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Symbolfoto für Leber © bluebay2014

Portale Hypertension (Pfortaderhochdruck)

Die Pfortader (Vena portae) ist das Gefäß, welches das venöse Blut der Bauchorgane (Magen, Dünndarm, Teilen des Dickdarms, Pankreas, Milz) zur Leber leitet. Dort werden die Nährstoffe verstoffwechselt (Energiestoffwechsel). Aus der Leber wird das Blut über die untere Hohlvene dem rechten Herzen zugeführt . . .

In der Portalvene herrscht in der Regel ein Blutdruck zwischen drei und acht mmHg (7-14 cm H2O). Damit ist der Portalvenendruck um vier bis fünf mmHg höher als in der unteren Hohlvene, in welche das Blut der Lebervenen strömt. Als portale Hypertension versteht man somit höhere Druckwerte.

Ursachen

Die portale Hypertension (Pfortaderhochdruck) ist meist die Folge einer Leberzirrhose. Gelegentlich ist sie auf krankhafte Veränderungen der Lebergefäße oder auf eine Blockade in der Milz oder in der Portalvene zurückzuführen. Zu den schweren Komplikationen der portalen Hypertension zählen Ösophagusvarizen (ab einem Portalvenendruck über 12 mmHg) und die hepatische Enzephalopathie.

Um die Entstehung eines Pfortaderhochdrucks zu vermeiden, ist eine sofortige und anhaltende Alkoholabstinenz bzw. eine effektive Therapie anderer zugrunde liegender Lebererkrankungen notwendig. Die krankhaften Umbauvorgänge der Leber, die für die Entstehung einer Leberzirrhose bzw. des Pfortaderhochdrucks verantwortlich sind, können durch die Alkoholabstinenz gestoppt oder zumindest deutlich verlangsamt werden.

Diagnose

Der Pfortaderhochdruck verursacht selbst meist keine Beschwerden, wohl aber die daraus folgenden Komplikationen. Die gefährlichste Komplikation ist die akute Ösophagusvarizenblutung, bei der es ohne Schmerzen zu einer massiven lebensbedrohlichen Blutung aus den erweiterten Venen der Speiseröhrenschleimhaut kommen kann.

Hinweise auf das Vorliegen eines Pfortaderhochdrucks bei chronischer Leberkrankheit sind Zeichen der Kollateralisierung (Bildung von Umgehungskreisläufen des Blutes), Milzvergrößerung (Splenomegalie), Bauchwasser (Aszites) oder eine hepatische Enzephalopathie. Der Blutdruck in der Vena portae kann mittels Venenkatheter gemessen werden. Diese Untersuchung wird wegen des erhöhten Risikos meist nicht durchgeführt. Deutliche Hinweise liefern auch Ultraschall oder Computertomographie. Varizen, Blutungen und Veränderungen der Magenschleimhaut werden mithilfe einer Ösophago-Gastro-Duodenoskopie endoskopisch festgestellt.

Folgen des Pfortaderhochdrucks:

  • Es bilden sich Umgehungskreisläufe, die einen Anschluss an die obere oder untere Hohlvene unter Umgehung der Leber ermöglichen.
  • Blutungen aus Krampfadern in der Speiseröhre und im Magen, Einschränkung von Entgiftungsfunktionen sowie des Hormon-, Fremdstoff- und Arzneimittelstoffwechsels, Vergrößerung der Milz, leichte Anämie, deutlicher Mangel an weißen Blutkörperchen (Leukopenie) und Blutplättchen (Thrombopenie).
  • Bauchwassersucht (Aszites).
  • Hepatische Enzephalopathie (krankhafte Funktionsstörung des Gehirns).

Therapie, Prognose & Nachsorge

In erster Linie sollte die jeweilige Grunderkrankung (z.B. Hepatitis C, ) behandelt werden. Dabei sind alle krankmachenden Veränderungen wie Nährstoffmangel, Blutungsneigung und Risikofaktoren bezüglich Leberleistung, aber auch Herz-Kreislauf zu berücksichtigen.

Die Sterblichkeit bei einer akuten Ösophagusvarizenblutung beträgt rund 30 Prozent. Das Rezidivrisiko bei den überlebenden Patientinnen/Patienten innerhalb der nächsten zwei Jahre liegt bei 50 bis 75 Prozent. Eine endoskopische oder medikamentöse Behandlung kann das Risiko für eine neuerliche Varizenblutung vermindern. Bei Ösophagusvarizen werden Betablocker auch vorsorglich empfohlen, also noch bevor es zu Varizenblutungen gekommen ist.

Bei mangelhaftem Ansprechen kann unter Umständen eine Stent-Verbindung zwischen der portalen und der venösen Zirkulation in der Leber oder ein spezieller Shunt überlegt werden. Die Langzeitprognose wird aber durch all diese Maßnahmen nur geringfügig verbessert.
Eine Lebertransplantation kann für manche Patientinnen/Patienten hilfreich sein.

Wohin kann ich mich wenden?

Die Diagnostik und Behandlung des Pfortaderhochdrucks infolge einer Leberzirrhose sind in folgenden Einrichtungen möglich:

  • spezielle Krankenhausambulanz, z.B. hepatologische Ambulanz,
  • Kassenambulatorien mit hepatologischer Spezialambulanz,
  • im niedergelassenen Bereich: Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin mit fundierten hepatologischen Kenntnissen.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten von Diagnose und Behandlung des Pfortaderhochdrucks infolge einer Leberzirrhose werden von den Sozialversicherungsträgern übernommen. Bei bestimmten Leistungen (z.B. Medikamente, stationäre Aufenthalte) sind Kostenbeteiligungen der Patientinnen/Patienten vorgesehen. Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bitte bei Ihrem Krankenversicherungsträger, den Sie über die Website der Sozialversicherung finden.

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