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Mann mit gebrochenem Fuß © dnaveh
Mann mit gebrochenem Fuß © dnaveh

Bruch des oberen Sprunggelenks

Ein Bruch des oberen Sprunggelenks (Malleolarfraktur) ist ein häufiger Knochenbruch. Die Verletzung passiert häufig beim Sport, sie ist aber auch bei anderen Freizeit- und Alltagsaktivitäten möglich. Ursachen sind ein übermäßiges Verdrehen oder Umknicken des Fußes im Sprunggelenk, ein Sturz oder eine direkte Gewalteinwirkung. Das obere Sprunggelenk ist weniger stabil als das untere Sprunggelenk. Deshalb ist bei einer Verletzung, z.B. bei einer Verstauchung (Distorsion), einem Bänderriss (Ruptur) oder einem Knochenbruch (Fraktur), fast immer das obere Sprunggelenk betroffen.

Das obere Sprunggelenk wird aus dem Wadenbein (Fibula), dem Schienbein (Tibia) und dem Sprungbein (Talus) gebildet. Der Außenknöchel (Malleolus lateralis) am Wadenbein und der Innenknöchel (Malleolus medialis) am Schienbein werden durch elastische Bänder, die vordere und hintere Syndesmose, zusammengehalten und formen die Sprunggelenksgabel.

Welche Formen gibt es?

Am oberen Sprunggelenk können der Außenknöchel, der Innenknöchel oder die Hinterkante des Schienbeins gebrochen sein. Je nach Lage und Ausmaß werden folgende Formen eines Bruches unterschieden:

  • isolierte Fraktur des Außenknöchels (unimalleoläre Fraktur, häufigste Form),
  • Fraktur des Außen- und Innenknöchels (bimalleoläre Fraktur)
  • Fraktur des Außen- und Innenknöchels und der Hinterkante des Schienbeins (trimalleoläre Fraktur)

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Höhe der Fraktur am Wadenbein nach Weber: 

  • Außenknöchelfraktur unterhalb der Syndesmose (Weber A)
  • Außenknöchelfraktur auf Höhe der Syndesmose (Weber B)
  • Außenknöchelfraktur oberhalb der Syndesmose (Weber C)


Die gebrochenen Knochenteile können verschoben (disloziert) und instabil sein. Durch die Fraktur kann es auch zu einer Schädigung der den Knochen umgebenden Weichteile (Gefäße, Muskeln, Bänder (z.B. Syndesmose), Sehnen, Nerven, Haut) kommen. Weitere Informationen finden Sie unter Knochenbrüche.

Welche Symptome können auftreten?

Zu den Symptomen eines Sprunggelenkbruchs zählen:

  • Schmerzen,
  • Schwellung,
  • Bluterguss,
  • Bewegungseinschränkung des Gelenks,
  • starke Schmerzen bei Belastung,
  • ev. Verformung des Gelenks.

Erste Hilfe

Bis zur ärztlichen Versorgung hilft eine Ruhigstellung der Fraktur und ein Hochlagern des Fußes die Schmerzen und die Schwellung zu lindern. Zusätzlich kann die betroffene Stelle, z.B. mittels „Coolpack“ gekühlt werden. Achtung: Eis darf nicht direkt auf die Haut gelegt werden! Wickeln Sie es z.B. in Tücher. Weitere Informationen finden Sie unter Notfall: Verletzungen. und Sportverletzungen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Zunächst erhebt die Ärztin/der Arzt die Krankengeschichte (Anamnese), fragt nach dem Unfallhergang und führt eine körperliche Untersuchung ev. mit Stabilitätstests durch. Beim Verdacht auf eine Fraktur wird eine Röntgenuntersuchung durchgeführt. Ergibt das Röntgen keine eindeutige Diagnose, können eine Computertomografie (CT) oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) zur weiteren Abklärung notwendig werden.

Wie erfolgt die Behandlung eines Sprunggelenksbruchs?

Die Behandlung hängt u.a. von der Art, der Lage und dem Schweregrad des Bruches ab.

Behandlung ohne Operation (konservative Behandlung)

Bei einer leichten Form des Bruches (z.B. isolierte, stabile Fraktur) wird das Sprunggelenk zunächst ruhiggestellt. Es soll in den ersten Tagen nach der Verletzung wenn möglich hochgelagert und nach Anleitung der Ärztin/des Arztes regelmäßig gekühlt werden. Dies lindert die Schmerzen und die Schwellung. Zur Schmerzbehandlung verordnet die Ärztin/der Arzt schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente. Das Gelenk wird ev. mit einer Schiene, einem Stützverband oder einem Gips stabilisiert.   

Die Ärztin/der Arzt informiert die Patientin/den Patient, wann der Fuß wieder belastet werden kann. Eine Bewegungstherapie (funktionelle Therapie) mit speziellen Übungen hilft, die Beweglichkeit und Stabilität des Sprunggelenks wiederherzustellen. Die Physiotherapeutin/der Physiotherapeut zeigt der Patientin/dem Patienten, welche Übungen selbständig durchgeführt werden können, um die Therapie zu unterstützen.

Regelmäßige ärztliche Untersuchungen nach der Akutbehandlung sind notwendig, um den Verlauf der Heilung zu kontrollieren und mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen, z.B. Nervenverletzungen.

Operation

Bei schweren Formen des Bruches des Sprunggelenks, z.B. mehrfache, instabile, stark verschobene oder offene Frakturen, ist eine rasche Operation notwendig.

Bei der Operation werden die gebrochenen Gelenkteile in die richtige Position gebracht und fixiert, z.B. mittels Schrauben, Stiften oder Platten. Danach wird das Sprunggelenk mit einer Bandage, Schiene oder einem Gipsverband ruhiggestellt.

Eine Bewegungstherapie nach der Operation hilft, die Funktion des Gelenks wiederherzustellen.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei einem Verdacht auf einen Bruch des Sprunggelenks können Sie sich für die Diagnose und Behandlung an folgende Stellen wenden:

  • Notärztin/Notarzt bzw. Rettung (144) bei akuten Beschwerden
  • Unfallambulanz in einem Spital
  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin
  • Fachärztin/Facharzt für Orthopädie und Traumatologie
  • Fachärztin/Facharzt für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie
  • Fachärztin/Facharzt für Unfallchirurgie

Für eine operative Behandlung ist ein stationärer Aufenthalt im Spital notwendig.

Die Bewegungstherapie kann nach ärztlicher Verordnung durch niedergelassene Physiotherapeutinnen/Physiotherapeuten oder Ergotherapeutinnen/Ergotherapeuten erfolgen.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.

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