Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
 Müde junge Frau © leszekglasner
Müde junge Frau © leszekglasner

Long COVID

Eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 kann ein breites Spektrum an möglichen Symptomen hervorrufen. Bei mehr als zehn Prozent aller Betroffenen bestehen auch Wochen und Monate nach der Ansteckung noch Beschwerden. Expertinnen und Experten sprechen von Long COVID, wenn die Beschwerden nach einer akuten Infektion nicht abklingen oder neue Symptome hinzukommen. Anhaltende Geruchs- und Geschmacksstörungen, Müdigkeit, Erschöpfung und verminderte Leistungsfähigkeit (Fatigue) sind Beispiele für mögliche Anzeichen.

Long COVID kann jeden treffen - nach milder COVID-19-Erkrankung ebenso wie nach schwerem Krankheitsverlauf. Die Risikofaktoren sind nicht vollständig geklärt. 

Die möglichen Symptome einer COVID-19-Erkrankung sind sehr unterschiedlich. Es sind milde Beschwerden möglich, die einer Erkältung gleichen und ohne spezielle Behandlung wieder abklingen. Daneben gibt es schwere bis lebensbedrohliche Verlaufsformen, die eine intensive medizinische Betreuung notwendig machen.

Mehr zum Thema: COVID-19: Symptome & Verlauf

Wie kann COVID-19 verlaufen?

Expertinnen/Experten unterscheiden nach dem zeitlichen Verlauf die akute COVID-19-Erkrankung, das Ongoing-COVID-Syndrom und das Post-COVID-Syndrom (zusammen als Long COVID bezeichnet):

Meist dauern die Beschwerden einer COVID-19-Infektion nicht länger als zwei bis maximal vier Wochen an. Man spricht von einer akuten COVID-19-Erkrankung.

Daneben gibt es Krankheitsverläufe, bei denen auch Wochen und Monate nach der Ansteckung noch Symptome bestehen oder sogar neue hinzukommen. Sämtliche Beschwerden, die im Anschluss an eine COVID-19-Erkrankung bestehen bleiben bzw. neu auftreten, fassen Fachleute mittlerweile unter dem Namen Long COVID zusammen. Derzeit gehen Expertinnen/Experten davon aus, dass es bei einer von zehn Personen dazu kommt. Man unterscheidet dabei zwischen:

  • Andauernde COVID-19-Infektion: Klagen die Betroffenen nach mehr als vier Wochen Krankheitsdauer noch immer über Beschwerden, sprechen Fachleute von einem subakuten Ongoing-COVID-Syndrom.
  • Langzeitfolgen einer COVID-19-Infektion: Bleiben zwölf Wochen nach Beginn der Erkrankung die Beschwerden einer COVID-19-Infektion bestehen, werden diese stärker oder entwickeln sich neue Symptome, dann sprechen Ärztinnen/Ärzte vom sogenannten Post-COVID-Syndrom (teilweise wird auch hierfür der Begriff Long COVID verwendet).

Was sind die Risikofaktoren für Long COVID?

Derzeit ist noch nicht geklärt, welcher Personenkreis besonders gefährdet ist, Long COVID zu entwickeln. Prinzipiell kann Long COVID jeden treffen: Sowohl junge, agile Personen, deren COVID-19-Erkrankung mild verlaufen ist, als auch Patientinnen/Patienten, die schwer erkrankt waren, können betroffen sein.

Generell lässt sich beobachten, dass folgende Personengruppen häufiger von Long COVID betroffen sind:

  • ältere Personen über 50 Jahre,
  • übergewichtige Personen sowie
  • Personen, bei denen während der akuten Infektion mehr als fünf verschiedene Organsymptome vorhanden waren.

Zudem leiden besonders jene Patientinnen/Patienten, die schwer erkrankt waren und auf einer Intensivstation behandelt wurden, unter langwierigen Folgen. Dies ist einerseits darauf zurückzuführen, dass das Virus die inneren Organe, wie beispielsweise Lunge, Nieren, Herz oder Gehirn, angegriffen hat. Andererseits können auch die intensivmedizinischen Behandlungen selbst (z.B. Langzeitbeatmung) eine Belastung für den Körper darstellen. 

Bei leichten und mittelschweren Verläufen ist eine COVID-19-Infektion meist nach zwei bis vier Wochen überstanden. Mitunter erholen sich Betroffene aber auch nach milderen Verläufen nur sehr langsam. Es können Wochen bis Monate nach Beginn der Erkrankung noch Symptome vorhanden sein bzw. neu auftreten. Dabei reicht die Palette von leichteren Beschwerden, wie beispielsweise Kopfschmerzen, bis hin zu dauerhaften Lungenproblemen sowie schweren neurologischen oder psychiatrischen Problemen (siehe unten).

Derzeit bleiben zu den Risikofaktoren für Long aber noch viele Fragen offen: Warum kommt es mitunter auch bei fitten Personen nach einem milden Verlauf von COVID-19 zu Long COVID? Wie häufig kommt es dazu? Wie sollen Betroffene und das medizinische Personal damit umgehen? 

Welche Symptome können bei Long COVID auftreten?

Bislang beschreibt der Ausdruck Long COVID kein einheitliches Krankheitsbild. Spätsymptome einer durchgemachten COVID-19-Erkrankung sind sehr vielfältig, weswegen es für Ärztinnen/Ärzte nicht immer leicht ist, diese Long COVID zuzuordnen. Für die Betroffenen ist der Leidensdruck aber mitunter enorm, und ein normaler Alltag ist oft nicht mehr möglich.

Zu den häufigsten Anzeichen eines Ongoing-COVID-Syndroms bzw. des Post-COVID-Syndroms zählen:

  • Fatigue: Betroffene fühlen sich extrem müde, erschöpft und ausgelaugt. Bereits das Verrichten leichter körperlicher, aber auch geistiger Tätigkeiten fällt sehr schwer. Dadurch wird das Arbeitsleben und auch das soziale Leben mitunter sehr stark eingeschränkt.
  • Verminderte Leistungsfähigkeit
  • Kurzatmigkeit
  • Brustschmerzen
  • Husten
  • Gelenksschmerzen
  • Muskelschmerzen

Mitunter kommt es auch zu:

  • Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
  • Wortfindungsstörungen
  • Angstzuständen
  • Depressionen
  • Schlafstörungen
  • Fieberschüben
  • Herzrasen, Herzhüpfen, Herzflattern (Palpitationen)
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Hautausschlägen
  • Haarausfall

Aufgrund der Neuheit von Long COVID können Ärztinnen/Ärzte derzeit nicht abschätzen, wie lange Betroffene unter den Langzeitfolgen einer COVID-19-Infektion leiden bzw. ob es zu bleibenden Schäden kommt.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Generell empfehlen Ärztinnen/Ärzte, dass sich jede/jeder Betroffene (auch jüngere Patientinnen/Patienten mit mildem Verlauf) nach einer COVID-19-Erkrankung gesundheitlich durchchecken lassen sollte, um mögliche Spätfolgen auszuschließen.

Besonders wichtig ist dabei eine genaue Anamnese, bei der alle Beschwerden und deren Auswirkung auf das tägliche Leben erfasst werden. Im Rahmen des Gesundheitschecks führt die Ärztin/der Arzt auch eine körperliche Untersuchung durch und macht sich ein Bild von der psychischen Verfassung und dem persönlichen Leidensdruck der/des Betroffenen.

Je nach Beschwerdebild können weitere Untersuchungen notwendig sein, wie z.B. EKG, Laboruntersuchung, Lungenröntgen etc.

Was kann man tun?

So vielfältig die mögliche Symptomatik von Long COVID ist, so unterschiedlich kann auch die notwendige Therapie sein. Der genaue Behandlungsplan muss individuell auf jede Betroffene/jeden Betroffenen angepasst werden. So ist z.B. bei Herz-Kreislauf-Schädigungen oder bei einem Trauma nach einer Beatmung jeweils eine spezielle Therapie notwendig. Bei anderen gesundheitlichen Einschränkungen kann z.B. Physiotherapie (z.B. Atemphysiotherapie), Ergo- oder Psychotherapie die vorrangige Therapieoption sein. Es können auch mehrere Hilfsangebote miteinander kombiniert werden.

Derzeit sind zahlreiche Angebote für Rehabilitation, Beratung und ambulante Hilfe rund um Long COVID im Entstehen.

Wohin kann ich mich wenden?

Haben Sie den Verdacht, an Long COVID zu leiden, wenden Sie sich an Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt oder an eine darauf spezialisierte Ambulanz. Spezielle Patientengruppen können in Universitätskliniken im Rahmen verschiedener wissenschaftlicher Programme behandelt werden. Anlaufstellen finden Sie unter auf der Homepage Long Covid Austria

Beratung & Hilfe

Coronavirus-Infolines

Arztsuche in allen Bundesländern

Long Covid Austria: Anlaufstellen und Beratungsangebote zum Thema Long Covid

Downloads & Broschüren

Seite drucken RSS-Feed anzeigen Seite teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen