen oder die richtigen Wörter nicht mehr gefunden. Später kann es zu Problemen beim Verstehen von Sprache kommen. Menschen mit Mehrsprachigkeit bekommen meist zuerst Defizite in der später erlernten Sprache. Bei manchen Formen der Demenz stehen diese Defizite der Sprache sogar im Vordergrund.
- Emotionale Veränderungen: Auch Gefühle und Emotionen können sich mit der Zeit deutlich verändern, was für Betroffene und deren Angehörige sehr belastend sein kann. Viele berichten von depressiver Stimmung, Lustlosigkeit oder ziehen sich zurück und treffen sich daher weniger mit anderen Menschen. Oft wirken Menschen mit Demenz antriebslos oder ängstlich und reagieren auf gewisse Situationen anders als früher. Es kann auch zu einer Zunahme von emotionalen Reaktionen, aber auch zu einer Abflachung kommen.
- Herausforderndes Verhalten bzw. Verhaltenssymptome: Manchmal zeigen Menschen mit Demenz ein Verhalten, das für andere nur schwer einzuordnen ist. Dazu zählen z.B. Aggression, starke Unruhe oder auch eine Störung des Tag-Nachtrhythmus. Es kann auch zu wahnhaften Symptomen kommen, z.B. der falschen Überzeugung bestohlen zu werden oder zu Veränderungen des Essverhaltens. In vielen Fällen steckt ein Auslöser dahinter, den die betroffene Person nicht mehr ausdrücken kann: Zum Beispiel eine angespannte Atmosphäre, ein Missverständnis, Angst oder Überforderung. Auch körperliche Probleme wie Infektionen, Schmerzen oder Nebenwirkungen von Medikamenten können zu aggressivem Verhalten führen oder anderen Verhaltenssymptomen führen.
- Fehlende Krankheitseinsicht: Viele Menschen mit Demenz können Ihre Defizite nicht mehr richtig einschätzen, unterschätzen ihre Probleme oder überspielen sie. In der Fachsprache wird dies als Anosognosie bezeichnet. Dieses fehlende Krankheitsbewusstsein kann im Alltag die Sicherheit gefährden und auch die Bereitschaft für eine Demenzabklärung reduzieren. Betroffene wollen dann oft Tätigkeiten ausführen, die sie nicht mehr sicher beherrschen. Das sind z.B. Autofahren oder die Nutzung von Haushaltsgeräten. Dadurch steigt das Risiko für Unfälle.
- Herumwandern: Besonders in späteren Stadien einer Demenz kann es zu Herumwandern – auch als Agitation bezeichnet – kommen. Menschen mit Demenz laufen dann scheinbar ziellos umher. Mögliche Gründe sind Langeweile, die Suche nach etwas oder jemandem oder körperliche Bedürfnisse wie Hunger, Durst oder der Gang zur Toilette, die nicht mehr klar geäußert werden können. Auch Orientierungsprobleme und ein starker innerer Drang, sich zu bewegen, können dieses Verhalten auslösen. Das Herumwandern kann Betroffene in gefährliche Situationen bringen, weil sie sich verirren oder nicht mehr nach Hause finden, was im schlimmsten Fall zu körperlichen Schäden oder Lebensgefahr führen kann.
- Körperliche Symptome: Mit dem Fortschreiten der Erkrankung können sich neben den kognitiven auch körperliche Einschränkungen entwickeln. Dazu gehören unter anderem Gang- und Bewegungsstörungen, Koordinationsprobleme, Schluckstörungen sowie Inkontinenz. Diese körperlichen Veränderungen erschweren den Alltag zunehmend und erhöhen das Risiko für Stürze, Mangelernährung und weitere gesundheitliche Komplikationen.
Wie verläuft eine Demenz?
Die meisten Formen von Demenz entwickeln sich schleichend. Menschen mit Demenz zeigen anfangs oft nur leichte Veränderungen, wie Vergesslichkeit oder Schwierigkeiten bei komplexen Alltagsaufgaben. Viele Betroffene merken diese Veränderungen, fühlen sich unsicher und versuchen oft, ihre Schwierigkeiten zu verbergen, z.B. indem sie Fehler abstreiten, sich in Gesprächen zurückhalten oder Aktivitäten und Hobbies nicht mehr ausüben.
Im Verlauf wird es immer schwieriger, neue Informationen zu behalten und zu verarbeiten. Fragen werden wiederholt, Wörter fehlen und dieselben Inhalte werden mehrfach erzählt. Auch alltägliche Aufgaben wie Kochen, die Haushaltsführung, Organisieren von Aufgaben oder Bankgeschäfte werden zunehmend schwieriger.
