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Frau mit Mund-Nasen-Schutz hustet in Ellbogen © Drazen
Frau mit Mund-Nasen-Schutz hustet in Ellbogen © Drazen

Coronavirus & COVID-19

Die Gruppe der Coronaviren umfasst eine Vielzahl an Viren, die unterschiedliche Erkrankungen auslösen können. Ende des Jahres 2019 wurde ein neues Mitglied der Virusfamilie entdeckt, das zuvor noch nie bei Menschen nachgewiesen wurde. Es trägt den Namen SARS-CoV-2, meist ist vom „neuartigen Coronavirus“ die Rede.

Die Erkrankung, die das Virus hervorruft, wird als COVID-19 bezeichnet. Die Beschwerden wurden ursprünglich vorwiegend im Bereich der Atemwege gesehen. Mit zunehmenden Erkenntnissen stellte sich aber heraus, dass das Spektrum der Beschwerden sehr breit ist und mit Alter und Begleiterkrankungen variiert. Es sind milde Verläufe, ähnlich einer Erkältung, bis hin zu schwersten Erkrankungen mit tödlichem Ausgang möglich. Um sich vor einer Ansteckung zu schützen, sind – wie bei anderen Infektionskrankheiten auch – Hygienemaßnahmen das Um und Auf.

Was ist das Coronavirus?

Coronaviren bilden eine große Familie von Viren, die sowohl bei Menschen als auch bei Säugetieren, Vögeln und Fischen verschiedene Erkrankungen verursachen können. Sie wurden in den 1960er-Jahren erstmals identifiziert. Zur Virusfamilie gehören unter anderem das sogenannte SARS-Coronavirus (SARS-CoV), das im Jahr 2002 erstmals beim Menschen aufgetreten ist, sowie das MERS-Coronavirus (MERS-CoV), das seit dem Jahr 2012 weltweit bekannt ist. Ende 2019 wurde ein neuartiger Stamm des Virus identifiziert, der zuvor noch nie beim Menschen nachgewiesen wurde. Die offizielle Bezeichnung für den Erreger lautet SARS-CoV-2, die Abkürzung SARS steht dabei für Schweres Akutes Atemwegssyndrom. Die Erkrankung, die durch das Virus ausgelöst wird, trägt den Namen COVID-19 (Corona Virus Disease 2019).

Das neuartige Coronavirus und die damit verbundene Erkrankung wurde erstmals in der Metropole Wuhan (Provinz Hubei, China) beschrieben und breitete sich zur weltweiten Pandemie aus. Die genaue Ausbruchsquelle ist derzeit noch unbekannt. 

Zu den Eigenschaften des neuartigen Coronavirus sind noch viele Fragen offen, z.B. zu Übertragung, Erkrankungsdauer, Verlauf etc. Der aktuelle Wissensstand bezieht sich einerseits darauf, welche Beobachtungen in den letzten Wochen und Monaten gemacht wurden. Andererseits können Kenntnisse zu den bisher bekannten Coronaviren herangezogen werden, um Rückschlüsse auf den neuen Virusstamm zu erhalten.

Expertinnen und Experten weltweit beobachten und analysieren die Situation laufend und untersuchen das Virus in verschiedenen Laboren. Sie tauschen Erkenntnisse aus, um Schutzmaßnahmen und Empfehlungen ableiten zu können.

Wie wird das Virus übertragen?

Das neuartige Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich über die Atemwege, d.h. die Viren werden von Betroffenen beim Ausatmen, Niesen, Husten, vor allem forciertem (lautem) Sprechen und Singen verbreitet und von anderen mit der Atemluft aufgenommen.

Die Viruspartikel können mit sogenannten Aerosolen (kleinste in der Luft schwebende Tröpfchenteile) oder Tröpfchen übertragen werden. Aerosole werden beim Sprechen und Atmen, noch stärker beim Schreien oder Singen ausgeschieden. Insbesondere in geschlossenen Räumen können die Aerosole längere Zeit in der Luft schweben und sich verteilen. Virushaltige Tröpfchen werden vor allem beim Husten oder Niesen freigesetzt (Tröpfcheninfektion). Der Übergang zwischen beiden Übertragungswegen ist fließend.

