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Frau bei Rachenuntersuchung © Westend61

Schluckstörung (Dysphagie): Diagnose & Therapie

Schluckstörungen sollten keinesfalls als Alterserscheinung hingenommen oder gar verharmlost werden. Da sich hinter einer Schluckstörung zumeist eine andere Grunderkrankung verbirgt, sollte unbedingt eine Ärztin/ein Arzt herangezogen werden. Im Anamnese-Gespräch versucht die Ärztin/der Arzt, den allgemeinen Zustand der Patientin/des Patienten festzustellen. Wie gut kann der Speichel geschluckt werden, wie intensiv ist der Hustenreflex, wie ist die Zungenbeweglichkeit . . .

So kommt es zur Diagnose

Aufschlussreich ist zudem, ob eher das Schlucken von Flüssigkeiten oder fester Nahrung Probleme bereitet. Die Ärztin/der Arzt wird den Mund- und Rachenraum sowie Hals genau untersuchen und gegebenenfalls weiterführende Untersuchungen veranlassen.

Durch eine Beobachtung des Schluckvorgangs können Ärztinnen/Ärzte oder Logopädinnen/Logopäden oft schon erste Hinweise auf die Art der Schluckstörung erhalten.Momentaufnahmen wie z.B. ein Röntgenbild sind zu Abklärung von Schluckstörungen nur wenig aussagekräftig. Es wird mittels dynamischer Aufnahmen versucht, eine Schluckstörung sichtbar zu machen.

Videobreischluck (Kinematographie)

Eine Videokinematographie kann den Schluckakt beweglich darstellen. Dabei bekommt die Patientin/der Patient ein Kontrastmittel unterschiedlicher Konsistenz zu trinken. Zusätzlich kann ein im Röntgen sichtbarer Festkörper zum Mitschlucken verabreicht werden. Der Schluckvorgang wird mittels Röntgenkamera aus unterschiedlichen Perspektiven verfolgt.

Endoskopischer Schluckversuch

Dabei wird ein Endoskop mit dünner, schlauchförmiger Kamera über die Nase eingebracht. Der Schluckvorgang kann so gefilmt werden. Auch bei dieser Untersuchungsmethode erhält die Patientin/der Patient Flüssigkeiten unterschiedlicher Konsistenz zu trinken.

Weiterführende Untersuchungen können sein:
  • endoskopische Untersuchung mit Biopsie,
  • bildgebende Verfahren wie CT oder MRT,
  • Ultraschall (Endosonographie),
  • Manometrie (Druckmessung) des Ösophagus (bei V.a. Beweglichkeitsstörung der Speiseröhre),
  • pH-Untersuchung (bei Verdacht auf Reflux).

Therapie von Schluckstörungen

Im Mittelpunkt der Therapie steht vor allem die Behandlung der Grunderkrankung, die ursächlich mit der Schluckstörung in Verbindung steht.

Logopädie und Ernährungstherapie

Um eine funktionelle Verbesserung des Schluckvorganges zu erreichen, kann eine logopädische Therapie hilfreich sein. Dabei wird zusammen mit der Logopädin/dem Logopäden an u.a. der Körperhaltung und -spannung und am Atemverhalten gearbeitet. Es wird versucht, die am Schluckakt beteiligte Muskulatur zu verbessern. Anpassungen in der Ernährung können das Schlucken erleichtern. Insbesondere gemischte Konsistenzen (z.B. Suppe mit Nudeln) bereiten Probleme, besser sind pürierte Speisen. Bei Trinkbeschwerden helfen z.B. geschmacksneutrale Gelierhilfen, Maisstärke oder spezielle Pulver zum Andicken. Auch verschiedene Hilfsmittel wie breite Tassen oder Kerbbecher können manchmal das Schlucken erleichtern. Die herkömmlichen Schnabeltassen sind in den meisten Fällen eher ungünstig.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Ernährung im Alter: Beschwerden beim Kauen & Schlucken.

PEG-Sonde (künstliche Ernährung)

Bleiben konservative Therapiemaßnahmen ohne Erfolg, ist das Setzen eines „künstlichen Magenzugangs“ abzuwägen. Bei älteren Menschen besteht auf Dauer die Gefahr einer wiederkehrenden Aspiration, zudem ist eine bedarfsdeckende Zufuhr an Energie und Nährstoffen über die normale Ernährung (oral) nicht gewährleistet. Über eine perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG-Sonde) wird eine Nährstofflösung direkt in den Magen eingebracht.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Enterale Ernährung.

Wohin kann ich mich wenden?

Zur Abklärung von Schluckbeschwerden wenden Sie sich als erste Anlaufstelle an:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin,
  • Fachärztin/-arzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO),
  • Fachärztin/-arzt für Innere Medizin (Gastroenterologie und Hepatologie).

Weiters können bei Diagnose und Therapie beteiligt sein:

  • Logopädin/Logopäde,
  • Fachärztin/-arzt für Neurologie,
  • Fachärztin/-arzt für Chirurgie.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Schritte für Diagnose und Therapie werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB).

Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen.

Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte sowie auf der Website der Sozialversicherungsträger.

Wenn ein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist

Bei Vorliegen von Schluckstörungen ist mitunter ein Krankenhausaufenthalt erforderlich. Hierbei wird über die Krankenhauskosten abgerechnet. Von der Patientin/dem Patienten ist pro Tag ein Kostenbeitrag zu bezahlen.


Weitere Informationen erhalten Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

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