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Medizinisches Personal bei Durchführung von Händehygiene © freepeoplea

Nosokomiale Infektionen: Vorbeugung und Maßnahmen

Hygiene in Krankenanstalten kommt verständlicherweise eine besondere Bedeutung bei der Prävention von nosokomialen Infektionen zu. Kontrollen und regelmäßige Schulungen – nicht nur des medizinischen Personals, sondern auch aller mit Patientenbetreuung befassten Berufsgruppen – sind wesentlich. Hygieneteams kümmern sich um die Koordination und Einhaltung von vorbeugenden Maßnahmen. Eine Schlüsselrolle in den Hygieneteams kommt Fachärztinnen/Fachärzten für Hygiene und Mikrobiologie zu . . .

Händehygiene wichtigste Maßnahme

Die „5 Momente der Händehygiene“ und andere Hygieneregeln müssen streng eingehalten werden, um die Ausbreitung von Krankenhauskeimen zu verhindern. Die einfachste und wichtigste Maßnahme ist die Händedesinfektion. Ferner sollten medizinische Eingriffe (z.B. Harnkatheter) immer nur wenn notwendig erfolgen. Das Immunsystem von Patientinnen/Patienten sollte zudem so wenig wie möglich durch Behandlungen (z.B. Kortison) geschwächt werden.

Um die Mitverantwortung der Patientinnen/Patienten stärker hervorzuheben, wurde von der Plattform Patientensicherheit gemeinsam mit der Initiative Sicherheit im OP der Flyer „Krankenhausinfektionen. Was Patientinnen und Patienten tun können.“ entwickelt. Die Informationen sollen u.a. aufzeigen, welche Maßnahmen zum Selbstschutz ergriffen werden können. Dazu gehören neben dem Gespräch mit der Ärztin/dem Arzt auch Aufmerksamkeit gegenüber bestimmten Symptomen (z.B. Rötungen, Schmerzen oder Flüssigkeitsaustritt), Kenntnis einer wirksamen Handhygiene, Informationen zur Vermeidung von Antibiotikaresistenzen sowie die Möglichkeiten der Risikominimierung im Zusammenhang mit Impfungen.

Infektionsüberwachung (Infektionssurveillance)

Durch systematische Erfassung, Analyse und Interpretation von Daten nosokomialer Infektionen wird die Grundlage für vorbeugende Maßnahmen geschaffen. Österreich ist diesbezüglich international vernetzt. Zu den nationalen Netzwerken gehören ANISS (Austrian Nosocomial Infection Surveillance System) und ASDI (Österreichisches Zentrum für Dokumentation und Qualitätssicherung in der Intensivmedizin). Diese Systeme sind in das EU-Netzwerk HAI-Net (Healthcare-Associated Infektions Surveillance Network) eingebettet.

Das Nationale Referenzzentrum für Nosokomiale Infektionen und Antibiotikaresistenz (NRZ NIAMR) ist an der Universitätsklinik für Krankenhaushygiene und Infektionskontrolle der Medizinischen Universität Wien (Nosokomiale Infektionen) und dem Institut für Hygiene, Mikrobiologie und Tropenmedizin des Allgemeinen Krankenhauses der Elisabethinen Linz (Antimikrobielle Resistenzen) angesiedelt. Das NRZ kümmert sich um die Netzwerke zur Erfassung der Infektionen und antimikrobiellen Resistenzen. Jährlich erscheinen zudem der Österreichische Resistenzbericht AURES sowie ein Bericht über nosokomiale Infektionen. Der Bericht „Nosokomiale Infektionen in Österreich 2013.“ des Gesundheitsministeriums bietet einen Überblick zur der Thematik, die auch Vergleichszahlen zum EU-Durchschnitt darstellt. Jedes Jahr finden Konferenzen zum „Tag der Händehygiene“ sowie am „Österreichischen Antibiotika-Tag“ statt.

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