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Biomedizinische Analytik

Biomedizinische Analytiker:innen sind diagnostische Fachkräfte, die mit unterschiedlichen Labor- und Gerätetechnologien arbeiten. Sie untersuchen Proben wie Blut, Urin oder Gewebe, die etwa bei Arztbesuchen, Spitalsaufenthalten oder Vorsorgeuntersuchungen entnommen werden. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen bilden eine wichtige Grundlage für Diagnosen und Therapieentscheidungen.

Berufsbezeichnung und gesetzliche Regelungen

„Biomedizinische Analytiker:in“ bzw. „Biomedizinische Analytiker“

Biomedizinische Analytiker:innen zählen in Österreich zu den gehobenen medizinisch-therapeutisch-diagnostischen Gesundheitsberufen. Die Berufsausübung ist im MTD-Gesetz (MTDG) geregelt. Zur Ausübung des Berufs berechtigt sind Personen, die eine gesetzlich anerkannte Ausbildung abgeschlossen haben und im Gesundheitsberuferegister (GBR) eingetragen sind.

Die freiwillige berufliche Interessenvertretung erfolgt durch den Berufsverband Biomed Austria; übergeordnete insbesondere berufspolitische Anliegen der 7 MTD-Berufe werden durch den Dachverband MTD-Austria vertreten.

Aufgaben und Einsatzorte

Ihre Tätigkeit beinhaltet die Übernahme, Aufbereitung und Prüfung biologischer Proben, die im Rahmen medizinischer Untersuchungen gewonnen werden z.B. Blut-, Urin-, Gewebe- oder Zellproben aber auch Nägel, Haare und weiter biologische Materialien. Diese Proben werden vorbereitet und mit geeigneten laboranalytischen Verfahren untersucht.

Die Analyse erfolgt abhängig von Fragestellung und Methode automatisiert oder manuell, beispielsweise durch Mikroskope, Zentrifugen, Pipettiersysteme oder auch molekularbiologische Geräte. Die erhobenen Messergebnisse werden fachlich kontrolliert, dokumentiert und über Laborinformationssysteme für die weitere medizinische Beurteilung bereitgestellt.

Zu den diagnostischen Fachbereichen gehören u.a. die klinische Chemie mit der Bestimmung von Stoffwechselparametern, Elektrolyten, Enzymen, Hormonen oder Tumormarkern oder in der Hämatologie mit der Analyse von Blut- und Knochenmarkproben, der Gerinnungsdiagnostik sowie Blutgruppen- und Verträglichkeitsbestimmungen.

Weitere Arbeitsbereiche liegen in der Mikrobiologie, also in der Untersuchung von Bakterien, Viren und Pilzen einschließlich der Wirkung und Unempfindlichkeit (Resistenzbestimmungen) von Antibiotika. In der Immunologie und Allergologie werden Reaktionen des Immunsystems sowie mögliche Allergien untersucht. Auch die Histologie und Zytologie sind Bereiche, wo Gewebe- und Zellproben unter dem Mikroskop beurteilt werden, um (krankhafte) Veränderungen zu erkennen. In der Reproduktionsmedizin und Molekularbiologie werden unter anderem Keimzellen sowie Erbinformationen und genetische Merkmale analysiert.

Darüber hinaus können Biomedizinische Analytiker:innen auch in speziellen diagnostischen Bereichen tätig sein, zum Beispiel bei Blutgasanalysen. In bestimmten Einrichtungen ist auch eine Mitarbeit in funktionsdiagnostischen oder schlafmedizinischen Bereichen möglich. Unabhängig vom Einsatzgebiet erfolgen alle Arbeitsschritte nach standardisierten Abläufen sowie unter Einhaltung geltender Hygiene-, Qualitäts- und Sicherheitsvorgaben.

