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Behandlung von Adipositas bei Erwachsenen

Die Behandlung von starkem Übergewicht ist individuell ausgerichtet und zielt auf eine langfristige Gewichtsabnahme ab. Bereits eine mäßige Gewichtsabnahme kann die Gesundheit verbessern und wird durch ein Team von verschiedenen Gesundheitsfachkräften unterstützt.

Die Ärztin oder der Arzt bespricht mit der Patientin oder dem Patienten die individuellen Therapie-Ziele. Es ist für den Erfolg der Behandlung wichtig, dass diese realistisch und an die jeweilige Person angepasst sind. Die Ärztin oder der Arzt berücksichtigt dabei auch mögliche weitere vorhandene Erkrankungen bzw. Ursachen der Adipositas. Bestehen Erkrankungen wie Bluthochdruck oder erhöhte Blutfette, kann die Ärztin oder der Arzt weitere Behandlungen vorschlagen.

Langfristige Gewichtsabnahme

Im Mittelpunkt der Behandlung bei Übergewicht und Adipositas steht eine langfristige Gewichtsabnahme. Zu Beginn stehen meist Änderungen im Lebensstil im Vordergrund. Dabei werden die Betroffenen von einem Team aus Expertinnen und Experten unterschiedlicher Fachrichtungen, z.B. Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Diätologie, Physiotherapie, Psychotherapie, klinischer Psychologie begleitet. Vielen hilft zudem der Austausch in einer Selbsthilfegruppe.

Gemeinsam mit Gesundheitsfachkräften erarbeiten die Betroffenen alltagstaugliche Strategien zu den Bereichen, u.a.

  • Ernährung,
  • Bewegung sowie
  • Verhalten und Psyche.

Wenn Änderungen im Lebensstil nicht ausreichen oder eine schwere Adipositas vorliegt, gibt es ergänzend weitere Behandlungsmöglichkeiten, wie z.B.

  • bestimmte Medikamente oder
  • Operationen am Magen.

Hinweis

Die Ärztin oder der Arzt informiert zu Nutzen sowie Risiken von Medikamenten und Operationen und deren Kontraindikationen.

Was bringt eine Gewichtsabnahme für die Gesundheit?

Eine Gewichtsabnahme bei starkem Übergewicht bringt zahlreiche Vorteile für die Gesundheit. Zum Beispiel:

  • Das Risiko für Diabetes sinkt.
  • Der Blutdruck kann sich verbessern.
  • Die Blutfettwerte können sich verbessern.
  • Es kommt seltener zu Harninkontinenz.
  • Die Atmung verbessert sich, z.B. weniger Schlafapnoe.
  • Es kommt zu weniger depressiven Beschwerden.
  • Insgesamt verbessert sich die Lebensqualität, u.a. kann man sich fitter fühlen und Bewegung fällt auch wieder leichter.

Wie viel soll man abnehmen?

Fachleute empfehlen bei Übergewicht oder Adipositas eine Gewichtsabnahme von 5 bis 10 Prozent des Ausgangsgewichts innerhalb von 6 bis 12 Monaten. Das entspricht bei einem z.B. 100 kg schweren Menschen einer Gewichtsabnahme von 5 bis 10 kg in einem halben bis einem Jahr.

Hinweis

Bereits ab einer Gewichtsabnahme von 5 Prozent verbessern sich Risikofaktoren bzw. Erkrankungen wie z.B. erhöhte Blutfettwerte, Bluthochdruck sowie Diabetes Typ 2.

Es ist wesentlich, nicht zu schnell viel an Gewicht verlieren. Das kann auch zu unerwünschten Nebenwirkungen führen, wie z.B. Gallenstein-Erkrankungen oder einer Abnahme der Knochendichte. Eine gute Orientierung ist eine Gewichtsabnahme von ca. einem halben Kilogramm pro Woche.

Es ist also Geduld gefragt beim Abnehmen. Frauen nehmen meist etwas langsamer ab als Männer. Mit höherem Alter nimmt man auch etwas langsamer ab.

Ernährungstherapie

Eine Ernährungstherapie unterstützt dabei, eine gesunde, ausgewogene Ernährung umzusetzen. Neben den vielen gesundheitlichen Vorteilen einer ausgewogenen Ernährung, werden weniger Kalorien aufgenommen und so das Abnehmen erleichtert. Ziel ist es, die Ernährung langfristig umzustellen, auch um ein gesundes Körpergewicht halten zu können.

