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Obstruktive Schlafapnoe

Bei obstruktiver Schlafapnoe kommt es zu flacher Atmung und Atemaussetzern während des Schlafes. Es zeigt sich eine deutliche Verringerung der Erholung während des Schlafes. Die obstruktive Schlafapnoe kann ernsthafte Folgen haben. Es kann zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff kommen. Die obstruktive Schlafapnoe wird mit OSA abgekürzt. Lesen Sie mehr zur Diagnose und Behandlung dieser Schlafstörung.

Welche Symptome können bei einer obstruktiven Schlafapnoe auftreten?

Bei einer obstruktiven Schlafapnoe kommt es bei Betroffenen während des Schlafes regelmäßig

  • zu einer flachen Atmung – sogenannten Hypopnoe sowie
  • zu Atemaussetzern – sogenannten Apnoen.

Die oberen Atemwege werden während des Schlafes teils oder ganz blockiert. Es kann sich auch ein trockener Mund zeigen. Die Atemaussetzer können ernsthafte Folgen haben. Es kann zu einer verminderten Versorgung mit Sauerstoff kommen. Folgeerkrankungen können auftreten – siehe Ursachen und Risiken.

Schläfrigkeit am Tag

Die Erholsamkeit des Schlafes sowie die Lebensqualität sind beeinträchtigt: Das Aussetzen der Atmung führt zu einer Unterbrechung des Schlafes, der nicht ausreichend erholsam ist. Das wiederum führt zu erhöhter Tagesschläfrigkeit bzw. Müdigkeit. Die Unfallgefahr beim Autofahren kann erhöht sein.

Schnarchen

Patientinnen und Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe schnarchen in vielen Fällen. Das Schnarchen ist oft laut und unregelmäßig. Die Schlafqualität der Partnerin oder des Partners ist zudem entsprechend gestört. Die Sorge um die Betroffene oder den Betroffenen belastet. Auffallend sind häufige Atemaussetzer.

Hinweis

Schnarchen allein macht noch keine obstruktive Schlafapnoe aus. Als einziges Symptom kann es harmlos sein – zumindest medizinisch gesehen. Allerdings kann es auch ein Symptom für eine Schlafstörung oder Erkrankung sein. Hier finden Sie weitere Infos zu Schnarchen.

Weitere Symptome wie verminderte Konzentrationsfähigkeit, depressive Verstimmung etc. können auftreten.

Neben der OSA kommen noch andere schlafbezogene Atemstörungen vor, zum Beispiel zentrale Schlafapnoe oder Kombination aus beiden etc.

Welche Ursachen und Risiken für eine OSA gibt es?

Einer der Risikofaktoren ist starkes Übergewicht bzw. Adipositas. Weitere Risikofaktoren sind höheres Alter sowie männliches Geschlecht. Eine OSA kann aber auch Frauen betreffen. Auch kann sie in Zusammenhang mit einer Schwangerschaft stehen.

Es können Besonderheiten der Anatomie vorliegen: etwa im Bereich des Mundes und Rachens, z.B. große Mandeln – sogenannte Tonsillen – oder eine Rückverlagerung des Kiefers.

Die Einnahme bestimmter Medikamente, z.B. Sedativa – Beruhigungsmittel, aber auch von Substanzen wie Alkohol können Symptome verstärken bzw. verschlimmern.

Personen mit obstruktiver Schlafapnoe haben teils weitere Erkrankungen, z.B. der Niere, Diabetes Typ 2, neurologische Erkrankungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das Risiko für akute kardiovaskuläre Probleme – wie Herzinfarkt oder Schlaganfall – kann insbesondere bei schwerer und unbehandelter OSA erhöht sein.

Wie wird die Diagnose einer OSA gestellt?

Die Ärztin oder der Arzt führt ein Arzt-Patienten-Gespräch, erhebt die Krankengeschichte. Dieses Gespräch bezieht Schlaf, Symptome, Lebensstil, Arbeitssituation u.v.m. mit ein. Die Medikamenteneinnahme ist ebenfalls wesentlich. Für die Diagnose kann es hilfreich sein, wenn eine Person Auskunft gibt, die den Schlaf mitbekommt. Dabei kann es sich um die Partnerin oder den Parter oder ein Familienmitglied handeln.