Wie hoch das tatsächliche Risiko für eine Ansteckung ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, wie etwa

  • Menge der Viruspartikel, die von der/dem Infizierten ausgeschieden wird,
  • Ort und Dauer des Kontaktes mit der infizierten Person: das Risiko ist in geschlossenen Räumen höher als im Freien, insbesondere bei schlechter oder fehlender Belüftung und längerem Aufenthalt,
  • Nähe zur infizierten Person: das Risiko einer Ansteckung besteht vor allem im Umkreis von einem bis zwei Metern zu einer infizierten Person.

Das neuartige Coronavirus kann zudem an der Haut und auf Gegenständen (z.B. Türklinken, Telefon) haften und über Hände übertragen werden (Schmierinfektion) – insbesondere, wenn Hände mit Viruspartikeln in Kontakt mit den Augen, der Nasen- oder der Mundschleimhaut geraten.

Wie lange das Virus auf Oberflächen überleben kann, ist derzeit nicht vollständig geklärt. Eine Übertragung über Gegenstände, die nicht aus dem direkten Umfeld einer/eines Betroffenen stammen, wie z.B. aus Risikogebieten importierte Waren, scheint jedoch sehr unwahrscheinlich zu sein. Ebenso wie für andere Coronaviren sind auch für das neuartige Coronavirus bislang keine Fälle einer Übertragung über Lebensmittel oder Trinkwasser bekannt. 

Generell können auch Stuhl, Harn, Blut und andere Körperflüssigkeiten Partikel des neuartigen Coronavirus enthalten. Ob sie als Übertragungswege eine Rolle spielen, ist aber nicht ausreichend geklärt. Für Blutspenden gelten strenge Regelungen. In der Spenderauswahl von Konserven und  der Testung von Blutprodukten werden spezielle Maßnahmen empfohlen und durchgeführt, sodass diese als sicher anzusehen sind.

Schwangerschaft & Stillzeit

In den überwiegenden Fällen von dokumentierten COVID-19-Infektionen bei Schwangeren wurde das Virus nicht auf das ungeborene Kind übertragen. Es wurden jedoch einzelne Fälle von Erkrankungen bei Neugeborenen beschrieben, die möglicherweise auf eine Infektion im Mutterleib zurückzuführen sind. Die Datenlage zu möglichen Übertragungen von COVID-19 auf das ungeborene Kind ist aktuell nicht ausreichend, um sichere Aussagen treffen zu können. Gleiches gilt für mögliche Übertragungen beim Stillen bzw. über die Muttermilch. Derzeit gibt es nach Angaben der WHO keinen Grund, auf das Stillen zu verzichten, selbst bei bestätigter COVID-19-Erkrankung der Mutter.

Mehr Informationen zur Übertragung von COVID-19: FAQ Coronavirus (AGES)

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit von COVID-19 – d.h. der Zeitraum von der Ansteckung bis zum Auftreten erster Symptome – scheint nach aktuellem Wissensstand zwischen einem und 14 Tagen zu liegen, im Durchschnitt beträgt sie fünf bis sechs Tage.

Schon zwei Tage, bevor Krankheitsanzeichen auftreten, kann das neuartige Coronavirus auf andere übertragen werden. Das Risiko dafür scheint in den 24 Stunden vor Symptombeginn besonders hoch zu sein. Eine Ansteckung ist generell auch über Betroffene möglich, die keine oder nur leichte Symptome zeigen.

Welche Symptome können auftreten?

Das Spektrum der möglichen Beschwerden bei einer COVID-19-Erkrankung ist sehr breit. Es können unter anderem folgende Beschwerden auftreten: 

Häufig (in mehr als 50 Prozent der Fälle):

  • Störung des Geruchs- oder Geschmackssinnes
  • Fieber
  • (trockener) Husten
  • Kurzatmigkeit, Atemnot
  • Müdigkeit
  • Appetitmangel

Weniger häufig (in bis zu 50 Prozent der Fälle):

  • Auswurf
  • Muskelschmerzen
  • Brustschmerzen
  • Durchfall
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Halsschmerzen

Selten (in weniger als zehn Prozent der Fälle):

  • Verwirrtheit
  • rinnende Nase
  • Kreislaufkollaps, Ohnmacht
  • Hauterscheinungen

Die Symptomatik kann sich im Laufe der Erkrankung verändern. Es können zunächst eher Beschwerden wie z.B. Kopfschmerzen und eine verstopfte Nase im Vordergrund stehen und erst nach ein paar Tagen weitere Anzeichen wie Husten und Fieber hinzukommen. Häufig wird ein Verlauf in zwei Phasen beobachtet, d.h. nachdem sich anfängliche Beschwerden bereits gebessert haben, kommt es zu einer erneuten Verschlechterung des Gesundheitszustandes. In schweren Fällen können die anfänglichen Symptome in eine Lungenentzündung (Pneumonie) übergehen, die meist beidseitig ist.

