Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Teddybär mit Fieberthermometer © Fotowerk

Fieber

Als Fieber gilt eine rektal gemessene Körpertemperatur von mehr als 38,0 Grad Celsius. Fieber ist keine Krankheit, sondern eine natürliche und sinnvolle Abwehrreaktion des Körpers auf einen Infekt. Durch die Erhöhung der Körpertemperatur können bakterielle oder virale Krankheitserreger schneller unschädlich gemacht werden. Nicht jeder fieberhafte Infekt muss zwingend behandelt werden. Spezielle Vorsicht ist allerdings bei Säuglingen bis zum dritten Lebensmonat geboten . . .

Therapie

Ein fieberhafter Infekt muss dann behandelt werden, wenn er mit einer starken Beeinträchtigung des Allgemeinzustandes wie z.B. Kopfschmerzen, Übelkeit, Schmerzen, Unwohlsein oder starker Abgeschlagenheit verbunden ist oder das Fieber den Kreislauf belastet.

Allgemeine Maßnahmen:

  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig. Ein gesundes Kind mit einem Körpergewicht von zehn Kilogramm sollte einen Liter Flüssigkeit/24 Stunden trinken, ein Kind mit 20 Kilogramm 1,5 Liter. Fieber, Erbrechen und Durchfall verursachen einen noch höheren Flüssigkeitsbedarf.
  • Auf eine leichte, appetitanregende Ernährung ist zu achten. Fiebernde Kinder haben oft wenig Appetit. Dies ist aber nicht automatisch ein Grund zur Sorge.
  • Übermäßige Anstrengungen (Sport) sind zu vermeiden, Ruhe und – sofern das Kind dazu bereit ist – Bettruhe sind empfehlenswert.
  • Bei Schüttelfrost sollte der Körper durch warme Kleidung oder Decken warm gehalten werden. Zusätzlich sollten warme Getränke zugeführt werden.

Fiebersenkung mit Hausmitteln:

  • Wadenwickel: Sie sind für Kinder ab sechs bis zwölf Monaten geeignet. Wichtig: Abkühlende Wickel dürfen nur angewendet werden, wenn das Kind richtig „glüht“ – keinesfalls bei kalten Händen und Füßen, Frieren oder Schüttelfrost! Befeuchten Sie zwei kleinere Handtücher mit lauwarmem (kein kaltes!) Wasser (ev. mit zwei Esslöffeln Zitronensaft oder Obstessig). Wickeln Sie um jeden Unterschenkel ein nasses und darüber ein etwas größeres trockenes Tuch. Lassen Sie die Wadenwickel für ca. zehn Minuten an den Beinen, danach die Wickel ein- bis zweimal erneuern, anschließend Fieber messen. Die Körpertemperatur soll während der Wadenwickel um max. ein Grad Celsius absinken. Anschließend eine dreistündige Pause einhalten, bevor die Prozedur – sofern erforderlich – wiederholt wird.

Achtung! Bei kleinen Kindern sollten Sie zwischendurch öfter die Temperatur messen. Meist reichen schon zehn Minuten Wadenwickel, da die Kleinen sonst zu sehr auskühlen.

  • Pulswickel: Sie werden meist an Hand- und Fußgelenken angelegt, wirken mild fiebersenkend und sind bereits für junge Säuglinge geeignet. Sie. Die Anwendung erfolgt wie bei den Wadenwickeln beschrieben, nur mit wesentlich kleineren Tüchern (z.B. Taschentüchern). Zum Fixieren können beispielsweise Pulswärmer oder Söckchen mit abgeschnittenem Fußteil verwendet werden.
  • Schweißtreibende Mittel: z.B. warmer Tee aus Fliederblüten, Schwarzem Holunder oder Linden- und Kamillenblüten.

Medikamentöse Fiebersenkung:

Fiebersenkende Mittel (Antipyretika) sollten nur bei Bedarf eingesetzt werden. Verwendet werden vor allem Ibuprofen, Paracetamol und Naproxen, meist als Saft oder Zäpfchen.

Hinweis Aspirin (Acetylsalicylsäure) sollte Kindern nicht gegeben werden, weil es in diesem Alter Leber- und Gehirnschädigungen verursachen kann. Bei der Anwendung von Paracetamol sollte eine Überdosierung unbedingt vermieden werden.

Informationen finden Sie auch unter Notfall – Fieber, Fieberkrampf.

Wohin kann ich mich wenden?

  • Fiebernde Säuglinge im ersten Lebensmonat sollten direkt in ein Krankenhaus gebracht werden.
  • Weniger als drei Monate alte fiebernde Säuglinge müssen unverzüglich von einer Ärztin/einem Arzt für Allgemeinmedizin oder Kinder- und Jugendheilkunde untersucht werden.
  • Bei älteren Säuglingen und Kindern richtet sich die Dringlichkeit einer ärztlichen Untersuchung nach dem Allgemeinzustand und nicht danach, wie lange das Fieber schon besteht.

Grundsätzlich sollten fiebernde Kinder dann ärztlich versorgt werden, wenn sie jünger als ein Jahr sind, das Fieber über 39,5 Grad Celsius steigt, länger als zwei Tage anhält und bei jeder raschen Verschlechterung des Zustandes. Weiters sollte eine Ärztin/ein Arzt konsultiert werden, wenn ein Fieberkrampf auftritt oder Durchfall, Erbrechen, Hautausschlag, Gelenkbeschwerden, Atemnot, starke Kopfschmerzen oder Benommenheit hinzukommen.

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse