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Schmerzen in der Schulter © glisic_albina

Verrenkung des Schultergelenks

Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk des Menschen. Das Auskugeln des Schultergelenks ist mit etwa 30 Prozent die häufigste akute Sportverletzung der Schulter. Oft kommt es auch zu Begleitverletzungen an den zum Gelenk gehörigen oder gelenknahen stabilisierenden Strukturen, z.B. Einriss der Kapselanteile, Abriss des knorpeligen Pfannenrandes (Labrum), Pfannenrandfraktur, Knocheneinstauchung am Oberarmkopf, Fraktur im knöchernen Ansatzbereich der Muskel-Sehnen-Hülle des Schultergelenks („Rotatorenmanschette“). Das Schultergelenk kann in verschiedene Richtungen ausrenken, am häufigsten nach vorne (80 Prozent der Fälle), seltener nach unten oder hinten . . .

Ursachen & Vorbeugung

Die Ursache ist häufig eine Sturz mit Abfangen des gesamten Körpergewichts am nach oben ausgestreckten Arm, z.B. bei kampfbetonten Sportarten wie Eishockey, Stützbewegung beim Kentern beim Kanu-Sport, gewaltsame Außenrotation und Abspreizung des Arms, z.B. beim Handball, etc. Da eine Schulterluxation plötzlich und unerwartet auftritt, lässt sich ihr nur schwer vorbeugen. Nach einer Luxation ist zeitweise angemessene Ruhigstellung und danach konsequente Krankengymnastik sinnvoll. Schulterbelastende Sportarten oder Arbeiten sollten nach Möglichkeit vermieden werden.

Symptome Diagnose

Normalerweise schmerzt die betroffene Schulter stark, und der Arm kann kaum bewegt werden. Die Form der Schulter ist nach dem Auskugeln verändert, auch Blutergüsse und Schwellungen treten auf, aber nicht in allen Fällen. Die Schulter kann allerdings auch ausgerenkt sein, ohne echte Symptome einer Luxation zu zeigen.

Eine Ärztin/ein Arzt kann meist schon durch Tasten ermitteln, dass der Gelenkkopf sich nicht dort befindet, wo er hingehört, und dass die Gelenkpfanne leer ist. In bildgebenden Verfahren wie z.B. Röntgen (eventuell mit Kontrastmittel), Ultraschall, Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie, MRT) können oft Veränderungen exakt erkannt werden.

Therapie

Als Notfallbehandlung an der Sportstätte wird der Arm mit einer breiten elastischen Binde oder dem Trikot am Oberkörper mit gebeugtem Ellenbogengelenk angewinkelt fixiert. Die weitere Therapie besteht in der möglichst frühzeitigen Einrenkung (Einrichtung, Reposition) der Schulter unter einer angemessenen Schmerztherapie (nötigenfalls auch Narkose) durch eine Ärztin/einen Arzt. Gegebenenfalls ist eine Röntgenuntersuchung vor und/oder nach der Einrenkung sinnvoll. Damit können Begleitverletzungen erkannt und die Stellung des Schultergelenks überprüft werden. Weiters können bei Bedarf eine Ultraschalluntersuchung, eine Kernspin- oder Computertomographie veranlasst werden.

Grundsätzlich besteht nach einer Schulterluxation das Risiko einer verbleibenden Instabilität des Schultergelenks mit der Gefahr, dass die Schulter immer wieder auskugelt, und zwar nicht nur bei sportlicher Belastung, sondern auch im Alltag, z.B. bei sogenannten Überkopfarbeiten wie dem Greifen nach einer Tasse im Wandschrank. Das Risiko der erneuten Ausrenkung der Schulter ist abhängig vom Alter der/des Betroffenen und den Begleitverletzungen. Ein erhöhtes Risiko besteht bei Kontakt-, Wurf- und Überkopfsportarten (Fußball, Handball, Tennis, Badminton, Golf, Kampfsport) sowie Roll- und Gleitsportarten (Skifahren, Snowboarden, Inline-Skaten etc.).

Wann eine Operation notwendig ist

Bei ambitionierten Sportlerinnen und Sportlern wird oft eine operative Schulterstabilisierung empfohlen, meist im Rahmen einer Arthroskopie. Bei einer knöchernen Absprengung am Gelenkspfannenrand wird das Bruchstück wieder angeschraubt. Unabhängig davon, ob eine Operation durchgeführt wurde oder nicht, wird zunächst die Schulter für mehrere Wochen mittels spezieller Stützkonstruktionen ruhiggestellt. Etwa ab der vierten Woche nach der Luxation beginnt die Rehabilitation der Schulter mit Krankengymnastik und zunehmender Freigabe des Bewegungsumfanges. Nach etwa drei Monaten können sportspezifische Bewegungselemente in die Physiotherapie einfließen.

Kommt es zu einer sogenannten chronischen Instabilität mit immer wieder kehrenden Verrenkungen, ist eine operative Behandlung notwendig, bei der in den meisten Fällen eine Wiederanheftung der abgelösten Kapselanteile an den Rand der Gelenkspfanne mit gleichzeitiger Raffung durchgeführt wird (sogenannter Bankart-Operation). Seltener sind Vergrößerungen der Gelenkspfanne durch Anlagerung eines Knochenspanes erforderlich, welcher vom Becken entnommen wird. Damit soll das Risiko erneuter Luxationen, die letztendlich zur Arthrose des Schultergelenks führen können, minimiert werden.
  

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