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ungesunder Snack am Arbeitsplatz © Vadym
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So kommt es zu Übergewicht

Viele unterschiedliche Faktoren können bei der Entstehung von Übergewicht bzw. Adipositas zusammenspielen. So sind es häufig falsch angelernte Verhaltensweisen oder psychische Aspekte wie Essen unter Stress, die ursächlich an der Entstehung von Übergewicht beteiligt sind. Übergewicht kann auch mit bestimmten Erkrankungen (z.B. der Schilddrüse) und genetischen Faktoren zusammenhängen. Genetische Ursachen gelten jedoch nicht allein als Auslöser für Übergewicht. Denn in den meisten Fällen wird dem Körper mehr Energie zugeführt, als dieser verbraucht. Daher spielt auch Bewegungsmangel bei der Entstehung von Übergewicht eine entscheidende Rolle.

Was ist Übergewicht?

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) beginnt Übergewicht ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 25 kg/m2. Ab einem BMI von 30 kg/m2 spricht man von starkem Übergewicht, Fettleibigkeit oder Adipositas. 

Einteilung des Gewichts gemäß dem BMI (modifiziert nach WHO, 2000) 

Einteilung Gewicht BMI Risiko für Folgeerkrankungen
Untergewicht < 18,5 niedrig
Normalgewicht 18,5–24,9 durchschnittlich
Übergewicht (Prä-Adipositas) 25–29,9 gering erhöht
Adipositas Grad I 30–34,9 erhöht
Adipositas Grad II 35–39,9 hoch
Adipositas Grad III 40 sehr hoch


Weitere Informationen finden Sie unter:

Zur Bewertung des individuellen Gesundheitsrisikos durch Übergewicht eignet sich der BMI allein allerdings nur bedingt, da er wenig über die Körperfettverteilung und den -anteil aussagt.

Wie kann das Körperfett verteilt sein?

Bei der Zunahme an Körpergewicht lagert sich das Körperfett an unterschiedlichen Stellen an. Manche Menschen neigen dazu, an den Oberschenkeln anzusetzen. Andere wiederum legen vermehrt um die Körpermitte zu. Bei der Fettverteilung unterscheidet man im Wesentlichen zwei Typen: Birnen- und Apfeltyp.

Der Birnentyp 

Der bei Frauen häufige Birnentyp (gynoide oder periphere Fettverteilung) ist gekennzeichnet durch einen vermehrten Fettansatz an Hüften, Oberschenkel und Gesäß. Diese Art der Fettansammlung ist für die Gesundheit weniger gefährlich als die bei vielen übergewichtigen Männern vorherrschende Fettverteilung nach dem Apfeltyp. Dennoch sollte auf ein Körpergewicht im Normalbereich geachtet werden. Diese Form der Fettverteilung ist zwar typisch weiblich, aber auch Männer können eine solche gynoide Fettverteilung aufweisen.

Der Apfeltyp 

Bei der sogenannten androiden Fettverteilung, welche häufig bei Männern zu beobachten ist, sammelt sich das Fett vermehrt um die Körpermitte, also im Bauchbereich. Dieses Fettverteilungsmuster wird auch viszerale oder abdominale Fettverteilung sowie Stammfettsucht genannt. Das Körperfett wird nicht direkt unter der Haut (subkutan), sondern um die Organe herum (intraabdominell) gespeichert. Eine Körperfettverteilung nach diesem Muster steht in Verbindung mit einem erhöhten Risiko für Begleit- und Folgeerkrankungen (z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes mellitus Typ 2). Das Risiko für Begleiterkrankungen ist auch erhöht, wenn der BMI zwar im Normalbereich liegt, das Fettgewebe jedoch vorrangig im Bauchbereich angesiedelt ist. Auch Frauen können nach diesem Fettverteilungsmuster an Körpergewicht zulegen und eine androide Fettverteilung aufweisen.

Taillen-Hüft-Quotient und Taillenumfang 

Anhand des Quotienten aus Taillen- und Hüftumfang kann das individuelle Risiko der Körperfettverteilung sehr gut beurteilt werden. Dieser Wert wird als Waist-to-hip-Ratio (WHR) bezeichnet. Die typisch männliche Fettverteilung ergibt einen eher hohen, die weibliche Fettverteilung einen tendenziell eher niedrigen WHR-Wert. Liegt der WHR-Wert bei Männern über 0,9 und bei Frauen über 0,85, kann von einem erhöhten Krankheitsrisiko ausgegangen werden.

Hinweis Waist-to-hip-Ratio (WHR) = Taillenumfang (in cm) : Hüftumfang (in cm)

Taillen-Hüft-Quotient (WHR) Frauen Männer
Risiko deutlich erhöht 0,85 0,9

Quelle: WHO, Waist Circumference and Waist-Hip Ratio – Report of a WHO expert consultation, 2008

Ebenso eignet sich die alleinige Messung des Taillenumfangs (Bauchumfang auf Höhe des Nabels) zur Risikoabschätzung von Übergewicht. Beträgt der Taillenumfang bei Frauen über 88 bzw. bei Männern über 102 Zentimeter, spricht dies für eine androide, also überwiegend intraabdominelle Fettverteilung. 

