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Tierbiss © taa22
Tierbiss © taa22

Impfung gegen Tollwut

Die Tollwut ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems. Sie wird durch das Rabiesvirus ausgelöst. Menschen können sich durch den Biss oder den Speichel eines infizierten Tieres anstecken. Vor allem Hunde und Katze sind Überträger der Viren. Terrestrische („erdgebundene“) Tollwut gilt seit 2008 in Österreich als ausgerottet. Österreich ist von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als tollwutfrei erklärt worden. Nicht auszuschließen ist eine Übertragung durch Fledermäuse.

In verschiedenen Ländern gibt es nach wie vor Tollwut. Daher ist die Impfung gegen Tollwut primär eine Reiseimpfung und eine Impfung für bestimmte Berufsgruppen, die Kontakt mit Tieren haben, z.B. Veterinärmedizinerinnen/-mediziner, Tierpflegerinnen/Tierpfleger. Eine aktuelle Verbreitungskarte befindet sich unter: http://gamapserver.who.int/map.

Achtung! Importierte und nicht ordnungsgemäß geimpfte und tierärztlich freigegebene Hunde oder andere Säugetiere aus Endemiegebieten können aber auch in Österreich noch Menschen gefährden. 

Krankheitsverlauf und Folgen

Das Virus vermehrt sich zunächst an der Eintrittsstelle und wandert dann über das Rückenmark in das Gehirn. Die Zeit zwischen Biss und Auftreten der ersten Krankheitszeichen ist abhängig von der Bissstelle. Je weiter die Bissstelle vom zentralen Nervensystem entfernt ist, desto länger dauert es, bis die ersten Krankheitszeichen auftreten. Tollwut führt fast immer innerhalb von 14 Tagen nach Krankheitsbeginn zum Tod. Eine ursächliche Behandlung steht nicht zur Verfügung.

Die Tollwut-Impfung

Die Tollwut-Impfung ist zur präexpositionellen (vorbeugenden) und postexpositionellen (Impfung nach Tollwut-verdächtigem Kontakt) Verabreichung geeignet.

Die präexpositionelle Tollwutimpfung ist für folgende Personen empfohlen:

  • Für Reisende in Endemiegebiete als Reiseimpfung
  • Für beruflich möglicherweise Exponierte: Veterinärpersonal inkl. Studentinnen/Studenten, Tierpräparatorinen/Tierpräparatoren, Tierwärterinnen/Tierwärter, Tierhändlerinnen/Tierhändler sowie Personal der Seuchenhygiene und in einschlägigen Labors oder Impfstoffproduktionsstätten. Für Jägerinnen/Jäger wird die Impfung nur empfohlen, wenn das Jagdgebiet entweder im Grenzbereich zu tollwutendemischen Gebieten liegt oder Jagdaufenthalte im tollwutgefährdeten Ausland geplant sind. Außerdem besteht eine Impfempfehlung für Fledermausforscherinnen/Fledermausforscher (Höhlenforscherinnen/Höhlenforscher).

Die Grundimmunisierung besteht aus drei Impfungen, die nach verschiedenen Schemata verabreicht werden kann.

Die postexpositionell Tollwutimpfung ist in Ausnahmefällen angezeigt.:

Nachdem Tollwut bei Angehen der Infektion immer tödlich endet, sollte nach einem tollwutverdächtigen Tierkontakt immer sofort und so rasch wie möglich medizinische Kontaktaufnahme und Hilfe erfolgen, auch nach Fledermauskontakt. Auswaschen der Wunde und entsprechende Wundversorgung sollte erfolgen. Die postexpositionelle Tollwutimpfung erfolgt mit speziellen Impfschemata, je nach Art des möglichen Viruskontakts und eventuellen Vorimpfungen mit oder der Verabreichung von Tollwut-Antikörpern als passive Immunisierung.

Achtung! Europa ist nicht frei von Fledermaus-Tollwut. Es sind mehrere Fälle von Übertragung auf den Menschen dokumentiert. Daher, obwohl bis heute kein einziger dokumentierter Fall der Übertragung von Tollwut auf den Menschen durch eine Fledermaus in Österreich dokumentiert ist, gilt der Biss einer Fledermaus als verdächtig und als Indikation für eine postexpositionelle Tollwutprophylaxe.

Weitere Informationen zu Tollwut: Tollwutberatungsstelle der AGES


Quelle: Impfplan Österreich 2021

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