Binge-Eating-Störung

Bei einer Binge-Eating-Störung haben Betroffene regelmäßige Essanfälle und das Gefühl, die Kontrolle über ihr Essverhalten zu verlieren.

Eine Binge-Eating-Störung ist häufiger als eine Bulimie oder Magersucht. Erfahren Sie mehr zu Diagnose, Therapie und Anlaufstellen.

Welche Symptome können bei einer Binge-Eating-Störung auftreten?

Zu den Symptomen einer Binge-Eating-Störung zählen:

  • Aufnahme von großen Nahrungsmengen,
  • Gefühl, die Kontrolle über das Essverhalten zu verlieren,
  • schnelleres Essen als sonst – bis zum Auftreten eines unangenehmen Völlegefühls,
  • Ekelgefühle, Niedergeschlagenheit oder Schuldgefühle nach übermäßigem Essen.

Wie wird die Diagnose einer Binge-Eating-Störung gestellt?

Die Ärztin/der Arzt erhebt die ausführliche Krankengeschichte (Anamnese). Zudem erfolgt eine körperliche Untersuchung. Auch eine neurologische Untersuchung kann notwendig sein. Bei Kindern und Jugendlichen achtet die Ärztin/der Arzt auch darauf, ob eine altersgemäße Entwicklung stattfindet.

Zudem finden je nach Ausprägung der Symptome noch weitere Untersuchungen statt. Zu diesen zählen:

  • Ultraschall des Bauches
  • Laboruntersuchungen: Zum Beispiel Elektrolyte, Nieren- und Leberwerte und Urinuntersuchung. Informationen zu Laborwerten finden Sie in der Laborwerte-Tabelle.

Zudem schließt die Ärztin/der Arzt andere Erkrankungen als Ursache für die Symptome bzw. Gewichtszunahme aus. Zum Beispiel eine andere Essstörung oder Diabetes. Auch klinische Psychologinnen bzw. klinische Psychologen oder Psychotherapeutinnen bzw. Psychotherapeuten können bei der Diagnostik mitwirken.

Für die Diagnose einer Binge-Eating-Störung müssen wiederholte Essattacken auftreten. In jedem Fall öfters als einmal pro Woche. Im Gegensatz zu Anorexie und Bulimie kommt es nicht zu regelmäßigen Gegenmaßnahmen, die einer Gewichtszunahme entgegenwirken sollen. In der Folge kommt es meist zu Übergewicht bzw. Adipositas.

Informationen zu Ursachen von Essstörungen finden Sie unter Essstörung: Was ist das?

Wie erfolgt die Behandlung einer Binge-Eating-Störung?

Die Therapie wird auf die Patientin bzw. den Patienten abgestimmt. Besonders bewährt bei der Behandlung einer Binge-Eating-Störung hat sich dabei Psychotherapie (vor allem Verhaltenstherapie). Bei dieser geht es unter anderem um das Erkennen von möglichen Auslösern und den Umgang mit den Essattacken sowie den eigenen Gefühlen.

Liegt Übergewicht bzw. Adipositas vor, berät die Ärztin oder der Arzt zudem zu Möglichkeiten, das Körpergewicht zu reduzieren. Informationen zur Behandlung einer Adipositas finden Sie unter Adipositas. Weiters können Selbsthilfegruppen Betroffene bei der Bewältigung der Situation unterstützen und bieten die Möglichkeit zum gegenseitigen Austausch.

Wie verläuft eine Binge-Eating-Störung?

Der Verlauf einer Binge-Eating-Störung kann sehr unterschiedlich sein. Vom Bestehenbleiben der Symptome und Rückfällen bis hin zur Heilung. Die Behandlung ist ungefähr bei drei Viertel der Patientinnen/Patienten erfolgreich.

Wohin kann ich mich wenden?

Folgende Ansprechstellen können Sie bei Essstörungen kontaktieren:

  • niedergelassene Fachärztin bzw. niedergelassener Facharzt für Psychiatrie (und psychotherapeutische Medizin)
  • niedergelassene Fachärztin bzw. niedergelassener Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie (und psychotherapeutische Medizin)
  • Spezialambulanzen für die Behandlung von Essstörungen
  • Kassenambulanz oder Spitalsambulanz für Psychiatrie (und Psychotherapie)
  • Psychotherapeutin bzw. Psychotherapeut
  • Ärztinnen bzw. Ärzte mit Weiterbildung in psychotherapeutischer Medizin

Sie können zudem zuerst Ihre Ärztin/Ihren Arzt für Allgemeinmedizin kontaktieren und über diese/diesen gezielte Ansprechstellen finden. Auch klinische Psychologinnen bzw. klinische Psychologen können in die Diagnose und Behandlung mit einbezogen sein. Beratungs- und Anlaufstellen für Essstörungen finden Sie zudem unter Essstörungen: Beratung & Hilfe.

Hinweis

Personen mit Essstörungen haben ein erhöhtes Risiko, sich das Leben zu nehmen (Suizidrisiko). Sie denken an Suizid, machen sich um jemanden Sorgen oder haben einen Menschen aufgrund eines Suizidtodesfalls verloren? Auf dem österreichischen Suizidpräventionsportal finden Sie Erste-Hilfe-Tipps, Notfallkontakte und Hilfsangebote in Ihrem Bundesland sowie weiterführende Informationen zur Bewältigung dieser Notsituation.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

Letzte Aktualisierung: 13. April 2022

Abgenommen durch: Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: Dr. Hertha Mayr

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