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Nasen-Rachen-Abstrich © Drazen
Nasen-Rachen-Abstrich © Drazen

COVID-19: Diagnose & Verdacht

Wer ist ein COVID-19-Verdachtsfall? Was ist der Unterschied zwischen PCR-Test, Antigentest und Antikörpertest? Wer wird getestet?

Die Diagnose einer COVID-19-Erkrankung wird mittels PCR- oder Antigentest gestellt. Bei einem Verdacht auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 ist es wichtig, sich an die Hausärztin/den Hausarzt oder an die Telefonnummer 1450 zu wenden. Auf beiden Wegen kann eine entsprechende Testung eingeleitet werden. 

Wer gilt als COVID-19-Verdachtsfall?

Die klinischen Kriterien der aktuell gültigen COVID-19-Falldefinition umfassen das Auftreten mindestens eines der folgenden Symptome:

  • Husten
  • Fieber
  • Kurzatmigkeit
  • plötzliches Auftreten einer Störung bzw. Verlust des Geschmacks- und Geruchssinnes

Zusätzlich können auch weniger spezifische Symptome wie Kopfschmerzen, Muskel- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Erbrechen oder Durchfall auftreten.

Neben diesen klinischen Kriterien werden auch diagnostische Bildgebungskriterien, labordiagnostische Kriterien (Nachweis von SARS-spezifischer Nukleinsäure bzw. Antigen) sowie epidemiologische Kriterien (Kontakt mit erkrankter Person) zur Fallklassifizierung herangezogen.

Was ist ein bestätigter Fall? Die aktuell gültige Definition finden Sie auf der Webseite des Gesundheitsministeriums unter: Neuartiges Coronavirus (COVID-19)

Die Diagnose einer COVID-19-Erkrankung unterliegt der amtlichen Meldepflicht.

Was soll ich bei Verdacht auf eine COVID-19-Erkrankung tun?

Wenn Sie befürchten, erkrankt zu sein:

  • Bleiben Sie zu Hause.
  • Rufen Sie die telefonische Gesundheitsberatung 1450 oder Ihre betreuende Hausärztin/Ihren Hausarzt an. Auf beiden Wegen kann eine Testung eingeleitet werden.
  • Befolgen Sie die Ratschläge, die Ihnen am Telefon gegeben werden.

Bei einem Verdacht auf eine Infektion wird nach speziellen Sicherheitskriterien vorgegangen, die vom Gesundheitsministerium nach internationalen Kriterien empfohlen werden. 

Kinder als Verdachtsfälle

Wenn Ihr Kind krank ist:

  • Rufen Sie die betreuende Ärztin/den betreuenden Arzt oder die telefonische Gesundheitsberatung 1450 an. Dort wird nach festgelegten Kriterien abgeklärt, ob Ihr Kind als Verdachtsfall eingestuft wird und ob eine Testung in die Wege geleitet wird.
  • Je nachdem, wie die Situation beurteilt wird, erfahren Sie, ob Ihr Kind die Bildungseinrichtung (Kindergarten, Schule) besuchen darf oder eine Absonderung (Quarantäne) erforderlich ist.

Mehr zum Thema: COVID-19: Übertragung

Wie wird die Diagnose einer COVID-19-Erkrankung gestellt? 

Die Diagnose einer COVID-19-Erkrankung wird durch direkten Nachweis des neuartigen Coronavirus gestellt. Dies kann mittels sogenanntem PCR-Test oder mittels Antigentest erfolgen (siehe unten). 

PCR-Tests können - abhängig von der Qualität der Probe - mit hoher Genauigkeit das Vorhandensein des Virus nachweisen. Ein positives Testergebnis bedeutet, dass eine Ansteckung mit SARS-CoV-2 erfolgt ist.

Das Ergebnis eines Antigentests wird u.a. in Zusammenhang mit den Krankheitszeichen und der Vorgeschichte der Patientin/des Patienten beurteilt. Unter Umständen ist bei positivem Antigentest eine Nachtestung mittels PCR-Test erforderlich.

Grundsätzlich sollte bei allen Personen, bei denen aufgrund klinischer Symptome der Verdacht auf COVID-19 besteht, möglichst frühzeitig ein Test durchgeführt werden. 

Wann ist eine Absonderung (Quarantäne und Isolierung) erforderlich?

Personen mit einem positiven Testergebnis werden durch einen Bescheid des Amtsarztes behördlich abgesondert (Quarantänebescheid). Sofern es der Gesundheitszustand erlaubt, kann die Quarantäne zu Hause verbracht werden, in schwereren Fällen im Krankenhaus. Auch bei Verdacht auf eine Erkrankung ist eine Isolierung erforderlich.

Zusätzlich werden - so weit wie möglich - Kontaktpersonen eruiert (contact tracing). Je nachdem, wie lange und wie intensiv der Kontakt zu der erkrankten Person war, erfolgt die Einstufung als Kontaktperson Kategorie 1 (K1) oder als Kontaktperson Kategorie 2 (K2) mit jeweils unterschiedlichen Bestimmungen.

Mehr zum Thema:

Sämtliche genannten Maßnahmen haben das Ziel, eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Mehr zum Thema: COVID-19: Übertragung sowie  COVID-19: Behandlung & Vorbeugung 

Bei einer behördlich angeordneten Heimquarantäne darf die Wohnung nicht verlassen und kein privater Besuch empfangen werden. Die genauen Vorschriften legt die Bezirksverwaltungsbehörde fest und informiert die Betroffenen.

Quarantänebestimmungen für Kinder

Kinder und Jugendliche mit einer bestätigten COVID-19 Erkrankung werden ebenso wie Erwachsene behördlich abgesondert. 

Kinder, die Kontakt zu einer an COVID-19 erkrankten Person hatten, werden als Kategorie 1 (K1) oder Kategorie 2 (K2) Kontaktperson eingestuft; bei Kindern unter 10 Jahren folgt die Einstufung als K1- oder als K2-Person und die damit einhergehenden Bestimmungen teilweise nach anderen Richtlinien als bei Erwachsenen. Wer im Umfeld einer positiven Person als K1 eingestuft wird bzw. welche Person und wie lange diese Person im Umfeld einer positiven Person in Quarantäne muss, entscheidet immer die örtliche Gesundheitsbehörde.

Mehr zum Thema:

PCR-Test

Mit einem PCR-Test kann bei einer Person eine Infektion mit SARS-CoV-2 nachgewiesen werden. Um den Test durchzuführen, wird ein Abstrich aus der Nase oder dem Rachenraum entnommen. Auch Speichelproben oder Rachenspülflüssigkeit (Gurgeltest) können zur Anwendung gelangen. In speziellen Laboren wird die Probe anschließend auf das Vorhandensein des Virus untersucht: Die genetischen Informationen des Virus werden aus geringen Probenmengen in mehreren Zyklen vervielfältigt. Diese Vervielfältigung ist der Grund, warum es einige Zeit dauert, bis die Ergebnisse vorhanden sind.

Die reine Auswertungszeit des Tests beträgt nur wenige Stunden. Je nach Testaufkommen können aber nach der Probenentnahme einige Tage vergehen, bis das Ergebnis vorliegt. 

Antigentest

Anders als beim PCR-Test werden mit Antigentests nicht das Erbmaterial des Virus, sondern bestimmte Oberflächenproteine des Virus (Antigene) nachgewiesen. Im Unterschied zum PCR-Test ist zur Auswertung des Antigentests keine Laborananalyse notwendig. Das Ergebnis liegt innerhalb von rund 15 bis 20 Minuten vor. Antigentests sind im Vergleich zu PCR-Tests weniger zuverlässig.

Für den Nachweis des SARS-CoV-2-Virus kann je nach Test unterschiedliches Probenmaterial herangezogen werden (z.B. Abstrich aus dem Nasen-Rachen-Raum, dem vorderen Nasenbereich, Rachenspülwasser). Zur korrekten Durchführung muss auf die jeweiligen Herstellerangeben geachtet werden.

Positiver Antigentest 

Ein positiver Antigen-Test gilt als Covid-19-Verdachtsfall und muss an die Bezirksverwaltungsbehörde gemeldet werden.

Positive Antigen-Test Ergebnisse bei gesunden, asymptomatischen Personen, die keinen Kontakt zu einer erkrankten Person hatten, müssen jedenfalls mittels PCR-Test bestätigt werden („wahrscheinlicher Fall“ laut Falldefinition).

Wenn Sie zu Hause einen Selbsttest durchführen und dieser positiv ist, schränken Sie umgehend alle sozialen Kontakte ein und rufen Sie 1450 an. Beim Anruf ist mitzuteilen, dass bereits ein positives Antigen-Testergebnis besteht. Die Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter werden über die folgende Vorgehensweise informieren und gegebenenfalls eine behördliche Testung in die Wege leiten.

Nach dem positiven Ergebnis des Antigentests erfolgt eine Absonderung. Falls es zur Nachtestung mittels PCR kommt, erfolgt die Absonderung jedenfalls bis zum Vorliegen des PCR-Testergebnisses. Ist dieses ebenfalls positiv, erfolgt wie bisher eine Absonderung. Ist es negativ, werden die Maßnahmen aufgehoben. 

Mehr zum Thema: FAQ: Testarten und Testnachweise (Gesundheitsministerium) 

Wo bekomme ich einen COVID-19-Test?

Personen mit Krankheitssymptomen erhalten einen COVID-19-Test (Antigen- oder PCR-Test) entweder bei einer Hausärztin oder einem Hausarzt bzw. über die Hotline 1450. Nicht alle Hausärztinnen/Hausärzte bieten zum gegenwärtigen Zeitpunkt Antigentests an. Wenn Sie den Verdacht haben, erkrankt zu sein, erkundigen Sie sich telefonisch bei Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, ob ein solcher Test möglich ist. Informationen zu den Testangeboten in den Bundesländern finden Sie auch unter Österreich Testet (Gesundheitsministerium).

Gesunde, symptomlose Personen können sich auch in spezialisierten Apotheken und den Teststraßen und -angeboten der Bundesländer und Gemeinden testen lassen. Meist ist eine Voranmeldung erforderlich.

Mehr zum Thema: Corona-Tests: Angebote und Regelungen

Tests zur Eigenanwendung („Selbststests“) stellen eine leicht zugängliche, zusätzliche Möglichkeit zur Testung dar, um die Verbreitung des Virus einzudämmen und weitere COVID-19-Erkrankungen zu vermeiden. Sie dienen asymptomatischen Personen zur Eigeninformation, z.B. vor Familienbesuchen. Selbsttests sind insbesondere dafür geeignet, eine hohe Viruslast nachzuweisen. Das bedeutet, dass sie vor allem besonders ansteckende Personen identifizieren können.

Hinweis Die Tests zur Eigenanwendung sind weniger zuverlässig als z.B. ein PCR-Test. Es ist daher wichtig, dass auch bei negativem Testergebnis die Schutzmaßnahmen (Mindestabstand, FFP2-Maske, etc.) konsequent eingehalten werden. Dies gilt insbesondere für Treffen mit Angehörigen der Risikogruppe.

Antikörpertest

Antikörpertests beruhen - anders als PCR-Tests und Antigentests - auf dem Nachweis auf Antikörpern, nicht aber auf dem direkten Nachweis des Virus selbst. Da es nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bis zu drei Wochen dauern kann, bis das Immunsystem Antikörper gebildet hat, sind diese Tests zur Diagnose einer aktiven Erkrankung nicht geeignet. Insbesondere gilt dies für Tests, die alleine zu Hause vorgenommen werden. Für die Interpretation ist in jedem Fall medizinisches Fachwissen notwendig.

Antikörpertests können jedoch Hinweise liefern, ob in der Vergangenheit bereits eine COVID-19-Erkrankung durchgemacht wurde. Sie können für Rückschlüsse auf die Durchseuchung der Bevölkerung bzw. die Verbreitung von symptomlosen/unerkannten Infektionen herangezogen werden. Eine sichere Aussage über den Immunstatus der/des einzelnen ist jedoch nach derzeitigem Wissensstand auch durch den Nachweis von Virusantikörpern nicht möglich, ebenso wenig darüber, ob ein ausreichender Schutz vor einer erneuten Infektion besteht.

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