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Übergewichtiger Mann mit Maßband um den Bauch © Kurhan

So kommt es zu Übergewicht

Viele unterschiedliche Faktoren können bei der Entstehung von Übergewicht bzw. Adipositas zusammenspielen. In den meisten Fällen wird dem Körper mehr Energie zugeführt, als dieser verbraucht. Daher spielt auch Bewegungsmangel bei der Entstehung von Übergewicht eine entscheidende Rolle . . .

Ursachen von Übergewicht

Häufig sind es falsch angelernte Verhaltensweisen oder psychische Aspekte wie Essen unter Stress, die ursächlich an der Entstehung von Übergewicht beteiligt sind. Übergewicht kann auch mit bestimmten Erkrankungen (z.B. der Schilddrüse) und genetischen Faktoren zusammenhängen. Genetische Ursachen gelten jedoch nicht allein als Auslöser für Übergewicht.

  • Lebensstilfaktoren
  • Essstörungen
  • Erkrankungen mit hormonellen Störungen
  • Medikamente
  • genetische Ursachen
  • chronischer Stress
  • andere Ursachen wie Bettlägerigkeit oder Schwangerschaft

Wann ist man übergewichtig?

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) beginnt Übergewicht ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 25 kg/m2. Ab einem BMI von 30 kg/m2 spricht man von Adipositas. Zur Risikobewertung des Übergewichtes eignet sich der BMI allein allerdings nur bedingt, da er wenig über die Körperfettverteilung und den -anteil aussagt.

Einteilung Übergewicht nach BMI

Einteilung Gewicht BMI
Übergewicht (Prä-Adipositas) 25–29,99
Adipositas Grad I 30–34,99
Adipositas Grad II 35–39,99
Adipositas Grad III ≥ 40

Weitere Informationen finden Sie unter:

Körperfettverteilung

Bei der Zunahme an Körpergewicht lagert sich das Körperfett an unterschiedlichen Stellen an. Manche Menschen neigen dazu, an den Oberschenkeln anzusetzen. Andere wiederrum legen mehr um die Körpermitte zu. Bei der Fettverteilung unterscheidet man im Wesentlichen zwei Typen: Birnen- und Apfeltyp.

Der Birnentyp

Der bei Frauen häufige Birnentyp (gynoide Fettverteilung) ist gekennzeichnet durch einen vermehrten Fettansatz an Hüften, Oberschenkel und Gesäß. Diese Art der Fettansammlung ist für die Gesundheit weniger gefährlich als die bei übergewichtigen Männern vorherrschende Fettverteilung nach dem Apfeltyp. Dennoch sollte auf ein Körpergewicht im Normalbereich geachtet werden. Diese Form der Fettverteilung ist zwar typisch weiblich, aber auch Männer können eine solche gynoide Fettverteilung aufweisen.

Der Apfeltyp

Bei der männertypischen (androide Fettverteilung) sammelt sich das Fett vermehrt um die Körpermitte, also im Bauchbereich. Geläufig ist diese Fettverteilung auch unter den Begriffen viszerale oder abdominale Fettverteilung sowie Stammfettsucht. Eine Körperfettverteilung nach diesem Muster steht in Verbindung mit einem erhöhten Risiko für Begleit- und Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Diabetes mellitus Typ 2. Auch Frauen können nach diesem Fettverteilungsmuster an Körpergewicht zulegen und eine androide Fettverteilung aufweisen.

Hinweis Eine Körperfettverteilung nach dem Apfeltyp bedeutet ein erhöhtes Risiko für Folge- oder Begleiterkrankungen.

Taillen-Hüft-Quotient

Anhand des Quotienten aus Taillen- und Hüftumfang kann das individuelle Risiko der Körperfettverteilung sehr gut beurteilt werden. Dieser Wert wird als Waist-to-hip-Ratio (WHR) bezeichnet. Die typisch männliche Fettverteilung ergibt einen eher hohen, die weibliche Fettverteilung einen tendenziell eher niedrigen WHR-Wert. Liegt der WHR-Wert bei Männern über 1 und bei Frauen über 0,85, kann von einem erhöhten Krankheitsrisiko ausgegangen werden.

Auch die alleinige Messung des Taillenumfangs (Bauchumfang auf Höhe des Bauchnabels) eignet sich zur Risikoabschätzung von Übergewicht. Beträgt der Taillenumfang bei Frauen über 88 bzw. bei Männern über 102 Zentimeter, liegt ein deutlich erhöhtes Erkrankungsrisiko vor.

Hinweis Waist-to-hip-Ratio (WHR) = Taillenumfang (in cm) : Hüftumfang (in cm)

Taillen-Hüft-Quotient (WHR) Frauen Männer
Risiko deutlich erhöht ≥ 0,85 ≥ 0,9

Taillenumfang in cm Frauen Männer
Risiko mäßig erhöht ≥ 80  ≥ 94
Risiko deutlich erhöht ≥ 88 ≥ 102

Quelle: WHO, Waist Circumference and Waist-Hip Ratio – Report of a WHO expert consultation, 2008

Gesundheitliche Risiken von Übergewicht

Übergewichtige Menschen müssen mit einer Vielzahl von Begleit- und Folgeerkrankungen rechnen, die nicht nur ihre Lebensqualität, sondern auch ihre Lebenserwartung vermindern können. Nicht jede/jeder Übergewichtige muss zwangsläufig krank werden. Das Krankheitsrisiko steigt jedoch mit Höhe und Dauer des Übergewichts. Von den negativen Auswirkungen des Übergewichts sind vorrangig der Stoffwechsel, das Herz-Kreislauf-System, die Lungen, der Verdauungstrakt sowie das Bindegewebe und das Skelett betroffen. Übergewicht gilt als Risikofaktor für die Entwicklung zahlreicher Erkrankungen und Störungen im Stoffwechsel. Es begünstigt Arteriosklerose, Bluthochdruck, einen erhöhten Cholesterin-Spiegel, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Diabetes mellitus Typ 2.

Starkes Übergewicht bzw. Adipositas ist ein Risikofaktor für:

  • Stoffwechselerkrankungen
  • Arteriosklerose, in weiterer Folge Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus Typ 2
  • Schlaf-Apnoe-Syndrom
  • Gelenkserkrankungen

Übergewicht gilt auch als Risikofaktor für einige Krebserkrankungen, zum Beispiel für Brust-, Dickdarm-, Gebärmutter- und Nierenkrebs. Mit steigendem Gewicht nimmt zudem auch das Risiko für Gicht und Gallensteine zu. Starkes Übergewicht begünstigt außerdem das Auftreten von Arthrosen, insbesondere im Kniegelenk. Aufgrund der Verlagerung des Körperschwerpunktes kann es zu einer Überlastung der gesamten Wirbelsäule, des Hüftgelenks, des Mittelfußes oder des Fußwurzelgelenks kommen.

Weitere Informationen finden Sie unter Das metabolische Syndrom und Übergewicht im Kindes- und Jugendalter.

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