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Arzt schient Handgelenk © sunnychicka
Arzt schient Handgelenk © sunnychicka

Speichenbruch im Handgelenk

Der handgelenksnahe Speichenbruch, die sogenannte „distale Radiusfraktur“, ist einer der häufigste Knochenbrüche. Vor allem Kinder, sportliche Jugendliche und ältere Menschen sind davon betroffen. Ursache ist meist ein Sturz auf die Handfläche der ausgestreckten Hand oder – seltener – auf den Handrücken der gebeugten Hand.

Derartige Stürze können zum Beispiel beim Sport, aber auch bei Aktivitäten des Alltags im häuslichen Umfeld vorkommen. Besonders gefährdet sind Patientinnen und Patienten mit Osteoporose. Bei diesen Personen können bereits leichte Stürze komplizierte Frakturen auslösen. Bei Frauen über 50 Jahren ist das Risiko, eine Radiusfraktur zu erleiden deutlich höher als bei Männern.

Welche Formen eines Speichenbruchs gibt es?

Meistens befindet sich der Bruch der Speiche etwa zwei bis drei Zentimeter vom Handgelenk entfernt am Speichenkopf. Unterschieden werden z.B. folgende Formen:

  • Colles-Fraktur: häufigste Form des Speichenbruchs als Folge eines Sturzes auf die Handfläche bzw. das abgewinkelte Handgelenk (Extensionsfraktur „loco typico“). Das Bruchstück (Speichenkopf) kippt in Richtung Handrücken.
  • Smith-Fraktur: seltenere Form des Speichenbruchs als Folge eines Sturzes auf den Handrücken (Flexionsfraktur). Das Bruchstück kippt in Richtung Handfläche.

Weitere Unterscheidungsmerkmale sind z.B.:

  • Bruch mit Beteiligung des Handgelenks (Gelenkbruch),
  • geschlossener oder offener Bruch,
  • zwei oder mehrere Bruchteile,
  • verschobener oder nicht verschobener Bruch. 

Typische Begleitverletzungen eines Speichenbruchs sind z.B. Frakturen, Bänderrisse oder Luxationen am Handgelenk oder am Ellenbogen.

Wie Sie einem Bruch im Handgelenk vorbeugen können

Allgemeine Maßnahmen der Unfallverhütung und Sturzverbeugung senken das Risiko, sich am Handgelenk zu verletzen. Beim Sport kann man sich durch passende Ausrüstung vor Verletzungen schützen, z.B. Handgelenkprotektoren bei Inline-Skating. Für ältere Menschen bedeutet das Beseitigen von Sturzfallen mehr Sicherheit in der Wohnung.

Auch Maßnahmen zur Vorbeugung von Osteoporose können helfen, Knochenbrüche zu vermeiden. Dazu zählen u.a. regelmäßige Bewegung mit Übungen zur Muskelkräftigung, Erhalten eines ausreichender Vitamin D Spiegels  etc.

Welche Symptome können auftreten 

Bei einer distalen Radiusfraktur kommt es zu Schmerzen im Bereich des Handgelenks, besonders bei Druck und Bewegung (Unterarmdrehung). Meistens besteht eine deutliche Schwellung an der betroffenen Stelle. Bei einer Verschiebung des Knochenbruchs kann außerdem eine sichtbare Fehlstellung des Handgelenks bestehen. Die Beweglichkeit im Handgelenk ist eingeschränkt, manchmal ist bei Bewegungen ein Knochenreiben zu hören. Ev. ist das Gefühlsempfinden der Hand gestört.

Erste Hilfe

Bis zur ärztlichen Versorgung ist eine Ruhigstellung der verletzten Hand wichtig, z.B. mit einem Dreieckstuch. Weitere Informationen finden Sie unter Notfall: Verletzungen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Zunächst erhebt die Ärztin/der Arzt die Krankengeschichte samt Begleiterkrankungen (z.B. Osteoporose) und früheren Verletzungen. Sie/er frägt nach dem Hergang der Verletzung (z.B. Sturz auf die gebeugte oder gestreckte Hand). Danach führt die Ärztin/der Arzt eine klinische Untersuchung durch.

