Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Toilettenpapier © Africa Studio
Toilettenpapier © Africa Studio

Verstopfung

Von einer Verstopfung (Obstipation) spricht man, wenn der Stuhl seltener als gewohnt entleert wird bzw. die Stuhlentleerung erschwert ist. Meist treten zusätzliche Beschwerden wie Blähungen oder Bauchschmerzen auf. Eine gelegentliche Verstopfung ist häufig und vergeht in den meisten Fällen von selbst. Bei wiederkehrender oder chronischer Verstopfung ist es sinnvoll, eine Behandlung einzuleiten und gegebenenfalls die Ursache abklären zu lassen.

Insbesondere eine chronische Verstopfung kann die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Sie kann in allen Altersstufen auftreten, die Häufigkeit steigt mit zunehmendem Lebensalter.

Welche Symptome können auftreten?

Eine Verstopfung ist durch verschiedene Merkmale gekennzeichnet, z.B.

  • der Darm wird seltener entleert, als gewohnt,
  • die ausgeschiedene Stuhlmenge ist geringer, als gewohnt,
  • die Stuhlausscheidung ist nur erschwert möglich (z.B. durch starkes Pressen),
  • der Stuhl ist hart und trocken, unter Umständen klumpig,
  • die/der Betroffene hat das Gefühl, der Darm wird nur unvollständig entleert,
  • die/der Betroffene hat das Gefühl einer Blockade im Darm.

Begleitend kann es zu Bauchschmerzen, Völlegefühl, Übelkeit und Blähungen kommen. Auch eine Abnahme der Darmgeräusche oder eine über die Bauchdecke tastbare Ansammlung von Stuhl im Darm ist möglich.

Hinweis In jedem Fall sollte eine Ärztin/ein Arzt aufgesucht werden, wenn Schmerzen oder Blutungen beim Stuhlgang auftreten, es zu Gewichtsverlust, Müdigkeit und Abgeschlagenheit oder zu einer raschen Zunahme der Beschwerden kommt.

Als Richtwert für die Diagnose einer Verstopfung gelten weniger als drei Stuhlgänge pro Woche. Bestehen die Beschwerden seit mehr als drei Monaten, spricht man von chronischer Verstopfung.

Welche Ursachen hat eine Verstopfung?

Häufig finden sich die Gründe im Lebensstil, wobei eine ungünstige Ernährung (z.B. zu geringe Aufnahme an Ballaststoffen) in Kombination mit zu wenig Bewegung eine große Rolle spielt. Eine Verstopfung kann aber auch organische Ursachen haben und mit einer Erkrankung in Zusammenhang stehen. Viele Medikamente beeinflussen zudem die Verdauung negativ. Nicht selten liegt einer Verstopfung eine Kombination mehrerer Faktoren zugrunde.

Mögliche Ursachen einer Verstopfung können sein:

Wie wird die Diagnose gestellt?

Zu den ersten Schritten gehört ein ausführliches Anamnese-Gespräch, in dem erörtert wird, welche Beschwerden vorliegen und seit wann diese bestehen. Die Ärztin/der Arzt wird nach Stuhlhäufigkeit und -beschaffenheit, Ernährungsgewohnheiten, eventuellen Begleitsymptomen wie Schmerzen und Blähungen sowie nach anderen Erkrankungen fragen. Auch ob und welche Medikamente eingenommen werden, ist für die Ärztin/den Arzt sehr aufschlussreich, da diese mit der Veränderung des Stuhlgangs in Zusammenhang stehen können.

Zudem gehört eine körperliche Untersuchung zur Basisdiagnostik. Dabei tastet die Ärztin/der Arzt den Bauch ab und untersucht den Darmausgang (rektale Untersuchung). Unter Umständen ist eine Stuhlprobe, eine Ultraschalluntersuchung des Bauches oder eine Blutuntersuchung erforderlich.

Je nach Beschwerden und Verdachtsdiagnose können weitere Untersuchungen notwendig sein, wie z.B. eine Darmspiegelung (Koloskopie). Dabei wird ein mit einer kleinen Kamera ausgestattetes Endoskop über den After in den Darm eingebracht. Die Koloskopie ist auch im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung ab einem Alter von 50 Jahren empfehlenswert. 
 
