Herzinsuffizienz (Herzschwäche)
Inhaltsverzeichnis
Hinweis
Die nachfolgenden Informationen beziehen sich in erster Linie auf die chronische Herzschwäche.
Was ist eine Herzschwäche?
Eine Herzschwäche ist eine Erkrankung, bei der es das Herz nicht schafft, den Körper mit der erforderlichen Blutmenge zu versorgen. Das kann daran liegen, dass die Pumpkraft des Herzens vermindert ist oder sich das Herz nicht richtig mit Blut füllen kann.
Als Folge der Herzschwäche erhalten Organe, Muskeln und anderes Gewebe weniger Sauerstoff und Nährstoffe. Dadurch können sie ihre Aufgaben nicht mehr so gut erfüllen. Zudem kann in den Gefäßen ein Rückstau von Blut entstehen, wodurch sich Flüssigkeit im Körper ansammelt. Um die Herzschwäche auszugleichen, werden im Körper verschiedene Regulationssysteme aktiviert, die letztlich die Herzschwäche aber verstärken.
Zu Beginn kann der Körper eine Herzschwäche meist ausgleichen, ohne dass Symptome erkennbar sind. Eine Herzschwäche bleibt daher anfangs oft unbemerkt. Mit der Zeit kommt es jedoch zu einer zunehmenden Schädigung und Schwächung des Herzens, sodass es immer schlechter arbeiten kann.
Normale Herzfunktion & Herzschwäche
Die eigentliche Pumparbeit des Herzens leistet der Herzmuskel. Er bildet die Wand des Herzens. Durch regelmäßiges Zusammenziehen und Entspannen der unzähligen Muskelzellen wird ununterbrochen Blut durch den Kreislauf gepumpt. Mehr zum Thema: Herz, Kreislauf & Gefäße: Basis-Info
Ein gesundes Herz kann die Pumpleistung an den Bedarf des Körpers anpassen. Bei erhöhter körperlicher Aktivität, z.B. beim Treppensteigen oder Sport, benötigen die Muskeln mehr Sauerstoff. Das Herz muss effizienter und schneller pumpen. Bei einer Herzschwäche ist das Herz dazu nicht in der Lage.
Wie häufig ist eine Herzschwäche?
In Europa haben ein bis zwei von 100 erwachsenen Personen eine symptomatische Herzschwäche. Männer und Frauen sind etwa gleich oft betroffen.
Eine Herzschwäche kann sich in jedem Alter entwickeln, kommt aber mit zunehmendem Alter deutlich öfter vor. Mehr als zehn von 100 Personen über 70 Jahre haben eine Herzschwäche.
Welche Ursachen hat eine Herzschwäche?
Eine Herzschwäche entsteht meist als Folge einer oder mehrerer Erkrankungen, die den Herzmuskel schädigen. Die häufigsten Ursachen sind:
- Langjähriger Bluthochdruck: Ist der Blutdruck zu hoch, muss das Herz stärker arbeiten, um das Blut durch den Körper zu pumpen. Dadurch wird der Herzmuskel dicker. Im Laufe der Zeit kann sich der Herzmuskel versteifen, oder die Herzkammern erweitern sich. Die Pumpleistung des Herzens nimmt ab.
- Koronare Herzkrankheit, kurz KHK: Dabei sind die Blutgefäße, die das Herz mit Blut versorgen, verengt. Der Herzmuskel erhält nicht genug Sauerstoff, vor allem bei körperlicher Aktivität. Seine Pumpleistung vermindert sich. Eine KHK kann zu einem Herzinfarkt führen. Dabei verstopft eines der Blutgefäße plötzlich vollständig. Dadurch werden Teile des Herzmuskels gar nicht mehr durchblutet und sterben ab.
- Herzklappenfehler: Wenn eine Herzklappe nicht richtig funktioniert, hat dies verschiedene gesundheitliche Auswirkungen. Es kann z.B. ein erhöhter Druck oder ein erhöhtes Blutvolumen im Herzen entstehen. Durch diese Belastungen nimmt die Pumpleistung ab.
Hinweis
Bluthochdruck, KHK und Herzklappenfehler sind - alleine oder in Kombination - für 80 bis 90 von 100 Fällen einer Herzschwäche verantwortlich.
Weitere Ursachen & Risikofaktoren
Daneben gibt es weitere Erkrankungen und Lebensstilfaktoren, die das Risiko für eine Herzschwäche erhöhen können. Zum Beispiel:
- Angeborene bzw. genetisch bedingte Herzmuskelerkrankungen: Dazu zählen verschiedene Erkrankungen, bei denen sich die Struktur des Herzmuskelgewebes verändert.
- Entzündungen des Herzmuskels, sogenannte Myokarditis
- Herzrhythmusstörungen, z.B. Vorhofflimmern
- Akutes Nierenversagen
- Chronische Nierenkrankheit
- Diabetes Typ 2
- Starkes Übergewicht
- Bewegungsmangel
- Rauchen
- Übermäßiger Alkoholkonsum
- Drogenkonsum
- Bestimmte Arzneimittel, z.B. Chemotherapie
Welche Formen der Herzschwäche gibt es?
Eine Herzschwäche ist eine komplexe Erkrankung, und Fachleute unterscheiden verschiedene Formen. Die Unterscheidung erfolgt nach mehreren Kriterien. Dazu zählen z.B. die Unterscheidung nach dem Verlauf und nach der betroffenen Herzhälfte.
Unterscheidung nach Verlauf
- Chronische Herzschwäche: Wenn sich eine Herzschwäche langsam, über Jahre hinweg entwickelt, spricht man von einer chronischen Herzschwäche.
- Akute Herzschwäche: Wenn eine Herzschwäche plötzlich auftritt, spricht man von einer akuten Herzschwäche. Das ist ein medizinischer Notfall. Ursache kann z.B. ein Herzinfarkt, bestimmte Herzrhythmusstörungen oder eine Lungenembolie sein. Eine akute Herzschwäche kann auch als Folge einer chronischen Herzschwäche auftreten, die sich plötzlich verschlechtert. In diesen Fällen sprechen Fachleute von einer dekompensierten Herzinsuffizienz.
Unterscheidung nach betroffener Herzhälfte
- Linksherzschwäche: Die linke Herzkammer pumpt sauerstoffreiches Blut in den Körper. Wenn das nicht mehr richtig funktioniert, ist der Körper unterversorgt. Zunächst nur bei Belastung, in fortgeschrittenem Stadium auch in Ruhe. Gleichzeitig staut sich das Blut in die Lunge zurück. Die Linksherzschwäche ist die häufigste Form der Herzschwäche.
- Rechtsherzschwäche: Die rechte Herzkammer pumpt sauerstoffarmes Blut, das von den Organen, Muskeln und anderen Geweben zurückfließt, in die Lungen. Wenn das nicht mehr richtig funktioniert, staut sich das Blut in die Venen des Körpers zurück. Eine Rechtsherzschwäche tritt selten alleine auf, sie ist meistens Folge einer Linksherzschwäche.
- Globale Herzschwäche: Dabei sind beide Herzhälften geschwächt. Die Betroffenen können gleichzeitig unter den Beschwerden einer Links- und Rechtsherzschwäche leiden.
Eine weitere Form der Einteilung ist die Unterscheidung nach der Auswurfleistung des Herzens. Sie spielt eine wichtige Rolle bei der Auswahl der geeigneten Medikamente.
Hinweis
Welche Form der Erkrankung jeweils vorliegt, stellt die Ärztin oder der Arzt im Zuge der Diagnostik fest. Die Unterscheidung ist wichtig, damit die Behandlung daran angepasst werden kann.
Welche Symptome können bei einer Herzschwäche auftreten?
Bei einer Herzschwäche können verschiedene Symptome auftreten. Typisch sind vor allem:
- Leistungsminderung: verminderte körperliche Belastbarkeit, Müdigkeit, Abgeschlagenheit.
- Kurzatmigkeit oder Atemnot: zunächst nur bei körperlicher Belastung, später auch bei leichteren Tätigkeiten oder in Ruhe. Die Atemnot verstärkt sich oft im Liegen, Betroffene benötigen zum Schlafen mitunter mehrere Kopfpölster.
- Wassereinlagerungen, sogenannte Ödeme: anfangs vor allem in den Füßen, Knöcheln oder Beinen, später auch z.B. im Bauch oder Gesicht.
- Gewichtszunahme infolge der Wassereinlagerungen
- Wassereinlagerung im Lungenspalt, sogenannter Pleuraerguss
Weitere mögliche Beschwerden sind z.B.:
- Benommenheit, Schwindel
- schneller Herzschlag, auch in Ruhe
- vermehrtes Wasserlassen während der Nacht
- Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
- Husten
- Appetitlosigkeit, Völlegefühl
- Veränderungen der Haut, z.B. Kälte, Blässe, feucht-kalte Haut
- bei fortgeschrittener Herzschwäche Gewichtsabnahme
Hinweis
Die möglichen Symptome bei einer Herzschwäche sind vielfältig. Sie hängen unter anderem davon ab, um welche Form der Herzschwäche es sich handelt, wodurch sie ausgelöst wird und wie schwer sie ausgeprägt ist.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Die Ärztin oder der Arzt führt zunächst eine ausführliche Anamnese durch. Dabei klärt sie oder er ab, ob der Verdacht auf eine Herzschwäche besteht und ob Krankheiten oder Risikofaktoren vorliegen, die zu einer Herzschwäche führen können.
Zudem führt die Ärztin oder der Arzt eine körperliche Untersuchung durch. Dabei werden z.B. Herz und Lunge abgehört, Beine und Füße auf mögliche Wasseransammlungen untersucht, der Bauch abgetastet etc. Um die Diagnose einer Herzschwäche zu sichern und die Form der Erkrankung festzustellen, veranlasst die Ärztin oder der Arzt in der Regel zudem
- ein EKG,
- eine Blutabnahme: Dabei werden unter anderem das Blutbild sowie z.B. die Elektrolyte, der Kreatininwert, der Blutzuckerwert, die Leberwerte etc. bestimmt. Damit erhält die Ärztin oder der Arzt Hinweise auf zugrunde liegende oder begleitende Erkrankungen. Zudem ist unter anderem das sogenannte natriuretische Peptid, kurz BNP, von Bedeutung. Ist der Wert normal, ist eine Herzschwäche unwahrscheinlich. Ein stark erhöhter Wert spricht für eine Herzschwäche;
- eine Ultraschalluntersuchung des Herzens,
- eine Ultraschalluntersuchung der Lunge.
Unter Umständen können weitere Untersuchungen erforderlich sein, z.B. um die Herzfunktion genauer zu beurteilen oder um die Ursache der Herzschwäche zu erkennen. Mögliche Schritte sind unter anderem ein Herz-Lungen-Röntgen, CT, MRT, Koronarangiographie, Lungenfunktionstest, Belastungs-EKG oder nuklearmedizinische Verfahren.
Bestimmung von Form bzw. Schweregrad
Wenn die Ärztin oder der Arzt die Diagnose einer Herzschwäche gestellt hat, bestimmt sie oder er auch Form und Schweregrad der Erkrankung. Dabei spielt vor allem die Auswurfleistung des Herzens eine Rolle, d.h. wie viel Blut das Herz durch den Körper pumpt. Ein Maß für die Auswurfleistung ist die sogenannte Ejektionsfraktion, kurz: EF. Bei einem gesunden Herzen beträgt die EF der linken Herzkammer 50 Prozent oder mehr. Der Wert kann z.B. mithilfe eines Herzultraschalls bestimmt werden. Die European Society of Cardiology teilt die Herzschwäche anhand der Auswurfleistung bzw. der EF der linken Herzkammer in folgende Formen ein:
- Herzschwäche mit erhaltener Auswurfleistung, kurz HFpEF: Die EF beträgt 50 Prozent oder mehr. Der Herzmuskel pumpt zwar noch kräftig, ist aber zu steif. Er kann sich nicht genug ausdehnen, und die Herzkammern füllen sich nicht richtig mit Blut. Fachleute sprechen auch von einer diastolischen Herzinsuffizienz.
- Herzschwäche mit leicht verminderter Auswurfleistung, kurz HFmrEF: Die EF beträgt zwischen 41 und 49 Prozent. Dies ist ein Übergangsstadium.
- Herzschwäche mit verminderter Auswurfleistung, kurz HFrEF: Die EF beträgt 40 Prozent oder weniger. Der Herzmuskel kann nicht mehr genug Blut durch den Körper pumpen, er ist zu schwach. Fachleute sprechen auch von einer systolischen Herzinsuffizienz.
Eine weitere Form der Einteilung orientiert sich daran, wie stark die Leistungsfähigkeit der oder des Betroffenen eingeschränkt ist. Fachleute sprechen von der sogenannten NYHA-Klassifikation der New York Heart Association. Demnach werden folgende Schweregrade unterschieden:
- NYHA I: Betroffene können alltägliche Aktivitäten ohne wesentliche Einschränkung bewältigen.
- NYHA II: Die körperliche Aktivität ist leicht eingeschränkt. Das heißt, stärkere körperliche Belastung, z.B. Treppensteigen oder Bergaufgehen, führt zu Atemnot, Herzklopfen oder allgemeiner Erschöpfung. In Ruhe bestehen keine Beschwerden.
- NYHA III: Die körperliche Aktivität ist deutlich eingeschränkt. Schon geringe körperliche Belastung, z.B. Gehen, führt zu Atemnot, Herzklopfen oder allgemeiner Erschöpfung. In Ruhe bestehen keine Beschwerden.
- NYHA IV: Jede körperliche Tätigkeit löst Beschwerden aus. Die Beschwerden können auch schon in Ruhe bestehen.
Welche Folgen kann eine Herzschwäche haben?
Eine Herzschwäche kann zahlreiche gesundheitliche Probleme nach sich ziehen. Zu den möglichen Folgen und Komplikationen zählen unter anderem:
- Akute Herzschwäche: Eine chronische Herzschwäche kann sich plötzlich verschlechtern und zu akuten Beschwerden führen, z.B. zu starker Atemnot auch in Ruhe.
- Herzrhythmusstörungen: Sie können sowohl Ursache als auch Folge einer Herzschwäche sein.
- Bildung von Blutgerinnseln und dadurch Risiko für z.B. Lungenembolie, Venenthrombose, Schlaganfall.
- Chronische Nierenkrankheit: Eine Herzschwäche kann eine chronische Nierenkrankheit verursachen oder verschlimmern. Grund ist die verminderte Durchblutung der Nieren.
- Schlecht heilende Wunden an den Unterschenkeln.
- Lungenentzündung.
- Wassereinlagerungen in der Lunge, sogenanntes Lungenödem. Dies ist ein medizinischer Notfall, bei dem es unter anderem zu Husten und Erstickungsanfällen kommen kann.
Die Erkrankung kann zudem die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Viele Betroffene leiden z.B. an Schlafstörungen oder Depressionen, da sie ihren Lebensalltag aufgrund der körperlichen Einschränkungen nicht mehr bewältigen können.
Warnzeichen einer akuten Komplikation
Bei einer akuten Verschlechterung des Gesundheitszustandes ist rasche medizinische Hilfe wichtig. Warnzeichen können unter anderem sein:
- starke Atemnot bis hin zur Erstickungsangst,
- starke Atemnot, die sich nur beim aufrechten Sitzen bessert,
- sehr schnelle Atmung,
- plötzlich einsetzende starke Schmerzen in der Brust oder im Rücken,
- Blässe, kalte Gliedmaßen, Schwitzen,
- Angst, Unruhe, Verwirrung,
- Schwindel, getrübtes Bewusstsein, Ohnmacht.
Wählen Sie den Notruf 144, wenn Sie solche Beschwerden bei sich oder jemand anderem feststellen.
Wie verläuft eine Herzschwäche?
Wie eine Herzschwäche verläuft, hängt von verschiedenen Faktoren ab, z.B. von der Ursache. Wenn die Ursache behandelt werden kann, lässt sich manchmal auch die Herzschwäche beheben. Zudem kann eine Herzschwäche mit der richtigen Behandlung mitunter lange Zeit gut kontrolliert werden. Das heißt, das Fortschreiten der Erkrankung wird verlangsamt, die Symptome werden gelindert und die Lebensqualität wird verbessert. Es gibt aber auch Betroffene, bei denen sich die Herzfunktion schnell verschlechtert.
Im Allgemeinen lässt sich sagen: Eine Herzschwäche ist eine ernste chronische Erkrankung, die das Leben verkürzen kann. Bei den meisten Betroffenen wird das Herz mit der Zeit immer schwächer. Mit der entsprechenden Behandlung lässt sich die Lebenserwartung aber oft deutlich erhöhen.
Wie erfolgt die Behandlung einer Herzschwäche?
Die Behandlung einer Herzschwäche umfasst mehrere Maßnahmen. Sofern es möglich ist, wird die auslösende Ursache behandelt. Dazu zählt z.B. die Behandlung eines bestehenden Bluthochdrucks, einer koronaren Herzkrankheit, eines Herzklappenfehlers, einer Stoffwechselstörung etc. Damit kann unter Umständen eine Heilung der Herzschwäche erzielt oder die Beschwerden können langfristig verbessert werden.
Zudem stehen zur Behandlung einer Herzschwäche verschiedene Medikamente zur Verfügung, die das Herz entlasten.
Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichend helfen, kann die Ärztin oder der Arzt Eingriffe oder Operationen vorschlagen. Es können z.B. Geräte ins Herz eingesetzt werden, die die Herzfunktion unterstützen oder ein plötzliches Herzversagen verhindern. Als letzte Therapieoption kommt unter Umständen eine Herztransplantation infrage.
Mehr zum Thema: Herzinsuffizienz: Behandlung
Was kann ich bei einer Herzschwäche selbst tun?
Personen mit einer Herzschwäche können selbst einen Beitrag dazu leisten, das Herz zu entlasten und die Beschwerden der Erkrankung zu lindern. Wichtig ist zum Beispiel, sich genau an den Therapieplan zu halten und auf einen gesunden Lebensstil zu achten.
Mehr zum Thema: Herzinsuffizienz: Was kann ich selbst tun?
Wie kann einer Herzschwäche vorgebeugt werden?
Zur Vorbeugung einer Herzschwäche spielt ein gesunder Lebensstil eine wesentliche Rolle. Dazu zählt z.B.:
- ausgewogene Ernährung,
- normales Körpergewicht,
- regelmäßige Bewegung,
- wenig bzw. kein Alkohol,
- nicht Rauchen.
Mehr zum Thema: Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Vorbeugung
Darüber hinaus ist es wichtig, mögliche Auslöser einer Herzschwäche frühzeitig zu erkennen, z.B. Bluthochdruck, KHK, Diabetes. Dann können sie entsprechend behandelt werden, bevor das Herz geschädigt wird.
Wohin kann ich mich wenden?
Für die Abklärung und die Behandlung einer Herzschwäche wenden Sie sich an eine Fachärztin oder einen Facharzt für Kardiologie. Die erste Anlaufstelle kann auch eine Ärztin oder ein Arzt für Allgemeinmedizin oder eine Primärversorgungseinrichtung (PVE) sein.
Bei gesundheitlichen Problemen können Sie sich an die telefonische Gesundheitsberatung 1450 wenden. Bei starken oder bedrohlichen Beschwerden rufen Sie die Rettung unter der Nummer 144.
Zudem unterstützt die Österreichische Sozialversicherung in mehreren Bundesländern spezielle Versorgungsprogramme für Personen mit chronischer Herzschwäche. Diese richten sich an Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige und bieten unter anderem Information, Beratung, Schulungen und Bewegungsprogramme für Betroffene. Auch Hausbesuche sowie telemedizinische Betreuung zählen zu den Angeboten. Die Programme stehen derzeit in folgenden Bundesländern zur Verfügung:
- Salzburg
- Steiermark
- Tirol
- Kärnten
- Niederösterreich (Pilotprojekt)
Die Teilnahme ist für alle in Österreich versicherten Personen kostenlos. Die Zuweisung kann entweder im Rahmen eines stationären Aufenthalts oder nach Zuweisung durch Ihre betreuende Ärztin bzw. Ihren betreuenden Arzt erfolgen.
