Senkfuß und Plattfuß

Der Senkfuß bzw. Plattfuß ist eine Fußfehlstellung. Dabei sinkt das Fußlängsgewölbe ab. Der Fuß ist flacher als normal. Ist er nur leicht abgeflacht, spricht man vom Senkfuß. Bei einer starken Absenkung nennt man die Fußfehlstellung Plattfuß. Die meisten Kinder haben im Laufe des Wachstums einen Senkfuß. Denn das Fußlängsgewölbe bildet sich erst aus. Ein kindlicher Senkfuß bedarf keiner besonderen Behandlung. Außer es kommt zu Schmerzen und Schwellungen. Dann helfen orthopädische und physiotherapeutische Maßnahmen.

Welche Formen von Senk- und Plattfuß gibt es?

Fachleute unterscheiden flexiblere oder starre Formen des Senk- bzw. Plattfußes.

  • Flexible Fußfehlstellungen: Der Begriff „flexibel“ bedeutet, dass die Fußform im unbelasteten Zustand normal ist. Flexible Fußfehlstellungen sind eher harmlos.
  • Starre Fußfehlstellungen: Sie werden auch kontrakte Fußfehlstellungen bezeichnet. Bei dieser Form ist der Gelenkszustand eher fest, fixiert und damit unbeweglich. Eine Behandlung sollte rasch beginnen.

Abhängig von den Veränderungen und dem Zeitpunkt des Auftretens werden weitere Formen von Senk- und Plattfuß unterschieden. Nur selten ist ein Senk- oder Plattfuß angeboren.

Senkfuß und Plattfuß bei Kindern & Jugendlichen

Die meisten Kinder haben im Laufe des Wachstums einen flexiblen Senkfuß. Das ist völlig normal – man nennt dies auch physiologisch. Bis zum Alter von zehn Jahren bildet sich die Wölbung an der Fußinnenseite erst richtig aus, und der Senkfuß normalisiert sich. Nur bei wenigen Kindern bleibt die Fußfehlstellung.

Häufig ist bei Kindern gleichzeitig ein Knickfuß vorhanden. Man spricht dann vom Knick-Senk-Fuß. Dabei kippt zusätzlich die Ferse bzw. das Fersenbein nach innen. Fast alle Kleinkinder im Alter von bis zu ungefähr 19 Monaten haben einen Knick-Senk-Fuß.

Neben dem normalen Vorhandensein von Senkfüßen im Kindesalter gibt es weitere Ursachen für Senk- oder Plattfüße im Kindes- oder Jugendalter, u.a.:

Symptome

Manche Kinder bleiben beschwerdefrei, andere klagen über Schmerzen an der Innenseite des Fußes und im Rückfuß. Nach langem Gehen ermüdet der Fuß, die Schmerzen nehmen zu. In ausgeprägten Fällen bilden sich an der Fußinnenseite Druckschwielen.

Hinweis

Jede Fußfehlstellung kann Auswirkungen auf den gesamten Bewegungsapparat haben. Möglich sind daher u.a. auch Beschwerden im Knie, in der Hüfte und der Wirbelsäule.

Diagnose

Sie erfolgt u.a. mittels Ganganalyse und Untersuchung der Füße, Beinachsen, Beinlängen sowie Knie- und Hüftgelenke. Die Ärztin oder der Arzt wird sich auch genau nach den Geburtsumständen erkundigen. Möglicherweise sind weitere Untersuchungen erforderlich, z.B. Ultraschall oder – bei Verdacht auf eine knöcherne Ursache – Röntgen. In schweren Fällen kann eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) notwendig sein.

Behandlung

Beim normalen kindlichen (Knick-)Senkfuß ohne Beschwerden ist keine Behandlung erforderlich, auch Einlagen sind nicht nötig. Eltern sollten jedoch auf weiche Schuhe mit ausreichend Platz für die Zehen und Weite achten. Bei leichten Beschwerden helfen viel Bewegung mit (Barfuß-)Laufen, Klettern und Fußgymnastik. Bei starkem Senkfuß verschreibt die Ärztin oder der Arzt orthopädische Einlagen zur Korrektur der Fehlstellung. In bestimmten Fällen erfolgt ergänzend eine Physiotherapie. Nur selten ist beim kindlichen Senkfuß eine Operation notwendig.

Senkfuß und Plattfuß bei Erwachsenen

Ein Senk- oder Plattfuß im Erwachsenenalter wird häufig aus der Jugend mitgebracht: Dabei hat sich entweder eine harmlose Formabweichung der Füße im Wachstum nicht zurückgebildet, oder es bestand bereits in der Jugend ein kontrakter Senkfuß. Auch andere Ursachen sind möglich, z.B. Sehnenerkrankungen oder Verletzungen.

Symptome

Bei stärkerer Ausprägung der Fußfehlstellung und höherer Belastung durch langes Stehen und Gehen kann der Fuß ermüden und schmerzen. Liegt eine Erkrankung der Sehne des hinteren Schienbeinmuskels vor, können je nach Ausmaß Schmerzen und Schwellungen unterhalb des Innenknöchels und zunehmender Kraftverlust der Sehne auftreten. Reißt die Sehne, treten zusätzlich Beschwerden beim Außenknöchel auf.

Hinweis

Jede Fußfehlstellung kann Auswirkungen auf den gesamten Bewegungsapparat haben. Möglich sind daher u.a. auch Beschwerden im Knie, in der Hüfte und der Wirbelsäule.

Diagnose

Erfolgt mittels Untersuchung des Ganges, des Fußes, der Knie- und Hüftgelenke. Bei starken Fehlstellungen mit Beschwerden können weiterführende Untersuchungen wie Ultraschall, Röntgen, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) notwendig sein.

Behandlung

Je nach Ausprägung der Beschwerden kommen Einlagen, Fußbettungen, orthopädische Schuhe oder operative Maßnahmen zum Einsatz.

Wie man einem Senkfuß oder Plattfuß vorbeugen kann

Um die normale Entwicklung des kindlichen Fußes zu unterstützen, ist es wichtig, auf Folgendes zu achten:

  • Bewegung: Tägliche und ausreichend Bewegung, um die normale Entwicklung zu fördern.
  • Normales Körpergewicht: Bei Kindern mit Übergewicht besteht die Gefahr, dass sich der Senkfuß nicht zurückbildet.
  • Bequeme Schuhe: Weiche Schuhe mit ausreichender Länge und Weite.
  • Stärkung der Fußmuskulatur: durch Barfußlaufen.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Beschwerden an den Füßen können Sie sich an eine Fachärztin oder einen Facharzt für Orthopädie wenden. Bei Kindern mit Fußfehlstellungen ist die Kinderärztin oder der Kinderarzt meist die erste Anlaufstelle. Bei Bedarf überweist sie oder er zu einer Fachärztin oder einem Facharzt für Kinderorthopädie.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über die Online-Services und Formulare der Sozialversicherung.

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

Letzte Aktualisierung: 18. Juli 2022

Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: OA Dr. Martin Ornig

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