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Golfer © Mikael Damkier

Tennisarm und Golferellenbogen

Im Bereich des Ellenbogengelenks befinden sich Ursprung oder Ansatz zahlreicher Sehnen, die als Bindeglied zwischen der zugehörigen Muskulatur und dem Knochen für die Bewegungen im Ellenbogengelenk, des Unterarms und der Hand verantwortlich sind.  Diese Sehnen werden z.B. bei Rückschlag- und Wurfsportarten enorm belastet. Überlastungsschäden sind daher nicht selten. Besonders bekannt sind der „Tennisarm“ sowie der „Golferellenbogen“.

Tennisarm

Der Tennisarm oder Tennisellenbogen ist wahrscheinlich die bekannteste sportbedingte Überlastungsschädigung. Allerdings: 90 bis 95 Prozent der Patientinnen und Patienten mit einem Tennisellenbogen spielen gar nicht Tennis. Es handelt sich um einen erworbenen schmerzhaften Reizzustand von Muskeln und Sehnen an der äußeren Seite des Ellenbogengelenks (Insertionstendopathie), meist infolge akuter oder chronischer Überbeanspruchung durch hohe und v.a. monotone Belastungen. Die meisten Patientinnen und Patienten sind über 30 Jahre alt, Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Ursache

Letztendlich sind die Ursachen für die Entstehung eines Tennisarms nicht endgültig geklärt. Der Tennisarm tritt häufiger bei Freizeit- als bei Spitzentennisspielerinnen und -spielern auf, was als Hinweis für eine ungenügende Technik zu werten ist. Ansonsten entwickelt sich der Tennisellenbogen häufig auch beim Golfen, Boxen, Squash, Badminton, Tischtennis, Diskuswerfen, Segeln, Surfen, Kanusport, Darts, Kunstturnen und Fechten.
Häufig betroffen sind aber beispielsweise auch Menschen, die viel mit der Maus am Computer arbeiten müssen („Maus-Arm“). Weitere belastende Tätigkeiten sind z.B. Geigenspielen, Hausarbeit (Bügeln, Rasenmähen, Putzen), Berufskraftfahren, Bauarbeiten, Hand- und Heimwerken oder Hobby-Gärtnern.

Vorbeugung

Die Erkrankung kann die Funktion des Armes und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich einschränken. Deshalb ist es wichtig, bereits bei den leisesten Anzeichen auf einen Tennisarm frühzeitig eine Ärztin/einen Arzt aufzusuchen. Noch besser ist es, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, z.B.:

  • Händestärkende Übungen, zwischendurch Hände locker lassen und ausschütteln.
  • Gezielte Kräftigung der Muskulatur.
  • Ergonomische Arbeitsbedingungen, die ein möglichst komfortables Arbeiten ermöglichen.
  • Generell gilt: Über- und Fehlbelastungen vermeiden, nicht nur im Sport!

Symptome & Diagnose

Folgende Beschwerden können auftreten: Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens, in ausgeprägten Fällen auch bei banalen Alltagstätigkeiten wie z.B. Türen- oder Flaschenöffnen, Getränke eingießen, Anheben einer Tasse. Die Diagnose lässt sich in der Regel aus der Vorgeschichte und dem körperlichen Untersuchungsbefund stellen. Der Röntgenbefund ist meistens unauffällig.

Therapie

Sie ist zu etwa 90 Prozent konservativ, also ohne Operation. Wichtigste Maßnahme für Betroffene ist es, Überanstrengungen, Fehlbelastungen und wiederkehrende Bewegungsabläufe im Alltagsleben, Beruf und Sport möglichst zu vermeiden. Daneben stehen unter anderem folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Salben, Cremes, Gele oder Lösungen mit entzündungshemmenden Wirkstoffen,
  • orale Medikamente gegen Entzündung und Schmerz oder Muskelrelaxantien,
  • spezielle Bandagen oder Verbände,
  • lokale Injektionen: Lokalanästhetikum, Kortison, homöopathisches Präparat oder Botulinum-Toxin,
  • Akupunktur,
  • physikalische Therapie, z.B.: Krankengymnastik, Kälte- und Wärmebehandlung, Massage, Ultraschallbehandlung, Elektrotherapie, Anwendungen auf naturheilkundlicher Basis (z.B. Umschläge mit Topfen etc.),
  • eigenständige Dehnungsübungen.

