Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Toilettenpapier © BillionPhotos.com

Chronischer Durchfall

Von chronischem Durchfall spricht man, wenn dieser mehr als 14 Tage anhält. Hinter chronischen Durchfällen können sich sowohl relativ harmlose Ursachen als auch schwerwiegende Erkrankungen verbergen. Eine Abklärung durch die Kinderärztin/den Kinderarzt ist daher unbedingt erforderlich. Der wesentlich seltenere chronische Durchfall mit mehr als zweiwöchiger Dauer ist meist auf eine organische Erkrankung (z.B. Diabetes mellitus oder Schilddrüsenüberfunktion) oder eine Störung des Immunsystems (z.B. chronisch entzündliche Darmerkrankung) zurückzuführen . . .

Ursachen

Unter anderem können folgende Erkrankungen zu chronischem Durchfall führen:

  • Reizdarm-Syndrom (nervöser Darm, Reizkolon, Colon irritabile): Das Reizdarm-Syndrom gehört zu den häufigsten Verdauungsproblemen überhaupt. Die genauen Ursachen sind nicht bekannt. Häufig treten Bauchschmerzen, Völlegefühl und Blähungen sowie abwechselnd Verstopfung und Durchfall auf. Ein Wechsel der Stuhlbeschaffenheit ist oft mit krampfartigen Schmerzen verbunden. Die Beschwerden bessern sich nach dem Stuhlgang. Durchfälle treten hauptsächlich am Morgen auf.

  • Zöliakie: Zöliakie ist eine Resorptionsstörung im Darm aufgrund einer Nahrungsmittelunverträglichkeit gegen verschiedene Getreideeiweiße. Meist treten die Symptome der Zöliakie erst auf, wenn Kleinkinder von der reinen Milchernährung auf getreidehaltige Nahrung umgestellt werden – also etwa ab dem 5. und 7. Lebensmonat. Ursache ist eine Überempfindlichkeit gegen das Klebereiweiß (Gluten), das in vielen Getreidesorten enthalten ist und – möglicherweise durch eine allergische Reaktion – die Dünndarmschleimhaut schädigt. Der Darm kann dann die Nährstoffe nicht mehr richtig aufnehmen (resorbieren). Die Kinder leiden unter Gedeihstörungen, Blutarmut, übelriechenden gelblichen Durchfällen und Blähungen. Weitere Informationen finden Sie unter Ernährung von Säuglingen (Beikost-Einführung) und Glutenunverträglichkeit.

  • „Toddlers Diarrhoe“: „Toddlers Diarrhoe“ tritt meistens im späten Säuglingsalter bis Kleinkindalter auf (6–36 Monate). Typisch ist das Auftreten von drei oder mehr Durchfallstühlen ausschließlich tagsüber bei normalem Gedeihen und dem Fehlen von weiteren Beschwerden. Die Stühle normalisieren sich spätestens bis zum Beginn des Schulalters.

Durchfall als Symptom anderer Krankheiten:

  • Lebensmittelallergien: z.B. gegen Meeresfrüchte, Erdbeeren, Getreide, Nüsse, Kuhmilch,
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten: z.B. Laktoseintoleranz,
  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen: z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa,
  • Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse oder der Gallenblase,
  • Diabetes mellitus,
  • Schilddrüsenüberfunktion.

Diagnose & Therapie

Bei anhaltenden Durchfällen ist eine exakte Abklärung möglicher Ursachen durch die Kinderärztin/den Kinderarzt erforderlich. Neben einem ausführlichen Gespräch mit den Eltern ist eine genaue Untersuchung des Kindes notwendig. Gegebenenfalls werden weiterführende Untersuchungen durchgeführt. Die Behandlung eines Kindes mit chronischem Durchfall richtet sich nach der auslösenden Ursache.

Wohin kann ich mich wenden?

Für die Diagnose und Therapie einer chronischen Durchfallerkrankung im Säuglings- und Kindesalter ist die Ärztin/der Arzt für Kinder- und Jugendheilkunde zuständig.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten für die Diagnose und Therapie einer chronischen Durchfallerkrankung bei Kindern werden von den Sozialversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab.

Nur bei Inanspruchnahme einer Wahlärztin/eines Wahlarztes (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) werden die Kosten nicht direkt verrechnet. In diesem Fall bezahlen Sie den anfallenden Betrag direkt an die Ärztin/den Arzt und reichen die Rechnung bei Ihrem zuständigen Krankenversicherungsträger ein. Es werden Ihnen maximal 80 Prozent des Tarifs, den eine Vertragsärztin/ein Vertragsarzt bzw. ein Vertragsambulatorium mit dem Krankenversicherungsträger verrechnet, rückvergütet.

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse