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Schmerzen im Ellenbogen © glisic_albina
Schmerzen im Ellenbogen © glisic_albina

Ellenbogenluxation

Die Ellenbogenluxation ist eine Ausrenkung (Luxation) des Ellenbogengelenks zwischen dem Oberarmknochen und den beiden Unterarmknochen Speiche und Elle. Bei Ellenbogenluxation werden häufig auch Seitenbänder, Nerven oder Knochen verletzt. Nach der Schulterluxation ist die Verrenkung des Ellenbogens die zweithäufigste Luxation bei Erwachsenen, und die häufigste Luxation bei Kindern. Rund 40 Prozent aller Ellenbogenluxationen passieren beim Sport.

Als Ellenbogen wird das komplexe Gelenk zwischen Oberarmknochen (Humerus) und den beiden Knochen des Unterarms (Elle und Speiche) bezeichnet. Drei Gelenkteile (Scharniere) verbinden die Knochen und ermöglichen das Abwinkeln und Drehen des Unterarms.

Bei den meisten Ellenbogenluxationen ist das Scharniergelenk zwischen Elle (Ulna) und Oberarmknochen betroffen (ca. 90 Prozent). Oft kommt es zu einer Verschiebung der Elle oder Speiche und zu einem Riss des inneren Seitenbandes und der Gelenkkapsel. Knöcherne Begleitverletzung treten meist am Gelenkskopf der Speiche (Radiuskopf) oder am Knochenvorsprung auf der Innenseite des Ellenkopfes auf.

Welche Ursachen hat eine Ellenbogenluxation?

Die häufigste Ursache ist ein Sturz auf die Hand bei ausgestecktem Arm. Meist erfolgt die Verrenkung des Ellenbogengelenks nach rückwärts (dorsal) und seitlich. Die Luxation ist häufig mit einer Verletzung des Kapsel-Band-Apparates bzw. Knochenbrüchen (Frakturen) verbunden. Seltener passiert eine Luxation durch eine gewaltsame Verdrehung des Arms, z.B. bei Kampfsportarten.

Welche Symptome können auftreten?

Bei einer Verrenkung treten starke Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Bereich des Ellenbogens und Unterarmes auf, oft mit einer starken Schwellung. Auch Blutergüsse können sich bilden. Die normale Form des Ellenbogens ist deutlich verändert. Selten kommt es zu einem Ausfall der Sensibilität im Bereich des Armes. 

Erste Hilfe

Eine Ellenbogenluxation darf nicht durch Laien eingerenkt werden! Das ausgerenkte Gelenk sollte nicht bewegt werden, um weitere Verletzungen der umgebenden Muskeln, Nerven, Blutgefäße etc. zu vermeiden. Deshalb sind eine Ruhigstellung und Fixierung des verletzten Ellenbogens und eine rasche medizinische Versorgung wichtig. 

Zusätzlich kann die betroffene Stelle gekühlt werden, um die Schmerzen zu linden. Zur Kühlung wird ein „Coolpack“ oder ein anderer kühler Gegenstand für ca. 20 Minuten auf die Stelle gehalten werden. Achtung: Eis darf nicht direkt auf die Haut gelegt werden! Wickeln Sie es z.B. in Tücher. Weitere Informationen finden Sie unter: Notfall Verletzungen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Zunächst erhebt die Ärztin/der Arzt die Krankengeschichte und fragt nach dem Hergang der Verletzung. Anschließend wird der Ellenbogen auf äußere Anzeichen untersucht. Die Ärztin/der Arzt prüft Stabilität, Druckschmerz und Einschränkungen der Beweglichkeit sowie die Durchblutung und Sensibilität des Arms.

Röntgenaufnahmen in verschiedenen Ebenen geben genaueren Aufschluss über Form und das Ausmaß der Verletzung. Zur Abklärung möglicher Begleitverletzungen können weitere Untersuchungen notwendig sein, z.B. MRT bei Verdacht auf Verletzungen der Bänder, CT bei knöchernen Verletzungen. Nach den Untersuchungen beurteilt die Ärztin/der Arzt ob es sich bei der Verletzung um eine Luxation oder eine andere Verletzung handelt, z.B. Knochenbruch, Verstauchung, Prellungetc. Häufig ist z.B. ein Bruch des Knochenvorsprungs (Epikondylus) am unteren Ende des Oberarmknochens (Humerus).

Wie erfolgt die Behandlung einer Ellenbogenluxation?

Die Therapie einer Ellenbogenluxation richtet sich nach dem diagnostizierten Ausmaß und der Form der Verletzung.

Behandlung ohne Operation

Die Einrenkung (Reposition) des Gelenks ist meist schmerzhaft. Deshalb erfolgt sie unter Umständen unter Narkose. Nach der Einrenkung prüft die Ärztin/der Arzt die Durchblutung, Sensibilität und Beweglichkeit des Ellenbogens und des Armes. Ev. werden weitere Kontrolluntersuchungen mit der Patientin/dem Patienten vereinbart.

Wenn kein begleitender Knochenbruch vorliegt, wird der Ellenbogen mit einer speziellen Schiene für ca. zwei Wochen ruhiggestellt. Bei Bedarf verschreibt die Ärztin/der Arzt der Patientin/dem Patienten Medikamente zur Schmerzlinderung. In unkomplizierten Fällen verordnet die Ärztin/der Arzt eine physikalische Therapie mit einfachen Übungen, bereits wenige Tage nach der Einrenkung. Dazu wird die Schiene vorübergehend entfernt. Die Übungen helfen, die Beweglichkeit und Kraft des Armes wieder herzustellen.

Behandlung mit Operation

Eine Operation einer Ellenbogenluxation ist notwendig, wenn eine Einrenkung nicht möglich ist. Weitere Gründe für eine Operation sind z.B. Verletzungen des Kapsel-Band-Apparates, Frakturen, Instabilität des Gelenks und wiederholte Luxationen.

Möglichst bald nach der Operation verordnet die Ärztin/der Arzt eine funktionelle Physiotherapie mit einfachen Übungen, um die Beweglichkeit des Gelenks zu erhalten.

Wie erfolgt die Nachbehandlung?

Nach der Akutbehandlung bzw. Operation sind mehrere Untersuchungen zur Kontrolle der Heilung und weitere physikalische Therapien vorgesehen. Die Patientin/der Patient wird durch die Physiotherapeutin/den Physiotherapeuten angeleitet, die Übungen selbstständig durchzuführen. Die Ärztin/der Arzt informiert die Patientin/den Patienten, wenn die Heilung abgeschlossen ist und die normalen Aktivitäten und Bewegungen wieder aufgenommen werden können.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei einem Verdacht auf Ellenbogenluxation suchen Sie ein Spital auf oder rufen Sie die Rettung (144).

Die Diagnose und Behandlung erfolgt in einem Spital bzw. in einer Spitalsambulanz meist durch Fachärztinnen/Fachärzte aus folgenden Fachgebieten:

  • Orthopädie und Traumatologie
  • Orthopädie und Orthopädische Chirurgie
  • Unfallchirurgie

Für eine operative Behandlung ist ein stationärer Aufenthalt notwendig.

Die Bewegungstherapie nach der Akutbehandlung kann nach ärztlicher Verordnung ambulant erfolgen, z.B. in der Spitalsambulanz oder durch niedergelassene Physiotherapeutinnen/Physiotherapeuten oder Ergotherapeutinnen/Ergotherapeuten.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.
 

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