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Bluthochdruck: Was ist das?

In Österreich hat ungefähr jeder vierte Mensch einen zu hohen Blutdruck. Bluthochdruck wird oft jahrelang nicht erkannt, da die meisten Betroffenen nicht spüren, dass ihr Blutdruck zu hoch ist. Beschwerden und Symptome zeigen sich oft erst bei starkem Bluthochdruck. Das kann schwerwiegende Folgen haben: Dauerhaft erhöhter Blutdruck schädigt Organe wie Herz, Nieren oder Gehirn. Damit ernsthafte Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenversagen verhindert werden, ist wichtig, dass erhöhter Blutdruck rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Meist gibt es keine eindeutige Ursache für zu hohen Blutdruck. Viele Faktoren spielen bei der Entstehung zusammen, auch der Lebensstil. Die Messung der Blutdruckwerte ist für die Diagnose wichtig.

Was ist Bluthochdruck?

Bei Bluthochdruck ist der Druck in den Arterien dauernd zu hoch. Fachleute sprechen von einem erhöhten Blutdruck ab Werten von 140/90 mmHg. Diese Werte sind der systolische und diastolische Blutdruck. Bluthochdruck ist die häufigste Ursache für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Zum Herz-Kreislauf-System gehören das Herz und die Blutgefäße, die Arterien, Venen und Kapillaren.

Was beeinflusst den Blutdruck?

Die Höhe des Blutdrucks wird von Faktoren wie Alter, Geschlecht und Lebensstil beeinflusst. So ist es normal, dass ältere Menschen höhere Blutdruckwerte haben. Auch zwischen Frauen und Männern gibt es einen Unterschied: Bis zum 60. Lebensjahr sind Männer etwas häufiger von Bluthochdruck betroffen als gleichaltrige Frauen. Dann ändert sich dieses Verhältnis: Bei vielen Frauen steigt der Blutdruck nach den Wechseljahren, sodass ab dem 60. Lebensjahr mehr Frauen als Männer unter Bluthochdruck leiden. 

Auch die Tageszeit beeinflusst die Blutdruckwerte. Es ist völlig normal, dass die Blutdruckwerte im Laufe des Tages schwanken. Beispielsweise sinkt der Blutdruck im Schlaf. Der niedrigste Wert findet sich zwischen zwei und drei Uhr morgens. Nach dem Aufwachen steigt der Blutdruck dann wieder an. Zudem passt sich der Blutdruck der jeweiligen Situation an: Beispielsweise steigt der Blutdruck bei körperlicher Anstrengung kurzfristig an und sinkt im Ruhezustand wieder. Auch durch psychische Belastungen wie Stress, Aufregung, Wut oder Angst steigt der Blutdruck. Weitere Informationen finden Sie unter Bluthochdruck vorbeugen und Blutdruck messen.

Welche Folgen hat der Bluthochdruck?

Ein dauerhaft zu hoher Blutdruck schadet dem Körper, ohne dass die betroffene Person es merkt: Zunächst werden die Arterien durch den erhöhten Druck geschädigt. Mit der Zeit entwickelt sich eine Arteriosklerose: Die Arterien werden immer steifer, Fett und Kalk lagert sich ab, und es entstehen Engstellen. In der Folge können die Arterien die Organe nicht mehr ausreichend mit Blut und damit mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen. Dadurch werden die Organe immer mehr geschädigt. Viele dieser Schäden können nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Unter anderem können folgende Organe durch dauerhaft erhöhten Blutdruck geschädigt werden: 

  • Herz: Wenn der Blutdruck zu hoch ist, braucht das Herz mehr Kraft, um das Blut durch den Körper zu pumpen. Langfristig kann das zu Herzschwäche führen. Zudem steigt das Risiko für einen Herzinfarkt und koronare Herzerkrankung.
  • Gehirn: Zu hoher Blutdruck kann zu einem Schlaganfall oder Hirnblutungen führen. Zudem wird das Gehirn schlechter durchblutet. Betroffene können an einer sogenannten vaskulären Demenz erkranken.
  • Nieren: Hoher Blutdruck schädigt die Nieren. Es kann zu chronischen Nierenerkrankungen bis hin zum Nierenversagen kommen.
  • Augen: Hoher Blutdruck schädigt die Netzhaut des Auges. Fachleute sprechen von einer Retinopathie.
  • Beingefäße: Bei manchen Personen werden durch den zu hohen Blutdruck die Beine schlecht durchblutet. Fachleute sprechen von „peripherer arterieller Verschlusskrankheit“.

Bluthochdruck ist der bedeutendste Risikofaktor für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Viele Menschen sterben vorzeitig an den Folgen von Bluthochdruck.

Welche Symptome können bei Bluthochdruck auftreten?

Die meisten Betroffenen spüren gar nicht, dass ihr Blutdruck erhöht ist. Meist macht sich Bluthochdruck erst dann bemerkbar, wenn er sehr hoch ist oder bereits nicht wieder gut zu machende Folgeschäden im Körper entstanden sind.

Folgende Beschwerden können Anzeichen für Bluthochdruck sein:

  • Kopfschmerzen: v.a. bei psychischer oder körperlicher Belastung. Auch Kopfschmerzen am Hinterkopf in den frühen Morgenstunden können auf einen erhöhten Blutdruck hinweisen.
  • Häufige Schwindelgefühle
  • Ohrensausen
  • Nasenbluten
  • Atemnot bei Anstrengungen oder in Ruhe
  • Herzklopfen
  • Immer wiederkehrende Sehstörungen: z.B. verschwommenes Sehen
  • Schlafstörungen: Ein- und Durchschlafstörungen
  • Potenzprobleme: Bei Männern kann es durch einen zu hohen Blutdruck zu Erektionsschwäche kommen.

Welche Ursachen hat Bluthochdruck?

Bei den meisten Betroffenen steckt hinter einem zu hohen Blutdruck keine eindeutige Ursache oder Erkrankung. In diesem Fall sprechen die Fachleute von einer primären oder essenziellen Hypertonie. Etwa neun von zehn betroffenen Personen leiden unter dieser Form.

Wesentlich seltener kann der Bluthochdruck auf eine bestimmte Ursache oder Erkrankung zurückgeführt werden. Fachleute bezeichnen diese Form als sekundäre Hypertonie. Hinter dem zu hohen Blutdruck kann beispielsweise eine Erkrankung der Schilddrüse, der Nieren oder eine Schlafapnoe stecken. Auch bestimmte Medikamente können den Blutdruck erhöhen: beispielsweise bestimmte Schmerzmittel, sogenannte nicht steroidale Antirheumatika (NSAR), abschwellende Nasentropfen, die Pille oder Kortison. Zudem erhöhen bestimmte Drogen und Lakritze, wenn sie in größeren Mengen gegessen wird, den Blutdruck.

Wie entsteht eine primäre Hypertonie?

Fachleute gehen davon aus, dass an der Entstehung einer primären Hypertonie mehrere Faktoren beteiligt sind. Manche davon kann man selbst beeinflussen, andere nicht. So steigt das Risiko für Bluthochdruck mit zunehmendem Alter. Auch eine familiäre Vorbelastung kann eine Rolle spielen: Wenn Eltern oder Geschwister an Bluthochdruck leiden, ist das persönliche Risiko, daran zu erkranken, erhöht.

Zudem spielt der Lebensstil eine Rolle. Diesen kann man selbst beeinflussen. Folgende Faktoren wirken sich ungünstig auf den Blutdruck aus: 

Auch Kinder und Jugendliche können an Bluthochdruck erkranken. Besonders gefährdet sind Kinder, in deren Familie Bluthochdruck gehäuft vorkommt. Auch bei Kindern sind Übergewicht und Bewegungsmangel bedeutende Risikofaktoren für die Entstehung von Bluthochdruck: Nur zwei von 100 Kindern und Jugendlichen mit Normalgewicht erkranken an Bluthochdruck. Bei stark Übergewichtigen sind es 25 von 100.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Um einen Verdacht auf Bluthochdruck abzuklären, hinterfragt die Ärztin oder der Arzt in der Anamnese u.a. den Lebensstil der betroffenen Person, ob Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Familie gehäuft vorkommen und welche Medikamente regelmäßig genommen werden. Zudem wird geklärt, ob die betroffene Person Vorerkrankungen, wie beispielsweise Diabetes mellitus, Nieren- oder Herzprobleme, hat.

Bei der körperlichen Untersuchung werden unter anderem der Blutdruck und der Puls gemessen sowie der Body-Mass-Index und der Taillenumfang ermittelt.

Wird bei der Untersuchung ein erhöhter Blutdruck festgestellt, empfiehlt die Ärztin oder der Arzt, der betroffenen Person den Blutdruck regelmäßig selbst zu messen. Die gemessenen Werte sollen aufgeschrieben und beim nächsten Kontrolltermin mitgebracht werden.

Zudem nimmt die Ärztin oder der Arzt Blut ab und lässt es im Labor untersuchen. Auch der Harn wird untersucht. Mit Hilfe der Laboruntersuchungen kann beispielsweise überprüft werden, ob die Nieren gut arbeiten oder die Blutfette zu hoch sind. Meist werden auch ein EKG und ein Ultraschall des Herzens und der großen Blutgefäße, z.B. der Halsschlagadern, gemacht. In bestimmten Fällen werden auch die Nieren, das Gehirn oder der Augenhintergrund genauer untersucht.

All diese Untersuchungen und die Kontrolle der Blutdruckwerte erlauben der Ärztin oder dem Arzt abzuschätzen, wie groß das persönliche Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, beispielsweise für Herzinfarkt oder Schlaganfall, ist. Zudem können damit bereits eingetretene Folgeschäden, beispielsweise am Herzen, den Nieren oder den Augen, beurteilt werden. Auch andere Erkrankungen als Ursache für Bluthochdruck sollen durch die Untersuchungen abgeklärt werden.

Hinweis

Wenn bei mehreren Blutdruckmessungen ein systolischer Wert über 140 mmHg oder ein diastolischer Wert über 90 mmHg festgestellt wird, sprechen Fachleute von Bluthochdruck.

Welche Schweregrade von Bluthochdruck gibt es?

Je nachdem wie hoch der Blutdruck ist, kann dieser in drei Schweregraden auftreten. Fachleute sprechen von Bluthochdruck ab einem Wert von 140/90 mmHg. Am besten für die Gesundheit ist es, wenn der Blutdruck nicht höher als 120/80 ist.

  • Normaler Blutdruck: 100-130/60-85 (nicht höher als 130/80)
  • Hochnormaler Blutdruck: 130-139/85-89
  • Bluthochdruck Grad 1: 140-159/90-99
  • Bluthochdruck Grad 2: 160-179/100 -109
  • Bluthochdruck Grad 3: 180/110 und höher

Besonders gefährlich ist es, wenn der Blutdruck plötzlich auf Werte über 180/120 mmHg steigt. Dann ist schnelles Handeln gefragt. Je nachdem welche Symptome dabei auftreten, sprechen Fachleute von einer hypertensiven Krise oder einem hypertensiven Notfall.

Wie wird Bluthochdruck behandelt?

Die erste Maßnahme zur Senkung des Blutdrucks ist eine Veränderung der Lebensgewohnheiten. Dazu zählen Gewichtsabnahme, mehr Bewegung oder ein Rauchstopp. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, kann die Ärztin oder der Arzt blutdrucksenkende Medikamente verordnen.

Ausführliche Informationen finden Sie unter Bluthochdruck: Behandlung.

Wohin kann ich mich wenden?

Zur Diagnose und Behandlung von Bluthochdruck können Sie sich an folgende Stellen wenden:

  • Ärztin oder Arzt für Allgemeinmedizin
  • Fachärztin oder Facharzt für Innere Medizin

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

Letzte Aktualisierung: 25. Mai 2023

Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: Priv.-Doz.in Dr.in Sabine Perl, Fachärztin für Innere Medizin, Zusatzfach Innere Medizin (Kardiologie)

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