Im Mittelpunkt stehen dabei u.a.

  • alltagstaugliche Veränderungen der Ess- und Trinkgewohnheiten,
  • eine ausgewogene Auswahl an Nahrungsmitteln,
  • regelmäßige Mahlzeiten und ein
  • bewusster Umgang mit Portionsgrößen.

Gemeinsam werden persönliche Ziele festgelegt und Strategien entwickelt, um gesundheitsfördernde Routinen langfristig zu verankern. Das kann als Einzel- oder Gruppen-Beratung erfolgen. Die Ärztin oder der Arzt und Ernährungsfachkräfte beraten, welche Maßnahmen zu einer ausgewogenen Ernährung verhelfen.

Weitere Informationen finden Sie unter

Bewegung und Physiotherapie

Körperliche Bewegung ist eine wichtige Ergänzung beim Abnehmen. Doch: Ein Mehr an Bewegung alleine genügt bei starkem Übergewicht meist nicht, um genug abzunehmen.

Ausreichend Bewegung beim Abnehmen hat folgende Auswirkungen u.a.

  • Der Fettanteil im Körper verringert sich.
  • Hilft gegen einen übermäßigen Verlust an Muskelmasse.
  • Hilft gegen eine Verringerung der Knochendichte.
  • Der Blutzucker verbessert sich, das hilft gegen Diabetes Typ 2.
  • Die Blutfettwerte verbessern sich, das hilft gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Der Blutdruck verbessert sich, das hilft ebenso gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Die Blutgerinnung verbessert sich, das hilft u.a. gegen Thrombosen.
  • Die Lungenfunktion verbessert sich.

In Bewegungskursen oder -einheiten beschäftigen sich die Betroffenen zudem mit Fragen wie z.B.

  • Wie kann Bewegung in den Alltag eingebaut werden?
  • Welcher Sport ist bei Übergewicht geeignet?
  • Ausdauer- oder Kraft-Sport zum Abnehmen?

Für Menschen mit starkem Übergewicht eigenen sich eher Ausdauer-Sportarten, die die Gelenke schonen, z.B. Schwimmen oder Radfahren. Mit steigender Fitness können weitere Sportarten dazukommen. Ergänzend zum Ausdauer-Sport sollte auch Kraft-Sport gemacht werden. Die Ärztin oder der Arzt, die Physiotherapeutin oder der Physiotherapeut beraten, welcher Sport am geeignetsten ist.

Auch nach einer erfolgreichen Gewichtsabnahme sollten weiterhin ausreichend Bewegung und körperliche Aktivität am Programm stehen. Denn: Körperliche Bewegung unterstützt dabei, das neue Körpergewicht besser halten zu können.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Psyche und Verhaltensänderung

Begleitende Maßnahmen zur Verhaltensänderung – einzeln oder in der Gruppe – sind von großer Bedeutung bei der Behandlung von Adipositas. Dabei geht es u.a. um

  • die Selbstbeobachtung von Verhalten und Fortschritt,
  • das Erlernen von Strategien zum Umgang mit Nahrungsmittel und Essen,
  • den gezielten Einsatz von Belohnungen,
  • den Umgang mit Rückschlägen beim Gewichtsmanagement sowie
  • möglicher ausgleichender Tätigkeiten in der Freizeit.

Das Einbeziehen des nahen Umfelds unterstützt die Betroffenen.

Eine kognitive Verhaltenstherapie  bzw. psychotherapeutische Ansätze aus der Verhaltenstherapie helfen den Betroffenen u.a. Denkmuster und Gewohnheiten zu hinterfragen, zu verändern oder abzulegen. Dabei kann es auch u.a. um den Umgang mit Stress, Frustration bzw. Gefühlen gehen. Die Betroffenen erlernen u.a. wie herausfordernde Situationen im Alltag gut bewältigt werden können.

Fachleute empfehlen eine Verhaltenstherapie oder auch andere Methoden der Psychotherapie vor allem im Zusammenhang mit psychischen Problemen bzw. Begleiterkrankungen. Bei Vorliegen einer psychischen Erkrankung wie z.B. Ess-Störung mit Essanfällen oder Depressionen, erfolgt eine Behandlung sowie Aufklärung durch eine Fachärztin oder einen Facharzt für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin, eine Psychotherapeutin oder einen Psychotherapeuten bzw. einer klinischen Psychologin oder einen klinischen Psychologen.

