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Ultraschalluntersuchung eines Fußes © endostock

Sichelfuß

Der Sichelfuß (Metatarsus adductus, Pes adductus) ist die häufigste Fehlstellung des Fußes. Sie kann angeboren oder erworben sein und ist oft mit anderen Fußfehlbildungen kombiniert. Beim Sichelfuß besteht eine sichelförmige Wölbung der Fußinnenseite. Diese Fehlbildung tritt oft an beiden Füßen auf. Sie entwickelt sich fast immer erst nach der Geburt. Frühgeborene entwickeln diese Fehlbildung interessanterweise nicht.

Bei Babys, die viel am Bauch schlafen, kommt es zu einer ähnlichen Fußstellung, die sich jedoch von selbst wieder zurückbildet. Wenn der hintere Anteil des Fußes zusätzlich nach innen kippt (Valgusstellung), wird die Fehlstellung Serpentinenfuß genannt. Fußfehlstellungen werden orthopädisch behandelt. Durch eine begleitende Physiotherapie kann Folgeschäden vorgebeugt werden.

Welche Ursachen hat der Sichelfuß?

Der Sichelfuß kann durch eine übermäßige Anspannung des Muskels, der die große Zehe zu den anderen Zehen heranführt (Musculus adductor hallucis), oder des Muskels, der unter anderem die Fußinnenseite hebt (Musculus tibialis anterior), entstehen. Als mögliche Ursache wird eine lagebedingte Zwangshaltung des Kindes in der späten Schwangerschaft diskutiert.

Wie erfolgt die Diagnose?

Um eine Diagnose stellen zu können, fragt die Ärztin/der Arzt im Anamnesegespräch nach Vorerkrankungen, betrachtet die Füße genau und führt bei älteren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eine Ganganalyse durch. Beim Sichelfuß ist bei Kindern eine Verlaufskontrolle möglich, indem wiederholt mit einem Fotokopierapparat Kopien der Fußsohle angefertigt werden. Mittels Röntgen, wenn nötig auch Ultraschall, Magnetresonanztomographie (MRT) und Computertomographie (CT) können Fehlstellungen beziehungsweise nachfolgende Gelenk-, Band- und Knochenschäden beurteilt werden.

Hinweis Sichelfüße können gemeinsam mit einer Hüftgelenksdysplasie auftreten. Eine Ultraschalluntersuchung der Hüftgelenke zum Ausschluss dieser Fehlbildung wird im Rahmen der Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen innerhalb der ersten Wochen nach der Geburt durchgeführt. Wenn Sichelfüße diagnostiziert werden und diese Untersuchung noch nicht erfolgt ist, wird sie nachgeholt.

Welche Symptome treten auf?

Fußfehlstellungen wie ein Sichelfuß können Gelenkschäden des Fußes und Gangschwierigkeiten sowie ein Ungleichgewicht von Muskeln und Gelenken im gesamten Körper verursachen. Als mögliche Folgen kann es zu Schmerzen, Muskel-, Gelenk- und in weiterer Folge Knochenschäden kommen.

Wie erfolgt die Behandlung des Sichelfußes?

Wenn die Fußrücken beim Schlafen in Bauchlage die Unterlage nicht berühren, werden sie nicht in diese Fehlstellung gedrängt. Bei Kindern, die viel am Bauch schlafen, können die Füße etwas hochgelagert werden. Dafür können z.B. Schaumstoffringe an den Fußgelenken angebracht werden.                  

Nicht jeder Sichelfuß muss behandelt werden. Oft bildet sich diese Fehlstellung wieder von selbst zurück. Für die Behandlungsmöglichkeiten ist es entscheidend, ob die Fehlstellung so beweglich (flexibel) ist, dass sie ohne Operation rückgängig gemacht werden kann. Bei einer sehr starren (rigiden) Fehlstellung ist dies nicht möglich.

Als erster Schritt einer Behandlung wird der Fuß durch die Ärztin/den Arzt in die Normalstellung gebracht (manuelle Redression) und mit einem Gips fixiert. In weiterer Folge können eine Schiene und eine Einlage angepasst werden. Wenn nötig, können beim Serpentinenfuß bestimmte Gelenkkapseln, die Mittelfußknochen verbinden, geweitet beziehungsweise Anteile von Mittelfußknochen entfernt werden (Osteotomie).

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Beschwerden an den Füßen können Sie sich an eine Fachärztin/einen Facharzt für Orthopädie wenden. Bei Fußfehlstellungen von Kindern ist die Kinderärztin/der Kinderarzt meist die erste Anlaufstelle. Diese/dieser kann bei Bedarf eine Überweisung zur Fachärztin/zum Facharzt für Kinderorthopädie ausstellen.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB).

Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.  

Heilbehelfe und Hilfsmittel wie z.B. orthopädische Einlagen müssen von der Ärztin/vom Arzt verordnet und in manchen Fällen vom zuständigen Krankenversicherungsträger bewilligt werden. Von der Versicherten/vom Versicherten ist eine Kostenbeteiligung (Selbstbehalt) vorgesehen. Nähere Informationen finden Sie unter Der Weg zu Heilbehelfen & Hilfsmitteln.

Wenn ein Krankenhausaufenthalt notwendig ist

Ist ein Krankenhausaufenthalt erforderlich, wird über die Krankenhauskosten abgerechnet. Von der Patientin/dem Patienten ist pro Tag ein Kostenbeitrag zu bezahlen. Die weitere medikamentöse Behandlung zu Hause erfolgt per Rezept durch die Allgemeinmedizinerin/den Allgemeinmediziner bzw. durch die Fachärztin/den Facharzt. Weitere Informationen erhalten Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

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