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Kleinkind mit Masern © uwimages

Masern

Die Masern (Morbilli) sind eine hochinfektiöse, gefährliche Viruskrankheit. Die Erreger gehören zur Gruppe der Myxoviren. Masern sind eine ausgesprochene Kinderkrankheit, Erwachsene erkranken in Österreich sehr selten. Ausnahmen stellen kleine Gruppen von Impfskeptikern dar, die ihre Kinder unzureichend gegen Masern und andere Infektionskrankheiten impfen lassen . . .

Übertragung & Vorbeugung

Masern sind hoch ansteckend und werden als Tröpfcheninfektion übertragen. Schon ein kurzer Kontakt über eine Entfernung von wenigen Metern genügt, um das Virus von Mensch zu Mensch zu übertragen. Eintrittspforten sind die Schleimhäute des Atmungstraktes und der Augen. Die Zeit der höchsten Infektiosität beginnt mit den ersten untypischen Krankheitszeichen (Prodromalstadium) und endet drei bis fünf Tage nach Ausbruch eines flächenhaften Hautausschlages (Exanthem).

Für alle gesunden Kinder wird die Masernimpfung (in Kombination mit Mumps und Röteln) empfohlen. Die Masernimpfung kann auch innerhalb von 72 Stunden nach Kontakt mit einer an Masernausschlag erkrankten Person als vorbeugende Schutzmaßnahme eingesetzt werden. Weitere Informationen erhalten Sie unter Impfungen sowie auf der Website www.keinemasern.at.

Hinweis Die Zeit von der Infektion bis zum Auftreten erster Krankheitszeichen beträgt neun bis zwölf Tage, bis zum Auftreten des Hautausschlages rund zwölf bis 15 Tage.

Symptome

Prodromalstadium (Vorstadium)

Die Krankheit beginnt mit Schnupfen, bellendem Husten, Bindehautentzündung und Lichtscheu, Fieber um 39 Grad Celsius und einem gedunsenen Gesicht. Am zweiten oder dritten Tag treten meist weißliche sogenannte „Koplik-Flecken“ in der Mundhöhle auf, typischerweise an der Wangenschleimhaut im Bereich der vorderen Backenzähne. In ausgeprägten Fällen kann die ganze Schleimhaut der Wangen, der Lippen und der Augenbindehaut mit dichtstehenden weißen Flecken „kalkspritzerartig“ bedeckt sein. Am weichen Gaumen tritt ein dunkelroter kleinfleckiger Ausschlag auf. Das Fieber sinkt mit der Zeit wieder ab.

Exanthemstadium (Ausschlagstadium)

Es beginnt nach drei bis fünf Tagen Prodromalstadium. Ein anfangs hellroter, später dunkel werdender Ausschlag beginnt hinter dem Ohr und breitet sich binnen weniger Stunden im Gesicht aus, ein bis zwei Tage später auch über den gesamten Körper. Die Flecken sind drei bis sechs Millimeter groß, leicht erhaben, fließen zusammen und bekommen ab dem zweiten Tag einen bläulichen Farbstich. Mit der Ausbreitung des Ausschlages steigt das Fieber abrupt wieder an, nicht selten über 40 Grad Celsius. Die Kinder sind deutlich krank, apathisch, appetitlos und weinerlich. Augenbindehaut, Kehlkopf, Luftröhre und Bronchien sind entzündet, gelegentlich tritt Durchfall auf. Die Lymphknoten am Hals sind vergrößert.

Ab dem dritten Tag geht der Ausschlag wieder zurück. Bei unkomplizierten Verläufen sinkt gleichzeitig das Fieber ab, die Kinder erholen sich erstaunlich rasch. Zurückbleibende bräunliche Flecken und kleieförmige, feine Schuppung sind manchmal noch bis zu zwei Wochen lang zu sehen.

Besondere Verlaufsformen

In Mitteleuropa erkranken Säuglinge normalerweise nicht vor dem sechsten bis achten Lebensmonat, weil sie im Mutterleib einen „Nestschutz“ bekommen haben. Wenn die Mutter noch keine Masern hatte bzw. nicht geimpft ist, können jedoch bereits Neugeborene und junge Säuglinge erkranken. Abgeschwächte Verlaufsformen („mitigierte“ Masern) kommen bei Kindern vor, die vor oder kurz nach der Infektion Antikörper (Immunglobuline) erhalten haben, aber auch bei Säuglingen mit abklingendem Nestschutz.

Diagnose & Therapie

Die Ärztin/der Arzt stellt meist anhand des typischen Erscheinungsbildes fest, ob das Kind tatsächlich Masern hat. Die Sicherung der Diagnose kann mittels Laboruntersuchung erfolgen.

Hinweis Verwechslungen mit Röteln, Scharlach oder allergischen Hautausschlägen sind möglich.

Eine Behandlung gegen das Masernvirus gibt es nicht. In unkomplizierten Fällen werden fiebersenkende und hustenstillende Medikamente eingesetzt sowie ausreichende Flüssigkeitszufuhr empfohlen. Masernpneumonie und -otitis müssen antibiotisch behandelt werden. Bei Masernenzephalitis kann nur beschwerdelindernd vorgegangen werden.

Komplikationen

Die häufigsten Komplikationen sind Lungen- und Mittelohrentzündung (Masernpneumonie und -otitis). Mit einer Masernenzephalitis (Gehirnentzündung) ist bei Kleinkindern in einem von etwa 15.000 Fällen, bei Schulkindern in einem von etwa 2.000 Fällen zu rechnen. Jedes fünfte betroffene Kind stirbt, bei zehn bis 30 Prozent kommt es zu bleibenden schweren Folgeschäden.

Die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) tritt mit einer Verzögerung von fünf bis zehn Jahren auf und gilt als unheilbare „Slow-Virus“-Maserninfektion mit unaufhaltbarem Abbau der weißen Hirnsubstanz, die langsam zum Tode führt. Sie kommt bei einer von 5.000 bis 10.000 Infektionen vor. Masern führen zu einer deutlich verminderten Widerstandskraft gegenüber vielen Infektionskrankheiten, z.B. Tuberkulose.

Wohin kann ich mich wenden?

Sobald erste Krankheitszeichen auftreten, sollten Sie mit Ihrem Kind eine Ärztin/einen Arzt für Allgemeinmedizin oder Kinder- und Jugendheilkunde aufsuchen.

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