Diäten, Nahrungsergänzungen und Apps

Diäten

Es gibt zahlreiche Diäten und Methoden zur Gewichtsabnahme. Ob und wie diese für eine langfristige Gewichtsabnahme geeignet sind und welche Auswirkung sie auf die Gesundheit haben, ist sehr unterschiedlich untersucht.

Wissenschaftlich betrachtet ist keine Methode einer anderen überlegen: Alle Methoden zeigen hinsichtlich einer Gewichtsabnahme ähnliche Ergebnisse wie eine herkömmliche Zurückhaltung beim Essen. Entscheidend ist zum Abnehmen, dass weniger Kalorien aufgenommen werden, als der Körper verbraucht.

Für die Gewichtsabnahme macht es keinen Unterschied ob man:

  • feste Essens- und Fastenzeiten einhält, z.B. Intervallfasten, 
  • sich proteinreich ernährt, z.B. High Protein,
  • eine fettarme Ernährung wählt, z.B. Low-Fat,
  • die Kohlenhydrate reduziert, z.B. Low-Carb oder
  • auf einen niedrigem glykämischen Index in der Ernährung achtet.

Fachleute raten anstatt einseitiger Diäten oder Abnehm-Programme eher zu einer langfristigen Umstellung der Ernährung und Bewegung. Beides sollte individuelle Vorlieben berücksichtigen und kann so besser im Alltag umgesetzt und auch durchgehalten werden.

Viele Diäten oder Methoden sind sehr einseitig und nicht als Dauer-Ernährung geeignet. Manche haben auch Nebenwirkungen wie z.B. Magen-Darm-Beschwerden, Muskelkrämpfe bis hin zu Nierenproblemen.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Nahrungsergänzungen

Zahlreiche Nahrungsergänzungsmittel oder Präparate sollen beim Abnehmen helfen – so die Versprechungen. Doch Fachleute raten von der Einnahme derartiger Mittel ab, da diese keine nachgewiesene Wirkung haben oder für die Gesundheit nicht sicher sind.

Präparate oder Nahrungsergänzungen ohne wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung zum Abnehmen sind z.B.:

  • Apfelessig als z.B. Getränk oder Kapsel,
  • Probiotika wie z.B. Laktobazillen,
  • Chitosan, aus Schalen von Krustentieren wie z.B. Krabben oder Pilzen gewonnen,
  • Spirulina, aus Blaualgen.

Apps und digitale Tools

Zahlreiche Abnehm-Apps und digitale Tools bieten interaktive Lerninhalte, persönliche Einstellungen uvm. Apps und digitale Tools sind z.B. Programme am Smartphone mit Tipps, Kalorien-Listen, Möglichkeit zum Eintragen von Kalorien oder Aktivitätsmesser, Schrittzähler etc.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen allerdings, dass Apps und digitale Tools den Erfolg einer Gewichtsabnahme nicht steigern. Sie können eine Gewichtsabnahme zwar unterstützen, indem sie z.B. die Selbstbeobachtung erleichtern oder die Motivation steigern. Aber: Apps und digitale Tools sind kein Ersatz für eine persönliche Betreuung durch medizinisches Fachpersonal oder Ernährungsfachkräfte. Eine gute, wirkungsvolle andere Möglichkeit ist der Austausch und Kontakt mit Fachkräften über das Telefon oder Internet, z.B. Telefon-Beratung oder Online-Treffen.

Medikamente zum Abnehmen

Haben alle bisherigen Behandlungen keinen oder nicht ausreichend Erfolg gebracht, kann die Ärztin oder der Arzt ein Medikament zum Abnehmen empfehlen. Medikamente können allerdings nur eine Ergänzung zu Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltensänderungen sein.

Die meisten Medikamente zum Abnehmen beeinflussen den Hunger und die Sättigung. Manche haben direkt Einfluss auf die Verdauung. Alle Medikamente zum Abnehmen haben auch Nebenwirkungen. Eine langfristige Anwendung ist für einen Behandlungserfolg notwendig.

Medikamente zum Abnehmen gibt es für Menschen mit z.B.:

  • BMI ab 30 kg/m² ,
  • BMI ab 27 kg/m² und zusätzlichem Risikofaktor wie z.B. Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck oder erhöhte Blutfette.

Medikamente zum Abnehmen gibt es als Injektion, bekannt auch als Abnehmspritze oder als Tablette zum Einnehmen.

Hinweis

Die Ärztin oder der Arzt informiert ausführlich, welches Medikament für die Betroffenen oder den Betroffenen am besten geeignet ist sowie zu Anwendungsdauer, möglichen Nebenwirkungen sowie Wechselwirkungen und der richtigen Anwendung.

Liraglutid

Dieser Wirkstoff hemmt den Hunger und verstärkt die Sättigung. So essen Personen weniger. Liraglutid wird einmal am Tag selbst unter die Haut gespritzt. Mögliche Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden wie z.B. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall sowie Kopfschmerzen oder Schlaflosigkeit. Bei Personen die Diabetes-Medikamente einnehmen, kann Liraglutid leichter zu einem Unterzucker im Blut kommen.

Mit Liraglutid nehmen ca. 60 von 100 Personen innerhalb eines Jahres ca. fünf Prozent an Gewicht ab. Das sind z.B. bei einer 100 kg schweren Person 5 kg. Eine von drei Personen kann bis zu 10 Prozent an Gewicht verlieren. Das sind bei z.B. einer 100 kg schweren Person 10 kg.                                                  

Semaglutid

Dieser Wirkstoff ahmt ein Hormon nach, das natürlicherweise im Darm vorkommt. Es hat Einfluss auf den Blutzucker und hemmt den Hunger. Semaglutid wird einmal in der Woche selbst gespritzt oder als Tablette eingenommen. Mögliche unerwünschte Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden wie z.B. Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall. Bei Personen die Diabetes-Medikamente einnehmen, kann Semaglutid leichter zu einem Unterzucker im Blut kommen.

Mit Semaglutid nehmen 79 von 100 Personen innerhalb eines Jahres ca. fünf Prozent an Gewicht ab. Das sind z.B. bei einer 100 kg schweren Person 5 kg. 61 von 100 Personen können bis zu 10 Prozent an Gewicht verlieren. Das sind bei z.B. einer 100 kg schweren Person 10 kg.

Tirzepatid

Dieser Wirkstoff ahmt zwei Hormone nach, die natürlicherweise im Darm vorkommen. Es beeinflusst den Hunger und die Sättigung, die Magenentleerung, den Blutzucker und den Stoffwechsel. Tirzepatid wird einmal wöchentlich selbst gespritzt. Mögliche unerwünschte Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden wie z.B. Übelkeit, Durchfall, Verstopfung und Verdauungsprobleme. Bei Personen die Diabetes-Medikamente einnehmen, kann Tirzepatid leichter zu einem Unterzucker im Blut kommen.

Orlistat

Dieser Wirkstoff hemmt die Verdauung von Nahrungsfetten. Der Körper nimmt so weniger Fett auf und scheidet es quasi unverdaut wieder aus. Orlistat wird als Tablette dreimal täglich zu den Mahlzeiten eingenommen. Mögliche Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden wie z.B. häufiger Stuhldrang, fettiger oder öliger Stuhl, Blähungen. Orlistat kann im Körper die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen hemmen, z.B. Vitamin A, D, E und K. Es kann im Körper auch die Aufnahme bestimmter Medikamente vermindern, z.B. Medikamente mit Schilddrüsen-Hormonen.

Mit Orlistat nimmt rund die Hälfte der Personen innerhalb eines Jahres ca. fünf Prozent an Gewicht ab. Das sind bei z.B. einer 100 kg schweren Person 5 kg. Rund eine von vier Personen kann bis zu 10 Prozent an Gewicht verlieren. Das sind bei z.B. einer 100 kg schweren Person 10 kg. Unter der Einnahme von Orlistat verbessert sich häufig der LDL-Cholesterin-Spiegel im Blut.

Bupropion / Naltrexon

Diese beiden Wirkstoffe sind als Kombinations-Präparat verfügbar. Beide Wirkstoffe hemmen das Hungergefühl. Bupropion und Naltrexon werden als Tablette täglich eingenommen. Mögliche unerwünschte Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden wie z.B. Übelkeit, Verstopfung, Erbrechen sowie Kopfschmerzen, Schwindel oder Schlaflosigkeit.

Mit der Kombination aus Bupropion und Naltrexon nehmen 65 von 100 Personen innerhalb eines Jahres ca. fünf Prozent an Gewicht ab. Das sind z.B. bei einer 100 kg schweren Person 5 kg. 38 von 100 Personen können bis zu 10 Prozent an Gewicht verlieren. Das sind bei z.B. einer 100 kg schweren Person 10 kg.

Operation zum Abnehmen

Die Möglichkeit einer Operation zum Abnehmen besteht, wenn alle bisherigen Behandlungsmöglichkeiten keinen oder nicht ausreichend Erfolg gebracht haben. Ein solcher Eingriff kommt auch in Frage, wenn sich Begleiterkrankungen nicht bessern.

Eine Operation zum Abnehmen kann in Erwägung gezogen werden, bei z.B.:

  • BMI ab 35 kg/m²,
  • BMI ab 30 kg/m² und Diabetes-Typ-2 oder anderen Risikofaktoren wie z.B. Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte.

Operationen zum Abnehmen erfolgen meist minimal-invasiv, das bedeutet über kleinste Hautschnitte und mithilfe einer Kamera. Fachleute nennen so eine Operation auch bariatrische Operation oder metabolische Operation.

Nach einer Operation zum Abnehmen kann die Patientin oder der Patient nur mehr weniger essen oder die Verdauung wird verändert. Das hat in der Regel einen günstigen Einfluss auf die Gesundheit, u.a. auf bestehende Begleiterkrankungen wie z.B. Typ-2-Diabetes.

Hinweis

Die Ärztin oder der Arzt informiert ausführlich zu Voraussetzungen, Nutzen und Risiken einer Operation zum Abnehmen.

Welche Operationen gibt es?

Folgende Operationen am Magen stehen zur Verfügung, u.a.:

Magenverkleinerung

Bei diesem Eingriff werden Teile des Magens entfernt und der verbleibende Anteil umgeformt. Der Magen hat danach eine schlauchähnliche Form. Man nennt diese Art der Operation daher auch Schlauchmagen-Operation. Mit einem Schlauchmagen können nur mehr kleinere Nahrungsmengen gegessen werden. Dieser Eingriff kann nicht rückgängig gemacht werden. Fachleute sprechen dabei von einer Sleeve-Gastrektomie.

Mögliche Nebenwirkungen oder Folgen eines Schlauchmagens sind, z.B. Reflux-Erkrankung,

Magenbypass

Bei einem Magenbypass werden große Anteile der Verdauung umgangen. Ein Bypass ist eine Art Umleitung. Bei diesem Eingriff werden zusätzlich zu einer Verkleinerung des Magens Teile des Darms verkürzt, v.a. der Zwölffingerdarm und der Dünndarm. Der Körper nimmt so weniger Energie aus der Nahrung auf.

Mögliche Nebenwirkungen oder Folgen eines Magenbypasses sind z.B. starke Veränderungen im Blutzuckerspiegel. Untersuchungen des Verdauungstraktes mit Kontrastmittel sind nach einer solchen Operation nicht mehr möglich.

Magenband

Das Setzen eines Magenbands wird aufgrund neuerer Operationsmethoden immer seltener durchgeführt. Dabei wird der Magen mit einem elastischen Band verkleinert. Das Band kann über einen äußeren Zugang enger oder weiter gestellt werden. Dieser Eingriff kann rückgängig gemacht werden.

Fettabsaugung

Eine Fettabsaugung ist bei Adipositas keine Behandlungsmöglichkeit. Eine Fettabsaugung bewirkt keine Veränderung der Kalorienaufnahme und hat keinen nachgewiesenen Nutzen für die Gesundheit.

Mögliche Folgen einer Operation

Dem Nutzen der Gewichtsabnahme stehen weitere mögliche, unerwünschte Auswirkungen durch eine Magen-Operation gegenüber. So ist etwa zumeist die lebenslange Einnahme bestimmter Vitamine und Mineralstoffe nötig.