Darüber hinaus wurden auch COVID-19-Infektionen beobachtet, bei denen die Betroffenen nahezu beschwerdefrei waren.

Hinweis Es gibt kein einheitliches typisches Beschwerdebild von COVID-19. In manchen Fällen kann die Erkrankung einer Grippe (Influenza) ähnlich sein. Die Symptome und der Verlauf von COVID-19 sind aber vielfältig und variieren stark.

Komplikationen

Mögliche lebensbedrohliche Komplikationen einer COVID-19-Erkrankung sind u.a.:

Hinweis Auffällig ist, dass massiv verminderte Sauerstoffwerte im Blut (infolge von Lungenentzündungen und Bildung von Gerinnseln in den Blutgefäßen der Lunge) von den Patientinnen/Patienten mitunter ungewöhnlich gut toleriert werden („happy hypoxia“). Innerhalb kürzester Zeit (Minuten!) kann sich daraus jedoch ein lebensbedrohliches Lungenversagen mit Beatmungspflichtigkeit entwickeln.

Wie verläuft die Erkrankung?

Bei rund 80 Prozent der Betroffenen nimmt COVID-19 einen milden oder moderaten Verlauf, das heißt, die Symptome sind eher leicht ausgeprägt und klingen ohne spezielle Behandlung und ohne Spitalsaufenthalt von alleine wieder ab. Erkrankungen mit schwerem oder tödlichem Verlauf treten gehäuft bei älteren und immungeschwächten Personen sowie bei Personen mit Vorerkrankungen auf.

Zur Risikogruppe zählen demnach ältere Personen ab 50 oder 60 Jahren sowie Personen mit folgenden Erkrankungen:

In der Risikogruppe ist zum Teil die Sterblichkeit durch COVID-19 deutlich erhöht.

Hinweis Auch bei gesunden und jungen Menschen ohne Risikofaktoren können schwere Krankheitsverläufe auftreten.

Mehr zum Thema: FAQ: Risikogruppen (Sozialministerium) 

Sterblichkeit

Derzeit geht man bei COVID-19 von einer Sterblichkeit von rund drei Prozent aus. Weltweit gibt es laut WHO bis dato rund 28,6 Millionen bestätigte Fälle von COVID-19 und rund 917.000 damit assoziierte Todesfälle (Stand: 14.09.2020). Die aktuellen Daten finden Sie auf der Web-Seite der WHO.

Hinweis Die Angaben zu den Sterberaten von COVID-19 sind teilweise sehr unterschiedlich, Vergleiche mit den Sterberaten anderer Erkrankungen (z.B. Influenza) sind sehr schwierig. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle (z.B. unterschiedliche Arten der Datenerhebung und -auswertung, Anzahl der durchgeführten Testungen, getestete Personengruppen, Miteinbeziehung einer geschätzten Dunkelziffer etc.).

Die Steigerungen der Sterblichkeit bestimmter Personengruppen (z.B. Krebspatientinnen/-patienten, Patientinnen/Patienten mit fortgeschrittenen Erkrankungen) sind zum Teil deutlich ausgeprägt. 

Kinder, Jugendliche & Schwangere

Kinder und Jugendliche haben nach aktuellem Wissensstand kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Davon ausgenommen sind Babys unter einem Jahr sowie Kinder und Jugendliche mit bestimmten chronischen Erkrankungen, wie z.B. Asthma, Übergewicht, Diabetes etc. In diesen Fällen ist das Risiko für einen schweren Verlauf – ebenso wie bei Erwachsenen mit Vorerkrankungen – erhöht.

Eine gefürchtete Komplikation, die bei Kindern und Jugendlichen  in Zusammenhang mit COVID-19-Infektionen beobachtet wurde, ist das sogenannte Pädiatrische Multisystem-Inflammationssyndrom: Dabei kommt es zu massiven Überreaktionen des Immunsystems, die mit schweren Haut- und Schleimhautsymptomen, Herzbeteiligungen bis hin zum Schock verbunden sein können (ähnlich dem sogenannten Kawasaki-Syndrom, einer Gefäßentzündung, die die Arterien verschiedener Organe betreffen kann). Das Krankheitsbild ist insgesamt selten und findet sich meist nach einer durchgemachten SARS-COV-2-Infektion, sodass der PCR-Test schon negativ sein kann.

Insgesamt aber betrifft COVID-19 vergleichsweise wenige Kinder und Jugendliche und verläuft bei dieser Gruppe im Krankheitsfall größtenteils mild. 

Auch Schwangere scheinen im Vergleich zu Nicht-Schwangeren kein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf zu haben.

Langzeitfolgen & Immunität

Über eventuelle Langzeitfolgen einer durchgemachten COVID-19-Erkrankung lässt sich derzeit noch keine zuverlässige Aussage treffen. Man beobachtet jedoch zunehmend, dass Betroffene auch Wochen und Monate nach der Infektion noch Symptome aufweisen können und dass diese Symptome deutlich länger anhalten als bei klassischen bakteriellen Lungenentzündungen. Dies betrifft insbesondere folgende Beschwerden:

  • Schwächegefühl,
  • Atemlosigkeit,
  • Stimmveränderungen,
  • Angst und Depression,
  • Schlafstörungen,  
  • Gedächtnisstörungen und
  • Haarverlust.

Zudem mehren sich Hinweise, dass SARS-CoV-2-Viren auch das Gehirn und Nervenzellen direkt schädigen und z.B. eine Meningitis bzw. Enzephalitis verursachen können. Auch schwere Enzephalopathien (Erkrankungen bzw. Schädigungen, die das Gehirn als Ganzes betreffen) bzw. autoimmunbedingte Erkrankungen des Gehirnes und der Nerven können eine mögliche Langzeitfolge der Infektion sein.

Auch Komplikationen durch Behandlungen (z.B. Langzeitbeatmung) sind möglich. 

Sehr vereinzelt kann es nach einer durchgemachten Infektion erneut zu einer COVID-19-Erkrankung kommen. Durch die Infektion kommt es meist zur Ausbildung spezieller Antikörper, die gegen Bestandteile des Virus gerichtet sind (Immunität). Diese Antikörper sind etwa ab der zweiten Woche nach Symptombeginn nachweisbar, jedoch nicht bei allen Patientinnen/Patienten. Es ist nicht ausreichend geklärt, ob bzw. wie lange diese Antikörper einen ausreichenden Schutz vor einer erneuten Ansteckung bieten können. Derzeit geht man davon aus, dass zumindest für einen gewissen Zeitraum ein nur sehr geringes Risiko für eine wiederholte Ansteckung besteht. 

Wie wird die Diagnose einer COVID-19-Erkrankung gestellt? 

Die Diagnose einer COVID-19-Erkrankung wird durch direkten Nachweis des neuartigen Coronavirus, meist mittels sogenanntem PCR-Test, gestellt. Um den Test durchzuführen, wird ein Abstrich aus der Nase oder dem Rachenraum entnommen; Speichelproben oder Rachenspülflüssigkeit gelangen vereinzelt zur Anwendung (RT-LAMP-Test). In speziellen Laboren wird die Probe anschließend auf das Vorhandensein des Virus untersucht. Die reine Auswertungszeit des Tests beträgt nur wenige Stunden. Je nach Testaufkommen können aber nach der Probenentnahme einige Tage vergehen, bis das Ergebnis vorliegt. 

Ob ein solcher PCR-Test durchgeführt wird, hängt von unterschiedlichen Kriterien ab. Grundsätzlich sollte bei allen Personen, bei denen aufgrund klinischer Symptome der Verdacht auf COVID-19 besteht, möglichst frühzeitig ein Test durchgeführt werden. 

Als Verdachtsfall gilt

  • jede Form eines Infektes der Atemwege (respiratorische Infektion),
  • mit oder ohne Fieber,
  • mit mindestens einem der folgenden Symptome, für das es keine andere plausible Ursache gibt:
    • Husten,
    • Halsschmerzen,
    • Kurzatmigkeit,
    • Katarrh der oberen Atemwege,
    • plötzlicher Verlust des Geruchs-/Geschmackssinnes.

Mehr zum Thema: Aktuell gültige Verdachtsfalldefinition (Sozialministerium)

Daneben können auch andere Gründe, wie z.B. vorangegangener Kontakt mit einer infizierten Person, hohe regionale Erkrankungsfallzahlen etc., eine PCR-Testung auf COVID-19 erforderlich machen. Die Abklärung eines Verdachts bzw. die Entscheidung über die Durchführung eines Tests erfolgt durch eine Ärztin/einen Arzt nach festgelegten Kriterien und Empfehlungen.

