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3d Illustration der Leber © PIC4U

Autoimmunhepatitis

Bei einer Autoimmunhepatitis (AIH) werden Leberzellen vom eigenen Immunsystem angegriffen. Daraus resultiert eine Leberentzündung (Hepatitis). Von AIH betroffen sind etwa 17 von 100.000 Einwohnerinnen/Einwohnern. Sie ist demnach für rund zehn bis 20 Prozent aller chronischen Lebererkrankungen verantwortlich. Frauen erkranken etwa viermal häufiger als Männer – und zwar v.a. in der Pubertät und in den Wechseljahren. Etwa jede zweite Neuerkrankung tritt bei jungen Menschen unter 30 Jahren auf.

Ursachen & Symptome

Das Immunsystem greift Leberzellen an, weil es nicht mehr zwischen „fremd“ und „eigen“ unterscheiden kann. Die genauen Entstehungsursachen sind nicht bekannt, es dürften jedoch eine erbliche Veranlagung sowie verschiedenste Auslöser wie z.B. Giftbelastungen, Infektionen oder Schwangerschaften zusammenwirken. AIH ist nicht ansteckend. 

In seltenen Fällen kann die Autoimmunhepatitis ein akutes Leberversagen mit mehr oder weniger totalem Ausfall der Leberfunktionen auslösen. Die ersten erkennbaren Krankheitszeichen sind meist Gelbsucht, Blutgerinnungs- und Bewusstseinsstörungen. Mehrheitlich führt AIH jedoch als chronische Krankheit letztendlich zur Zirrhose. Dabei treten häufig über lange Zeit keine oder nur unspezifische Symptome auf. Dazu gehören u.a.:

  • Müdigkeit,
  • Appetitmangel,
  • Übelkeit,
  • Erbrechen,
  • Widerwillen gegen fette Speisen und Alkohol,
  • Durchfall
  • Schwindel
  • Bauch- und Kopfschmerzen,
  • Fieber,
  • heller Stuhl,
  • dunkler Urin,
  • Gelbfärbung der Haut/Augen (Gelbsucht),
  • Entzündungen von Schilddrüse, Gefäßen, Dickdarm, Brustfell, Haut,
  • Anämie

Diagnose

Bei mildem Verlauf wird die Erkrankung häufig zufällig entdeckt. Die Diagnose wird v.a. durch Laborbefunde gestellt. Als Zeichen einer eingeschränkten Leberfunktion sind meist die Transaminasen (v.a. GOT, GPT) deutlich erhöht. In diesen Fällen müssen zunächst andere Lebererkrankungen ausgeschlossen werden.

Weiters können im Blut bestimmte Autoantikörper (z.B. ANA, p-ANCA oder SMA) messbar sein. Diese allein können aber eine AIH weder beweisen noch ausschließen. Wichtig ist eine Leberpunktion, weil sich hier oft sehr typische Zellveränderungen erkennen lassen. Das Ansprechen auf eine immunsuppressive Therapie kann in Zweifelsfällen ebenfalls einen wichtigen Hinweis liefern. 

Therapie

In der Regel kommen Immunsuppressiva zum Einsatz – etwa Glukokortikoide (z.B. Predniso(lo)n, Budesonid) und Azathioprin. Durch die Behandlung kann die Krankheitsaktivität dauerhaft reduziert werden. Meistens ist eine langfristige Medikamenteneinnahme notwendig, um ein erneutes Auftreten der AIH zu vermeiden. Schreitet die Krankheit dennoch voran und entsteht eine Zirrhose mit Komplikationen, kann eine Lebertransplantation erforderlich sein.  

Prognose

Leichte Formen der Erkrankung können sich spontan zurückbilden, die Prognose ist auch ohne medikamentöse Therapie gut. Ein Großteil der auf die Therapie ansprechenden Patientinnen/Patienten besitzt eine nahezu normale Lebenserwartung. Bei manchen Betroffenen zeigt die Therapie jedoch keine Wirkung, und es besteht ein erhöhtes Risiko für eine Leberzirrhose. Sie haben entweder die Möglichkeit, sich im Rahmen von Studien behandeln zu lassen oder sich für eine Lebertransplantation zu entscheiden.

Wohin kann ich mich wenden?

Aufgrund der Vielgestaltigkeit von Autoimmunerkrankungen sind für die Diagnose und Therapie – je nach betroffener Körperstruktur – Fachärztinnen/Fachärzte verschiedener Fachrichtungen zuständig, z.B. Interne Medizin, Gastroenterologie, Endokrinologie, Rheumatologie, Ophthalmologie etc.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

Ist zur Behandlung ein Krankenhausaufenthalt erforderlich, wird über die Krankenhauskosten abgerechnet. Von der Patientin/dem Patienten ist pro Tag ein Kostenbeitrag zu bezahlen. Die weitere medikamentöse Behandlung zu Hause erfolgt per Rezept durch die Allgemeinmedizinerin/den Allgemeinmediziner, die Fachärztin/den Facharzt für Dermatologie und Venerologie bzw. durch die Fachärztin/den Facharzt für Innere Medizin.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

 

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