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Symbolbild Gesundheitsberufe © Kurhan

Impfungen für spezielle Zielgruppen

Impfungen spielen eine wichtige Rolle beim Schutz von Personengruppen, die durch ihren Beruf, durch das Alter sowie durch bestimmte Grunderkrankungen oder Lebenslagen besonders gefährdet sind. So besteht in Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen eine erhöhte Infektionsgefahr. Daher wird empfohlen, dass sich das Personal mit Kontakt zu Patientinnen/Patienten oder infektiösem Material durch Impfungen vor Infektionen schützt. Ein ausreichender Impfschutz ist jedoch auch besonders für ältere Menschen wichtig, da mit dem Alter häufig die Immunabwehr nachlässt . . .

Impfungen bei Kinderwunsch und für Schwangere

Die Expertinnen und Experten des Nationalen Impfgremiums empfehlen, alle im Impfplan vorgesehenen Impfungen bereits vor Beginn einer gewünschten Schwangerschaft durchführen zu lassen ("prepare for pregnancy!"). Insbesondere sollte der Impfstatus bereits vor der Schwangerschaft überprüft werden. Fehlende Impfungen sollten so schnell wie möglich nachgeholt werden. Generell sind Impfungen mit Totimpfstoffen während der Schwangerschaft möglich, sollten jedoch erst im 2. und 3. Schwangerschaftsdrittel (Trimenon) erfolgen. Lebendimpfungen (z.B. Masern, Röteln, Varizellen) hingegen sind ausgeschlossen.

Bei Kinderwunsch sollte prinzipiell die Immunität besonders hinsichtlich der folgenden impfpräventablen Erkrankungen überprüft werden bzw. der Impfstatus aktualisiert werden:

  • Masern-Mumps-Röteln (Impfung: Mindestabstand 1 Monat zu Konzeption)
  • Varizellen (Impfung: Mindestabstand 1 Monat, empfohlen 3 Monate zu Konzeption) 
  • Diphtherie-Tetanus-Pertussis(-Polio) (Impfung auch während der Schwangerschaft möglich, siehe unten) 
  •  Influenza (Impfung auch während der Schwangerschaft möglich, siehe unten)

Hinweis Expertinnen/Experten empfehlen, die Immunität gegen Varizellen (Windpocken, Feuchtblattern) sicherzustellen. Bei nicht geschützten Frauen wird eine Impfung mindestens drei Monate vor Konzeption empfohlen. 

  • Influenzaimpfung: Da die Influenza während der Schwangerschaft oft schwere Verläufe zeigt, wird die Influenzaimpfung zum eigenen Schutz und zum Schutz des Neugeborenen vor und auch während der Influenzasaison empfohlen. Die Impfung ist im 2. oder 3. Schwangerschaftsdrittel empfohlen, kann auch im 1. Drittel verabreicht werden.
  • Gelbfieberimpfung: Reisen in Gelbfieberendemiegebiete sollen während der Schwangerschaft vermieden werden. Schwangere, die in Epidemiegebiete reisen müssen, können gegen Gelbfieber geimpft werden, wenn nach sorgfältiger Abwägung das Risiko einer Gelbfieberinfektion das Impfrisiko überwiegt.
  • Impfen während der Stillzeit: Grundsätzlich sind in der Stillzeit alle Impfungen möglich. Eine Ausnahme bildet die Gelbfieberimpfung. Besonders die Masern-Mumps-Röteln- und die Varizellen-Impfung ist für nicht geschützte Wöchnerinnen und stillende Mütter dringend zu empfehlen.

Ausführliche Informationen finden Sie unter Impfungen vor der Schwangerschaft.

Impfungen für Frühgeborene

Nach Empfehlungen des Nationalen Impfgremiums sollen auch frühgeborene Kinder (bei stabilem Zustand) nach dem chronologischen Alter (nicht nach dem Schwangerschaftsalter) geimpft werden. Als Frühgeborene gelten Kinder, die vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche geboren werden. Der Immunglobulinspiegel bei Frühgeborenen ist oft niedriger als bei einem reifgeborenen Kind. Umso wichtiger ist es, auch Frühgeborene rechtzeitig zu impfen.

Impfungen bei Personen mit Immundefekten

Bei Patientinnen und Patienten mit angeborenem oder erworbenem Immundefekt sind Impfungen mit Lebendimpfstoffen meist nicht möglich. Da in Lebendimpfstoffen die Krankheitserreger nur abgeschwächt werden und sich im Körper vermehren können, besteht das Risiko, dass bei diesen Menschen die Vermehrung der abgeschwächten Krankheitserreger zu einer Erkrankung des gesamten Organismus führt.

Totimpfstoffe können sowohl bei einem angeborenen als auch bei einem erworbenen Immundefekt angewendet werden, da es sich um abgetötete Erreger oder deren Gifte (Toxine) handelt. Sie können sich im Körper nicht vermehren und stellen somit kein gesundheitliches Risiko für die Patientin/den Patienten dar.

Hinweis Die Impfung mit Totimpfstoffen ist bei Personen mit Immundefekten ohne Risiko anwendbar, allerdings kann der Impferfolg unzureichend sein und sollte daher kontrolliert werden.

Informationen zu Impfungen bei Personen mit Immundefekten erhalten Sie auch auf der Website des Instituts für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der Medizinischen Universität Wien. 

Impfungen für das Personal im Gesundheitswesen

In Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen besteht erhöhte Infektionsgefahr. Daher empfehlen Expertinnen und Experten des Nationalen Impfgremiums, dass sich das Personal mit Kontakt zu Patientinnen/Patienten oder infektiösem Material durch Impfungen vor Infektionen schützt. Davon sind z.B. Ärztinnen und Ärzte, Hebammen, Pflegepersonal, aber auch Studentinnen/Studenten und Praktikantinnen/Praktikanten betroffen.

Ausführliche Informationen erhalten Sie unter Empfehlungen für Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter des Gesundheitswesens.

Impfungen im Alter

Ein ausreichender Impfschutz ist besonders für ältere Menschen wichtig, da mit fortschreitendem  Alter (ab dem 50. bis 60. Lebensjahr) die Immunabwehr häufig nachlässt. Bei älteren Menschen verläuft beispielsweise eine "echte" Grippe (Influenza) oder eine durch Pneumokokken verursachte Lungenentzündung oftmals sehr schwer. Besonders diese Infektionskrankheiten stellen für ältere Menschen ein erhöhtes gesundheitliches Risiko dar. 

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