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Injektion © Tobias Arhelger

Tollwutimpfung

Tollwut ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems und wird durch Lyssaviren ausgelöst. Darunter ist der bekannteste Vertreter das Rabiesvirus. Menschen können sich durch den Biss oder den Speichel eines infizierten Tieres anstecken.Tollwut ist eine Rarität geworden. Der letzte Fall einer in Österreich erworbenen Tollwutinfektion wurde 1979 diagnostiziert. Österreich ist 2008 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für tollwutfrei erklärt worden . . .

Tollwutvirus

Das Virus vermehrt sich zunächst an der Eintrittsstelle und wandert dann über das Rückenmark in das Gehirn. Die Tollwut endet bei Angehen der Infektion tödlich. Tollwut  ist in Westeuropa eine Rarität geworden. Der letzte Fall einer in Österreich erworbenen Tollwutinfektion wurde 1979 diagnostiziert, eine importierte Erkrankung aus Marokko wurde 2006 beschrieben. Österreich ist 2008 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für tollwutfrei erklärt worden. Im internationalen Reiseverkehr stellt die Tollwut nach wie vor ein ernstzunehmendes und weit verbreitetes Problem dar.

Eine aktuelle Verbreitungskarte befindet sich unter: http://gamapserver.who.int/map

Achtung! Hunde: Importierte und nicht ordnungsgemäß geimpfte und tierärztlich freigegebene Hunde (gilt auch für andere Säugetiere) aus Endemiegebieten können aber auch in Österreich noch Menschen gefährden.

Achtung! Fledermäuse: Europa ist nicht frei von Fledermaus-Tollwut. Es sind mehrere Fälle von Übertragung auf den Menschen dokumentiert. Daher, obwohl bis heute kein einziger dokumentierter Fall der Übertragung von Tollwut auf den Menschen durch eine Fledermaus in Österreich dokumentiert ist, gilt der Biss einer Fledermaus als verdächtig und als Indikation für eine postexpositionelle Tollwutprophylaxe.

Die Impfung

Die Tollwutimpfung ist zur präexpositionellen (vorbeugenden) und postexpositionellen (Impfung nach Tollwut-verdächtigem Kontakt) Verabreichung geeignet.

Für folgende Personen ist die vorbeugende Tollwutimpfung empfohlen:

Für Reisende in Endemiegebiete und für beruflich möglicherweise Exponierte: Veterinärpersonal inkl. Studentinnen/Studenten, Tierpräparatorinen/Tierpräparatoren, Tierwärterinnen/Tierwärter, Tierhändlerinnen/Tierhändler sowie Personal der Seuchenhygiene und in einschlägigen Labors oder Impfstoffproduktionsstätten. Für Jägerinnen/Jäger wird die Impfung nur empfohlen, wenn das Jagdgebiet entweder im Grenzbereich zu tollwutendemischen Gebieten liegt oder Jagdaufenthalte im tollwutgefährdeten Ausland geplant sind. Außerdem besteht eine Impfempfehlung für Fledermausforscherinnen/Fledermausforscher (Höhlenforscherinnen/Höhlenforscher) und Fledermausliebhaberinnen/Fledermausliebhaber.

Alle Reisenden sollten über das Tollwutrisiko in ihrem Gastland informiert werden und über die lokalen Versorgungsmöglichkeiten mit der postexpositionellen Tollwutprophylaxe. Insbesondere für „pet addicts“ und Kinder ist die Impfung im Reiseverkehr empfehlenswert.

Impfschema

Präexpositionell:

  • Die Grundimmunisierung besteht aus 3 Dosen.
  • Auffrischungsimpfung: nicht routinemäßig empfohlen. Nur bei beruflich exponierten Risikopersonen (siehe oben) und/oder zu erwartender Exposition (z.B. Reise in Endemiegebiet mit zweifelhafter Versorgungsmöglichkeit mit Impfstoff) empfohlen bzw. postexpositionell nach Tierkontakt (Titerkontrolle möglich).

Postexpositionell:

Nachdem Tollwut bei Angehen der Infektion immer tödlich endet, sollte nach einem tollwutverdächtigen Tierkontakt immer sofort medizinische Kontaktaufnahme und Hilfe erfolgen, auch nach Fledermauskontakt. Ein Zeitlimit für den Beginn gibt es aber nicht, da die Tollwut eine äußerst variable Inkubationszeit hat und daher auch eine späte postexpositionelle Immunisierung Erfolg haben kann. Auswaschen der Wunde und entsprechende Wundversorgung sollte erfolgen. Die postexpositionelle Tollwutimpfung erfolgt mit speziellen Impfschemata, je nach Art der Exposition und eventuellen Vorimpfungen mit oder ohne humanem Rabies Immunglobulin. Die postexpositionelle Tollwutimpfung kann an den mit der Durchführung betrauten Impfstellen kostenfrei für den Impfling durchgeführt werden.

Weitere Informationen zu Tollwut: Tollwutberatungsstelle der AGES

Ausführliche Informationen zur Tollwot erhalten Sie im aktuellem Impfplan.





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