Zu den möglichen weiterführenden Untersuchungsmethoden zählen unter anderem:

  • Röntgenuntersuchung des Darms und Bauchraums,  
  • Bestimmung der Kolon-Transitzeit (der Zeit, die der Stuhl benötigt, um den Dickdarm zu passieren): dabei schluckt die Patientin/der Patient Kapseln mit röntgendichten Markern, deren Weg durch den Dickdarm mittels Röntgen dargestellt werden kann,
  • radiologische Darstellung der Stuhlentleerung (Defäkografie) mittels Röntgen oder Magnetresonanztomographie (zum Nachweis eventueller anatomischer oder struktureller Veränderungen des Enddarmes),
  • Beurteilung der Funktion des Schließmuskels mittels Druckmessung des Enddarmes (anorektale Manometrie).

Tipp Als Vorbereitung für den Arztbesuch kann das Führen eines „Stuhltagebuchs“ hilfreich sein. Notieren Sie dabei über einen längeren Zeitraum die Häufigkeit der Entleerungen sowie eine kurze Beschreibung des Stuhls. Sie können den Stuhl auch fotografieren.

Wie erfolgt die Behandlung einer Verstopfung?

Prinzipiell wäre es bei Verstopfung wichtig, die zugrunde liegende Ursache zu erfassen und diese kausal zu behandeln.

Verstopfung wird vorrangig durch Änderung des Lebensstils therapiert. Wichtige Maßnahmen sind:

  • Erhöhung des Ballaststoffanteils in der Ernährung (Gemüse, Vollkornprodukte, Früchte etc.),
  • gegebenenfalls zusätzliche Gabe von Ballaststoffen wie Flohsamen oder Weizenkleie,
  • auf ausreichende Trinkmenge achten (mindestens zwei Liter pro Tag)
  • auf regelmäßige, altersentsprechende Bewegung achten,
  • Unterdrückung des Stuhlganges vermeiden.

Zeigen diese Maßnahmen keinen oder nicht den gewünschten Erfolg, entscheidet die Ärztin/der Arzt, welche weiterführenden Maßnahmen individuell sinnvoll sind. Zur Auswahl stehen unter anderem:

  • rektale Entleerungshilfen in Form von Zäpfchen (Suppositorien) oder Einläufen (Klysmen),
  • orale Abführmittel (Laxantien), z.B. Trinklösungen mit Polyethylenglykol, nicht resorbierbare Zucker, Gleitmittel, Bisacodyl,
  • Prokinetika mit Wirkung auf die Darmbewegung, z.B. Prucaloprid,
  • Förderung der Flüssigkeitssekretion in den Darm (v.a. bei Reizdarmsyndrom), z.B. Linaclotid,
  • Kombination mehrerer Maßnahmen, z.B. rektale Entleerungshilfe plus orales Abführmittel,
  • Biofeedbacktherapie (insbesondere bei funktionellen Störungen des Beckenbodens).

Je nach Ursache können zudem (als letzte therapeutische Option) operative Maßnahmen ergriffen werden, z.B.

  • Sakralnervenstimulation (bei zugrunde liegenden neurologischen Ursachen). Dabei wird im Rahmen einer Operation eine kleine Elektrode im Bereich des Kreuzbeines eingebracht. Diese gibt schwache elektrische Impulse an jene Nerven ab, die die Funktion von Blase und Darm steuern und stellt so deren Funktion wieder her;
  • Anlegen eines (vorübergehenden) künstlichen Darmausganges (Stoma),
  • operative Entfernung eines Darmanteiles.

Hinweis Die Verwendung von Abführmitteln sollte keinesfalls ohne ärztliche Abstimmung erfolgen – sprechen Sie darüber unbedingt mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt!

Wie Sie einer Verstopfung vorbeugen können

Allgemeine vorbeugende Maßnahmen zielen in erster Linie auf das Ernährungsverhalten ab. Eine ausreichende Ballaststoffzufuhr (unterstützt durch ausreichendes Trinken) hilft, Verstopfung entgegenzuwirken. Ballaststoffe sind in Getreideprodukten (Vollkorn bevorzugen), Hülsenfrüchten und Gemüse enthalten. Auch getrocknetes Obst (Trockenfrüchte) wirkt abführend. Mehr zum Thema: Kohlenhydrate & Ballaststoffe .

Weitere Tipps, wie Sie mittels Ernährung gegen Verstopfung vorgehen können, erfahren Sie unter Wenn die Verdauung streikt..

Wohin kann ich mich wenden?

Zur Abklärung und Behandlung einer Verstopfung, können Sie sich an eine Ärztin/einen Arzt für Allgemeinmedizin oder eine Fachärztin/einen Facharzt für Innere Medizin (Spezialgebiet Gastroenterologie und Hepatologie) wenden.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen