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Füße und Schuheinlagen © iskandarov

Senkfuß und Plattfuß

Bei einem Knick-Senkfuß und einem Knick-Plattfuß kommt es zu einer Abflachung bzw. einem Einsinken des auf der Innenseite des Fußes gelegenen sogenannten Fußlängsgewölbes. Weitere Bezeichnungen für diese Fußdeformität sind Platt-, Senk- oder Knickfuß. Zusätzlich verändert sich die Stellung der Ferse: Sie neigt sich unter Belastung nach innen. Der Vorfuß weicht etwas nach außen ab. Ausprägung und Beschwerden können individuell sehr unterschiedlich sein . . .

Die leichte Form wird als Knick-Senkfuß bezeichnet, die schwere Form, die der Körper nicht mehr ausgleichen kann, als Knick-Plattfuß. Die Übergänge sind jedoch fließend, leichte Veränderungen führen selten zu Beschwerden, stärkere hingegen schon. Je nach Ausprägung der Veränderungen und dem Zeitpunkt ihres Auftretens werden unterschiedliche Formen unterschieden: Flexible Deformitäten sind relativ harmlos, kontrakte Formen bedürfen einer raschen Behandlung. Der Begriff „flexibel“ bedeutet, dass die Fußform im unbelasteten Zustand normal ist. Die Bezeichnung „kontrakt“ meint einen festen, fixierten und damit unbeweglichen Gelenkszustand.  Der Knick-Senkfuß bzw. Knick-Plattfuß hat in den meisten Fällen eine gute Prognose.

Angeborener Plattfuß

In den ersten Lebensmonaten befindet sich an der Fußsohle ein stark ausgeprägter Fettpolster und das Fußlängsgewölbe ist sichtbar. Daher ist das Vorliegen eines leichten Knick-Senkfußes bei der Geburt völlig normal. Bei einem angeborenen Plattfuß wölbt sich jedoch der Innenrand des Fußes aufgrund einer ausgeprägten Knochenfehlstellung zur Sohle vor. Das Sprungbein ist stark nach unten geneigt und das Kahnbein schiebt sich auf dem Sprungbein nach oben.

  • Mögliche Ursachen: Vererbung oder Fehllage des Ungeborenen im Mutterleib. Diese Form liegt bei weniger als einem Prozent der Neugeborenen vor.
  • Symptome: Bei nicht ausreichender Behandlung können später erhebliche Probleme beim Stehen und Gehen auftreten.
  • Diagnose: Sie erfolgt unmittelbar nach der Geburt. Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen können notwendig sein.
  • Therapie: In den ersten Wochen nach der Geburt werden spezielle Verbände angelegt und mehrmals täglich dehnende Behandlungen durchgeführt. Bei unzureichendem Erfolg ist eine Operation erforderlich.

Flexibler Knick-Senkfuß / -Plattfuß bei Kindern & Jugendlichen

Im unbelasteten Zustand ist die Fußform normal, beim Gehen und Stehen zeigt sich jedoch eine Veränderung: Bei einem Senkfuß sinkt das Längsgewölbe des Fußes ein. Bei einem Knickfuß kippt die Ferse bzw. das Fersenbein nach innen. Beide Fehlstellungen liegen oft gleichzeitig vor (Knick-Senkfuß). Bei einem Plattfuß ist das Längsgewölbe des Fußes stärker eingesunken und der Vorfuß weicht nach außen. Meistens liegt gleichzeitig ein Knickfuß vor (Knick-Plattfuß).

  • Mögliche Ursachen: Ein Knick-Senkfuß kann im Rahmen der normalen Entwicklung vorübergehend auftreten. Weitere Auslöser sind allgemeine Bänderschwäche, Übergewicht, verkürzte Wadenmuskulatur, zu häufiges Tragen von Schuhen im Kleinkindalter.
  • Symptome: Sie treten selten auf, evt. kommt es bei langen Spaziergängen zu Beschwerden an der Innenseite des Fußes sowie zu einem Müdigkeitsgefühl in den Füßen.
  • Diagnose: Sie erfolgt mittels Untersuchung des Ganges, des Fußes, der Beinachsen und der Knie- und Hüftgelenke.
  • Therapie: Bei einem leichten Knick-Senkfuß ohne Beschwerden erfolgen keine spezielle Therapie und vor allem keine Einlagenversorgung. Sport fördert die normale Entwicklung und wirkt sich günstig aus. Bei leichten Beschwerden sind Sport, Barfußlaufen und leichte Übungen hilfreich. Bei stärkeren Beschwerden werden vorübergehend Einlagen verordnet. Bei ausgeprägtem Knick-Senkfuß können spezielle Einlagen zur Korrektur der Fehlstellung erforderlich sein. Bei schweren Deformitäten sind operative Eingriffe notwendig.

Kontrakter Knick-Plattfuß bei Kindern & Jugendlichen

Das Längsgewölbe ist andauernd eingesunken und richtet sich auch ohne Belastung nicht wieder auf.

  • Mögliche Ursachen: Entwicklungsstörungen des Fußskeletts, Knochenbrüche am Fuß.
  • Symptome: Manche Kinder bleiben beschwerdefrei, andere klagen über Schmerzen an der Innenseite des Fußes und im Rückfuß. Nach langem Gehen ermüdet der Fuß, die Schmerzen nehmen zu. In ausgeprägten Fällen bilden sich an der Fußinnenseite Druckschwielen.
  • Diagnose: Sie erfolgt mittels Untersuchung des Ganges, des Fußes, der Beinachsen und der Knie- und Hüftgelenke. Bei Verdacht auf eine knöcherne Ursache ist eine Röntgenuntersuchung erforderlich. In schweren Fällen oder vor einer Operation können Computertomographie oder Kernspintomographie notwendig sein.
  • Therapie: Je nach Schweregrad sind Einlagen oder operative Maßnahmen erforderlich.

Flexibler und kontrakter Knick-Senkfuß / -Plattfuß bei Erwachsenen

Bei flexiblen Formen liegen die gleichen Veränderungen wie beim Jugendlichen vor. Die harmlose Formabweichung hat sich während des Wachstums nicht zurückgebildet. Der kontrakte Knick-Senkfuß des Jugendlichen bleibt im Erwachsenenalter bestehen oder ist Folge einer anderen Ursache.

  • Mögliche Ursachen: Fortbestehen von im Kindes- und Jugendalter aufgetretenen Deformitäten, Sehnenerkrankungen (Entzündungen der Sehnenscheide, Verletzungen).
  • Symptome: Bei stärkerer Ausprägung der Deformität und höherer Belastung durch langes Stehen und Gehen kann der Fuß ermüden und schmerzen. Liegt eine Erkrankung der Sehne des hinteren Schienbeinmuskels zugrunde, können je nach Ausmaß Schmerzen und Schwellungen unterhalb des Innenknöchels und zunehmender Kraftverlust der Sehne auftreten. Reißt die Sehne, treten Beschwerden vor und unterhalb des Außenknöchels auf.
  • Diagnose: erfolgt mittels Untersuchung des Ganges, des Fußes, der Knie- und Hüftgelenke. Bei starken Fehlstellungen mit Beschwerden können weiterführende Untersuchungen wie Ultraschall, Röntgen, Computertomographie oder Kernspintomographie notwendig sein.
  • Therapie: Je nach Ausprägung der Beschwerden kommen Einlagen, Fußbettungen, orthopädische Schuhe oder operative Maßnahmen zum Einsatz.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Beschwerden an den Füßen können Sie sich an eine Fachärztin/einen Facharzt für Orthopädie wenden.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB).

Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.  

Heilbehelfe und Hilfsmittel wie z.B. orthopädische Einlagen müssen von der Ärztin/vom Arzt verordnet und in manchen Fällen vom zuständigen Krankenversicherungsträger bewilligt werden. Von der Versicherten/vom Versicherten ist eine Kostenbeteiligung (Selbstbehalt) vorgesehen. Nähere Informationen finden Sie unter Der Weg zu Heilbehelfen & Hilfsmitteln.

Wenn ein Krankenhausaufenthalt notwendig ist

Ist ein Krankenhausaufenthalt erforderlich, wird über die Krankenhauskosten abgerechnet. Von der Patientin/dem Patienten ist pro Tag ein Kostenbeitrag zu bezahlen. Die weitere medikamentöse Behandlung zu Hause erfolgt per Rezept durch die Allgemeinmedizinerin/den Allgemeinmediziner bzw. durch die Fachärztin/den Facharzt.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

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