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Schmerzen im Sprunggelenk © blas

Bandverletzungen des Sprunggelenks

Das obere Sprunggelenk besteht aus dem unteren Schienbeinende, dem Innenknöchel (Teil des Schienbeins), dem Außenknöchel (Teil des Wadenbeins) und dem Sprungbein. Für die Stabilität des oberen Sprunggelenks sind, neben den Muskeln bzw. Sehnen, v.a. der Außenbandkomplex, der Innenbandkomplex sowie die sogenannte Syndesmose verantwortlich. Das untere Sprunggelenk wird vom Sprungbein, dem Fersenbein und dem Kahnbein gebildet. Die verschiedenen Anteile dieses Gelenks sind ebenfalls durch Bänder gesichert. Die Außenbandverletzung am oberen Sprunggelenk ist die häufigste Sportverletzung überhaupt mit einer Häufigkeit von etwa 1:10.000 – bezogen auf Sport treibende Personen pro Tag.

Ursache & Vorbeugung

Die Verletzung des Außenbandes am oberen Sprunggelenk entsteht durch ein Umknicken des Fußes nach innen. Dabei wird der Fußinnenrand gehoben und die Fußaußenkante gesenkt. Dieser Unfallmechanismus kann praktisch bei jeder Sportart mit Lauf- oder Sprungelementen vorkommen, z.B. Leichtathletik, Joggen, Ballsportarten wie Volley- oder Basketball, Tanzen, Kunstturnen, Kampfsport, Snowboarden, Golf oder Reiten.

Das grundsätzliche und permanente Tragen einer Schiene oder eines Sprunggelenkverbandes als Schutz vor einem Außenbandriss bzw. nach einer derartigen Verletzung oder ein dauerhaftes vorbeugendes Taping wird von Sportmedizinerinnen und Sportmedizinern unterschiedlich beurteilt. Davon unabhängig sind gute körperliche Fitness und ein sportartspezifisches Training mit Elementen zur Gelenkstabilisierung sinnvoll.

Symptome & Diagnose

Je nach Ausmaß der Verletzung ist der Bereich des Außenknöchels bzw. unterhalb davon mehr oder weniger schmerzhaft geschwollen mit Blutergussverfärbung. Die betroffenen Bandanteile sind in ihrem Bandverlauf druckschmerzhaft. Im Rahmen der ärztlichen Untersuchung werden das gesamte Sprunggelenk, der Unterschenkel und Fuß mit untersucht, um mögliche Begleitverletzungen festzustellen. Weiters wird die Stabilität des Außenbandes geprüft. Ergänzend werden eine Röntgenuntersuchung und häufig auch eine Kernspintomographie durchgeführt.

Therapie

In der Akutsituation gilt die PECH-Regel.

Nach Abschluss der Diagnostik empfiehlt sich folgendes Vorgehen

  • Bei einer Bänderzerrung sollte sich die Sportlerin/der Sportler schonen und den Fuß hochlagern. Hilfreich ist ein abschwellender Kompressionsverband, ev. in Kombination mit einem abschwellenden Medikament. Nach etwa ein bis drei Wochen ist die sportliche Aktivität meist uneingeschränkt möglich. Hilfreich kann ein Tape-Verband sein. Bei einem Außenbandriss wird heute meistens nicht operiert. Die Methode der Wahl ist die konservative Behandlung mit Schonung, abschwellenden Maßnahmen und eventuell einer speziellen Stabilisationsschiene, manchmal auch einem sogenannten Stabilschuh.
  • Gelegentlich kann anfangs für einige Tage eine Gipsschiene sinnvoll sein. Danach ist eine sogenannte funktionelle Therapie mit einer Knöchelschiene (Orthese) vorteilhafter. Diese sollte für etwa sechs Wochen ununterbrochen getragen werden, also auch nachts. Bei einer Ruhigstellung des Sprunggelenks ist eine medikamentöse Thromboseprophylaxe erforderlich. Je nach Ausmaß des Bänderrisses und ausgeübter Sportart dauert die Rehabilitation zwischen vier und zwölf Wochen.

      
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