Einsatzorte

Die Tätigkeit erfolgt überwiegend in medizinischen Laboreinrichtungen, die in Krankenanstalten und Ambulatorien oder auch eigenständige Einrichtungen vorhanden sind. Weitere Einsatzorte sind Blutspendedienste und Einrichtungen der Transfusionsmedizin, der Reproduktionsmedizin und In-vitro-Fertilisation (IVF). Darüber hinaus bestehen Tätigkeitsmöglichkeiten im öffentlichen Gesundheitsdienst und in Gesundheitsbehörden, etwa in epidemiologischen oder spezialisierten Untersuchungslaboren. Weitere Arbeitsfelder finden sich in Forschungs- und Hochschulinstituten, in pharmazeutischen, diagnostischen und biotechnologischen Unternehmen sowie in veterinärmedizinischen Laboratorien.

Die Berufsausübung erfolgt in Österreich grundsätzlich im Rahmen eines Dienstverhältnisses.

Ausbildung

Die Ausbildung erfolgt an mehreren Fachhochschulen in Österreich und umfasst ein sechssemestriges Bachelorstudium (180 ECTS) mit dem Abschluss Bachelor of Science (BSc). Das Studium vermittelt medizinische, naturwissenschaftliche und diagnostische Grundlagen sowie umfangreiche praktische Ausbildungsanteile in Labor und klinischen Versorgungseinrichtungen.

Im Ausland erworbene Qualifikationen können nach Anerkennung (aus einem EU/EWR-Staat bzw. der Schweiz) oder Nostrifikation (Drittstaat) und nach Eintragung in das GBR zur rechtmäßigen Berufsausübung in Österreich berechtigen.

Weiterführend bestehen Möglichkeiten für Masterstudiengänge sowie Tätigkeiten in Forschung, Lehre, Qualitätsmanagement oder Industrie, ebenso wie Spezialisierungen in verschiedenen Fachbereichen.

Fort- und Weiterbildung

Damit Berufsangehörige auf dem neuesten Stand bleiben, besteht ein eine gesetzliche Fortbildungspflicht. Innerhalb von fünf Jahren müssen mindestens 60 Fortbildungsstunden absolviert werden. Inhalt und Dauer sind in Form einer Bestätigung nachzuweisen. Die Planung und Dokumentation der Fortbildungsaktivitäten obliegen in der Verantwortung jedes einzelnen. Berufsverbände unterstützen mit Fortbildungsangeboten und auch einem freiwilligen Dokumentationssystem in Form von einem Zertifikat (MTD-CPD oder CPD PLUS).

Weiterbildungen ermöglichen fachliche Vertiefungen in einzelnen diagnostischen Fachbereichen, in Qualitätsmanagement, Labororganisation, Forschung oder angewandter Methodik.

Inanspruchnahme und Kosten

Biomedizinisch-analytische Leistungen erfolgen in der Regel auf ärztliche Anordnung im Rahmen medizinischer Versorgung. Untersuchungen, die im stationären oder ambulanten Bereich von Vertragslaboren, Krankenanstalten oder bewilligten Rehabilitations- und Kuraufenthalten durchgeführt werden, sind Teil der medizinischen Versorgung und werden über die Sozialversicherung abgedeckt. Die Abrechnung erfolgt über die jeweilige Einrichtung oder das Labor.

Im niedergelassenen Bereich erfolgt die Abrechnung über Vertragslabors oder entsprechende Einrichtungen. Biomedizinische Analytiker:innen erbringen diagnostische Leistungen nicht als direkt in Anspruch genommene Therapieleistung, sondern im Rahmen medizinischer Zuweisungen und institutioneller Strukturen. Einige Sozialversicherungsträger bieten Laborleistungen in eigenen Ambulatorien oder Gesundheitszentren an. Für die Inanspruchnahme ist ebenfalls eine ärztliche Zuweisung erforderlich.

Letzte Aktualisierung: 3. März 2026

Erstellt durch: Gesundheit Österreich GmbH, Abteilung Gesundheitsberufe und Langzeitpflege

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