Bei einem Verdacht auf einen Bruch wird eine Röntgenuntersuchung durchgeführt, um die Art der Fraktur und mögliche Begleitverletzungen, z.B. Luxation der Elle, Verletzung des Handgelenks etc. festzustellen. Die Ärztin/der Arzt führt ev. weitere Untersuchungen durch, um Verletzungen von Nerven oder Gefäßen auszuschließen. Diese können beispielsweise eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztherapie (MRT) sein.

Wie erfolgt die Behandlung einer distalen Radiusfraktur?

Die Behandlung hängt von der Art der Fraktur ab.

Behandlung ohne Operation: Ein einfacher Bruch der Speiche ohne Knochenverschiebung und ohne Verletzung des Gelenks wird meist konservativ (ohne Operation) behandelt. Durch Einrichten des Bruches (Reposition) werden verschobene Knochen in die korrekte Position gebracht. Anschließend wird das Handgelenk mit einem Gips- oder Kunststoffverband für ca. drei bis fünf Wochen ruhiggestellt. Für die ersten Tage nach der Akutbehandlung kann die Ärztin/der Arzt Medikamente zur Linderung der Schmerzen verordnen. Meist wird nach ca. zwei bis drei Wochen der Verband gewechselt.

Operation: Bei einem komplizierten Bruch mit einer Verschiebung der Knochenteile wird die Ärztin/der Arzt meist eine Operation vorschlagen. Ziel ist, den Knochen oder die Knochenteile in die richtige Lage zu bringen und mithilfe von Platten, dünnen Drähten oder Schrauben zu fixieren. Für eine operative Behandlung ist ein stationärer Aufenthalt im Spital notwendig.

Wie erfolgt die Nachbehandlung?

Nach der Akutbehandlung bzw. Operation sind regelmäßige Untersuchungen vorgesehen, um den Heilungsverlauf zu kontrollieren und frühzeitig Komplikationen zu erkennen. Mögliche Komplikationen sind z.B. Verletzungen von Nerven oder Gefäßen, Karpaltunnelsyndrom oder Kompartmentsyndrom.

Ev. verordnete die Ärztin/der Arzt physikalische Therapien, um die Beweglichkeit des Handgelenks wiederherzustellen. Die Patientin/der Patient kann nach Anleitung selbstständig Bewegungsübungen durchführen. Eine Bewegungstherapie nach der Akutbehandlung kann nach ärztlicher Verordnung ambulant erfolgen, z.B. in der Spitalsambulanz oder durch niedergelassene Physiotherapeutinnen/Physiotherapeuten oder Ergotherapeutinnen/Ergotherapeuten.

Die Ärztin/der Arzt informiert die Patientin/den Patienten, wenn die Heilung soweit abgeschlossen ist, dass die normalen Aktivitäten und Bewegungen wieder aufgenommen werden können.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei einem Verdacht auf einen Speichenbruch können Sie sich für die Diagnose und Behandlung an folgende Stellen wenden:

  • Notärztin/Notarzt bzw. Rettung (144) bei akuten Beschwerden,
  • Unfallambulanz in einem Spital,
  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin,
  • Fachärztin/Facharzt für Orthopädie und Traumatologie,
  • Fachärztin/Facharzt für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie,
  • Fachärztin/Facharzt für Unfallchirurgie.

Für eine operative Behandlung ist ein stationärer Aufenthalt im Spital notwendig.

Die physikalische Therapie bzw. Bewegungstherapie kann nach ärztlicher Verordnung durch niedergelassene Physiotherapeutinnen/Physiotherapeuten oder Ergotherapeutinnen/Ergotherapeuten erfolgen.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.

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