Im weiteren Verlauf wird immer mehr Unterstützung im Alltag nötig. Mit zunehmender Verschlechterung steigt auch das Risiko zu stürzen, sich zu verletzen oder in Situationen falsch zu reagieren.
Wie wird eine Demenz diagnostiziert?
Anhaltende Probleme mit dem Gedächtnis oder anderen kognitiven Funktionen oder auch der Orientierung sollten möglichst früh ärztlich abgeklärt werden. So können mögliche Ursachen festgestellt und die passende Behandlung frühzeitig begonnen werden.
Weitere Informationen zu den Untersuchungen finden Sie unter Demenz: Diagnose.
Informationen zu den Therapiemaßnahmen finden Sie unter Demenz: Behandlung.
Alltag mit Demenz
Für Menschen mit Demenz und auch Ihre betreuenden An- und Zugehörige ist die Bewältigung des Alltags eine zunehmende Herausforderung und auch oft sehr belastend. Spezielle Schulungen und Entlastungsangebote können helfen, besser mit der Situation umzugehen. Zudem kann der Austausch mit anderen Betroffenen und Angehörigen in Selbsthilfegruppen hilfreich sein. In Österreich gibt es verschiedene Selbsthilfe‑ und Gesprächsgruppen für Menschen mit Demenz und ihre An- und Zugehörigen. Wichtige Stellen sind die Demenz Selbsthilfe Austria (DDSA), Alzheimer Austria sowie die Caritas Pflege, die in mehreren Bundesländern Angehörigengruppen anbietet. Auf dem Pflegeportal pflege.gv.at findet man regionale Gruppen und Kontaktstellen.
Weitere Hinweise zum Umgang mit der Erkrankung und mit besonderen Situationen im Alltag finden sich unter Leben mit Demenz.
Für Menschen mit Demenz können Situationen und Tätigkeiten im Alltag gefährlich werden. Mit bestimmten Maßnahmen kann das Risiko dieser Gefahren verringert werden.
Hilfreiche Maßnahmen sind beispielsweise:
- Die Einnahme von Medikamenten gut zu regeln. Menschen mit Demenz können leicht etwas vergessen oder verwechseln. Deshalb hilft es, wenn jemand die Medikamente vorbereitet oder wenn ein Medikamentenplan oder eine Tablettenbox genutzt wird.
- Das Thema Autofahren früh anzusprechen. Menschen mit Demenz merken oft nicht, dass sie beim Lenken eines Fahrzeuges unsicher werden. Wenn Zweifel bestehen, können begleitete Übungsfahrten oder auch eine Verkehrspsychologische Untersuchung helfen, die Fahrtauglichkeit richtig einzuschätzen.
- Technische Hilfen zu nutzen: z.B. sichere Küchengeräte beim Kochen. Armbänder mit Namen und Kontaktdaten oder GPS‑Geräte können helfen, gefährliche Situationen zu vermeiden und eine weggelaufene Person schneller zu finden. Bewegungsmelder könnenden Gang zur Toilette beleuchten und sicherer machen.
- Stolperfallen entfernen: Um Stürze zu vermeiden, empfehlen Fachleute, mögliche Gefahren im Wohnbereich zu entfernen. Dazu gehören zum Beispiel lose Teppiche, herumliegende Kabel oder Gegenstände auf dem Boden.
Wohin können sich Betroffene wenden?
Bei Verdacht auf Demenz ist die Hausärztin oder der Hausarzt oder eine Primärversorgungseinheit (PVE) die erste Anlaufstelle. Für die weitere ausführliche Diagnosestellung arbeiten Fachärztinnen und Fachärzte der Neurologie, Psychiatrie und Radiologie eng zusammen. Auch an spezialisierten Ambulanzen, z.B. Gedächtnisambulanzen von Spitälern oder Kliniken, erfolgt eine genaue Untersuchung und Therapieplanung. Diese spezialisierten Stellen sind meist an neurologische oder psychiatrische Kliniken angeschlossen. Dort arbeitet ein Team aus Ärztinnen und Ärzten, Psychologinnen und Psychologen, Pflegekräften sowie Therapeutinnen und Therapeuten zusammen, um dementielle Erkrankungen umfassend abzuklären und passende Empfehlungen zu geben.
- Zur Arztsuche
- Zur Suche nach PVE
- Gedächtnisambulanzen
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Letzte Aktualisierung: 20. Oktober 2026
Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal
Expertenprüfung durch: Assoz.Prof. Dr.in med.univ. Michaela Defrancesco, Fachärztin für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin