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 Müde junge Frau © leszekglasner
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Long COVID

Long COVID ist ein Überbegriff für gesundheitliche Langzeitfolgen, die nach einer akuten COVID-19-Erkrankung vorhanden sein können. Dazu zählen alle Beschwerden, die mehr als vier Wochen nach der akuten Infektion nicht abklingen oder neu hinzukommen und sich nicht anders erklären lassen. Atembeschwerden sowie Erschöpfung und verminderte Leistungsfähigkeit (Fatigue) sind Beispiele für mögliche Anzeichen.

Long COVID kann jeden treffen - nach milder COVID-19-Erkrankung ebenso wie nach schwerem Krankheitsverlauf. Die Risikofaktoren sind nicht vollständig geklärt.

Die möglichen Symptome einer COVID-19-Erkrankung sind sehr unterschiedlich. Es sind milde Beschwerden möglich, die einer Erkältung gleichen und ohne spezielle Behandlung wieder abklingen. Daneben gibt es schwere bis lebensbedrohliche Verlaufsformen, die eine intensive medizinische Betreuung notwendig machen.

Mehr zum Thema: COVID-19: Symptome & Verlauf

Was ist Long COVID? 

Unter dem Begriff Long COVID werden alle Symptome zusammengefasst, die mehr als vier Wochen nach dem Beginn einer COVID-19-Erkrankung fortbestehen oder neu auftreten.  

Man unterscheidet bei COVID-19 drei mögliche Verläufe:  

  • akute COVID-19-Erkrankung: Symptome und Befunde von COVID-19 bis maximal vier Wochen nach Erkrankungsbeginn. 

  • anhaltende COVID-19-Erkrankung: Klagen die Betroffenen auch nach mehr als vier Wochen, bis maximal 12 Wochen Krankheitsdauer noch über Beschwerden, sprechen Fachleute von einer anhaltenden bzw. subakuten COVID-19-Erkrankung bzw. einem Ongoing-COVID-Syndrom.

  • Post-COVID-Syndrom: Bleiben zwölf Wochen nach Beginn der Erkrankung die Beschwerden einer COVID-19-Infektion bestehen oder entwickeln sich neue Symptome, die nicht anderweitig erklärt werden können, sprechen Ärztinnen/Ärzte vom Post-COVID-Syndrom

Hinweis Der Begriff Long COVID umfasst sowohl die anhaltende COVID-19-Erkrankung als auch das Post-COVID-Syndrom.

Was sind die Risikofaktoren für Long COVID?

Derzeit ist nicht vollständig geklärt, welcher Personenkreis besonders gefährdet ist, Long COVID zu entwickeln. Prinzipiell kann Long COVID jeden treffen: sowohl junge, agile Personen, deren COVID-19-Erkrankung mild verlaufen ist, als auch Patientinnen/Patienten, die schwer erkrankt waren. 

Generell lässt sich beobachten, dass folgende Personengruppen häufiger von Long COVID betroffen sind:

  • ältere Personen über 50 Jahre,
  • Personen mit Vorerkrankungen des Herzens und der Lunge, 
  • übergewichtige Personen, 
  • Personen, die während der akuten Infektion mehr als fünf verschiedene Organsymptome aufwiesen, sowie
  • Frauen.

Das Risiko für längerfristige Symptome scheint nach einem schweren Krankheitsverlauf insgesamt höher zu sein als nach einem milden. Insbesondere Patientinnen/Patienten, die im Krankenhaus bzw. auf einer Intensivstation behandelt werden mussten, leiden oft unter langwierigen Folgen. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass Organschäden, die durch das Virus beispielsweise an Lunge, Nieren, Herz oder Gehirn entstanden sind, bei dieser Personengruppe deutlich häufiger vorkommen.

Hinweis Auch die intensivmedizinischen Behandlungen selbst (z.B. Langzeitbeatmung) können eine Belastung für den Körper darstellen und zu Folgeproblemen führen. Diese fallen aber nicht unter den Begriff Long COVID.

Mitunter erholen sich Betroffene auch nach milderen Verläufen nur sehr langsam. Es können Wochen bis Monate nach Beginn der Erkrankung noch Symptome vorhanden sein bzw. neu auftreten. 

Derzeit bleiben zu den Risikofaktoren für Long COVID noch viele Fragen offen. Zudem kann noch nicht zuverlässig abgeschätzt werden, wie häufig es insgesamt zu Long COVID kommt. Unterschiedliche Studien kommen zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen.

Welche Symptome können bei Long COVID auftreten?

Bislang beschreibt der Ausdruck Long COVID kein einheitliches Krankheitsbild. Spätsymptome einer durchgemachten COVID-19-Erkrankung sind sehr vielfältig, weswegen es für Ärztinnen/Ärzte nicht immer leicht ist, diese Long COVID zuzuordnen. Für die Betroffenen ist der Leidensdruck aber mitunter enorm, und ein normaler Alltag ist oft für eine lange Zeit nicht möglich.

Folgende Symptome zählen zu den häufigsten Beschwerden bei Long COVID, sie können einzeln oder in Kombination auftreten und unterschiedlich lang andauern:

  • Fatigue: Betroffene fühlen sich extrem müde, erschöpft und ausgelaugt. Bereits leichte körperliche oder geistige Tätigkeiten fallen sehr schwer. Dadurch wird das Arbeitsleben und auch das soziale Leben mitunter sehr stark eingeschränkt.

    Hinweis Frauen sind bei Long COVID – unabhängig vom Alter - überdurchschnittlich stark von Fatigue betroffen.

  • verminderte Leistungsfähigkeit,
  • Kurzatmigkeit, Atembeschwerden,
  • Brustschmerzen,
  • Herzrasen, Herzhüpfen, Herzflattern (Palpitationen),
  • Kreislaufschwäche,
  • Kopfschmerzen,
  • Schlafstörungen,
  • Angstzustände,
  • Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen („Gehirnnebel"),
  • depressive Verstimmung, Depressionen,
  • anhaltende Geruchs- und Geschmacksstörungen.

Mitunter kommt es auch zu:

  • Husten,
  • Gelenkschmerzen,
  • Muskelschmerzen,
  • Schwindel,
  • Haarausfall,
  • Hautausschlägen, 
  • Fieberschüben,
  • neu auftretenden Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes),
  • Thromboembolien (Verstopfung eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel).

Aufgrund der Neuheit von Long COVID können Ärztinnen/Ärzte derzeit nicht abschätzen, wie lange Betroffene unter den Langzeitfolgen einer COVID-19-Infektion leiden bzw. ob es zu bleibenden Schäden kommt.

Long COVID bei Kindern

Auch Kinder können nach einer COVID-19-Erkrankung von gesundheitlichen Langzeitfolgen betroffen sein. Ähnlich wie bei Erwachsenen sind die häufigsten Beschwerden:

  • Müdigkeit, Erschöpfung, Leistungsminderung,
  • Konzentrationsschwäche,
  • Muskel- und Gelenkschmerzen,
  • Kopfschmerzen,
  • Schlafstörungen,
  • Atembeschwerden.

Es ist unklar, wie häufig Long COVID im Kindesalter auftritt und welche Risikofaktoren es gibt. Ältere Kinder und Jugendliche scheinen nach derzeitigen Beobachtungen öfter unter langfristigen Beschwerden zu leiden.

Hinweis Einige Symptome von Long COVID sind sehr unspezifisch. Sie könnten auch Folge der psychosozialen Belastungen während der Pandemie sein und stehen unter Umständen nicht immer in direktem Zusammenhang mit der Infektion selbst.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Zuerst führt die Ärztin/der Arzt eine genaue Anamnese durch. Dabei werden alle Beschwerden und deren Auswirkung auf das tägliche Leben erfasst. Im Rahmen eines Gesundheitschecks führt die Ärztin/der Arzt auch eine körperliche Untersuchung durch und macht sich ein Bild von der psychischen Verfassung und dem persönlichen Leidensdruck der/des Betroffenen. Andere Erkrankungen, die ähnliche Beschwerden verursachen können, müssen ausgeschlossen werden. 

Je nach Beschwerdebild werden entsprechende weitere Untersuchungen durchgeführt, wie z.B. EKG, Laboruntersuchung, Lungenröntgen etc.

Generell empfehlen Ärztinnen/Ärzte, dass sich jede/jeder Betroffene (auch jüngere Patientinnen/Patienten mit mildem Verlauf) nach einer COVID-19-Erkrankung untersuchen lassen sollten, um mögliche Spätfolgen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Was kann man tun?

So vielfältig die mögliche Symptomatik von Long COVID ist, so unterschiedlich kann auch die notwendige Therapie sein. Der genaue Behandlungsplan muss individuell auf jede Betroffene/jeden Betroffenen angepasst werden. Eine genaue Abklärung ist daher das Um und Auf.

Die Betreuung und Überwachung von Long-COVID-Patientinnen/Patienten erfolgt primär durch die Hausärztin/den Hausarzt. Je nach Bedarf werden andere Gesundheitsberufe (z.B. Physiotherapie, Psychotherapie, Ergotherapie etc.) sowie Ärztinnen/Ärzte anderer medizinischer Fachrichtungen hinzugezogen. Auch ambulante oder stationäre Rehabilitationsmaßnahmen können zum Einsatz kommen. Bestehen spezifische Erkrankungen (z.B. Herz-Kreislauf-Schädigungen, Vorerkrankungen), müssen diese entsprechend behandelt werden. Es können auch mehrere Hilfsangebote miteinander kombiniert werden

Derzeit sind zahlreiche Angebote für Rehabilitation, Beratung und ambulante Hilfe rund um Long COVID im Entstehen.

Wohin kann ich mich wenden?

Haben Sie den Verdacht, an Long COVID zu leiden, wenden Sie sich an Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt oder an eine darauf spezialisierte Ambulanz. Spezielle Patientengruppen können in Universitätskliniken im Rahmen verschiedener wissenschaftlicher Programme behandelt werden. Anlaufstellen finden Sie auf der Homepage unter  Long Covid Austria

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