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Diätologie

Die ernährungsmedizinische Therapie umfasst u.a. die Erstellung eines auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmten Planes mit Hilfe einer strukturierten Erhebung des Ernährungszustands (z.B. anhand von Gesprächen, medizinischen Befunden sowie Ernährungstagebüchern) sowie die Beratung und Schulung von Personen bzw. auch von An- und Zugehörigen sowie der Evaluierung der Therapie.

Berufsbezeichnung und gesetzliche Grundlagen

Diätologin bzw. Diätologe; Sie zählen in Österreich zu den gehobenen medizinisch-therapeutisch-diagnostischen Gesundheitsberufen. Die Berufsausübung ist im MTD-Gesetz (MTDG) geregelt. Dieses definiert u.a. Berufsbild, Tätigkeitsrahmen sowie Anforderungen an Ausbildung, Berufsausübung und Fortbildung.

Zur Ausübung des Berufs berechtigt sind Personen, die die gesetzlich vorgesehene Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben und im Gesundheitsberuferegister (GBR) eingetragen sind. Die freiwillige berufliche Interessenvertretung erfolgt durch den Berufsverband Diätologie Austria, übergeordnete berufspolitische Anliegen werden durch den Dachverband MTD-Austria vertreten.

Tätigkeiten und Einsatzorte

Ihre Tätigkeit umfasst Ernährungsdiagnostik, -therapie und ernährungsbezogene Beratung bei gesunden und kranken Menschen. Grundlage der diätologischen Arbeit ist ein strukturierter Prozess. Dieser beinhaltet die Erhebung des Ernährungszustands anhand von Gesprächen, Ernährungsprotokollen sowie relevanten medizinischen Befunden. Dabei werden Lebenssituation, Ressourcen und individuelle Ziele von Person berücksichtigt. Ernährungsmedizinisch bedeutsame Informationen werden aus bestehenden Diagnosen abgeleitet und bei Bedarf in interprofessioneller Abstimmung mit Ärztinnen und Ärzten weiter geklärt.

Individuelle Konzepte, unter anderem bei Diabetes Mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Adipositas, Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien, Nieren- und onkologischen Erkrankungen sowie bei Mangel- und Fehlernährung sind Teil der therapeutischen Maßnahmen. In der Praxis kommen dabei unter anderem Portions- und Lebensmittelmodelle, Nährwerttabellen, Schaubilder oder digitale Dokumentationshilfen zum Einsatz, um Zusammenhänge verständlich darzustellen und Anpassungen gemeinsam zu besprechen. Ein weiterer Tätigkeitsbereich ist die Begleitung bei der Umsetzung im Alltag, wo Mahlzeiten geplant werden, geeignete Lebensmittel ausgewählt und Ernährungsempfehlungen an persönliche Vorlieben, Alltagssituationen oder kulturelle Gewohnheiten angepasst werden, mit Hilfe von Einkaufsleitfäden, Rezeptbeispiele oder einfache Menüpläne.

Die klinische Ernährung ist ein wesentlicher Bestandteil ihres Arbeitsfeldes, wo die passende künstliche Ernährungsform, über Sonden oder Infusionen (enteral/parenteral) erhoben wird und somit Menschen in medizinisch komplexen Situationen ausreichend, sicher und bedarfsgerecht mit Nährstoffen versorgt werden.

Darüber hinaus sind der Bereich Ernährungswirtschaft und Verpflegungsmanagement ein wichtiges Tätigkeitsfeld, wo Diätologinnen und Diätlogen Einrichtungen wie Krankenhäuser, Pflege- und Betreuungseinrichtungen oder Betriebe beraten, Speisepläne entwickeln, Nährstoffgehalte berechnen und die fachgerechte Zubereitung von Speisen sichern.

Einsatzorte

Die Berufsausübung kann im Rahmen eines Dienstverhältnisses oder selbständig erfolgen. Typische Einsatzorte sind z.B. Krankenanstalten, Rehabilitations- und Kureinrichtungen, Gesundheitszentren, Pflege- und Betreuungseinrichtungen sowie Ambulatorien und Primärversorgungseinheiten sowie in der selbstständigen Praxis. Weitere Tätigkeitsfelder bestehen in der Ernährungswirtschaft, in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie, im Verpflegungsmanagement (z.B. Catering, Großküchen), im öffentlichen Gesundheitsdienst sowie in Forschung, Wissenschaft und Lehre.

Ausbildung

Die Ausbildung erfolgt an Fachhochschulen in Österreich und umfasst ein sechssemestriges Bachelorstudium (180 ECTS) mit dem Abschluss Bachelor of Science (BSc). Das Studium vermittelt medizinische, ernährungswissenschaftliche und therapeutische Grundlagen sowie umfangreiche praktische Ausbildungsanteile in unterschiedlichen Versorgungseinrichtungen. Im Anschluss bestehen Möglichkeiten für Masterstudien oder Tätigkeiten in Forschung und Lehre, Public Health oder Management.

Im Ausland erworbene Qualifikationen können nach Anerkennung (aus einem EU/EWR-Staat bzw. der Schweiz) oder Nostrifikation (Drittstaat) und nach Eintragung in das GBR zur rechtmäßigen Berufsausübung in Österreich berechtigen.

Fort- und Weiterbildung

Damit Berufsangehörige auf dem neuesten Stand bleiben, besteht ein eine gesetzliche Fortbildungspflicht. Innerhalb von fünf Jahren müssen mindestens 60 Fortbildungsstunden absolviert werden. Inhalt und Dauer sind zu dokumentieren. Die Planung und Dokumentation der Fortbildungsaktivitäten obliegen in der Verantwortung jedes einzelnen. Berufsverbände unterstützen mit Fortbildungsangeboten und auch einem freiwilligen Dokumentationssystem in Form von Zertifikaten (Continuing Professional Development – CPD- oder CPD-PLUS Zertifikat).

Auch die Möglichkeit von Weiterbildungen ermöglicht eine fachliche Vertiefungen z.B. in den Bereichen klinische Ernährung, Ernährungsmedizin, Prävention, Pädiatrie, Geriatrie, Onkologie oder Public Health.

Inanspruchnahme und Kosten

Diätologische Leistungen können grundsätzlich direkt in Anspruch genommen werden. Für eine teilweise oder vollständige Kostenübernahme durch die Sozialversicherung ist in der Regel eine ärztliche Verordnung erforderlich.

Ohne Verordnung handelt es sich um eine Privatleistung. Die Kosten richten sich nach Dauer, Leistungsumfang und Versorgungskontext. Im niedergelassenen Bereich werden diätologische Leistungen häufig als Wahlleistungen erbracht; eine teilweise Kostenrückerstattung durch die Sozialversicherung oder einer privaten Krankenversicherung ist möglich. Auskünfte zur konkreten Kostenübernahme erhalten Sie bei der behandelnden Diätologin oder dem behandelnden Diätologen sowie bei ihrer Sozialversicherung.

Letzte Aktualisierung: 3. März 2026

Erstellt durch: Gesundheit Österreich GmbH, Abteilung Gesundheitsberufe und Langzeitpflege

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