Die Diagnostik umfasst unter anderem auch:

  • körperliche bzw. klinische Untersuchungen,
  • Polygraphie, dabei erfolgt eine Aufzeichnung, z.B. von Atemfluss, Atembewegungen, Sauerstoffsättigung, Herzfrequenz, durch ein tragbares Gerät nachts zu Hause.
  • Polysomnographie – im Schlaflabor. Für die Diagnose sind unter anderem sogenannte respiratorische Arousals – RERA – wichtig.

Auch ev. Begleiterkrankungen und gesundheitliche Probleme werden abgeklärt, z.B. arterielle Hypertonie, Herzinsuffizienz, COPD, Adipositas, Übergewicht, Metabolisches Syndrom. Im Zuge der Untersuchungen werden beispielsweise Laborwerte, z.B. Blutbild, Blutzucker, Schilddrüsenwerte etc., bestimmt. Es können verschiedene weitere Untersuchungen, wie Röntgenuntersuchungen des Brustkorbes, des Schädels und ein EKG, vorgenommen werden.

Behinderungen der Nasenatmung durch Besonderheiten der Nase, große Mandeln – sogenannte Tonsillen – oder Rückverlagerung des Kiefers können Gründe für die Behinderung der Atmung sein und werden abgeklärt. Die Ärztin oder der Arzt veranlasst dafür ggf. weitere spezielle Untersuchungen.

Wie erfolgt die Behandlung einer OSA?

Die Behandlung erfolgt unter anderem durch:

  • Reduktion des Körpergewichtes, ggf. Gewichtsabnahme sowie Halten des Körpergewichtes.
  • Änderung der Medikamenteneinnahme, ggf. Vermeiden von bestimmten Medikamenten insbesondere vor dem Schlafen, z.B. Schlafmittel, Beruhigungsmittel – Benzodiazepine, Opiate.
  • Verhaltensweisen und Lebensstil. Verzicht auf Alkoholkonsum, Rauchstopp, ausreichend Bewegung sowie weitere Maßnahmen, die den gesunden Schlaf fördern.
  • Verhinderung der Rückenlage beim Schlafen.
  • Behandlung der ev. Grund- bzw. Begleiterkrankung oder Anpassung der Therapie. Erkrankungen und gesundheitliche Probleme wie Asthma, COPD, Diabetes, Bluthochdruck, Behandlung der erschwerten Nasenatmung werden behandelt, z.B. Kortikosteroide bei allergischer Rhinitis etc.
  • Beatmungstherapie, CPAP-Therapie – Überdruckbeatmung mittels Maske.
  • Unterkiefer-Protrusionsschienen. Diese schieben Unterkiefer und Zungenmuskulatur nach vorne. Sie werden während des Schlafs getragen.
  • Operationen, z.B. von Verengungen der Nase, Auffälligkeiten an Gaumen, Kiefer.
  • Ev. weitere Maßnahmen: wie Hypoglossus-Stimulation. Der Hypoglossus ist ein bestimmter Hirnnerv. Mithilfe eines implantierten Schrittmachers soll der Rachenraum erweitert werden.
  • Ev. nächtliche Sauerstofftherapie.

Die Ärztin bzw. der Arzt bespricht mit den Betroffenen, ob und welche Maßnahmen gesetzt werden. Sie oder er informiert über Vorteile und ev. Risiken.

Die Therapie ist auf die Patientin bzw. den Patienten abgestimmt. Sie kann auf mehreren therapeutischen Ansätzen beruhen. Ausschlaggebend dafür sind die individuelle Situation der Betroffenen, das Ausmaß der OSA sowie Begleiterkrankungen der Betroffenen.