Weitere Informationen und Anlaufstellen finden Sie auf der Homepage der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft.
Selbsthilfeorganisation
In Österreich steht die Patientenorganisation Österreichischer Herzverband als Anlauf- und Beratungsstelle für Personen mit Herzschwäche sowie deren Angehörige zur Verfügung. Über den Verband gibt es auch die Möglichkeit, an Selbsthilfegruppen teilzunehmen. Der Austausch mit anderen Betroffenen bietet soziale und psychologische Unterstützung sowie wertvolle Hinweise und Tipps für die Alltagsbewältigung.
Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?
Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:
- Recht auf Behandlung
- Arztbesuch: Kosten und Selbstbehalte
- Was kostet der Spitalsaufenthalt
- Rezeptgebühr: So werden Medikamentenkosten abgedeckt
- Reha & Kur
- Heilbehelfe & Hilfsmittel
- Gesundheitsberufe A-Z
sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.
- AMBOSS (2026): Herzinsuffizienz. Online abgerufen im März 2026 unter next.amboss.com (Registrierung erforderlich)
- Colucci W.S. (2024): Patient education: Heart failure (Beyond the Basics). UpToDate. Waltham, MA: UpToDate Inc. Online abgerufen im März 2026 unter www.uptodate.com (Registrierung erforderlich)
- Colucci W.S., Borlaug B.A. (2025): Heart failure: Clinical manifestations and diagnosis in adults. UpToDate. Waltham, MA: UpToDate Inc. Online abgerufen im März 2026 unter www.uptodate.com (Registrierung erforderlich)
- EbM-Guidelines: Harjola V.-P., Tarvasmäki T. (2022): Akute Herzinsuffizienz und Lungenödem. Online abgerufen im März 2026 unter www.ebm-guidelines.com (Registrierung erforderlich)
- EbM-Guidelines: Lommi J. (2022): Chronische Herzinsuffizienz. Online abgerufen im März 2026 unter www.ebm-guidelines.com (Registrierung erforderlich)
- Herold Innere Medizin 2026 Online (2025): Herzinsuffizienz (HI). Online abgerufen im Mai 2026 unter www.pschyrembel.de (Registrierung erforderlich)
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit (Hg.)(2023): Herzschwäche. Online abgerufen im März 2026 unter www.gesundheitsinformation.de
- Pschyrembel online (2023): Akute Herzinsuffizienz. Online abgerufen im April 2026 unter www.pschyrembel.de (Registrierung erforderlich)
- Pschyrembel online (2025): Herzdekompensation. Online abgerufen im April 2026 unter www.pschyrembel.de (Registrierung erforderlich)
- Pschyrembel online (2022): Herzinsuffizienz. Online abgerufen im März 2026 unter www.pschyrembel.de (Registrierung erforderlich)
- Pschyrembel online (2025): Lungenödem. Online abgerufen im April 2026 unter www.pschyrembel.de (Registrierung erforderlich)
- uptodate: Patient education: Heart failure in adults – Discharge instruction (The Basics). UpToDate. Waltham, MA: UpToDate Inc. Online abgerufen im März 2026 unter www.uptodate.com (Registrierung erforderlich)
- Vasan R.S., Wilson P.WF. (2026): Epidemiology of heart failure. UpToDate. Waltham, MA: UpToDate Inc. Online abgerufen im März 2026 unter www.uptodate.com (Registrierung erforderlich)
Letzte Aktualisierung: 26. Mai 2026
- Redaktion Gesundheitsportal
- unter Einbeziehung der Selbsthilfeorganisation Österreichischer Herzverband
Expertenprüfung durch: Prim. Doz. Dr. René R. Wenzel, Facharzt für Innere Medizin, Zusatzfach Innere Medizin (Kardiologie), Zusatzfach Innere Medizin (Nephrologie), Zert. Herzschrittmacher-Therapie