Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Bauchkrämpfe © hin255
Bauchkrämpfe © hin255

Gastritis

Eine Gastritis wird auch Magenschleimhautentzündung bezeichnet, da es sich um eine Schädigung der Magenschleimhaut durch eine Entzündung handelt. Dabei kommt es – je nach Form und Ausprägung – zu oberflächlichen bis tiefreichenden Veränderungen im Drüsengewebe des Magens. Meistens wird eine  Gastritis durch bestimmte Bakterien (v.a. Helicobacter pylori) oder Medikamente verursacht. Grundsätzlich werden akute und chronische Formen unterschieden. Wichtig ist es, ähnliche Beschwerden, die von Darm, Bauchspeicheldrüse, Herz oder Gallenwegsystem ausgehen können, abzugrenzen.

Die Magenschleimhaut schützt die Magenwand vor Säure und Krankheitserregern. Wenn die schützende Schleimhautschicht gereizt oder geschädigt wird, kann sie sich entzünden. Unterschieden werden akute und chronische Gastritiden.

Welche Symptome können auftreten?

Gastritis ist grundsätzlich eine histologische Diagnose. Sie kann symptomfrei verlaufen oder mit Beschwerden der Dyspepsie einhergehen, aber auch mit Blutungen.

Eine akute Gastritis löst meist spürbare Magen-Darm-Beschwerden aus. Eine chronische Gastritis kann sich über einen längeren Zeitraum entwickeln und auch unbemerkt bleiben. Manchmal wird sie erst entdeckt, wenn es zu Magengeschwüren kommt, die ihrerseits Beschwerden verursachen.

Akute Gastritis

Eine akute Gastritis wird durch schädliche Substanzen (Noxen) wie Medikamente oder Alkohol provoziert, aber auch durch bakterielle Infektionen. Die Beschwerden setzen meist rasch ein. Dabei können folgende Symptome auftreten: 

  • Magenschmerzen,
  • Völlegefühl,
  • Sodbrennen,
  • Übelkeit, manchmal mit Erbrechen,
  • Aufstoßen,
  • Appetitlosigkeit,
  • aufgeblähter Bauch.

Einige dieser Symptome können auch bei anderen Erkrankungen des Verdauungsapparates auftreten.

Chronische Gastritis

Die körperlichen Probleme bei chronischer Gastritis sind nicht immer eindeutig, denn sie kann auch ohne oder mit lediglich geringen Beschwerden einhergehen. Mögliche Symptome sind:

  • leichte bis schwere Oberbauchschmerzen,
  • Völlegefühl,
  • Appetitlosigkeit,
  • Druckgefühl im Bauch,
  • Aufstoßen,
  • Übelkeit. 

Je nach Intensität und Fortschritt kann es unter chronischer Gastritis bei einer oberflächlichen Beschädigung der Mageninnenwand bleiben. Schreitet die Schädigung jedoch voran, kommt es zur atrophischen Gastritis, bei der sich die Entzündung in den Gewebsschichten weiter ausdehnt. Schlussendlich kann es zur Zerstörung der Magendrüsen kommen, der Magenschleimhautatrophie.

Chronische Gastritiden werden nach der Sydney-Klassifikation in Typ A (autoimmun), Typ B (bakteriell), Typ C (chemisch) und Typ D (andere) eingeteilt. Am häufigsten sind Typ B und C, auch Mischformen sind möglich.  

  • Gastritis Typ A: Bei dieser autoimmunen Form der Gastritis richten sich spezielle Antikörper (Parietalzellantikörper) gegen die säureproduzierenden Schleimhautzellen (Parietalzellen). Auf Dauer kommt es zur Zerstörung der Drüsenzellen im Magen. Gastritis Typ A steht in Zusammenhang mit einer verminderten Produktion des Intrinsic-Faktors im Magen, der für die Aufnahme von Vitamin B12 essenziell ist und dessen Mangel in weiterer Folge zu schweren Blutbildveränderungen führt (perniziöse Anämie). Darüber hinaus kommt es zu einem erhöhten Gastrin-Spiegel im Blut (Hypergastrinämie). Gastritis Typ A kommt sehr selten vor. Sie ist häufig assoziiert mit anderen Autoimmunerkrankungen, z.B. Diabetes mellitus, Hashimoto-Thyreoiditis oder Vitiligo.
  • Gastritis Typ B: Diese Form hängt mit der Besiedlung des Magens mit dem Bakterium Helicobacter pylori zusammen. Rund die Hälfte der Menschen weltweit ist damit infiziert (in Österreich ca. 5-24%, Menschen mit Migrationshintergrund ca. 36-86%). Alle entwickeln eine chronische Gastritis, die jedoch häufig ohne Symptome und Beschwerden verläuft. Die Infektion erfolgt meist bereits in der frühen Kindheit.
  • Gastritis Typ C: Hierbei handelt es sich um eine chemisch-toxisch bedingte Form. Mögliche Auslöser sind das Rückfließen von Gallenflüssigkeit aus dem Zwölffingerdarm in den Magen, was die Magenschleimhaut reizt, oder bestimmte entzündungshemmende Schmerzmedikamente, welche die Produktion schleimhautschützender Faktoren vermindern. Zu diesen Medikamenten zählen insbesondere nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) wie z.B. Ibuprofen, Diclofenac, Mefenaminsäure, aber auch Präparate mit Acetylsalicylsäure (z.B.Aspirin“).
  • Gastritis Typ D: Darunter verbergen sich so unterschiedliche Erkrankungen wie Morbus Crohn, Sarkoidose, infektiöse oder allergische Entzündungen der Magenschleimhaut, die ganz spezifische Behandlungsansätze notwendig machen.

