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Gicht

Menschen mit Gicht haben einen erhöhten Harnsäurespiegel im Blut. Dies kann zu wiederkehrenden Gichtanfällen mit schmerzhaften Gelenkentzündungen führen. Wird die Erkrankung über längere Zeit nicht behandelt, drohen dauerhaft Schäden an einzelnen Gelenken sowie Beeinträchtigungen anderer Organe, etwa der Nieren. Eine frühzeitige Behandlung verbessert den Verlauf der Krankheit und hilft Gichtanfälle zu vermeiden. Medikamente können akute Schmerzen lindern oder den Harnsäurespiegel dauerhaft senken. Es kann auch helfen Auslöser zu vermeiden, z.B. bestimmte Lebensmittel und Getränke. Zudem tragen eine ausgewogene Ernährung, die Kontrolle des Körpergewichts und regelmäßige Bewegung zu einem günstigen Verlauf bei.

Was ist Gicht?

Gicht ist eine Erkrankung des Stoffwechsels, bei der sich zu viel Harnsäure im Blut befindet. Bleibt der Harnsäurespiegel lange erhöht, können sich kleine, harte Kristalle bilden. Diese lagern sich bevorzugt in Gelenken ab, wo sie zu entzündlichen Reaktionen und zur Gichtarthritis führen. Der Fachbegriff lautet Arthritis urica. Einzelne Gelenke können strukturell geschädigt werden, sich verformen und zunehmend unbeweglich werden.

Wenn die Harnsäure dauerhaft zu hoch bleibt, können sich Kristalle auch in anderen Geweben ansammeln. So können sich z.B. die Harnsäurekristalle in den Nieren ablagern und dort zu Nierensteinen und anderen Funktionsstörungen führen.

In den meisten Fällen beruht die Erkrankung auf einer angeborenen Stoffwechselstörung: Betroffene haben eine genetische Veranlagung, die zu erhöhten Harnsäurespiegeln führt. Deshalb kommt Gicht in manchen Familien häufiger vor.

Nicht jeder Mensch mit hohem Harnsäurespiegel bekommt automatisch Gicht – manche bleiben ihr Leben lang beschwerdefrei. Die Ursache hierfür ist derzeit noch nicht geklärt.

Gicht ist in den Industrieländern die häufigste entzündliche Gelenkerkrankung. Besonders Menschen über 65 Jahre erkranken daran. Männer sind deutlich häufiger betroffen: Sie erkranken etwa fünfmal so oft wie Frauen und meist schon ab dem 40. Lebensjahr. Bei Frauen tritt Gicht dagegen meist erst nach den Wechseljahren auf.

Wie entsteht Gicht?

Gicht entsteht, wenn sich zu viel Harnsäure im Blut ansammelt. Harnsäure entsteht beim Abbau von Purinen, die grundlegende Bestandteile von Körperzellen sind. Zudem werden Purine auch mit der Nahrung aufgenommen: Lebensmittel wie Fleisch, Innereien, bestimmte Fischsorten und Meeresfrüchte sowie einige Alkoholsorten, z.B. Bier, enthalten viele Purine. Da der Körper Harnsäure nicht verarbeiten kann, wird diese hauptsächlich über die Nieren und zu einem kleinen Teil über den Darm ausgeschieden.

Steigt der Harnsäurespiegel im Blut über einen gewissen Wert an, sprechen Fachleute von Hyperurikämie. Dazu kann es in erster Linie kommen, wenn die Nieren nicht genug Harnsäure ausscheiden, oder wenn sehr viele purinreiche Lebensmittel verzehrt werden. Viel Harnsäure entsteht auch in Situationen, in denen im Körper viele Zellen abgebaut werden und so viele Purine anfallen, wie etwa beim Fasten oder während einer Krebstherapie. Ab einer gewissen Harnsäurekonzentration bilden sich feste Harnsäurekristalle im Körper, die sich bevorzugt in den Gelenken ablagern. Dadurch kann es zu einer Entzündung im betroffenen Gelenk und zu einem Gichtanfall kommen.

Was ist die Ursache einer Hyperurikämie?

In den meisten Fällen beruht ein zu hoher Harnsäurespiegel auf einer genetischen Veranlagung. Fachleute sprechen dann von einer primären Hyperurikämie. Neben der erblichen Veranlagung spielt auch der Lebensstil bei der Entstehung von Gicht eine Rolle. So können eine purinreiche Ernährung, ein hoher Konsum von Alkohol oder Getränken mit Fruchtzucker das Risiko für Gicht erhöhen. Auch das Körpergewicht spielt eine Rolle: Mit steigendem Body-Mass-Index nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, an Gicht zu erkranken.

Deutlich seltener wird Gicht durch eine sogenannte sekundäre Hyperurikämie verursacht. Sie entsteht bei bestimmten Erkrankungen, die mit einem verstärkten Zellabbau oder einer eingeschränkten Nierenfunktion einhergehen. Dazu zählen z.B. bestimmte Tumorerkrankungen, Schuppenflechte, bestimmte Nierenerkrankungen oder Diabetes Typ 2. Auch einige Medikamente können den Harnsäurespiegel im Blut erhöhen. 

Welche Symptome verursacht Gicht?

Ein akuter Gichtanfall tritt häufig plötzlich, typischerweise nachts oder in den frühen Morgenstunden, auf. Viele Betroffene wachen mit sehr starken Schmerzen in einem oder selten mehreren Gelenken auf. Ein solcher Anfall kann unter anderem durch reichhaltiges Essen, hohen Alkoholkonsum oder strenges Fasten bzw. starke körperliche Anstrenung, z.B. beim Sport ausgelöst werden.

  • Beim ersten Gichtanfall ist meist nur ein einziges Gelenk betroffen – häufig das Grundgelenk des großen Zehs. Aber auch andere Gelenke können sich entzünden, zum Beispiel die Mittelfuß- oder Sprunggelenke, das Knie, der Ellbogen sowie Hand- oder Fingergelenke.
  • Das betroffene Gelenk ist rot, geschwollen, warm und berührungsempfindlich. Oft ist das Gelenk so schmerzempfindlich, dass selbst der leichte Druck der Bettdecke kaum auszuhalten ist.
  • Manchmal kommen Fieber, Kopfschmerzen oder Übelkeit dazu.
  • Nach einem Gichtanfall beruhigt sich das betroffene Gelenk meist innerhalb einiger Tage von selbst, besonders wenn entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) eingenommen werden.

Wie verläuft Gicht?

Gicht entwickelt sich langsam über viele Jahre. Bei erhöhten Harnsäurewerten können lange Zeit keine Beschwerden auftreten, und nicht alle Betroffenen entwickeln tatsächlich Gicht. Kommt es zu einem akuten Gichtanfall, vergehen die Beschwerden meist nach einigen Tagen. Zwischen den Gichtanfällen können lange beschwerdefreie Zeiten liegen. Ohne Behandlung kommt es bei den meisten Betroffenen zu weiteren Schüben, wenn der Harnsäurespiegel weiter zu hoch bleibt. Alles, was den Harnsäurespiegel erhöht, steigert zusätzlich das Risiko für einen weiteren Gichtanfall.

Mit der Zeit können die Gichtanfälle immer schlimmer werden, länger anhalten und auch mehrere Gelenke gleichzeitig betreffen.

Chronische Gicht

Bleibt Gicht über viele Jahre unbehandelt, kann sie in eine chronische Form übergehen – allerdings nicht bei allen Betroffenen. Das Risiko hängt unter anderem davon ab, wie stark der Harnsäurespiegel erhöht ist. Bei einer chronischen Gicht sind oft mehrere Gelenke betroffen. Durch die wiederholten Entzündungen werden sie geschädigt, was zu Schmerzen bei Bewegung, eingeschränkter Beweglichkeit und später auch zu sichtbaren Verformungen des Gelenks führen kann. Zudem können sich Harnsäurekristalle unter der Haut ablagern und Gichtknoten – sogenannte Tophi  bilden, z.B. an Händen, Füßen, Ellbogen oder am Ohr. Diese Gichtknoten verursachen meist keine Schmerzen.

Lagern sich Kristalle in den Nieren ab, kann das zu Nierensteinen führen. Selten finden sich Ablagerungen auch in anderen Körperbereichen, etwa im Rückenmark oder im Karpaltunnel des Handgelenks. Dort können sie auf Nerven drücken und Beschwerden wie ein Karpaltunnelsyndrom oder Lähmungserscheinungen auslösen.

Wie wird Gicht diagnostiziert?

Zu Beginn der Diagnostik erhebt die Ärztin oder der Arzt eine ausführliche Anamnese. Dabei werden u.a. bestehende Beschwerden, Lebensgewohnheiten und mögliche Risikofaktoren für Gicht erfasst. Häufig erkennt die Ärztin oder der Arzt die Erkrankung bereits anhand der typischen Symptome. Für einen Gichtanfall spricht, wenn nur ein Gelenk akut entzündet ist, vor allem wenn es sich um das Grundgelenk des großen Zehs handelt.

Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung achtet die Ärztin oder der Arzt u.a.auf typische Hinweise wie Gichtknoten unter der Haut sowie schmerzhafte, gerötete oder veränderte Gelenke.

Mithilfe einer Laboruntersuchung des Bluts kann die Ärztin oder der Arzt u.a. feststellen, ob der Harnsäurespiegel im Blut erhöht ist. Während eines akuten Gichtanfalls liegen die Harnsäurewerte jedoch oft im Normalbereich, weshalb sie erst frühestens zwei Wochen nach Abklingen des Anfalls zuverlässig beurteilt werden können. In der Regel werden ergänzend auch Nieren- und Leberwerte sowie ein Blutbild bestimmt.

Je nach Fall können weitere Untersuchungen notwendig sein:

  • Punktion: Zur sicheren Abklärung einer Gicht kann es notwendig sein, dass die Ärztin oder der Arzt das betroffene Gelenk punktiert. Dabei wird mit einer Nadel etwas Gelenkflüssigkeit aus dem betroffenen Gelenk entnommen und anschließend unter dem Mikroskop untersucht. Durch den Nachweis von typischen Harnsäurekristallen in der Gelenkflüssigkeit kann die Diagnose „Gicht“ eindeutig bestätigt werden. Zudem können andere Ursachen für die Gelenkentzündung, wie beispielsweise eine Infektion, ausgeschlossen werden.
  • Ultraschalluntersuchung
  • CT

Wie wird Gicht behandelt?

Fachleute empfehlen, möglichst frühzeitig mit einer Behandlung zu beginnen. Die Behandlung verfolgt zwei Hauptziele: Zum einen sollen die Beschwerden eines akuten Gichtanfalls schnell gelindert werden. Zum anderen ist es wichtig, den Harnsäurespiegel dauerhaft zu senken, um weitere Anfälle sowie chronische Entzündungen und Gelenkschäden zu verhindern.

Akuter Gichtanfall: Kurzfristige Behandlung

Bei einem akuten Gichtanfall werden entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente eingesetzt. Kühlende Umschläge und das Hochlagern der betroffenen Körperstelle können zusätzlich helfen, die Beschwerden zu lindern.
Außerdem prüft die Ärztin oder der Arzt, ob andere eingenommene Medikamente den Harnsäurespiegel erhöhen, und passt diese bei Bedarf an.

Gicht: Langfristige Behandlung

Um zu verhindern, dass die Erkrankung fortschreitet, ist das Senken des Harnsäurespiegels ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Dazu kann die Ärztin oder der Arzt Medikamente zur Harnsäuresenkung vorschlagen, die über eine längere Zeit eingenommen werden müssen. Zudem können auch Anpassungen im Lebensstil empfohlen werden. Dazu zählen:

  • Ausgewogene Ernährung mit:
    • weniger rotem Fleisch und Wurst sowie Meeresfrüchten
    • Verzicht auf Alkohol, v.a. Bier, stark fruchtzuckerhaltige Säfte und Fertigprodukte
    • mehr pflanzlichen Lebensmitteln und fettarmen Milchprodukten bzw. Milch
    • ausreichend Trinken, am besten Wasser
  • Gewichtskontrolle: Da Übergewicht und Adipositas das Risiko für Gicht erhöhen, kann eine Gewichtsreduktion den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen. Fachleute empfehlen jedoch, dies mit einer Ärztin oder einem Arzt abzustimmen, da durch eine zu schnelle Gewichtsabnahme ein Gichtanfall ausgelöst werden kann.
  • Bewegung: Begleitend zur Gewichtskontrolle und zu Ernährungsmaßnahmen kann die Ärztin oder der Arzt regelmäßige Bewegung mindestens 150 Minuten pro Woche empfehlen.

Wohin kann ich mich wenden?

Die erste Anlaufstelle zur Abklärung von Beschwerden oder bei Symptomen eines akuten Gichtanfalls ist die Primärversorgung, z.B.:

  • Hausärztin oder Hausarzt (Ärztin oder Arzt für Allgemeinmedizin)
  • Primärversorgungseinheit (PVE)

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

Letzte Aktualisierung: 16. Februar 2026

Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: Prim.Clin.Assoc.Prof.Priv.Doz. Dr. Judith Sautner, Fachärztin für Innere Medizin (Rheumatologie), Ärztin für Allgemeinmedizin

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