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Herzinsuffizienz: Was kann ich selbst tun?

Mit bestimmten Maßnahmen können Personen mit einer chronischen Herzinsuffizienz bzw. chronischen Herzschwäche selbst einen Beitrag dazu leisten, das Herz zu entlasten und die Beschwerden der Erkrankung zu lindern. Dazu zählt in erster Linie, auf einen gesunden Lebensstil zu achten. Die Ärztin oder der Arzt bespricht individuell, welche Maßnahmen in der jeweiligen Situation sinnvoll sind. Es ist wichtig, dass Betroffene diese Empfehlungen im Alltag so gut wie möglich umsetzen.

Was kann ich bei einer Herzschwäche selbst tun?

Zu den häufig empfohlenen allgemeinen Maßnahmen zählen unter anderem:

Grafik Herzinsuffizienz Was kann ich selbst tun
© weerasak
  • Regelmäßige und korrekte Medikamenteneinnahme. Es ist wichtig, verschriebene Medikamente weiter einzunehmen, auch wenn man sich besser fühlt. Wenn Nebenwirkungen auftreten, kann die Ärztin oder der Arzt eventuell auf ein anderes Präparat wechseln.
  • Neue Medikamente nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen. Bestimmte Wirkstoffe – auch rezeptfreie oder pflanzliche Präparate – sind für Personen mit Herzschwäche nicht geeignet.
  • Beschwerden im Blick behalten. Fachleute empfehlen Betroffenen, darauf zu achten, ob sich der eigene Gesundheitszustand verändert. Das Augenmerk sollte unter anderem auf die Atmung, die Leistungsfähigkeit im Alltag, Ermüdbarkeit, Schwellungen in den Beinen etc. gelegt werden. Bei einer Verschlechterung oder bei neuen Beschwerden ist es wichtig, die Ärztin oder den Arzt zu informieren.
  • Tägliche Kontrolle des Körpergewichtes. Wenn die Herzfunktion abnimmt, sammelt sich Flüssigkeit im Körper an. Dies führt zu einer Gewichtszunahme. Die tägliche Kontrolle des Körpergewichtes hilft dabei, eine Verschlechterung der Herzfunktion frühzeitig zu erkennen. Es ist wichtig, sich immer mit derselben Waage und immer zur selben Uhrzeit zu wiegen und das Gewicht zu notieren. Wenn das Körpergewicht innerhalb eines Tages um ein Kilo oder innerhalb einer Woche um zwei Kilo steigt, sollte die Ärztin oder der Arzt informiert werden. Je nach individueller Situation können auch andere Grenzwerte gelten.
  • Auf eine gesunde Ernährung achten. Mehr zum Thema: Österreichische Ernährungsempfehlungen
  • Die Flüssigkeitszufuhr anpassen. Bei schwerer Herzschwäche empfiehlt die Ärztin oder der Arzt unter Umständen, weniger zu trinken, um Wasseransammlungen im Körper zu verringern. Die Flüssigkeitszufuhr muss jedoch an die jeweilige Situation angepasst werden und z.B. bei Hitze oder bei Infektionen, Durchfall, Erbrechen etc. wieder gesteigert werden. Die Ärztin oder der Arzt berät individuell, worauf zu achten ist.
  • Regelmäßige Bewegung. Bei einer Herzschwäche ist es wichtig, so gut es geht körperlich aktiv zu bleiben. Das kann die körperliche Leistungsfähigkeit erhöhen und die Lebensqualität verbessern. Empfehlenswert sind Aktivitäten, bei denen viel Bewegung mit relativ geringem Kraftaufwand möglich ist, z.B. Spazierengehen, WandernNordic Walking oder Radfahren. Die Ärztin oder der Arzt berät, welche Bewegungsart am besten geeignet ist und in welchem Umfang. Zudem gibt es für Personen mit Herzschwäche spezielle Herzsport-Programme, die ein angepasstes Ausdauer- und Muskeltraining beinhalten. Mehr zum Thema: Bewegungsempfehlungen für Erwachsene mit chronischen Erkrankungen
  • Übergewicht reduzieren. Bei starkem Übergewicht muss das Herz mehr arbeiten, um den Körper mit Blut und Sauerstoff zu versorgen. Ein gesundes Körpergewicht verringert die Belastung für das Herz und kann dazu beitragen, Beschwerden zu lindern. Eine Gewichtsabnahme wird aber nicht für alle übergewichtigen Betroffenen empfohlen, auch darüber informiert die Ärztin oder der Arzt individuell.
  • Mit dem Rauchen aufhören. Mehr zum Thema: Mit dem Rauchen aufhören: Angebote und Methoden
  • Alkoholkonsum reduzieren
  • Auf den Impfschutz achten. Infektionskrankheiten stellen für ein geschwächtes Herz eine zusätzliche Belastung dar. Die allgemein empfohlenen Impfungen bieten einen wirksamen Schutz, z.B. die Impfung gegen Influenza, gegen Pneumokokken, gegen RSV und gegen COVID-19.

Zudem hilft es vielen Betroffenen, den Alltag besser zu bewältigen, wenn sie über die Erkrankung und die notwendigen Maßnahmen gut informiert sind.

  • Allen L.A. (2025): Heart failure self-management. UpToDate. Waltham, MA: UpToDate Inc. Online abgerufen im März 2026 unter www.uptodate.com (Registrierung erforderlich)
  • AMBOSS (2026): Herzinsuffizienz. Online abgerufen im März 2026 unter next.amboss.com (Registrierung erforderlich)
  • Colucci W.S. (2024): Patient education: Heart failure (Beyond the Basics). UpToDate. Waltham, MA: UpToDate Inc. Online abgerufen im März 2026 unter www.uptodate.com (Registrierung erforderlich)
  • EbM-Guidelines: Lommi J. (2022): Chronische Herzinsuffizienz. Online abgerufen im März 2026 unter www.ebm-guidelines.com (Registrierung erforderlich)
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit (Hg.)(2023): Herzschwäche. Online abgerufen im März 2026 unter www.gesundheitsinformation.de
  • uptodate: Patient education: Heart failure in adults – Discharge instruction (The Basics). UpToDate. Waltham, MA: UpToDate Inc. Online abgerufen im März 2026 unter www.uptodate.com (Registrierung erforderlich)

Letzte Aktualisierung: 26. Mai 2026

Erstellt durch:

Expertenprüfung durch: Prim. Doz. Dr. René R. Wenzel, Facharzt für Innere Medizin, Zusatzfach Innere Medizin (Kardiologie), Zusatzfach Innere Medizin (Nephrologie), Zert. Herzschrittmacher-Therapie

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