Wie Sie einer Gastritis vorbeugen können?

Generell ist zum Schutz gegen eine Reizung der Magenschleimhaut ein gewissenhafter Umgang mit Medikamenten wie NSAR und Acetylsalicylsäure („Aspirin“) sowie Alkohol empfehlenswert. Bei langfristiger Einnahme von Schmerzmitteln wie NSAR ist die gleichzeitige Einnahme eines Protonenpumpenhemmers (PPI) in Risikogruppen üblich.

Auch das Rauchen hat negativen Einfluss auf die Bedingungen im Magen, was insbesondere bei Reizmagen ein Rolle spielt.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Ärztin/der Arzt wird zuallererst ein ausführliches Anamnese-Gespräch führen. Dabei wird erörtert, welche Beschwerden vorliegen, wann diese auftreten und wie lange sie bereits bestehen. Die Ärztin/der Arzt wird zudem fragen, ob und welche Medikamente eingenommen werden, da diese mit den Beschwerden direkt in Verbindung stehen können. Auch Fragen zum Lebensstil wie z.B. Alkohol- und Zigarettenkonsum sind relevant. Darüber hinaus wird die Ärztin/der Arzt auch fragen, ob sich die Beschwerden in Verbindung mit der Nahrungsaufnahme verändern. Fragen zu Stress, Angst und Depression beleuchten die psychosomatischen Aspekte von Dyspepsie/Reizmagen.

Gastroskopie

Unter Umständen ist eine genaue Untersuchung des Magens mittels Gastroskopie erforderlich. Dabei wird ein Endoskop, das mit einem lichtsensitiven Chip ausgestattet ist, über den Rachen in die Speiseröhre bis in den Magen eingeführt. Bei der Gastroskopie können an unterschiedlichen Stellen des Magens Gewebeproben entnommen (Biopsie) werden. Der eindeutige Nachweis einer Gastritis ist nur histologisch möglich. Anhand der Biopsie, die vollkommen schmerzfrei ist, wird eine mögliche Besiedelung des Magens mit H. pylori festgestellt. Die Gastroskopie dient auch dem Ausschluss der typischen seltenen Komplikationen der Gastritis, des Ulkus und des Karzinoms des Magens.


Weitere Informationen erhalten Sie unter Gastroskopie.

Bei Verdacht auf eine autoimmune Gastritis (Typ A) kann darüber hinaus eine Blutuntersuchung stattfinden. Sie gibt Auskunft über Antikörper (gegen Intrinsic-Faktor) bzw. Vitamin-B12-Status.

Wie erfolgt die Behandlung einer Gastritis?

Wie erfolgt die Behandlung einer Gastritis?

Akute Formen der Gastritis sind meist selbstlimitierend, d.h. sie heilen bei Weglassen der auslösenden Substanz (Noxe) spontan von selbst wieder ab. Bei einer Infektion mit einem Erreger erfolgt eine erregerspezifische Therapie.

Bei chronischer Gastritis ist die Therapie von der vorliegenden Form abhängig:

  • Typ-A-Gastritis: Besteht ein Vitamin-B12-Mangel, erfolgt eine Substitution dieses Vitamins. Weitere Informationen erhalten Sie unter Cobalamin (Vitamin B12) .
  • Typ-B-Gastritis: Liegt eine Infektion mit dem Bakterium H. pylori vor, kann eventuell eine Antibiotikatherapie sinnvoll sein – eine sogenannte Eradikationstherapie. Sie erfolgt immer in Kombination mit einem Protonenpumpenhemmer (PPI). Der Therapieerfolg wird anschließend kontrolliert, meist mit einem Atemtest.
  • Typ-C-Gastritis: Bei der chemisch-toxischen Gastritis besteht die Behandlung in erster Linie darin – soweit dies möglich ist –, die auslösenden Substanzen (Noxen) wie z.B. NSAR-Schmerzmittel wegzulassen bzw. zu meiden. Bei Gallenreflux hilft die Unterstützung der Peristaltik durch sogenannte Prokinetika (z.B. Metoclopramid, Domperidon). Häufig kommen bei dieser Form der Gastritis auch Protonenpumpenhemmer (PPI) zum Einsatz, wobei ihr Nutzen nicht eindeutig belegt ist.

Unterstützend können diätologische sowie psychotherapeutische Maßnahmen zum Einsatz kommen. Darüber hinaus können pflanzliche Wirkstoffe aus u.a. Wermutkraut, Tausendguldenkraut, Fenchel, Anis, Kümmel, Kamille eine Besserung der Beschwerden bringen.

Wohin kann ich mich wenden?

Haben Sie den Verdacht, an Gastritis oder Reizmagen zu leiden, können Sie sich bezüglich Abklärung an folgende Stellen wenden:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin,
  • Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin (Spezialgebiet Gastroenterologie und Hepatologie).

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

ie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen