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Knie-Untersuchung © WavebreakMedia

Kniebandverletzungen

Die verschiedenen Bänder führen und stabilisieren das Kniegelenk und sind insbesondere bei Sportarten mit hoher Dynamik wie Fuß- oder Handball sowie alpiner Skisport gefährdet. Der besonders häufig diagnostizierte Riss des vorderen Kreuzbandes wird meistens durch eine Drehung oder Beschleunigung des Körpers bei gleichzeitig am Boden fixierten Fuß verursacht. Verletzungen der Seitenbänder entstehen v.a. durch seine seitliche Gewalteinwirkung auf das gestreckte Knie . . .

Riss des vorderen Kreuzbandes

In den vergangenen Jahren ist eine Zunahme der vorderen Kreuzbandrisse zu verzeichnen. Dies hat verschiedene Gründe, u.a. die vermehrten sportlichen Freizeitaktivitäten und die höhere Rasanz, mit der viele Sportarten ausgeübt werden.

Ursachen & Vorbeugung

Der Unfallmechanismus ist meistens eine Rotation oder Beschleunigung des Körpers bei gleichzeitig am Boden fixiertem Fuß (besonders „griffige“ Stollen, Kunstrasen beim Fußball), beim alpinen Skisport spielt dabei nicht selten die falsch eingestellte Bindung eine Rolle. Andere Verletzungsmechanismen sind die Überstreckung des Kniegelenks oder die plötzliche Anspannung des Oberschenkelstreckmuskels, z.B. bei der Landung aus dem Sprung mit gebeugtem Knie beim Skiabfahrtsrennen oder beim Snowboarden. Ein guter Trainingszustand mit sportartspezifischen Übungen kann einem Kreuzbandriss vorbeugen.

Symptome & Diagnose

Manche Sportler verspüren ein „Knacken“ oder haben das Gefühl, dass „etwas gerissen“ ist. Die Schmerzen sind mehr oder weniger ausgeprägt. Je nach Begleitverletzungen ist es durchaus möglich, die sportliche Betätigung fortzuführen. Innerhalb weniger Stunden ist jedoch das Knie meistens geschwollen, weil es aus dem zerrissenen Band blutet. Im Rahmen der ärztlichen Untersuchung wir die Stabilität geprüft. Weiters werden eine Röntgenuntersuchungsowie eine Kernspintomographie durchgeführt.

Therapie

In der Akutphase an der Sportstätte sollte das Kniegelenk nach der PECH-Regel behandelt werden. Die Weiterbehandlung in der Praxis oder Klinik nach erfolgter Diagnostik besteht gegebenenfalls in einer Kniepunktion sowie in der Regel in einer arthroskopischen Operation mit Rekonstruktion des vorderen Kreuzbands durch ein Ersatzgewebe (Kreuzbandplastik mit körpereigenem Transplantat), zumindest bei Patientinnen/Patienten mit sportlicher Aktivität, die eine entsprechende Belastung der Kniegelenke haben. Unbehandelt besteht nämlich das Risiko von Folgegelenkproblemen an den Menisken oder am Knorpel. Bei Patientinnen/Patienten, die keinen Sport betreiben – oder vor allem Radfahren oder Schwimmen – ist eine konservative Therapie (Physiotherapie) möglich und führt zu gleich guten Ergebnissen wie eine Operation.

Riss des hinteren Kreuzbandes

Die Verletzung des hinteren Kreuzbandes wird wesentlich seltener diagnostiziert als die des vorderen.

Ursachen & Symptome

Die Ursache kann  eine direkte, von vorne auf den Unterschenkel gerichtete Anprallverletzung sein, die das Schienbein gegen den Oberschenkel nach hinten schiebt, z.B. beim Automotor- oder Motorradsport oder beim Fußball bei einem Sturz. Manche Sportler verspüren ein „Knacken“ oder ein „Krachen“ am Knie. Akut treten typischerweise Schmerzen in der Kniekehle auf. Oft ist das Gelenk geschwollen. Subjektiv können die Betroffenen ein Instabilitätsgefühl haben, z.B. beim Treppenabwärtsgehen.

Diagnose & Therapie

Neben der exakten Erhebung des Unfallherganges ist die ärztliche Kniegelenkuntersuchung mittels verschiedener Stabilitätstests sowie eine Röntgenuntersuchung und Kernspintomographie erforderlich. Bei frühzeitiger Behandlung hat der isolierte Riss des hinteren Kreuzbands eine gute Heilungstendenz. Dazu ist eine etwa dreimonatige Schienenbehandlung erforderlich. Bei Kombination eines hinteren Kreuzbandrisses mit weiteren Verletzungen am Kapsel-Band-Apparat ist eine arthroskopisch durchgeführte Bandersatzoperation in Erwägung zu ziehen. Die Rehabilitation sollte sechs bis acht Monate dauern.

Verletzungen der Seitenbänder

Die beiden Seitenbänder, das Innenband sowie das Außenband, sichern das Kniegelenk in Streckstellung und sind in dieser Gelenkposition angespannt. Seitenbandverletzungen sind relativ häufige Knieverletzungen beim Sport. Die Schweregrade reichen von Überdehnung bis zum kompletten Riss, von der einseitigen bis zur doppelseitigen Verletzung. Darüber hinaus können weitere Strukturen mit betroffen sein. Das Innenband ist gegenüber dem Außenband im Verhältnis 15:1 häufiger betroffen.

Ursache & Symptome

Die Ursache kann eine seitliche Gewalteinwirkung auf das gestreckte Knie sein. Auch eine gewaltsame Verdrehung des Kniegelenkes kann mitbeteiligt sein. Es kommt zu Schmerzen. 

Diagnose & Therapie

Im Rahmen der ärztlichen Untersuchung werden verschiedene Tests zur Prüfung der Stabilität des Gelenks durchgeführt. Weiters erfolgen eine Röntgenuntersuchung und meist auch eine Kernspintomographie. Die Behandlung richtet sich nicht nur nach der Seitenbandverletzung, sondern auch nach potenziellen Begleitverletzungen. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Arthroskopie. Oft wird eine Schiene verordnet, mit Teilbelastung des Beines an Unterarmgehstützen. Weiters kommen physikalische Therapieverfahren zur Anwendung.  

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