Weitere Informationen finden Sie unter:

  • Schnarchen und
  • in den Broschüren Schnarchen sowie obstruktive Schlafapnoe der DGSM. Zudem finden Sie dort Informationen in leichter Sprache sowie weitere Informationen zur Schlafapnoe.
  • Allgemeine Infos: Broschüre Gesunder Schlaf des Sozialministeriums.

Was kann ich selbst tun?

Die Ärztin oder der Arzt informiert darüber, welche Maßnahmen Betroffene selbst setzen können. Beispiele dafür sind:

  • Individuell zusammengestellte Maßnahmen der Behandlung umsetzen
  • Maßnahmen beachten, die einen gesunden Schlaf fördern können
  • Falls möglich: Rückenlage beim Schlafen vermeiden
  • Bei Übergewicht: versuchen, Körpergewicht auf gesunde Art und Weise zu verlieren
  • Ausreichend bewegen
  • Alkohol meiden, insbesondere abends, weitere Substanzen meiden, etwa Schlafmittel
  • Kontrolluntersuchungen einhalten
  • Bei Verschlechterung die Ärztin oder den Arzt kontaktieren
  • Medikamenteneinnahme und Änderungen der Medikamenteneinnahme, z.B. auch von weiteren Erkrankungen, vorher mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen – auch von nicht rezeptpflichtigen Präparaten

Wohin kann ich mich wenden?

Erste Ansprechpersonen sind im niedergelassenen Bereich oftmals

  • die Hausärztin bzw. der Hausarzt. Ggf. stellt diese oder dieser eine Überweisung oder Zuweisung aus.
  • Fachärztinnen und Fachärzte, z.B. Pulmologie, Kardiologie, HNO-Heilkunde.
  • Medizinerinnen und Mediziner mit Spezialisierung auf Schlafmedizin.

Ärztinnen und Ärzte finden Sie über die Arztsuche oder die Suche nach PVE.

Die Betreuung kann in einem Schlaflabor erfolgen. Eine Übersicht über Schlaflabore finden Sie auf der Website der ÖGSM. Schlaflabore und Spezialzentren für schlafassoziierte Atmungsstörungen finden Sie auf der Website des ÖGP. 

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Erkundigen Sie sich vorab, welche Leistungen übernommen werden, z.B. in Bezug auf Untersuchungen im Schlaflabor im niedergelassenen Bereich oder Physio- und Psychotherapie.

Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.

  • Cumpston E, Chen P. Sleep Apnea Syndrome. 2023 Sep 4. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2026 Jan–. PMID: 33232089. Online abgerufen im Juli 2026 unter https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  • DGSM (2026): Obstruktive Schlaf-Apnoe. Ratgeber für Patientinnen und Patienten. Online abgerufen im Juli 2026 unter www.dgsm.de
  • Bachour, A., Kreivi H.-R. (2023): Schlafapnoe beim Erwachsenen. Online abgerufen im Juli 2026 unter www.ebm-guidelines.com (Registrierung erforderlich)
  • Malhotra, A., Vaishnavi Kundel, V. (2026): Obstructive sleep apnea: Overview of management in adults. Online abgerufen im Juli 2026 unter www.uptodate.com (Registrierung erforderlich)
  • Kline, L.R. (2026): Clinical pressentation and diagnosis of abstructive sleep apnea in adults. Online abgerufen im Juli 2026 unter www.uptodate.com (Registrierung erforderlich)
  • Mehra, R. (2026): Obstructive sleep apnea and cardiovascular disease in adults. Online abgerufen im Juli 2026 unter www.uptodate.com (Registrierung erforderlich)
  • Pschyrembel, Geisler, P., (2025): Obstruktive Schlafapnoe (OSA). Online abgerufen im Juli 2026 unter unter www.pschyrembel.de (Registrierung erforderlich)
  • Pschyrembel Redaktion (2025): Kardiorespiratorische Polygrafie. Online abgerufen im Juli 2026 unter www.pschyrembel.de (Registrierung erforderlich)

Letzte Aktualisierung: 22. September 2026

Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: Primarius Dr. Rainer Kolb, Facharzt für Lungenkrankheiten

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