Mögliche Folgen und Auswirkungen einer Magen-Operation sind u.a.:

  • Schwierigkeiten bei oder nach der Operation,
  • erforderliche Nachoperationen,
  • Mangelerscheinungen: beeinträchtige Aufnahme von Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen, z.B. Kalzium, Vitamin D, Vitamin B12, Folsäure, Eisen, Selen, Zink,
  • Beschwerden wie z.B. Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen nach dem Essen.
  • Beschwerden nach zucker-reichen Speisen, großen Portionen oder zu schnellem Essen. Fachleute sprechen dabei von einem Dumping-Syndrom.
  • Gallensteine durch rasche Gewichtsabnahme.

Nach einer Magen-Operation ist in der Regel eine langfristige Nachsorge durch medizinisches Fachpersonal erforderlich. Die Kontrollen umfassen dabei u.a.

  • Gewichtsentwicklung,
  • Blutuntersuchungen
  • Kontrolle auf Mangelerscheinungen,
  • Kontrolle der Knochendichte.

Nach einer Magen-Operation sollten Frauen mit einer Schwangerschaft 1 bis 2 Jahre warten.

Wohin kann ich mich wenden?

Zur Früherkennung gibt es folgende Möglichkeiten: 

Zur Abklärung und Diagnose von Übergewicht oder Adipositas können Sie sich z.B. an folgende Stellen wenden:

Für die Behandlung und Beratung können folgende Stellen hilfreich sein:

Weitere Gesundheitsberufe können in die Behandlung eingebunden sein – etwa aus klinischer Psychologie oder Psychotherapie.

Angebote und Programme für Gewichtsmanagement, gesunde Ernährung, Bewegung:

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.

  • AMBOSS (2026): Metabolisches Syndrom. Online abgerufen im März 2026 unter www.amboss.com
  • Cochrane kompakt (2023): Helfen Diäten mit niedrigem glykämischen Index oder niedriger glykämischer Last Menschen mit Übergewicht oder Adipositas beim Abnehmen? Online abgerufen im März 2026 unter www.cochrane.org
  • Cochrane kompakt (2025): Ist die Behandlung mit Liraglutid bei Erwachsenen mit Adipositas (starkem Übergewicht) effektiv, um Gewicht zu verlieren, und geht sie mit unerwünschten Wirkungen einher? Online abgerufen im März 2026 unter www.cochrane.org
  • Cochrane kompakt (2025): Ist die Behandlung mit Semaglutid bei Erwachsenen mit Adipositas (starkem Übergewicht) effektiv, um Gewicht zu verlieren, und geht sie mit unerwünschten Wirkungen einher? Online abgerufen im März 2026 unter www.cochrane.org
  • Cochrane kompakt (2025): Ist die Behandlung mit Tirzepatid bei Erwachsenen mit Adipositas (starkem Übergewicht) effektiv, um Gewicht zu verlieren, und geht sie mit unerwünschten Wirkungen einher? Online abgerufen im März 2026 unter www.cochrane.org
  • Cochrane kompakt (2026): Intervallfasten im Vergleich zu klassischer Diät oder keiner Behandlung: Welche Methode unterstützt das Abnehmen besser? Online abgerufen im März 2026 unter www.cochrane.org
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  • European medicines agency (2026): Ozempic Produktinformation. Online abgerufen im März 2026 unter www.ema.europa.eu
  • Herold Innere Medizin Online (2025): Adipositas. Online abgerufen im März 2026 unter www.pschyrembel.de
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) (2022): Starkes Übergewicht (Adipositas). Online abgerufen im März 2026 unter www.gesundheitsinformation.de
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  • Medizin transparent (2026): Abnehmen mit Protein funktioniert wahrscheinlich nicht. Online abgerufen im März 2026 unter www.medizin-transparent.at
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  • Medizin transparent (2026): Low Carb: wahrscheinlich kein Vorteil zum Abnehmen. Online abgerufen im März 2026 unter www.medizin-transparent.at
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  • Up To Date (2026): Patient education: Weight loss medicines (The Basics). UpToDate. Waltham, MA: UpToDate Inc. Online abgerufen im März 2026 unter www.uptodate.com (Registrierung erforderlich).
  • Up To Date (2026): Patient education: Weight loss treatments (The Basics). UpToDate. Waltham, MA: UpToDate Inc. Online abgerufen im März 2026 unter www.uptodate.com (Registrierung erforderlich).

Letzte Aktualisierung: 18. Juni 2026

Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: Univ. Doz. Dr. Cem Ekmekcioglu, Facharzt für Physiologie; Zusatz: ÖÄK-Diplom für Ernährungsmedizin

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