Ein bestätigter Fall ist eine Person mit labordiagnostischem Nachweis (PCR) von SARS-CoV-2, unabhängig von der Symptomatik. Die Diagnose unterliegt der amtlichen Meldepflicht.

Antikörpertests

Antikörpertests beruhen auf dem Nachweis auf Antikörpern, nicht aber auf dem direkten Nachweis des Virus selbst. Da es nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bis zu drei Wochen dauern kann, bis das Immunsystem Antikörper gebildet hat, sind diese Tests zur Diagnose einer aktiven Erkrankung nicht geeignet. Insbesondere gilt dies für Tests, die alleine zu Hause vorgenommen werden. Für die Interpretation ist in jedem Fall medizinisches Fachwissen notwendig.

Antikörpertests können jedoch Hinweise liefern, ob in der Vergangenheit bereits eine COVID-19-Erkrankung durchgemacht wurde. Sie können für Rückschlüsse auf die Durchseuchung der Bevölkerung bzw. die Verbreitung von symptomlosen/unerkannten Infektionen herangezogen werden. Eine sichere Aussage über den Immunstatus der/des einzelnen ist jedoch nach derzeitigem Wissensstand auch durch den Nachweis von Virusantikörpern nicht möglich, ebenso wenig darüber, ob ein ausreichender Schutz vor einer erneuten Infektion besteht.

Was soll ich bei Verdacht auf eine COVID-19-Erkrankung tun?

Wenn Sie befürchten, erkrankt zu sein:

  • Bleiben Sie zu Hause.
  • Rufen Sie die telefonische Gesundheitsberatung 1450 oder Ihre betreuende Hausärztin/Ihren Hausarzt an. Auf beiden Wegen kann eine Testung eingeleitet werden.
  • Befolgen Sie die Ratschläge, die Ihnen am Telefon gegeben werden.

Bei einem Verdacht auf eine Infektion wird nach speziellen Sicherheitskriterien vorgegangen, die vom Gesundheitsministerium nach internationalen Kriterien empfohlen werden. 

Wie erfolgt die Behandlung von COVID-19?

Personen, bei denen das neuartige Coronavirus nachgewiesen wurde, können bei milder Symptomatik zu Hause in Quarantäne behandelt werden. Die Therapie richtet sich nach den Symptomen und hat die Linderung von Beschwerden zum Ziel. Die Ärztin/der Arzt kann z.B. fiebersenkende Mittel, Medikamente gegen Halsschmerzen etc. verordnen.

Schwere Fälle werden im Spital behandelt, gegebenenfalls auch intensivmedizinisch. Dabei können mitunter (etwa bei ARDS-Symptomatik) auch maschinelle Beatmungshilfen zum Einsatz kommen. Treten weitere Komplikationen wie Sepsis oder akutes Nierenversagen auf, werden diese entsprechend intensivmedizinisch behandelt. 

Eine ursächliche Behandlung des Virus durch ein spezielles Medikament ist derzeit noch nicht möglich und aktuell Gegenstand der Forschung. Ebenso wird derzeit klinisch erprobt und erforscht, inwiefern bereits bekannte Virostatika (Virus hemmende Medikamente) oder auch andere bekannte Wirkstoffe die Behandlung unterstützen könnten.

An der Entwicklung eines Impfstoffes wird geforscht. Derzeit gibt es in Österreich noch keinen zugelassenen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus.

Absonderung (Quarantäne und Isolierung)

Personen mit einem positiven Testergebnis werden durch einen Bescheid des Amtsarztes für 10 Tage behördlich abgesondert (Quarantänebescheid). Sofern es der Gesundheitszustand erlaubt, kann die Quarantäne zu Hause verbracht werden, in schwereren Fällen im Krankenhaus. Auch bei Verdacht auf eine Erkrankung ist eine Isolierung erforderlich.

Zusätzlich werden unter Umständen Kontaktpersonen eruiert, informiert und je nach Situation ebenfalls unter Quarantäne gesetzt. Die Entscheidung über eine Absonderung trifft die Bezirksverwaltungsbehörde. Sämtliche genannten Maßnahmen haben das Ziel, eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Bei einer behördlich angeordneten Heimquarantäne darf die Wohnung nicht verlassen und kein privater Besuch empfangen werden. Die genauen Vorschriften legt die Bezirksverwaltungsbehörde fest und informiert die Betroffenen.