Taillenumfang in cm Frauen Männer
Risiko mäßig erhöht > 80 > 94
Risiko deutlich erhöht > 88 > 102

Quelle: WHO, Waist Circumference and Waist-Hip Ratio – Report of a WHO expert consultation, 2008

Welche Ursachen hat Übergewicht?

Übergewicht entsteht, wenn die Energiezufuhr den Energieverbrauch über einen längeren Zeitraum übersteigt. Dabei kann ein Ungleichgewicht zwischen Energiezufuhr durch Nahrung und Energieverbrauch durch körperliche Aktivität zur Gewichtszunahme führen. Diese Energiebalance wird von vielen Faktoren beeinflusst. Dabei handelt es sich um biologische, psychosoziale sowie umweltbedingte Risikofaktoren. Hierzu zählen u.a.:

  • Lebensstilfaktoren (z. B. Bewegungsmangel, Fehlernährung)
  • genetische Ursachen
  • ständige Verfügbarkeit von Nahrung
  • Schlafmangel
  • chronischer Stress
  • depressive Erkrankungen
  • Essstörungen (z. B. Binge-Eating-Disorder, Night-Eating-Disorder)
  • Erkrankungen mit hormonellen Störungen (z. B. Hypothyreose, Cushing-Syndrom)
  • Medikamente (z. B. Antidepressiva, Neuroleptika, Antiepileptika, Antidiabetika)
  • Schwangerschaft
  • Übergewicht im Kindesalter.

Welche Folgen kann Übergewicht haben?

Der Zusammenhang zwischen Übergewicht und Gesundheit wird von vielen Faktoren beeinflusst. Dazu gehören unter anderem Alter, Geschlecht, familiäre Veranlagung, bestehende Erkrankungen etc.

Nicht immer stellt das Gewicht alleine ein gesundheitliches Risiko dar. Ein BMI von 25 bis 30 wird zwar als Übergewicht definiert. Studien zeigen jedoch, dass ein BMI in dieser Größenordnung keinen großen Einfluss auf die Lebenserwartung hat – sofern nicht gleichzeitig andere Erkrankungen, wie z.B. Diabetes, bestehen.

Das Risiko für Begleit- und Folgeerkrankungen steigt mit Höhe und Dauer des Übergewichtes an. Unstrittig ist, dass sich starkes Übergewicht (Adipositas mit BMI über 30) negativ auf die Gesundheit und Lebenserwartung auswirken kann. Inbesondere Personen mit Adipositas können daher gesundheitlich davon profitieren, wenn sie etwas Gewicht verlieren.

Mehr zum Thema: Was sagt der BMI über den Gesundheitszustand aus? (gesundheitsinformation.de)

Starkes Übergewicht (Adipositas) ist u.a. ein Risikofaktor für:

  • Diabetes mellitus Typ 2
  • Fettstoffwechselerkrankungen (z.B. Hypertriglyzeridämie, Hypercholesterinämie)
  • Fettleber und Refluxkrankheit ( Sodbrennen), Erkrankungen der Gallenblase
  • Arteriosklerose, in weiterer Folge Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Herzinfarkt
  • Bluthochdruck Bluthochdruck
  • Schlaf-Apnoe-Syndrom
  • Gicht und Gallensteine 
  • Gelenkserkrankungen (z.B. Coxarthrose, Gonarthrose)
  • Asthma
  • Hormonelle Störungen (bei Frauen: z.B. polycystisches Ovarsyndrom, Komplikationen während der Schwangerschaft; bei Männern: z.B. Einschränkung der Fruchtbarkeit)

Übergewicht gilt auch als Risikofaktor für die Entstehung einiger Krebserkrankungen. Hierzu zählen u.a. Brust-, Dickdarm-, Gebärmutter- und Nierenkrebs.

Hinweis Bereits eine Gewichtsabnahme von fünf Prozent des Ausgangsgewichts kann gesundheitliche Vorteile mit sich bringen.

Weitere Informationen finden Sie unter Metabolisches Syndrom und Übergewicht im Kindes- und Jugendalter.

Wie kann das Gesundheitsrisiko beurteilt werden?

Das persönliche Risiko von Folgeerkrankungen bei Übergewicht kann eine Ärztin/ein Arzt genauer beurteilen. Neben dem Körpergewicht werden dafür auch noch andere Faktoren betrachtet. So können z.B. in Laboruntersuchungen die Blutdruck-, Blutzucker-, Cholesterin- oder Nierenwerte bestimmt werden.

Wohin kann ich mich wenden?

Ansprechpartnerinnen/Ansprechpartner für eine individuelle Ernährungsberatung bzw. Gruppenberatung finden Sie unter:

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.

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