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Gebrochene Hand © kaninstudio

Knochenbrüche

Ein Knochenbruch (Fraktur) ist eine abnorme Unterbrechung eines Knochens bzw. der Knochenstruktur. Die Beschwerden sind abhängig von der Art und der Lokalisation der Fraktur. Eine Sonderform der pathologischen Fraktur ist der Ermüdungsbruch . . .

Ursachen

Ein unfallbedingter Knochenbruch (Fraktur) geht immer mit einer Schädigung der den Knochen umgebenden Weichteile einher. Dementsprechend unterscheidet man zwischen geschlossenen und offenen Frakturen.

  • Fraktur mit geschlossenem Weichteilschaden: wird in verschiedene Schweregrade unterteilt. Das Spektrum reicht von einer kaum nennenswerten Hautschädigung bis zum Kompartmentsyndrom.
  • Knochenbruch mit offenem Weichteilschaden: Der Knochen ist im Bereich der Wunde sichtbar. Dabei besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko. Offene Frakturen sind beim Sport selten und stets auf eine erhebliche Gewalteinwirkung zurückzuführen, z.B. durch Stürze beim Motorradsport.

Sogenannte pathologische Frakturen können durch ein relativ geringes Trauma entstehen, wenn die Knochenstruktur verändert bzw. vorgeschädigt ist, z.B. bei einem Knochentumor oder bei Osteoporose. Eine Sonderform der pathologischen Fraktur ist der Ermüdungsbruch (auch Stressfraktur, schleichende Fraktur oder Stressreaktion des Knochens genannt) als Folge einer chronischen Überbeanspruchung des Knochens. Sportbedingte Ermüdungsfrakturen gibt es besonders bei Laufsportarten.

Vorbeugung

Das allgemeine Verletzungsrisiko und damit die Gefahr eines Knochenbruchs werden durch einen guten Allgemein- und Trainingszustand sowie ein verantwortungsvolles Handeln reduziert. Dies lässt sich sinnvoll durch sportartspezifische Protektoren ergänzen: z.B. Helm, Handgelenkschützer, Schienbeinschoner, Schutzverbände (Taping der Finger).

Symptome

Die Beschwerden sind abhängig von der Art und der Lokalisation der Fraktur. Sie sind bei einem Ermüdungsbruch meist nicht so akut und ausgeprägt wie bei einer frischen, unfallbedingten Fraktur. Oft wird zunächst eine Verstauchung oder Prellung vermutet.

Diagnose

Man unterscheidet unsichere und sichere Frakturzeichen.

  • Unsichere Frakturzeichen: Schwellung, Bluterguss, eingeschränkte Beweglichkeit bzw. Funktion und Schmerzen. Allerdings wird nicht jede Fraktur als schmerzhaft empfunden.
  • Sichere Frakturzeichen: Formabweichung und Achsenfehlstellungen, abnorme Beweglichkeit, Knirschen der Bruchstelle (Knochenreiben, Krepitation), aus einer Wunde ragende Knochenstücke, teilweise oder vollständige Amputation, Nachweis der Fraktur im Röntgenbild.

Bei Verdacht auf das Vorliegen einer Fraktur sollte eine Röntgenuntersuchung durchgeführt werden. Lässt sich damit kein Knochenbruch erkennen, sollte bei weiter bestehendem Verdacht ärztlicherseits je nach Situation eine Computertomographie, eine Kernspintomographie oder eine Szintigraphie veranlasst werden.

Therapie

Für medizinischen Laien gelten folgende Regeln für die Erste Hilfe bei Frakturen: Ruhigstellung der Fraktur, Wundverband, Verhindern einer Unterkühlung, Kontrolle von Atmung und Puls bei Schwerstverletzten. Die weitere Behandlung eines Knochenbruchs ist abhängig von der Art des Bruchs, der Lokalisation und vom Allgemeinzustand der verletzten Sportlerin/des verletzten Sportlers.

Viele Frakturen werden konservativ behandelt, also ohne Operation:

  • Funktionelle Therapie: Die Patientin/der Patient darf den gebrochenen Bereich nach Maßgabe seiner Schmerzen bewegen und seinen Beschwerden entsprechend belasten, z.B. bei stabilen Wirbelbrüchen oder manchen Fingerfrakturen.
  • Ruhigstellung: z.B. in einem Gipsverband, etwa bei instabilen Brüchen mit dem Risiko einer Verschiebung der Bruchstücke oder nach einer Einrichtung des Bruches (Reposition).

Operative Knochenbruchstabilisierung (Osteosynthese): Dabei werden meistens Implantate aus Metall verwendet, z.B. Platten, Schrauben, Drähte oder Nägel aus „chirurgischem Stahl“ (Nickel- oder Titanlegierung, z.B. bei Nickelallergie). Manchmal wird auch operiert, um eine schnellere Rehabilitation zu ermöglichen, da eine Ruhigstellung auch Nachteile besitzt, z.B. den Abbau der Muskulatur.

Äußere Festhalter (Fixateur externe): Dabei ragen die in den Knochen eingedrehten Schrauben aus der Haut heraus und sind außen über ein „Gestell“ verbunden. Diese Methode geht relativ schnell und wird z.B. bei manchen offenen Brüchen, im Kindesalter oder bei lebensgefährlich Verletzten gewählt.

Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESTW): Bei verzögerter Knochenbruchheilung werden Schalldruckwellen mit dem Ziel angewendet, die Frakturdurchbauung zu unterstützen. Dieses Verfahren ist umstritten.
  

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