Mehr zum Thema: FAQ: Testungen und Quarantäne (Sozialministerium) 

Wie Sie einer Infektion mit SARS-CoV-2 vorbeugen können

So lange es keine Impfung zur Vorbeugung einer COVID-19-Erkrankung gibt, hat die Umsetzung verschiedener Schutzmaßnahmen oberste Priorität, um die weitere Ausbreitung des Virus möglichst zu verhindern. Es gibt eine Reihe von empfohlenen Maßnahmen, mit denen Sie nicht nur sich selbst, sondern auch andere Menschen schützen.

Wichtige Maßnahmen zur Vorbeugung 

  • Halten Sie einen Mindestabstand von einem Meter zu Personen, die nicht mit Ihnen im gemeinsamen Haushalt leben, ein. Es hat sich gezeigt, dass das Risiko einer Übertragung dadurch deutlich verringert wird; ein Abstand von zwei Metern ist noch effektiver.
  • Tragen Sie einen Mund-Nasen-Schutz, insbesondere in Situationen, in denen Sie auf viele Menschen treffen oder wenn der Mindestabstand nicht immer eingehalten werden kann. Studien belegen ein deutlich verringertes Übertragungsrisiko, wenn der Mund-Nasen-Schutz korrekt angewandt wird. Gerade im normalen (nicht medizinischen) Umfeld gilt: Ein Mund-Nasen-Schutz bietet in jedem Fall mehr Schutz, als wenn kein Mund-Nasen-Schutz getragen wird. Ein zusätzlicher Augenschutz (Brille, Gesichtsschild) scheint den Effekt noch zu verstärken.

    Hinweis Derzeit ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Österreich in bestimmten Bereichen verpflichtend. Mehr zum Thema: FAQ: Mechanische Schutzvorrichtung (MNS) (Sozialministerium) 

  • Achten Sie auf korrekte Handhygiene: Waschen Sie regelmäßig Ihre Hände mit Wasser und Seife, oder nutzen Sie ein alkoholhaltiges Desinfektionsmittel. 
  • Niesen und husten Sie in ein Papiertaschentuch (nicht in Ihre Hände!), und entsorgen Sie das Papiertaschentuch umgehend. Oder bedecken Sie Mund und Nase dabei mit Ihrem gebeugten Ellenbogen. 

    Tipp Videos zur richtigen Handygiene (Medizinische Universität Wien) und zum richtigen Husten und Niesen (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) finden Sie auf der Homepage des Sozialministeriums.

  • Vermeiden Sie Händeschütteln und Umarmungen.
  • Berühren Sie nicht Augen, Nase oder Mund! Hände können Viren aufnehmen und diese auf das Gesicht übertragen.
  • Vermeiden Sie stark frequentierte Plätze.
  • Lüften Sie Räume, in denen Sie sich aufhalten, regelmäßig (wenn möglich einmal pro Stunde).
  • Bleiben Sie zu Hause, sobald Sie sich krank fühlen, und wenden Sie sich an die telefonische Gesundheitsberatung 1450.

Hinweis Nehmen Sie Reisewarnungen ernst. Aktuelle Reiseempfehlungen bzw. -warnungen finden Sie auf der Homepage des Außenministeriums.

Wie gehe ich mit der Situation um?

Es ist normal, dass die Ereignisse in Zusammenhang mit dem Ausbruch der neuartigen Coronaviren zu Gefühlen wie Angst führen und Stress erzeugen können. Wichtig ist, nicht in übermäßige Angst und Panik zu verfallen – diese sind auch angesichts der momentanen Lage nicht angebracht und erschweren vernünftige Handlungen. 

Sich in vertrauenswürdigen Quellen über Fakten und Maßnahmen zu informieren, hilft im sachlichen Umgang mit der Situation, z.B. das Risiko einer Infektion zu minimieren. Wie Sie vertrauenswürdige Informationen erkennen, finden Sie im Ratgeber „Praxisleitfaden: Wo finde ich seriöse Informationen im Internet?“ (Patientenanwaltschaft) 

Die WHO hat zudem Empfehlungen für die Auswirkungen von Stress in Zusammenhang mit dem Ausbruch von Coronaviren erstellt.

Mehr zum Thema: Coronakrise: Tipps für den Umgang mit der Situation & die Psyche

Wo finde ich weitere Informationen? 

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