Hinsichtlich ihrer Wirkung umstrittene Verfahren sind extrakorporale Stoßwellentherapie, Laseranwendung, Magnetfeldtherapie, pulsierende Signaltherapie und Fußreflexzonenmassage. Eine Operation ist erst bei Ausschöpfung und Versagen einer konsequenten konservativen Behandlung über etwa ein halbes Jahr angezeigt.

Hinweis Eine Ruhigstellung des Armes mit einem Gips oder einer Kunststoffschiene ist nur in wenigen Ausnahmefällen sinnvoll, wenn die Entzündung hoch akut ist, und auch dann nur für einige Tage. Ein Abbau und eine Schwächung der Muskulatur sollte möglichst vermieden werden.

Golferellenbogen

Seltener als der Tennisellenbogen ist die Erkrankung auf der inneren Seite, der Golferellenbogen (auch Werferellenbogen genannt). Dabei können verschiedene anatomische Strukturen allein oder kombiniert geschädigt sein. Es besteht eine Überlastung der Handgelenk- und Fingergelenkbeugemuskulatur an der sehnigen Anheftung am inneren Oberarmhöcker (Epicondylus humeri medialis). Daher wird das Krankheitsbild auch mediale Epikondylopathie genannt.


Betroffen sind nicht nur Golferinnen und Golfer, sondern auch andere Sportlerinnen und -sportler, z.B. beim Baseball oder Handball, aber auch in der Leichtathletik (Diskus- und Speerwerfen), beim Tennis, Squash, Badminton, Kunstturnen, Ringen, Bodybuilding, Skilanglaufen und Sportklettern. Auch Nichtsportlerinnen und -sportler können unter dem Krankheitsbild leiden.

Vorbeugung

Wichtig sind vorbeugende Maßnahmen bzw. die Ursachenbeseitigung. Dies bedeutet beim Sport eine Verbesserung der Technik auf der Basis einer exakten Analyse der Schlag-, Wurf- und Grifftechnik. Daneben spielen die Trainingsintensität, gezielte Aufwärm- und Kräftigungsübungen für die Muskulatur sowie die Optimierung der Ausrüstung eine wesentliche Rolle.

Symptome & Diagnose

Folgende Beschwerden können auftreten: Schmerzen an der Innenseite des Ellenbogens, häufig mit Ausstrahlung in den Unterarm und Schwächegefühl, ev. verbunden mit einer Bewegungseinschränkung. Die exakte Diagnose erfolgt im Rahmen einer sportmedizinischen Untersuchung unter Berücksichtigung der Vorgeschichte und der Beschwerden. Meist werden auch eine Röntgenuntersuchung sowie eine Kernspintomographie durchgeführt, seltener eine Szintigraphie.

Therapie

Die Behandlung erfolgt in der Regel zunächst konservativ und richtet sich nach den krankhaften Veränderungen. Bei konsequenter Durchführung ist eine konservative Therapie bei 90 Prozent der Betroffenen erfolgreich. Andernfalls ist frühestens nach einem halben Jahr eine Operation in Erwägung zu ziehen. In der Akutphase ist v.a. eine Schmerzausschaltung durch Schonung und Sportpause wichtig, weiters z.B. Kälteanwendung, Salbenverbände, entzündungshemmende Substanzen (äußerlich oder als Injektion) und verschiedene Formen der physikalischen Therapie. Gegebenenfalls werden spezielle Bandagen empfohlen. Die sportliche Belastung darf nicht zu früh wieder aufgenommen werden und muss mit geringer Intensität im schmerzfreien Bereich beginnen. Wichtig ist ein konsequentes Training der Handgelenkbeuger.

Hinweis Der Verlauf ist insbesondere bei einer nicht konsequenten Therapie oft langwierig. Auch eine chronische Schädigung ist möglich. Daher ist vor allem Geduld erforderlich.

 

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